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Das Thema

 

Generalleutnant Bernhard Ramcke

 

 

Vom Schiffsjungen zum Fallschirmjäger-General

Dieser Beitrag wird sich mit Bernhard Ramcke befassen. Ramcke war ein Soldat, der in zwei Weltkriegen als Soldat diente. Im ersten Weltkrieg zuerst auf einem Kriegsschiff eingesetzt, verschlug es ihn später zur Marineinfanterie. Nach der Beendigung des 1. Weltkrieges kämpfte er zuerst im Freikorps bis er in die Reichswehr und dann in die Wehrmacht übernommen wurde. Im 2. Weltkrieg, erst bei der normalen Infanterie angesiedelt, wechselte er dann zur Fallschirmjägertruppe.


Jugend/Kaiserreich

 

Persönliches

Hermann-Bernhard Ramcke wurde am 24. Januar 1889 in Schleswig-Friedrichsberg in Holstein geboren und starb am 5. Juli 1968 in Kappeln. Er war eines von 9 Kindern. Seine Mutter war Hausfrau und sein Vater diente 13 Jahre als Sergeant in der Armee, bevor er seine Einberufung zur königlichen Regierung in Schleswig bekam. Der Vater entstammte einem alteingesessenen Holsteiner Bauerngeschlechtes und versuchte Zeit seines Lebens den, durch Zwangsversteigerung verlorenen, Bauernhof seines Vaters wieder zu erhalten. Kurz nach der Geburt von Bernhard Ramcke, siedelte die Familie aus der Wohnung in Schleswig-Friedrichsberg über in ein angekauftes Landhaus in Riesberg an der Haddebyer Chaussee. Hier erlebte er eine unbeschwerte Jugend in der freien Natur. Das erste Schuljahr besuchte Ramcke die Dorfschule von Busdorf bis er dann für die nächsten 3 Schuljahre die Privatschule der Lehrerin Haack in Schleswig-Friedrichsberg besuchte. Nach diesen 3 Jahren kam er auf die königliche Domschule in Schleswig, eine Realschule die auch ein Gymnasium umfasste. Anfangs noch sehr gut in der Schule, ließen seine schulischen Leistungen aber nach. Schließlich waren sie so schlecht, dass er die Schule verlassen musste. Dies und der innere Wusch zur kaiserlichen Marine zu gehen, sorgten schließlich dafür, dass er sich im März 1905 in Friedrichsort bei Kiel zur Schiffsjungendivision meldete.

 

Zeit als Schiffsjunge

Die Karriere von Bernhard Ramcke in der kaiserlichen Marine begann am 4.April 1905. Er kam an diesem Tag in das Fort Herwarth, wo er einer Kompanie von 200 Jungen zugeteilt wurde. Sein späterer Einsatzort sollte die S.M.S. "Stosch" sein. Nach einer 4-wöchigen Grundausbildung im Fort marschierte er schließlich mit seinen Kameraden nach Friedrichsort zurück, um von dort per Schiff nach Kiel gebracht zu werden. Er betrat dort die Fregatte S.M.S. "Stosch", die für die nächsten 2 Jahre sein Dienst- und Lehrort sein sollte. Die Fregatte S.M.S. "Stosch" hatte eine Stammbesatzung von 200 Mann, dazu kamen 50 Seekadetten ( Offiziersanwärter ) und die 200 Schiffsjungen
( Unteroffizieranwärter ). Bernhard Ramcke musste 2 Jahre Dienst auf der S.M.S. "Stosch" verrichten, seine Kameraden nur 1 Jahr, da der Kommandant Kapitän zu See von Dassel, ihn auf Grund seiner körperlichen Schwächen noch nicht als Matrose sah. Er meinte, dass auf Grund des noch kindlich ausgebildeten Körper, die Arbeit des Matrosen zu schwer wäre. Somit fuhr er ein weiteres Jahr zur See. Nach diesem Jahr begann für Bernhard Ramcke ein neuer Abschnitt in seiner militärische Karriere. Auf Grund der Tatsache, dass sich das deutsche Kaiserreich kolonial ausbreiten wollte. Dies und Aufstände, die in den Kolonien ab und zu nieder zuschlagen waren, sorgten dafür das die kaiserliche Marine zu der Einstellung kam, in welcher Seemänner auch infanteristisch ausgebildet sein müssten. Dadurch erhielt Bernhard Ramcke einen sechsmonatigen infanteristischen Drill, durchgeführt vom Seebataillion 6, der mit jedem Drill einer Lehrkompanie eines Infanterieregimentes zu vergleichen war. Mit dem Ende der Ausbildung war er sowohl seemännisch als auch infanteristisch voll ausgebildet und wurde im September 1907 zum Matrosen ernannt. Danach meldete sich Bernhard Ramcke für die Stückmeisterlaufbahn und wurde zur 1. Matrosendivision nach Kiel versetzt. Stückmeister sind Feldwebel der Matrosendivisionen der deutschen Marine für den Geschützdienst auf Linienschiffen und großen Kreuzern, die die Bedienungen von Geschützen bei Gefechten beaufsichtigen.


