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Das Thema

Werner Baumbach - Erfolgreichster Bomberpilot des 2. Weltkrieges!

 


Militärische Laufbahn

Werner Baumbach wurde am 27.12.1916 in Cloppenburg geboren. Wie viele Deutsche Jugendliche der damaligen Zeit war auch Werner bei einem Segelfliegerverein. Mit 16 Jahren legte er bereits seine erste Flugprüfung ab. Er war sehr gelehrig und wissbegierig, voll Fleiß und ordnungsliebend. Sein Abitur legte er mit Auszeichnung ab. So war es dann auch naheliegend dass es ihn zur Luftwaffe zog. 1936 trat er als junger Fahnenjunker in die Deutsche Luftwaffe ein, wo er schließlich in Berlin-Gatow seine Pilotenausbildung absolvierte. An dieser Luftkriegsschule erhielt er eine sorgfältige Ausbildung in allen militärischen und fliegerischen Belangen. Er entschied sich jedoch recht frühzeitig für die Kampffliegerei.

Am 1. Januar 1938 wurde er zum Leutnant ernannt. Zu dieser Zeit war er bei der "Blindflugausbildung" als Fluglehrer tätig. Anfang 1939 wurde er an die Erprobungsstelle Rechlin (Mecklenburg) abkommandiert. Dort war der versierte Pilot zur Erprobung der nagelneuen Junkers JU 88 eingeteilt. Er war damit einer der ersten Piloten, die die neue Junkers Ju 88 flogen Aus diesem Erprobungskommando entstand schließlich das Kampfgeschwader 30. Mit diesem Geschwader ging Leutnant Werner Baumbach bei Kriegsbeginn in den Kampfeinsatz während des Polenfeldzuges.


2. Weltkrieg

Am 9. Oktober 1939 flog er dann erstmals gegen englische Seestreitkräfte in der nördlichen Nordsee. Er gehörte bald zu den bekanntesten Flugzeugführern seiner Gruppe. Während der Weserübung flog er Einsätze über der Nordsee und über Norwegen. Nach erfolgreichen Einsätzen über Narvik wurde Baumbach mit dem "Narvik-Schild" ausgezeichnet. Bei diesen Einsätzen kam es auch zur schicksalhaften Begegnung mit dem Französischen leichten Kreuzer Emil Bertin.
Das 8.480 BRT schwere Schiff war mit Baujahr 1934 eines der modernsten, aber auch eines der schnellsten Französischen Kriegsschiffe. Die Emil Bertin setzte im April 1940 - unter Deckung der HMS REPULSE - die 5. Französische Alpenjäger-Brigade bei Narvik ab. Welche gemeinsam mit den angelandeten Britischen Streitkräften den Deutschen Einheiten von Dietl schwer zusetzten.

Bei diesen Landeoperationen geschah es, dass Leutnant Werner Baumbach mit seiner Ju 88 den Kreuzer im Sturzflug angriff. Seine Bombenlast hatte den Französischen Kreuzer voll getroffen. Die Deutsche Aufklärung vermutete eine Versenkung, dass Schiff konnte jedoch, schwer beschädigt, gerettet werden. Es überstand den 2. Weltkrieg und tat noch Dienst bis in die 50er Jahre. Für diese - vermeintliche - Versenkung erhielt Baumbach das Eiserne Kreuz 1. Klasse. Und um die propagandistische Wirkung noch zu erhöhen wurde ihm, am 8. Mai 1940 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen.

Während des Frankreichfeldzuges wurde Baumbach leicht verwundet. Am 1. Juni 1940 wurde er Oberleutnant befördert. Zu dieser Zeit war er bereits erfolgreicher Staffelkapitän. Nach dem Frankreichfeldzug wurde er, als verlässlicher und erfahrener Pilot für ein Sonderunternehmen heran gezogen. Er flog erfolgreich einen - bis Heute geheimnisvollen - Sondertransport von Berlin über Moskau bis nach Japan.

