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Das Thema

Werner Mölders - Der ERSTE General der Jagdflieger

 

Von seinen Männern verehrt – von seinen Gegnern geachtet

 

 

Werner Mölders (* 18. März 1913 in Gelsenkirchen; † 22. November 1941 in Breslau) war ein deutscher Luftwaffenoffizier und Fliegerass im Zweiten Weltkrieg.
Er war einer der populärsten Jagdflieger im nationalsozialistischen Deutschland und einer der höchstdekorierten Soldaten der Luftwaffe.


Millitärische Laufbahn

Sein Leben:

Werner Mölders wollte schon von Kindesbeinen an Soldat werden. Nach bestandenem Abitur, 1932, meldete sich Mölders mit 17 Jahren freiwillig zur Reichswehr. Von 60 Offizieranwärtern seines Jahrgangs wurden drei eingestellt, unter ihnen auch Mölders. Er besuchte die Kriegsschule in Dresden, die er nach 2 Jahren als Leutnant verlies. Er erhielt zunächst eine Ausbildung zum Pionieroffizier und meldete sich schließlich freiwillig, als man heimlich damit begann, die Deutsche Luftwaffe aufzubauen. Ohne Probleme meisterte er alle schriftlichen Prüfungen und Untersuchungen, lediglich der Drehstuhl wurde ihm zum Verhängnis. Bei diesem Gerät, die die Reaktion auf das Trudeln testen sollte, wurde Mölders Luftkrank. Er wurde bei der Tauglichkeitsprüfung als "fliegeruntauglich" abgewiesen. Mölders war aber ebenso versessen aufs Fliegen wie Galland und wie er übte er so lange, bis er sich auf dem Drehstuhl soweit beherrschen konnte, dass er flugtauglich war.

Nach erneuter Prüfung wurde er jedoch als "bedingt tauglich" angenommen und begann seine Flugzeugführerausbildung an der Deutschen Verkehrsfliegerschule in Cottbus, die er als Lehrgangsbester abschloss. Dennoch hatte er damit die Luftkrankheit nicht überwunden, denn auch später bei der Deutschen Verkehrsfliegerschule und bei der Kampffliegerschule plagten ihn die Symptome. Dem 1935 in die Luftwaffe übernommenen Pionierleutnant wurde zusammen mit einigen älteren Offizieren die Aufgabe übertragen, ein Sturzkampfflugzeug-Geschwader aufzustellen. Nachdem er in Schleißheim die Sturzkampfausbildung durchlaufen hatte wurde er zum Sturzkampfgeschwader "Immelmann" versetzt, wo es ihm langsam gelang seine Krankheit zu überwinden. Im Mai desselben Jahres erhielt er das Flugzeugführerabzeichen der Luftwaffe.

Im März 1936 nahm Mölders als Teil des Jagdschutzes an der Besetzung des Rheinlandes teil.

1937 übernahm Mölders als Oberleutnant die 1. Staffel beim Jagdgeschwader 334 in Wiesbaden. Er diente dort auch als Ausbildner und brachte dort Piloten hervor wie Hans "Assi" Hahn, Walter Oesau und Helmut Wick, die später zu berühmten Fliegerassen werden sollten.

Einsatz bei der "Legion Condor"

Im April 1938 übernahm Mölders von Galland die 3. Staffel der J 88 der "Legion Condor". Einige Tage später wurde die Staffel mit der Bf 109 B ausgerüstet.

Am 15. April erzielte Mölders damit seinen ersten Luftsieg. Mölders machte dabei die Erfahrung, dass der erste Luftsieg immer der schwerste war, da es einem Anfänger beinahe unmöglich war einen kühlen Kopf zu behalten. Daher versuchte er von diesem Zeitpunkt an den Neuankömmlingen immer zum ersten Luftsieg zu helfen. Dies brachte ihm den respektvollen Spitznamen "Vati" ein.
In Spanien kämpfte die Luftwaffe, die jetzt durchgehend mit der neuen Messerschmitt ausgerüstet war, noch immer nach den Regeln des Doppeldecker-Kampfes aus dem ersten Weltkrieg. Mölders entwickelte in Spanien die Formation des Schwarms (4 Flugzeuge) und der im Schwarm befindlichen eigenständigen Rotten (2 Flugzeuge).