S.M.S. Stosch


 
In der Marine
Schiffsjunge
4.April 1905
Matrose
26. September 1907
Obermatrose
1. Juli 1909
Bootsmannsmaat
19. Juli 1915
Oberbootsmannsmaat
19. Juli 1915
Feldwebel
11. September 1915
Leutnant der Marine-Infanterie
18. Juli 1918

 

In der kaiserlichen Marine von 1907 bis 1914

Nach seiner Versetzung nach Kiel, erhielt Ramcke zusammen mit 12 anderen Kameraden noch einmal eine zwölfwöchige Unterweisung und Vertiefung im Infanteriedienst. Darauf folgte der Geschützführerkurs III. Klasse an Bord der S.M.S. "Mars" in Sonderburg. Nach Beendigung des Lehrganges kam Bernhard Ramcke zurück nach Kiel. Aber anstatt der erhofften Verwendung auf dem großen Kreuzer "Fürst Bismarck" in Ostasien, erfolgte die Abkommandierung an Bord des Artillerieversuchschiffes S.M.S. "Prinz Adalbert" in Kiel. Nach 3 Jahren als Geschützführer auf diesem Schiff, kam die Abkommandierung zum modernen großen Kreuzer "Blücher", ebenfalls als Geschützführer. Weitere zweieinhalbjähriger Dienstzeit auf der S.M.S. "Blücher", stellte Ramcke einen Versetzungsgesuch als Feldwebelanwärter zur 1. Marinedivision, um dort etatmäßiger Feldwebel ( Spieß ) zu werden. Diesem Antrag wurde zugestimmt und am 13. September 1913 verließ er das Schiff, und somit die seemännische Laufbahn, um in der 1. Matrosendivision seinen Dienst zu verrichten. Seine einjährige Ausbildung zum "Spieß" begann und zuerst verrichtete er seinen Dienst auf einem Kompanie- und Abteilungsgeschäftszimmer. Nach diesen drei Monaten folgten zwei weitere auf einem Rechnungsamt und vier auf einem Personalbüro der Division. Dann brach der 1. Weltkrieg aus.


S.M.S. Prinz Adalbert


1. Weltkrieg

 

1. Weltkrieg 1914-1918

Bernhard Ramcke meldete sich wieder an Bord der S.M.S. "Blücher" um hier seinen Kriegsdienst für das Vaterland zu verrichten. Aber es kam anders wie gehofft. Als er an Bord der "Blücher" eintraf, begegnete er Kapitänleutnant Troll. Dieser sollte auf die veraltete S.M.S. "Prinz Adalbert" und dort 1. Artillerieoffizier werden. Da er Ramcke und seine gute Arbeit kannte, sprach Kapitänleutnant Troll beim 1. Offizier der "Blücher" vor und schon war Ramckes Versetzung zur "Prinz Adalbert" perfekt. Auch wenn er nicht wollte, er musste zurück auf das veraltete Kriegsschiff. Das war aber wohl Ramckes Glück, denn wenige Monate später sank die "Blücher" in einem Seegefecht auf der Doggerbank. An Bord der "Prinz Adalbert" wurde das Schiff seeklar gemacht und lief mit Bestimmung Nordsee aus. Dort angekommen schoben sie Kriegswache, kam aber zu keinem Kampfeinsatz. Die "Prinz Adalbert" war zwar im November und Dezember 1914 bei den Vorstößen gegen die englische Ostküste beteiligt, aber nur die schnellen Schlachtkreuzer bombardierten die Küste. Auf Grund der langsamen Geschwindigkeit und der zu schwachen Feuerkraft und Panzerung, wurde das Schiff im Dezember 1914 wieder in die Ostsee verlegt. Dort patrouillierten sie und nahmen, nachdem die Russen im Memel eingebrochen waren, die Kolonnen des Gegners unter Feuer. Im Mai 1915 erhielt dann die "Prinz Adalbert" einen Torpedotreffer und musste zurück nach Kiel um dort repariert zu werden. Auf Grund der Reparaturzeit von 3-4 Monaten bekam Bernhard Ramcke die Befürchtung, dass der Krieg vorbei sei wenn das Schiff wieder seeklar war. So bat Ramcke im Personalbüro um Versetzung und ihm wurde eine Feldwebelstelle im Marinekorps in Flandern vorgeschlagen. Bevor er diese Stelle aber antreten konnte, musste er seine Feldwebelprüfung machen. Er hatte ja auf Grund des Kriegsbeginnes seine Feldwebelausbildung unterbrochen. Er lernte für die Prüfung, schloss als Bester ab und stand somit zur Beförderung zum etatmäßigen Feldwebel bei der nächsten freiwerdenden Stelle an. Vorerst blieb er im Personalbüro der 1. Matrosendivision bis er eine Stelle in der neu aufgestellten Ersatzkompanie in Brügge erhielt.

 