 

Nach diesem Sonderunternehmen flog er weiterhin Sturzkampfeinsätze gegen Schiffsziele rund um die britischen Inseln. Diese Einsätze führten ihn bis weit nach Norden, bis Scapa Flow. So war für ihn, aus der Schlacht um England, die Schlacht über den Weiten des Atlantiks geworden. Als Kampfflieger war er voll Begeisterung und Hingabe, ausgestattet mit Löwenmut, leidenschaftlichem Einsatzwillen und enormer Energie. Auch war er bei seinen Männern beliebt und darüber hinaus in jeder Lage immer ein Freund klarer Worte. Baumbach war längst zu einem gefragten Experten im Bereich moderner Luftkriegführung und Schiffsbekämpfung geworden. Er begann, neben seinen Kampfeinsätzen, aufsehenerregende Referate zu halten. Er wurde nie müde, auf Missstände hinzuweisen und unermüdlich eine Reorganisation der Kampfliegertruppe zu fordern.

Werner Baumbach wurde zum Schrecken der britischen Schiffe. Er versenkte Schiff auf Schiff. In wenigen Monaten hatte er mindestens 200.000 Bruttoregistertonnen feindlichen Schiffsraumes versenkt. (Andere Schätzungen gehen bis zu 240.000 BRT - Wobei es auch zu Fehleinschätzungen oder Falschmeldungen, wie bei der "Emil Bertin" gekommen sein kann.) Für diese enorme militärische Leistung wurde er am 14. Juli 1941 als zweiter Kampfflieger und 20. Soldat der Wehrmacht mit dem Eichenlaub ausgezeichnet. Weiters erhielt er als neuer, hochstilisierter Held der Luftwaffe, das Flugzeugführerabzeichen in Gold mit Brillianten verliehen.

Nach diesen erfolgreichen Einsätzen am Kanal wurde Baumbach andern Orts benötigt. Er flog nun - ebenso erfolgreich - Einsätze über dem Mittelmeer. Mit 20. Juli 1941 wurde Baumbach zum Hauptmann befördert. Er war nun Kommandeur der 1. Gruppe des Kampfgeschwaders 30. Bis Ende August 1941 konnte Baumbach die Zahl seiner Erfolge auf bis zu 300.000 BRT feindlichen Schiffsraum erhöhen. Dies war eine Leistung, welche im ganzen Krieg und bis Heute, von keinem anderen Piloten erreicht werden konnte.

Ab dem Frühjahr 1942 war das KG 30 und mit ihm auch Baumbach zur Krim Nikolajew abkommandiert. Auch dort wurden wieder Sturzflugsangriffe auf Feindschiffe vorgenommen. Ziele waren hier die Kaukasushäfen, aber auch Verteidigungsstellungen der russischen Seefestung Sewastopol. Wegen seiner unübertroffenen Leistungen wurden Hauptmann Werner Baumbach am 17. August 1942, als erstem Kampfflieger und 16. Soldaten der Wehrmacht die Schwerter zum Eichenlaub verliehen. Am 14. Oktober 1942 wurde Baumbach zum Major befördert.

Seinem Tatendrang wurde nun Einhalt geboten. Nach über 200 Einsatzflügen erhielt Baumbach nun ein strenges Startverbot. Seine unschätzbare Erfahrung sollte und durfte nicht verloren gehen. Er wurde nach Berlin befohlen und zum Luftwaffenstabversetzt. Als Kommodore beim neu aufgestellten KG 200, arbeitete Baumbach an neuen Waffensystemen. Unter anderem wurde auch die neue "Gleitbombe" Henschel Hs 293 unter seiner Führung erprobt. Diese ferngesteuerte Gleitbombe HS293 sollte noch einmal das Steuer für Deutschland herumreißen.
Hier ein Zitat von Werner Baumbach:
„Da der militärische Zusammenbruch des Reiches in wenigen Monaten besiegelt schien,
wollten wir durch ein derartiges Unternehmen noch versuchen, den Ausgang des Krieges so günstig wie irgend möglich zu beeinflussen."