Im Juli 1938 - Die Jagdgruppe mit dem neuen Jagdflugzeug Messerschmitt Bf 109 flog in der Schlacht um den Ebro-Bogen Jagdschutz für die Bomber- und Stuka-Verbände. Die massiven Bombenangriffe auf Truppenansammlungen, Stellungen, Flussübergänge und Ortschaften hatten einen großen Anteil an der entscheidenden Niederlage der linken Volksfrontregierung der spanischen Republik unter Präsident Manuel Azaña gegen die Putschisten unter General Franco.

Am 31. Oktober 1938 erzielte Werner Mölders seinen 14. und letzten Abschuss in Spanien und kehrte daraufhin als der Jagdflieger mit den meisten Abschüssen im spanischen Bürgerkrieg nach Deutschland zurück. Vorzeitig, mit 25 Jahren, wurde er zum Hauptmann befördert und erhielt das Spanienkreuz in Gold mit Brillanten. Anschließend wurde er für kurze Zeit im Reichsluftfahrtministerium tätig, vermutlich zur Auswertung des Spanieneinsatzes. In der Folgezeit, reiste er durch Deutschland um den Jagdverbänden die neue Taktik beizubringen.


Hier schildert Oberstleutnant Mölders in Gegenwart von Generalmajor Osterkamp und Oberstleutnant Galland den Verlauf seines letzten Luftkampfes.


Im Westen

Sitzkrieg und Westfeldzug;

Den Beginn des Zweiten Weltkrieges erlebte Mölders als Staffelkapitän der 1. Staffel des Jagdgeschwaders 53 „Pik As“ (JG 53). Während die Deutschen Truppen nach Polen einmarschierten befand sich Mölders mit seinem Geschwader an der Westgrenze des Reiches. Am 20. September 1939 gelang ihm sein erster Abschuss im 2. Weltkrieg, eine französische Curtis "Hawk".

Im Oktober 1939 wurde er mit der Aufstellung der III. Gruppe des JG 53 in Wiesbaden-Erbenheim und mit Grenzüberwachungsaufgaben beauftragt.

April 1940 - Nach sieben Luftsiegen erhielt er das Eiserne Kreuz I. Klasse.

Am 28. Mai 1940 erreichte er als erster Luftwaffenpilot den 20. Abschuss und bekam dafür das Ritterkreuz von Reichsmarschall Hermann Göring verliehen.

Am 5. Juni 1940 traf Mölders mit einem Verband aus 15 "Bf 109" auf einige französische Jäger. Der gegnerische Verbandsführer hatte jedoch einen Trumpf im Ärmel, er hatte nämlich einen Schwarm in großer Höhe Deckung fliegen lassen. Dieser griff jetzt aus starker Überhöhung an und Mölders verlor augenblicklich zwei Maschinen. Während Mölders seinem Rottenflieger zu dessen erstem Luftsieg verhelfen wollte, schoss ihn ein französischer Pilot ab. Mölders stieg mit dem Fallschirm aus und geriet in französische Kriegsgefangenschaft, aus der er am 19. Juli nach Deutschland zurückkehrte. Am gleichen Tag wurde er zum Major befördert.

Am 20. Juli 1940 - Übernahm Mölders als Kommodore das Jagdgeschwader 51.

Emblem des JG 51....
 

Dieses Geschwader trug zu dieser Zeit die Hauptlast in der Luftschlacht um England.

Am 21. September 1940 - Mölders errang seinen 40. Luftsieg. Er war damit der erste Jagdflieger im Zweiten Weltkrieg, der diese Zahl erreicht hatte!

