1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 Rating 0.00 (0 Votes)

Das Thema

Erich "Bubi" Hartmann, das Fliegerass der deutschen Luftwaffe

 

Geburtsdatum: 19.04.1922 in Weissach/Württemberg
Sterbedatum: 20.09.1993 in Weil am Schönbuch


Lebenslauf

 

Lebenslauf

In der Jugend bereits begeisterter und ausgezeichneter Segelflieger, meldete sich Erich Hartmann nach dem Abitur freiwillig zur Luftwaffe. In der Luftkriegsschule Berlin-Gatow und der Jagdfliegerschule 2 absolvierte er ab dem 15.September 1940 seine Ausbildung.

Nach einer gründlichen Friedensausbildung wurde Hartmann, nunmehr Leutnant, schließlich im Oktober 1942 an die Ostfront, zum Jagdgeschwader 52, verlegt. Dort wurde er dem erfahrenen Ritterkreuzträger Edmund Roßmann als Rottenflieger zugewiesen.
Doch sein erster Einsatz wurde zur Katastrophe. Im Übereifer verletzte Hartmann beinahe alle ihm beigebrachten Grundregeln, löste sich von seinem Rottenführer, dem er während des Luftkampfes in die Schusslinie flog, verlor die Orientierung und machte eine Bruchlandung, nachdem er seinen gesamten Treibstoff verflogen hatte.
Unter Anleitung von Roßman und dem bekannten Jagdflieger Walter Krupinski, der ihm auch wegen seines jugendlichen Äußeren den Spitznamen "Bubi" gab, überwand Hartmann sein Jagdfieber und errang am 5.November 1942 seinen ersten Luftsieg.

Bereits früh hatte Hartmann eine Luftkampftaktik angewandt, die ihm sein Rottenführer und Freund Krupinski beigebracht hatte. Er flog mit seiner Bf 109 so nah wie möglich an den Gegner heran, wartete bis zur letzten Sekunde und jagte dann einen einzigen, tödlichen Feuerstoß in die feindliche Maschine. Diese Taktik hatte den Vorteil der maximalen Durchschlagskraft und des niedrigen Munitionsverbrauchs, brachte als Nachteil aber auch des öfteren Schäden durch abgesprengte Flugzeugteile des Gegners mit sich. Viermal musste Hartmann im Laufe des Krieges aufgrund solcher Schäden notlanden. Diese Angriffsart wurde zu seinem Markenzeichen. Bemerkenswert waren auch Hartmanns optische und taktische Fähigkeiten. Er war in der Lage, feindliche Maschinen lange vor seinen Staffelkameraden zu entdecken und sich so in die flugtaktisch günstigste Position zu bringen.

Nach weiteren 300 Einsätzen und 90 Luftsiegen wurde Hartmanns Maschine am 29.August 1943 über Donez von sowjetischer Flak getroffen und zur Notlandung gezwungen, wo er von russischen Soldaten gefangen genommen wurde. Doch Hartmann täuschte eine Verwundung vor, sprang von dem Lastwagen, der ihn zum russischen Gefechtsstand bringen sollte und gelangte nach mehrstündiger Flucht nach Westen zurück zu den deutschen Linien.

Im September 1943 erhielt Hartmann seine eigene Staffel und nach seinem 147. und 148. Luftsieg, wurde ihm am 29.Oktober 1943 das Ritterkreuz verliehen. Unter den Opfern seiner Abschüsse war im Sommer 1943 auch die Maschine des russischen Jagdasses Boris Glinka, der mehrfacher Träger des Ordens "Held der Sowjetunion" war und bis Kriegsende 30 mal siegreich blieb.
Durch seine hohen Abschusszahlen erlang Hartmann bei Freund und Feind ab dem Sommer 1943 immer größere Beachtung. Wegen dem auffallend schwarz gezackten Muster, das Hartmann auf die Nase seines Flugzeugs malte, wurde er von sowjetischer Seite "Der schwarze Teufel des Südens" genannt. Die Bekanntheit seiner Maschine veranlasste russiche Jagdflieger, trotz einer Belohnung von 10.000 Rubel, die auf Hartmanns Kopf ausgesetzt wurde, dem Luftkampf mit ihm auszuweichen. Aufgrund abfallender Abschusszahlen überließ Hartmann das auffällig schwarz bemalte Flugzeug dann zumeist den unerfahrenen Piloten seines Geschwaders um sie zu schützen.