Dazu musste er erst einmal aus 250 Seewehrleuten eine Kompanie zusammenstellen. Trotz der Abwesenheit der Offiziere und vieler daraus resultierender Problem,e schaffte es der damalige Feldwebel Ramcke die Kompanie fristgerecht von Kiel aus in Marsch zu setzen. Nach zweitägiger Zugfahrt erreichte die Kompanie die alte Hansestadt Brügge um dort auf das Garnison- und Ersatzbataillon aufgeteilt zu werden. Die Anfangszeit nutzte Bernhard Ramcke um im Felddienst weiter ausgebildet zu werden und um die Erfahrungen im Felde, die bisher schon in den Gräben des Krieges gemacht wurden, zu erlernen und zu verinnerlichen. Als er die Nachricht erhielt in die Kommandantur nach Maldeghem versetzt zu werden, wandte er sich an den damaligen Vorgesetzten, Korvettenkapitän Donner, und bat um Versetzung zur Fronttruppe. Dieser wurde statt gegeben und er kam zum 2. Matrosenregiment und wurde dort Zugführer in der 12.Kp des 3. Bataillons. Der Einsatzort war der Küstenabschnitt um Brügge. Nach zweiwöchiger Ausbildung, die Kompanie war kurz vor Ramckes Ankunft neu aufgefrischt wurden, rückte das Regiment in die Bamburg-Stellung vor. Diese lag südlich von Lombartzyde. Dort angekommen gingen die Männer sofort in die Gräben, das sogenannte Niemandsland war an dieser Stelle maximal 100m breit. In dieser Stellung verblieb die Kompanie beziehungsweise das komplette Regiment von Oktober 1915 bis März 1917. Dabei gab es folgenden Ablöserhythmus: 4 Tage vorderster Graben, 4 Tage Reserve und 4 Tage Ruhe. Während dieser Zeit entwickelte sich Bernhard Ramcke zum Spezialisten für Spähtrupptätigkeiten. Der Lohn dieser schweren Aufgabe war das EK II. sowie das EK I. und die Ernennung zum Offizierstellvertreter. Durch diese Auszeichnungen war der Ehrgeiz von Ramcke geweckt. Er wollte nun Offizier werden und versuchte über die neu aufgestellte Hochschule in Gent seine Hochschulreife nachzuholen um Offizier werden zu können. Aber das Generalkommando in Brügge lehnte ab und ihm wurde gesagt, dass die einzige Möglichkeit für ihn die Beförderung "auf Grund besonderer Tapferkeit vor dem Feinde" sei.


belgischer Soldat im "Niemandsland"

Im März 1917, nach einer kurzen Ruhepause, wurde das Regiment wieder an die Front geschickt. Diesmal ging es in die "Große-Hemme-Ferme" um dort als Feldwache zu fungieren. Dieser Bauernhof liegt westlich der Yser und deren Dämme benutzten die Deutschen als Hauptkampflinie. Mit einer Besatzung von 90 - 100 Mann lag diese Stellung etwa 1000m vor der Hauptkampflinie im Niemandsland. Dort war der Hauptauftrag mit Hilfe von Spähtrupps das Niemandsland zu bestreifen, feindliche Angriffe abzuwehren und Handgranatenangriffe auf die feindlichen Stellen durchzuführen. Ende Juni des Jahres 1917 wurde dann das Regiment von Bernhard Ramcke aus der Front gelöst und in das Ruhequartier beordert. Dort hörten die Soldaten von einem großen Sturmunternehmen gegen den Yserbrückenkopf. Hierbei sollte ein feindlicher Brückenkopf zerschlagen werden, der als Sprungbrett gegen die eigene U-Bootbasis in Flandern genutzt werden konnte. Da für dieses Unternehmen die Marineinfanterieregimenter 1 und 2 vorgesehen waren, entschloss sich Bernhard Ramcke, zusammen mit wenigen Auserwählten seines Zuges, unter dem Vorwand von 2 Tagen Urlaub in die Angriffsstellungen zu verlegen, um am Kampf teilzunehmen. Dieser Plan war nicht mit seiner Kompanie abgesprochen. So verlegten die Männer in die ihnen bekannte Polder I-Stellung und meldeten sich dort bei der 7. Kompanie des Infanterieregimentes 2. Dort wurden sie als Verstärkungen herzlich aufgenommen. Nach zwei Tagen, und einem erfolgreichen Stoßtruppunternehmen mit 6 Gefangenen, mussten die Männer eigentlich zurück. Es wird aber versucht den Urlaub zu verlängern um am Kampf teilnehmen zu können. Nach insgesamt dreieinhalb Tagen bei der 7. Kompanie verlegen die Männer zurück zu ihrer eigentlichen Einheit. Ramcke erhält für dieses Vergehen einen Verweis, aber auch Anerkennung für die erbrachten Leistungen. Außerdem erhält er wenige Tage später seine Abkommandierung zur Sturmabteilung des Marinekorps. Er wurde namentlich vom Generalkommando angefordert. Diese Abteilung diente dem Korps um Stoßtruppunternehmen im Abschnitt durchzuführen und um als Ausbildungs- und Lehrtruppe die Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften der Regimenter im Nahkampf auszubilden.
Bernhard Ramcke blieb bis zum Kriegsende bei der Sturmabteilung und bewährte sich in vielen schwierigen Stoßtruppunternehmen, Angriffen und Verteidigungsaktionen. Dabei wurde er mehrmals verwundet und viel der Oberen Führung durch seine Tapferkeit und seinen Ehrgeiz auf.