Es folgten viele Missionen zur Erprobung verschiedenster Waffensysteme von revolutionären Ausmaßen. Modernste Waffensysteme, wie sie Heute noch in Form von Dronen und Cruse Missels eingesetzt werden. Diese ferngelenkten Körper, welche allgemein als "FK" bezeichnet wurden, gehörten zu den bedeutendsten Erfindungen und Entwicklungen des 2. Weltkrieges. Im Frühjahr 1943 waren die "FX" (...auch Fritz-X genannt) und die HS 293 nach langen Erprobungen fronteinsatzbereit. Doch Baumbach, welcher mit der Erprobung beauftragt war und nun auf den Einsatz brannte, sollte einen Kampf gegen Windmühlen der NS-Bürokratie antreten. Der zeitgerechte Einsatz dieser neuen Waffen wurde durch das Intrigenspiel von einflussreichen Persönlichkeiten in der Luftwaffenführung zunächst verboten. Es stand die Behauptung im Raume, dass angeblich aus Geheimhaltungsgründen der Einsatz von Hitler nicht freigegeben wurde. Es folgte ein Kampf Baumbachs gegen Unverstand und Kurzsichtigkeit.

Schließlich kam es - im Sommer 1943 - doch noch zu ersten Einsätzen der "FK" im Kampf gegen Schiffsziele. Doch die Intrigen gingen weiter - Es geschah Unglaubliches: Trotz sensationeller Erfolge unter schwierigsten Einsatzbedingungen wurde von hochstehenden Luftwaffenangehörigen die Weitermeldung der Lenkkörperwaffenversenkungen an die oberste Führung unterbunden oder gar verhindert. So unternahm es Baumbach höchst selbst, dem Chef der Luftwaffe, Reichsmarschall Göring mit einer Filmvorführung den Beweis zu erbringen, dass das italienische Schlachtschiff "Roma" bei einem "FX"-Einsatz versenkt wurde. Tausende FK waren einsatzfähig, und wurden nun endlich, mit einer Erfolgsquote von 40 Prozent, trotz völliger gegnerischer Lufthoheit endlich eingesetzt. Wäre dies aber nicht so schleppend geschehen, hätte ihr Einsatz eine weit aus größere Gefahr für die alliierte Schifffahrt dargestellt.


Das Fernlenksystem zur Steuerung einer "FK" durch den Bombenschützen...

Eine Hs 293 fliegt auf ihr Ziel zu...

Baumbach war jedoch nicht nur mit Tests der beschriebenen "HK" beschäftigt. Er entwickelte auch ein neuartiges System von Fernlenkbomben einfachster Art. Diese Waffe sollte unter dem Namen "Huckepack-System", "Mistel-Gespann" oder kurz "Mistel" in die Geschichte eingehen. Ziel war es eine große Menge Sprengstoff ohne Gefahr für die Besatzung ins Ziel zu bringen. Zu diesem Zwecke wurde (wahlweise) eine Ju 88 oder He 111 umgebaut. Statt der Pilotenkanzel wurde der Sprengkopf eingebaut. Auf dieses unbemannte Kampfflugzeug wurde eine bemannte Fw 190 oder Bf 109 montiert.

 

Etwa 1 Kilometer vor dem anzugreifenden Ziel sollte die unbemannte Maschine ausgeklinkt werden und sich alleine auf das Ziel stürzen. Es wurden hier auch Hohlladungssprengköpfe zu Versuchszwecken herangezogen. Trotz vielversprechender Versuche wurde jedoch dieses Projekt wegen der Rohstoffnot zu Gunsten der Jagdfliegerproduktion eingestellt. Immer wieder geriet der Soldat Baumbach mit seinen Vorgesetzten in Konflikt. Mehrfach war es auch Göring selber mit dem er aneinander geriet. Seiner Karriere sollten diese Streitigkeiten jedoch nicht im Wege stehen. Zu sehr war er als Fliegerheld im Blickpunkt der Deutschen Öffentlichkeit. Am 15. November wurde Baumbach zum Oberstleutnant ernannt. Zeitweilig wurde er mit den Geschäften des Generals der Kampfflieger betraut. Am 5. Januar 1945 wird Baumbach zum Oberst befördert. Baumbach sollte die Deutsche Variante der Kamikazeflieger aufbauen. Er legte dieses Amt jedoch nieder, da er die Sinnlosigkeit und Menschenverachtung einer solchen Einsatzdoktrin erkannte. Das ganze gipfelte schließlich in der Niederlegung all seiner Ämter.