Am 2.März 1944 erreichte Hartmann seinen 202. Luftsieg und wurde dafür mit dem Eichenlaub zum Ritterkreuz ausgezeichnet. Am 1.Juli desselben Jahres konnte er bereits den 250. Luftsieg melden, der ihm die Schwerter zum Eichenlaub und die Beförderung zum Oberleutnant einbrachte. Am 25.August waren es schon 300 Luftsiege und Hartmann erhielt die Brillanten zum Ritterkreuz mit Eichenlaub und Schwertern. Am 1.September folgte schließlich die Beförderung zum Hauptmann. Seinen letzten Luftsieg, den 352., errang Hartmann am 8.Mai 1945, dem Tag der bedingungslosen Kapitulation, über Brünn in der Tschechoslowakei, wo er auch am letzten Kriegstag zum Major befördert wurde.

Von allen Flugzeugtypen, die er während des Krieges flog, bevorzugte Hartmann die Messerschmidt Bf 109, selbst nachdem er die Gelegenheit hatte, die Me 262 zu fliegen.
Der mit Abstand erfolgreichste Jagdflieger in der Geschichte des Luftkampfes geriet am 17.Mai 1945 in sowjetische Kriegsgefangenschaft. Hartmann wehrte alle Bemühungen der sowjetischen Seite, den erfolgreichen Kriegshelden politisch zu instrumentalisieren, ab. Dafür wurde er in einem Schauprozess zu 25 Jahren Zwangsarbeit verurteilt und kehrte erst 1955 als einer der letzten deutschen Soldaten in die Heimat zurück.

1956 trat Hartmann bereits wieder in die Bundesluftwaffe ein und baute das Jagdgeschwader 71 "Richthofen" auf, bis Hartmann, mittlerweile Oberst, 1970 den Dienst quittierte und als Fluglehrer arbeitete.

Am 20.09.1993 starb Hartmann in Weil am Schönbuch.
Im Januar 1997, über drei Jahre nach seinem Tod, wurde Erich Hartmann von russischer Seite rehabilitiert und von allen gegen ihn erhobenen Anschuldigungen entlastet. Ferner stellte eine russische Kommission fest, dass der hochdekorierte Jagdflieger damals zu unrecht abgeurteilt worden war.

 


Auszeichnungen

 

 
Auszeichnungen
 
Eisernes Kreuz II. und I. Klasse
Ehrenpokal für besondere Leistung im Luftkrieg am 13.09.1943
Deutsches Kreuz in Gold am 17. Oktober 1943
Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub, Schwertern und Brillanten
Ritterkreuz am 29. Oktober 1943
Eichenlaub am 2. März 1944 (420. Verleihung)
Schwerter am 4. Juli 1944 (75. Verleihung)
Brillanten am 25. August 1944 (18. Verleihung)Frontflugspange für Jäger in Gold mit Anhänger Einsatzzahl „1.300“
Flugzeugführer- und Beobachterabzeichen in Gold mit Brillanten am 25. August 1944

Nennung im Wehrmachtbericht am 24. und 25. August 1944


Erfolgreichster Jagdflieger

Erich "Bubi" Hartmann steht mit 352 bestätigten Luftsiegen zwischen November 1942 und Mai 1945 unangefochten an der Spitze der Luftkriegsgeschichte. Das As der Asse hatte in ebenfalls ungeschlagenen 1.404 Jagdeinsätzen nie einen ihm anvertrauten Rottenkameraden verloren und war trotz all seiner 825 Luftkämpfe nie verwundet worden. In punkto Feindflügen übertrafen ihn lediglich die beiden Schlachtflieger-Experten Rudel und Nordmann.
Sein Abschussrekord umfasste 261 einmotorige Jäger und Jagdbomber, darunter viele der schwergepanzerten Il-2 "Sturmovik", 90 zweimotorige Maschinen sowie einen schweren russischen Bomber.

Im Laufe des Krieges hatten Spitzenasse wie Hartmann, Graf (212), Barkhorn (301), Rall (275) Batz (237), Dickfeld (136), Fönnekold (136), Gratz (138), Lipfert (203), Hrabak (125), Obleser (120), Krupinski (197), Grislawski (133), Zwernemann (126), Sturm (158), Schmidt (173), Steinbatz (99) u.v.a. dafür gesorgt, dass das JG 52 mit über 11.000 Luftsiegen zum erfolgreichsten der Kriegsgeschichte wurde. Mit unglaublichen 70 Ritterkreuzverleihungen gehört das Geschwader zu den höchstdekorierten Einheiten der deutschen Streitkräfte.


 
 
1.404 Einsätze
825 Luftkämpfe
352 Siege
 


Quellen

Wikipedia (Zugriff: 29.05.2009)
Waffenhauptquatier (Zugriff: 29.05.2009)
Ritterkreuzträger 1939-1945 (Zugriff: 29.05.2009)

Autor: Staufenberg