Deutscher Schützengraben Flandern 1917

Lohn dafür war schließlich die Verleihung des "Preußischen Militärordens" am 20. April 1918. "Der Pour le mérite des kleinen Mannes", wie er an der Front genannt wurde, war die höchste preußische Auszeichnung die man zu dieser Zeit als Unteroffizier oder Mannschafter erhalten konnte. Dieser Orden hatte sehr strenge Vergaberichtlinien und durfte nur bei "besonders persönlicher Tapferkeit vor dem Feind" verliehen werden. Durch diese Ordensverleihung hatte er die, im Vorfeld für ihn zur Geltung gebrachten, Voraussetzungen für eine Beförderung zum Offizier erreicht. So wurde Berhard Ramcke am 18.Juli 1918 auf höchste Anordnung des Kabinettes zum "Leutnant der Marine-Infanterie" ernannt. Mit Stolz betrachtete Ramcke das Erreichen seines Ziels Offizier zu werden. Einen Wermutstropfen gab es aber. Da sich das Offizierskorps der Marineinfanterie durch Soldaten aus dem Heer ergänzte, musste er mit einer Versetzung dorthin rechnen. Auch wurde ihm die Ehre zu Teil zum "Kreuz der Ritter des Hausorden der Hohenzollern" und zur "Vorpatentierung im Dienstalter" von seinen Vorgesetzten eingereicht zu werden. Auf Grund des Kriegsendes und des daraus resultierenden Umsturzes, erhielt er aber beide Auszeichnungen nicht.


Weimar und NS-Staat

 

Zwischen den zwei großen Kriegen - Vom Freikorps zur Reichswehr

Nach dem Waffenstillstand, und damit dem Ende des 1. Weltkrieges, befanden sich das Marinekorps und damit auch Bernhard Ramcke immer noch in Belgien. Dieses mussten aber die deutschen Truppen nun verlassen. Da die Rückmarschwege über Lüttich nach Aachen überlastet waren, bekam das Marinekorps den Auftrag über Maaseyk und einem 11km breitem Streifen des holländischen Staatsgebietes auf deutschen Boden zurück zu marschieren. Eigentlich sollten dabei die deutschen Truppen unbewaffnet sein, aber Ramcke und seine Männer requirierten Pferdeplanwagen. Auf diesen deponierten sie ihre Waffen, die sie dann mit Stroh und Decken getarnt wurden. So erreichten sie das deutsche Staatsgebiet mit ihren Waffen im Gepäck. Hier erhielten sie den Befehl nach Wilhelmshaven zu verlegen um dort demobilisiert zu werden. Mit einem Zug erreichten Sie am 18. Dezember 1918 Wilhelmshaven. Hier bezog die Truppe einen Kasernenblock. Im Januar 1919 verlegte Ramcke nach Kiel, er war dem dort stationierten 1. Seebataillon zugeteilt worden. Als er sich dort meldete, begrüßte man ihn nur mit Schulterzucken. Aufgrund der Revolution und Soldatenräte und dem daraus entstandenen Chaos, wusste keiner genau wie es weitergehen sollte. Daraufhin fuhr Ramcke nach Schleswig um seine Verwandten zu besuchen. Dort erhielt er ein Telegramm das er sich beim Hauptmann von Brandis in Neuruppin melden sollte. Am 7. Januar 1919 traf er dort ein.


(Links: Bernhard Ramcke / Rechts: Karl Student)

Unter Hauptmann von Brandis und anderen Offizieren, darunter auch Leutnant Ramcke, wurde dann innerhalb weniger Wochen ein verstärktes "Freikorps Brandis" aufgestellt. Es bestand aus drei Schützenkompanien, einer MG-Kompanie sowie einer Batterie mit 10,5cm Haubitzen. Da am 27. und 28. Dezember 1918 polnische Truppen die deutschen Truppen in Posen überwältigt hatten, gab es Übergriffe gegen Deutsche in Posen und Westpreußen. Um dagegen angehen zu können, bat Hauptmann v. Brandis um den Einsatz seines Freikorps in diesem Gebiet. Mit der silbernen Elchschaufel am Kragenspiegel gekennzeichnet, setzte sich das Freikorps daraufhin in Richtung Kolmar und Usch in Marsch. Dort bezog das Korps Quartier, da am 6. Februar ein Waffenstillstand zwischen Polen und Deutschland geschlossen worden war. Hier kämpften sie gegen Diebesbanden, die das Chaos ausnutzten um Gehöfte und Dörfer zu überfallen. Aber Brandis sah seiner Meinung nach mehr Gefahren im Osten. So verlegte das Freikorps über Marienburg und Königsberg zur Grenze zum Baltikum. Nach mehreren kleinen Gefechten, unterstützt durch einen Panzerzug, stieß das Freikorps weiter voran. Das nächste Ziel war die Stadt Bauske. Diese wurde am 23. März 1919 nach Kämpfen genommen. Weiter ging es bis es um Zoden zu schweren Kämpfen kam, in deren Verlauf Bernhard Ramcke schwer verwundet wurde. Er hatte mehrere Schussverletzungen erhalten. Er wurde abtransportiert und erreicht im Lazarettzug nach etwa 2 Wochen ein Lazarett in Königsberg. Dort blieb er 6 Wochen um dann ins Heimatlazarett nach Schleswig gebracht zu werden. Dort dauerte seine Heilung weitere 8 Wochen bis er wieder einigermaßen einsatzfähig war. Trotz Abraten des zuständigen Arztes, verließ Ramcke das Lazarett um wieder nach Kurland zu verlegen. Dort hatte sich einiges geändert. Riga war am 20. Mai 1919 nach Kämpfen an die Deutschen gefallen, ein weiterer Vorstoß war aber nicht mehr möglich gewesen. Auf Grund der Rücknahme der deutschen Verbände, durch Anordnung der deutschen Regierung, verloren die Freikorps die politische Unterstützung. Somit wurde unter "Kapitän zur See Sievert" eine deutsche Legion gebildet, um mit der weißrussischen Armee weiter zu kämpfen. Dort kämpften die deutschen Truppen weiter bis Ende 1919 das "Baltikumunternehmen" beendet war. Ramcke erhielt seine Versetzung zu seinem neuen Regiment. Er wurde zum Garderegiment König Friedrich Wilhelm I., 2. ostpreußisches Nr.3 nach Königsberg versetzt und traf dort im November 1919 ein.