Nachkriegsjahre

Er forderte Mitte Januar 1945 in einem Brief an Hermann Göring auf, den Krieg nicht mehr weiterzuführen, da dies nur noch rücksichtslos auf Kosten des Deutschen Volkes geschah. In diesem Brief an den Reichsmarschall appellierte er Frieden zu schließen und wollte auch alle seine Orden zurück geben. Eine Reaktion von Göring blieb jedoch aus. Es war dies möglicherweise ein Zeichen von Menschlichkeit des Reichsmarschalls, da diese geschriebenen Worte, zu dieser Zeit, einem Todesurteil gleich kamen.

Oberst Werner Baumbach zeigte noch in den letzten Tagen und Wochen des Krieges seinen Intellekt und seine Menschlichkeit!
.) Er versuchte, gemeinsam mit dem befreundeten Albert Speer, sich dem Vernichtungsbefehlen Hitlers zu widersetzen.
.) Den Gauleiter Karl Kaufmann, konnte er nach eindringlichem Gespräch überzeugen die Stadt Hamburg nicht mehr zu verteidigen. Hamburg wurde kampflos übergeben und es wurde viel unnötiges Leid verhindert.

Nach Hitlers Selbstmord wurde Baumbach vom neuen Reichspräsident Dönitz als Mitarbeiter berufen. Nach der Kapitulation wurde Baumbach am 23. Mai 1945 in Flensburg verhaftet. Er verblieb ein halbes Jahr in britischer Kriegsgefangenschaft. Im Februar 1946 begann Baumbach, auf Einladung des Harvard-Historikers Bruce C. Hopper, an einer Studie über den 2. Weltkrieg mitzuarbeiten. 1948 kam eine Anfrage aus Argentinien - Eine Stelle als Militärberater der Argentinischen Luftwaffe schien ihm verlockend. Er arbeitete dort auch erfolgreich als Testpilot.

In dieser Zeit verfasste er zwei Bücher:
"Zu spät - Aufstieg und Untergang der Deutschen Luftwaffe" und "Zu früh - Raumkrieg und Weltrevolution"
Beide Fachbücher beschäftigten sich mit den unvermeidlichen künftigen Großraumstrategien.
Sie wurden zuerst in Argentinien und später auch in Deutschland verlegt.

Kurz vor seiner geplanten Rückkehr nach Deutschland, verunglückte Werner Baumbach am 20. Oktober 1953 bei einem Testflug. Nach dem er so viele Kampfeinsätze in seiner Ju 88 erfolgreich überstanden hatte, stürzte der Lancaster-Bomber in die La-Plata-Mündung vor Buenos Aires. Werner Baumbach kam bei diesem Unglück ums Leben - Er wurde in seiner Geburtstadt Cloppenburg beigesetzt.

Der Nachruf von Adolf Galland:
„Als immer hilfsbereiter Freund, als starke Persönlichkeit, als begeisterter Flieger und heldenhafter Kämpfer wirst Du unter uns und in unseren Herzen weiterleben."

 


Auszeichnungen

Werner Baumbachs Auszeichnungen
 
Eisernes Kreuz (1939) II. und I. Klasse
Ritterkreuz am 8. Mai 1940
Eichenlaub am 14. Juli 1941 (20. Verleihung)
Schwerter am 17. August 1942 (16. Verleihung)
Ehrenpokal für besondere Leistung im Luftkrieg
Frontflugspange für Kampfflieger in Gold mit Anhänger Einsatzzahl 200
Narvikschild


Quellen

ritterkreuzträger.de (Zugriff 29.08.09)
wiki (Zugriff 29.08.09)
lexikon-der-wehrmacht.de (Zugriff 29.08.09)

Autor: Tiwaz