 

Er erhielt darauf hin, als zweiter Soldat der Wehrmacht das Eichenlaub zum Ritterkreuz. Sein Geschwader war zu diesem Zeitpunkt das erfolgreichste der Luftwaffe.

Im Oktober 1940 erzielte er den 50. Luftsieg und wurde zum Oberstleutnant befördert.

Am 26. Februar 1941 - Seine Abschussliste war auf 60 angestiegen. Unmittelbar vor Beginn des Überfalls auf die Sowjetunion wurde sein Geschwader an die Deutsche Ostgrenze verlegt. Mölders Geschwader gehörte zur Luftflotte 2, die im Abschnitt der Heeresgruppe Mitte eingesetzt war. Zu den Aufgaben der Piloten gehörte neben dem Begleitschutz für die Bomberstaffeln und der sogenannten "freien Jagd" auch die Bekämpfung von Bodenzielen mit Bordwaffen und Bomben. Am ersten Tag des Feldzugs gegen die Sowjetunion besiegte Mölders vier Gegner im Luftkampf. Es waren seine Luftsiege 69 bis 72.

Am 22. Juni 1941 - Werner Mölders erhält die Schwerter zum Ritterkreuz verliehen!

Am 30. Juni 1941 - Das Geschwader Mölders überschreitet das als erstes die Zahl von 1.000 Abschüssen.

Am 15. Juli 1941 erzielte er fünf weitere Luftsiege und steigerte damit die Gesamtzahl seiner Abschüsse auf inzwischen 101. Ihm wird darauf als erstem Soldaten der Wehrmacht, von Adolf Hitler mit der (damals) höchsten Deutschen Tapferkeitsauszeichnung, die Brillanten verliehen. Somit übertraf er die Leistungen des bis dahin erfolgreichsten Jagdfliegers Manfred von Richthofen.


Messerschmitt Bf 109 F-2, Stab/JG 51, Werner Mölders, 1941


Inspekteur und Tod

Inspekteur der Jagdflieger:

Kurz darauf erfolgte mit 28 Jahren die Beförderung zum Oberst. Nach seinem 115. Abschuss erteilte ihm die Luftwaffenführung ein Flugverbot, weil man nicht riskieren wollte, Mölders und seine wichtigen Erfahrungen und sein Können zu verlieren. Man versetzte ihn zum Oberkommando der Luftwaffe und beförderte ihn zum jüngsten Oberst der Luftwaffe.

Im September 1941 ernannte man den eifrigen Mölders zum Inspekteur der Jagdflieger. Seinen Schreibtisch sah der Oberst jedoch nur selten. Er war die meiste Zeit an der Ostfront anzutreffen, wo er die Probleme der Verbände direkt vor Ort zu lösen versuchte.

Im Herbst 1941 erhielt er den Auftrag, den Jagdschutz der zum Angriff auf die Halbinsel Krim angetretenen Verbände vom Boden aus zu führen. Es war Mölders einziger nachweisbarer Einsatz als Verbandsführer. Der Angriff auf die Krim war nicht erfolgreich.

Mölders Tod:

Als ihn die Nachricht vom Tode Ernst Udets erreichte verlor er keine Zeit nach Berlin zu reisen. Trotz schlechtem Wetter stieg er in eine He 111 und startete nach Lemberg. Nach einer Zwischenlandung sollte es weiter nach Berlin gehen. Auf dem Weg dorthin geriet die He 111 in schlechtes Wetter und in der Nähe von Breslau setzte der linke Motor aus. Als beim Landeanflug auf den Flugplatz Breslau-Schöngarten außerdem der rechte Motor ausfiel, stürzte die Maschine ab. Mölders und der Pilot, Oberleutnant Georg Kolbe, kamen bei diesem Absturz am 22. November 1941 ums Leben. Mölders fand den Tod in Folge eines Wirbelsäulenbruchs. Sein Adjutant und der Bordfunker überlebten den Unfall.