Parade der Reichswehr


 
Im Heer
Oberleutnant
15. Januar 1921
Hauptmann
1. Februar 1927
Major
1. September 1934
Oberstleutnant
16. März 1937
Oberst
29. Februar 1940

In diesem Regiment wurde er mit der Führung der 7. Kompanie beauftragt. Als dann der Auftrag kann, das 200.000 Mann starke Heer auf 100.000 Mann abzuspecken, verlor Ramcke die Führung der Kompanie. Er wurde in der 2. Kompanie des Schützenregiments 1 Zugführer und Nachrichtenoffizier des I. Bataillon. Im Februar 1923 verschlug es Ramcke auf den Truppenübungsplatz Arys. Hier wurde er Adjutant des Kommandeurs. Bei dieser Tätigkeit unterstützte er den Kommandeur beim Wiederaufbau des Truppenübungsplatzes. Desweiteren meldete er sich bei jeder Übung und jedem Manöver auf dem TrÜbPl als Schiedsrichter, um sich so mit den verschiedenen Truppen und Truppengattungen und deren Aufgaben vertraut zu machen. Am 1. Mai kam dann die nächste Versetzung. Ramcke bekam die Stelle eines Hauptmannes im Stab des III. Bataillon des Infanterieregimentes 2 in Lötzen. Diesen Posten hielt er 2 Jahre inne bis er zum Chef der 11. Kompanie des Infanterieregiments 2 ernannt wurde. Diese Tätigkeit hatte er dann weitere siebeneinhalb Jahre inne. Am 1. September 1934 erfolgte die Beförderung zum Major und ein Monat später erhielt Bernhard Ramcke seine Versetzung zum III. Bataillon des Regimentes Allerstein in Bischofsburg. Er wurde Kommandeur dieser Bataillons. Im Herbst 1935 bekam er dann eine Verwendung als Lehrstabsoffizier. In der Heeresdienststelle Breslau bekam er den Auftrag zur Ausbildung der schlesischen Grenzschutzverbände. Nach nicht ganz einem Jahr kam die nächste Versetzung. Im Sommer 1936 kam Ramcke zum Stab der Kommandantur des TrÜbPl Groß-Born in Pommern. Wiederum war sein Auftrag der Auf- und Ausbau des Platzes. Während dieser Verwendung wurde er am 1. März 1937 zum Oberstleutnant befördert. Auf Grund seiner Erfahrungen mit dem Aufbau von Truppenübungsplätzen, wurde Ramcke im Jahr 1938 Kommandant auf dem TrÜbPl Zeithain bei Riesa.


2. Weltkrieg

 

2. Weltkrieg 1939-1945

Als 1939 der 2. Weltkrieg begann wurde Bernhard Ramcke für die Übernahme eines Ergänzungsregimentes im Wehrbereich IV vorgesehen. Am 7. September bekam er dann den Marschbefehl zum Generalkommando XXII in Südpolen. Dieses Kommando war mit der Führung einer Panzerdivision und einer leichten Division beauftragt worden. Dort angekommen war Ramckes erste Aufgabe Verstopfungen der Vormarschstraßen zu verhindern bzw. aufzulösen. Als der Polenfeldzug nach 23 Tage siegreich endete, kam Ramcke zurück nach Zeithain. Hier erhielt er den Befehl den TrÜbPl Mylowitz in der Tschechoslowakei zu vergrößern und weiter auf- und auszubauen. Im Januar 1940 wurde er dann zum Kommandeur des Infanterie-Ergänzungsregiment 69 in Marienburg / Westpreußen ernannt und im März des gleichen Jahres kam die Beförderung zum Oberst. Da er im April 1940 eine Kommandierung nach Thorn erhielt, um den dortigen TrÜbPl zu erneuern, war im die aktive Teilnahme im Westfeldzug verwehrt geblieben. Dann hörte er vom Erlass, dass bei der modernen Waffengattung der Fallschirmjäger noch Freiwillige gesucht wurden. Im Alter von 51 Jahren gab er seine Freiwilligenerklärung ab und im Juli 1940 erreichte ihn die Kommandierung nach Braunschweig-Broitzem. Dort hatte er sich auf der Fallschirmschule zu melden.


Fallschirmjäger bei der Ausbildung / Ramcke beim Abschreiten der Front von Fallschirmjägern auf Kreta


 
In der Luftwaffe
Generalmajor
22. Juli 1941
Generalleutnant
21. Dezember 1942
General der Fallschirmtruppe
14. September 1944

Am 15. Juli trat Bernhard Ramcke, nachdem er die Tauglichkeitsprüfung bestanden hatte, seinen Dienst in Braunschweig an. Nach der vierwöchigen Ausbildung und dem Ableisten von 6 Pflichtsprüngen, wurde ihm dann das Fallschirmschützenabzeichen mit dem niederstoßenden Adler im Lorbeerkranz verliehen. Desweiteren kam die Versetzung zur Luftwaffe, da die Fallschirmjäger diesem Wehrmachtsteil angehörten. Somit hatte Ramcke in seiner Dienstzeit alle drei Teile der Armee, Heer - Marine - Luftwaffe, durchlaufen. Er wurde zur weiteren Einweisung dem Regiment des Oberst Heidrich zugeteilt und dort die taktischen Ansetze dieser Truppengattung weiter zu verinnerlichen. Am 15. Januar 1941 erfolgte die nächste Versetzung. Bernhard Ramcke wurde zum Kommandeur der Fallschirmschulen und Ergänzungstruppen ernannt. Am 14. Mai beginnen dann die vorbereitenden Angriff auf die alliierten Stellungen auf Kreta um so den Fallschirmjägern eine bessere Ausgangsposition für ihren Angriff zu ermöglichen. Am 20. Mai um 07:15Uhr beginnen die Bombardierungen der geplanten Landezonen und damit beginnt das "Unternehmen Merkur", die Luftlandeoperation gegen Kreta. Ramcke, zu diesem Zeitpunkt in Deutschland, erhält vom kommandierenden General ihn mit nach Griechenland zu begleiten. Dort angekommen soll er die am Angriff mit beteiligte Gebirgsdivision im Luftlandedienst behilflich zu sein. Damit ist nicht das Springen mit dem Fallschirm gemeint, sondern der Lufttransport mit Flugzeugen und der spezielle Kampfstil der Fallschirmjäger. Man muss ja bedenken, dass die Fallschirmjäger nur mit dem kämpfen konnten was sie im Lufttransport mitnehmen konnten. Nach mehreren Zwischenladungen erreicht Ramcke schließlich Athen, um von dort mit dem Fahrzeug weiter nach Chalkis zu reisen. Dort wird er schon von den Gebirgsjägern erwartet. Nach dem Klären aller Fragen und dem Erläutern von Einsatzprinzipien ist alles Wichtige beschlossen. Bernhard Ramcke wird somit mit der ersten Welle der Gebirgsjäger nach Kreta verlegen. Somit erreicht er am 21. Mai Kreta und übernimmt dort eine aus mehreren Fallschirmjäger- Regimentern bestehende Kampfgruppe. Diese soll primär den Flugplatz Malemes sowie die Höhe 107 nehmen und halten. Nach der schweren Verwundung des Kommandeurs, Generalmajor Meindl, übernimmt Ramcke das Kommando über die Fallschirmjäger und führt sie zum Sturm auf Chania. Nach insgesamt 10 tägigem Kampf endet mit der Kapitulation der britischen Truppen am Morgen des 2. Juli die Kämpfe um Kreta. Nach schweren Kämpfen und hohen Verlusten, war es den deutschen Gebirgs- und Fallschirmjägern gelungen, die Insel zu erobern. Nach diesem Feldzug wurde Bernhard Ramcke Abschnittskommandeur West auf Kreta, um diesen Teil der Insel zu sichern. Er blieb Kommandeur dieses Bereiches bis er am 18. Juni den Befehl bekam, seinen alten Dienstposten in Deutschland wieder einzunehmen, um die auf Kreta gemachten Erfahrungen in die Fallschirmschulen und Ergänzungsregimentern einbringen zu können. Am 1. August 1941 kam dann die Beförderung zum Generalmajor. Im Frühjahr 1942 erhielt Ramcke ein längeres Kommando zur königlich-italienischen Wehrmacht. Ziel war Sizilien. Dort war er an der Ausbildung der italienischen Fallschirmjäger-Division "Folgore" beteiligt.


Gebirgsjäger vor dem Abflug nach Kreta / gefangen genommene britische Truppen auf Kreta

Während dieser Zeit war auf dem afrikanischen Kontinent ebenfalls der Kampf entbrannt. Das Deutsche Afrika Korps kämpfte dort unter Führung des Feldmarschall Rommel. Nach schweren Kämpfen war das DAK schließlich bis zu den britischen El-Alamein Stellungen vorgedrungen. Auf Grund dieser Kämpfe und der Abgeschlagenheit der Truppe, wurde in Berlin der Entschluss gefasst, mit einer Fallschirmjäger Brigade diesen mitgenommenen Kämpfern zu Hilfe zu eilen. Diesen Auftrag erhielt Ramcke, nachdem man ihn aus Italien zurück geholt hatte. Sofort nach dem Erhalten seiner Befehle, begab sich Ramcke nach Afrika um die ersten Erkundungen durchzuführen und Absprachen mit Rommel zu treffen. Am 15. Juli erreichte Generalmajor Ramcke afrikanischen Boden und übernahm das Kommando der wenigen Truppenteile, die bereits in Afrika eingetroffen waren. Bataillonsweise wurden dann die restlichen die Einheiten über Griechenland, Kreta in die Nähe von Tobruk verlegt. Diese Verlegung fand per Luftweg in 4 Wellen mit den altbekannten JU 52 statt.


Ramcke und Rommel in Afrika

Die 1. Welle bildete die Kampfgruppe Kroh. Die Soldaten dieser Kampftruppe hatten vorher in Russland gekämpft. Nach ihrer Ablösung und Auffrischung bildeten sie das 1.Battalion des Fallschirmjäger Regiment 2. Sie erreichte Afrika am 4. August 1942.

Die 2. Welle, die Kampfgruppe von der Heydte, wurde aus dem in Berlin Döberitz liegende Fallschirmjäger Lehr Bataillon und der Nachrichten-Abteilung gebildet, und erreichte Afrika am 10 August.