Nach einem Staatsakt im Ehrensaal des Reichsluftfahrtministeriums wurde der Sarg Mölders in einem Trauerzug durch die Stadt Berlin zum Invalidenfriedhof überführt. Er wurde neben Ernst Udet und Manfred von Richthofen, den beiden erfolgreichsten Jagdfliegern des Ersten Weltkrieges, beigesetzt.

 

Sein altes Geschwader, das JG 51, erhielt in Würdigung der Verdienste von Oberst Werner Mölders den Namen „Jagdgeschwader Mölders“, und wurde somit zu einem Traditionsgeschwader, dessen Angehörige das gleichnamige Ärmelband tragen durften.

Neues Emblem des JG 51....
 

 

Das Geschwader kämpfte bis zur Kapitulation 1945 an der Ostfront.

Die Grabstelle wurde 1975 zur Errichtung von Grenzanlagen eingeebnet, nach dem Fall der Berliner Mauer aber 1992 wieder hergestellt. Die ganze Luftwaffe wurde von Mölders Tod erschüttert. Ihm zu Ehren benannte man "sein" Jagdgeschwader 51 nach ihm.


Auszeichnungen

 

 
Seine Auszeichnungen
 
Spanische Medalla de la Campaña
Spanische Medalla Militar
Spanienkreuz mit Schwertern in Gold mit Brillanten
Frontflugspange für Jäger in Gold mit Brillanten
Flugzeugführer- und Beobachterabzeichen in Gold mit Brillanten
Verwundetenabzeichen in Bronze
Eisernes Kreuz (1939) II. und I. Klasse am 20. September 1939 beziehungsweise 2. April 1940
Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub, Schwertern und Brillanten

Ritterkreuz 29.05.1940
Eichenlaub 21.09.1940
Schwerter 22.06.1941
Brillanten 15.07.1941

Zehnmalige Nennung im Wehrmachtsbericht

Mölders erziehlte 115 Abschüsse...

Die Medalla Militar ist eine hohe militärische Tapferkeitsauszeichnung in Spanien.

Sie wurde 1918 gestiftet und wird seitdem unabhängig vom Rang an Angehörige der Spanischen Streitkräfte verliehen. Voraussetzung sind herausragende Leistungen vor dem Feind. Im Laufe ihrer Geschichte wurde sie auch an Deutsche verliehen, unter ihnen Adolf Galland und Werner Mölders.


Namensgeber

Mölders Nachleben:

Am 13. April 1968 taufte Mölders Mutter einen Lenkwaffenzerstörer der Bundesmarine auf den Namen "Mölders". Die Namensgebung war von Verteidigungsminister Gerhard Schröder angeordnet worden. Das Schiff befand sich von 1969 bis 2003 im Dienst und ist seit dem 24. Juni 2005 als zentrales Ausstellungsstück des Deutschen Marinemuseums in Wilhelmshaven für die Öffentlichkeit zugänglich.

Am 9. November 1972 erhielt unter der Verantwortung von Verteidigungsminister Georg Leber die Kaserne der II. Abteilung Fernmelderegiment 34 der Deutschen Luftwaffe in Visselhövede den Namen "Mölders".

Von 1973 bis 2005 trug das in Neuburg an der Donau stationierte Jagdgeschwader 74 (JG 74) der Luftwaffe den Traditionsnamen Werner Mölders. Mit dieser Benennung war, wie bereits zuvor beim JG 51 der Wehrmacht, das Recht verbunden, ein Ärmelband mit dem Ehrennamen an der Uniform zu tragen.

Am 28. Januar 2005 hat Verteidigungsminister Dr. Struck die Weiterverwendung des Namens „Mölders“ in der Bundeswehr beendet. Dem Jagdgeschwader 74 “Mölders” wurde am 11. März 2005 der Traditionsname in einem würdelosen Appell genommen, der angetretenen Truppe die Diskussion der Entscheidung untersagt.

Quellen

lexikon-der-wehrmacht.de (Zugriff 29.08.09)
waffenhq.de (Zugriff 29.08.09)
wiki (Zugriff 29.08.09)

Autor: Tiwaz