Die 3. Welle stellte die Kampfgruppe Hübner dar. Es handelte sich hierbei um das II./Bataillon des neuaufgestellten Fallschirmjäger Regiment 5. Diese Welle traf am 17. August 1942 ein.

Die 4. und letzte Welle bestand aus der Kampfgruppe Major Burkhardt, dem Brigadestab, einer Artillerie-Abteilung, einer PAK-Kompanie und Soldaten die den rückwärtigen Diensten bildeten.

Da die Einheiten per Flugzeug nach Afrika gebracht wurden, besaßen sie keine Fahrzeuge. So wurde das Flak-Regiment 135 mit dem Transport des Nachschubes sowie der Einheiten beauftragt. Im Kampfgebiet angekommen, bezogen die Bataillone sofort ihre Verteidigungsstellungen an der südlichen Front von El Alamein, um die dort eingesetzten Afrikamänner nach und nach aus den Stellungen zu lösen.

 

 

Zu diesem Zeitpunkt war die Brigade der 15. Panzer Division unterstellt. Am 15. August wurde die Brigade direkt unter das Kommando der Panzerarmee Afrika gestellt. Am 30.August 1942 begann das Afrikakorps mit einem weiteren Angriff. Die Ziele waren Alexandria, Kairo und der Suez-Kanal. Doch der Mangel an Nachschub, besonders der Mangel an Treibstoff, führte zum Abbruch des Unternehmens. Daraufhin verteidigte die Fallschirmjäger Brigade in der El Alamein-Front bei El Dab`a, 40kms westlich von El Alamein, ihren Stellungsbereich gegen das englische XIII.Armeekorps. Die erste englische Gegenoffensive am 23.Oktober 1942, durch starke Panzerverbände des englische XXX.Armeekorps unterstützt, brachte den Britten tiefe Einbrüche in der deutschen Front im Bereich der Küstenstraße. Ein weiterer schwerer Angriff fand am 2.November 1942 statt und führt zum Zerfall der deutschen Stellungen. Der rechte Flügel drohte Gefahr zu laufen von den eigenen Truppen abgeschnitten zu werden. Daraufhin erhielt Ramcke den Befehl sich auf Bir Fuka zurück zu ziehen. Dieser Rückzug musste ohne Kfz stattfinden. Aus diesem Grund befahl Bernhard Ramcke einen Gewaltmarsch von 120km zu Fuß durch die Wüste. Dabei gelang es seiner Kampftruppe eine englische Kraftfahrzeugkolonne zu überwältigen. Mit Hilfe dieser Fahrzeuge erreichten die Fallschirmjäger am 7.November wieder die Teile des Afrikakorps bei Marsa Matruk. Auf dem Rückzug gelang es Ramckes Soldaten auch noch über 100 deutsche und italienische Gefangene zu befreien. Dafür und für den geglückten Rückzug wurde ihm am 13. November 1942 das Eichenlaub verliehen, am 21. Dezember 1942 folgte die Beförderung zum Generalleutnant.

 

Die Fallschirmjäger Brigade umfasst zu diesem Zeitpunkt nur noch knapp 600 Mann. Deshalb erhielt die Brigade den Auftrag eine rückwärtige Auffangstellung bei Marsa El Berga, am Südrand der Großen Syrte, zu beziehen und auszubauen. Zur weiteren Verstärkung wurden inzwischen der Stab, das I. und das III./Fallschirmjäger Regiment 5 nach Tunis geflogen und wurde somit ein Teil der Brigade Ramcke. Die Stellungen wurden bis Mitte Dezember 1942 gehalten. Nachdem es den Engländern gelungen war dort einen Durchbruch zu erzielen, mussten sich die Fallschirmjägereinheiten, unter Führung von Major von der Heydte, auf die Buerat-Linie zurückziehen. Diese Stellungen hielten die Soldaten bis Mitte Januar 1943. Am 23.Januar 1943 fällt Tripolis und die Reste der Fallschirmjäger Brigade, in der Stärke nur noch eines Bataillons, weichen nach Tunis aus. Die Brigade kämpfte noch bis zum Mai 1943, bis der Kampf eingestellt wurde. Nur wenige Fallschirmjäger wurden nach Italien evakuiert. Am 13.Mai 1943 kapitulierte das Afrikakorps in Tunis, damit endete auch der Einsatz der Fallschirmjäger Brigade.


Fallschirmjäger beim Marsch durch die Wüste

Zu diesem Zeitpunkt war Ramcke aber schon nicht mehr in Afrika. Ihm wurde nämlich am 12. Februar 1943 das Kommando über die neuaufgestellte 2. Fallschirmjägerdivision übergeben. Mit dieser Division verlegte er, nach dem Sturz Benito Mussolinis am 26. Juli 1943, in die Nähe von Rom. Nachdem das Bündnis zwischen Deutschland und Italien am 8. September 1943 aufgelöst wurde, wurde die Division in Kämpfe mit dem italienischen Corpo d'armata motocorazzato verwickelt. Neben diesen normalen Kämpfe, führte die 2. Fallschirmjägerdivision auch mehrere Kommandounternehmen durch. Das war zum einen die Befreiung Mussolinis vom Gran Sasso und zum anderen die versuchte Gefangennahme des italienischen Generalstabs in Monterotondo. Ramcke selbst wurde im September bei einem Tieffliegerangriff verletzt und musste die Führung der Division abgeben. Nach seiner Genesung im Mai 1944, wurde ihm das Kommando aber wieder übertragen. Nach der Landung der Alliierten in der Normandie, wurde die Division in die Bretagne verlegt und mit der Verteidigung der Festung Brest beauftragt. Aus diesem Grund erhielt Bernhard Ramcke am 11. August das Kommando über die Stadt. Zur Verteidigung unterstanden ihm als Festungskommandant die 2. Fallschirmjägerdivision, die 266. und 343. Infanteriedivision sowie die Truppen des Seekommandanten. Er hatte also 40.000 deutsche Soldaten zur Verteidigung zur Verfügung. Dafür wurde Ramcke am 19. September 1944 sowohl die Schwerter, wie auch die Brillanten zum Ritterkreuz verliehen. Außerdem erhielt er am 1. September 1944 die Beförderung zum General der Fallschirmjägertruppe. Ramcke kapitulierte als letzter Kampfposten in der Festung Brest am 19. September 1944, 35000 Soldaten der Wehrmacht gerieten in Kriegsgefangenschaft.

 


Nachkriegsjahre

 

Kriegsgefangenschaft

Ramcke kam in amerikanische Gefangenschaft. Nach 6 Monaten in Trent Park/England wurde er in die USA gebracht. Auf Grund der schlechten Unterbringung im Gefangenenlager und der schlechten Behandlung der Männer, brach Ramcke zweimal aus dem Lager aus. Nachdem er jedes Mal einen Beschwerdebrief an den US-Senat verfasst hatte, meldete er sich freiwillig im Gefangenenlager zurück. Im Dezember 1946 wurde er an die Franzosen ausgeliefert. In einem Strafverfahren wegen Kriegsverbrechen im Kampf um Brest, wurde er am 21. März 1951 zu einer Haftstrafe von fünfeinhalb Jahren verurteilt. Man hielt ihn zum Beispiel wegen der Geiselnahme und Ermordung französischer Zivilisten, Plünderung privaten Eigentums und der absichtlichen Zerstörung und Niederbrennung von zivilen Wohnhäusern für schuldig. Bereits am 24. Juni 1951 wurde er, unter Anrechnung seiner Untersuchungshaft von 57 Monaten, aus Altersgründen entlassen. Nach seiner Entlassung war er als leitender Angestellter in einem Industrieunternehmen tätig und schrieb ein Buch über seine Kriegserlebnisse und die Kriegsgefangenschaft.


Trent Park

 

Das Leben danach

Er fiel danach noch mehrmals öffentlich auf. Zum einen auf Grund einer Rede vor ehemaligen Angehörigen des Waffen-SS. Dabei meinte er, dass die Namen der Ehemaligen, die derzeit auf einer Schwarzen Liste stehen, irgendwann wieder auf Ehrenlisten stehen. Diese Aussage sorgte in Deutschland und der Welt für starke Kritik an der Person Ramcke. Desweiteren wurde ihm Kontakt zum Naumann-Kreis nachgesagt. Bei dieser Gruppierung handelte es sich um ehemalige Nationalsozialisten, die unter Führung des Ex-Staatssekretär Werner Naumann die FDP unterwandern wollten.
Das letzte Mal gab es bei der Beerdigung Ramckes, er starb am 5. Juli 1968 in Kappeln, starkes deutsches und internationales Interesse. Während der Beisetzung war eine Ehrenkompanie der Bundeswehr anwesend was zu starken Diskussionen in der weltweiten Presse führte.


Auszeichnungen


 
Auszeichnungen
 
Eisernes Kreuz (1914) II. und I. Klasse
Goldenes Militär-Verdienst-Kreuz am 20. April 1918
Verwundetenabzeichen (1918) in Gold
Baltenkreuz II. und I. Klasse
Wehrmacht-Dienstauszeichnung IV. bis I. Klasse
Fallschirmschützenabzeichen der Luftwaffe
Spange zum Eisernen Kreuz II. und I. Klasse
Erdkampfabzeichen der Luftwaffe
Ärmelband Kreta
Ärmelband Afrika
Italienische Tapferkeitsmedaille in Silber
Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub, Schwertern und Brillanten
Ritterkreuz am 21. August 1941
Eichenlaub am 13. November 1942 (145. Verleihung)
Schwerter am 19. September 1944 (99. Verleihung)
Brillanten am 19. September 1944 (20. Verleihung)


Quellen

Bernhard Ramcke, Vom Schiffsjungen zum Fallschirmjäger-General, K.W. Schütz (1972).
Chris McNab, Die deutschen Fallschirmjäger: Die Geschichte der deutschen Fallschirmjäger im Zweiten Weltkrieg, Dörfler; Auflage: 1., Auflage (1. Januar 2010).

http://de.wikipedia.org/wiki/Hermann-Bernhard_Ramcke
http://www.specialcamp11.co.uk/
http://www.bild.bundesarchiv.de/index.p ... ch_lang=de
http://de.valka.cz/viewtopic.php/t/10668
http://alifrafikkhan.blogspot.com/2009/ ... -dari.html
http://www.fjr6.net/history_e.html
http://festungenthirdreich.devhub.com/b ... rd-ramcke/
http://it.wikipedia.org/wiki/File:Bunde ... tudent.jpg

Autor: panzermeyer