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Das Thema

Adolf Galland - General der Jagdflieger

 

"Es ist, als wenn ein Engel schiebt."


Adolf Josef Ferdinand Galland (* 19. März 1912 in Westerholt, Westfalen; † 9. Februar 1996 in Remagen-Oberwinter) war ein Deutscher Luftwaffenoffizier, Jagdflieger und Fliegerass der Wehrmacht. Er erzielte insgesamt 104 Abschüsse allesamt an der Westfront.


Lebenslauf

Sein Leben:

Adolf Galland wurde am 19. März 1912 als zweiter von insgesamt vier Söhnen eines Gutsverwalters in Westerholt, Westfalen (heute Kreis Recklinghausen) geboren.
Sein Vater war Güterdirektor der reichsgräflichen Familie von Westerholt.

1927 trat Galland dem Luftfahrtverein Gelsenkirchen bei. Obwohl seine dortige Tätigkeit für die ersten 2. Jahre lediglich aus dem zum-Start-tragen des Segelflugzeuges bestand, nahm den jungen Mann die Faszination am Flugsport so in Anspruch, dass er deswegen eine Klasse wiederholen musste.

1929 - Nun Siebzehnjährig, saß Galland zum ersten Mal selbst hinter dem Steuer eines Segelflugzeuges und zauberte gleich beim ersten Flug eine ziemlich unsanfte Landung hin.

1931 - Galland machte endlich die Bekanntschaft mit der Wasserkuppe, dem Mekka der Deutschen Segelfliegerei. Wasserkuppe - Heute noch beliebt bei Gleitern und Seglern....
Um Galland auch schulisch wieder zu Höchstleistung anzuspornen versprach man ihm ein eigenes Segelflugzeug und als Galland sein Abitur bestanden hatte, kam er zu einem eigenen "Grunau Baby". Er sammelte auf der Wasserkuppe weitere Erfahrungen und legte die Prüfung für den Flugschein ab. Ein halbes Jahr später wurde er dann, ebenfalls auf der Wasserkuppe, mit gerade 19 Jahren, selbst Fluglehrer.

Februar 1932 - Galland bewarb sich bei der Verkehrsfliegerschule, um Pilot zu werden, in Braunschweig. Er behauptete sich gegenüber 4.000 anderen Bewerbern für eine von 20 Lehrstellen. Da er ständig fürchten musste, eine der gestellten Anforderungen nicht zu bestehen bewarb er sich nebenbei als Offiziersanwärter beim Infanterie-Regiment 18. Als Galland aber erfuhr, dass seine fliegerische Ausbildung gesichert sei, verwarf er allerdings diese Bewerbung wieder.


Millitärische Laufbahn

Militärische Laufbahn beginnt:

Die Ausbildung:

Ende 1932 - Galland wurde zu einem "Kunstfluglehrgang" abkommandiert, der, wie Galland sagte "ein Jagdfliegertraining ohne Waffen war".

Anfang 1933 - Galland erhielt seine Kommandierung nach Italien, um dort den praktischen Luftkampf zu lernen.

Ende 1933 - Galland machte eine streng geheime Jagdfliegerausbildung in der Sowjetunion, da das Deutsche Reich zu diesem Zeitpunkt durch den Versailler Vertrag keine Luftstreitkräfte unterhalten durfte.

Februar 1934 - Gallands "offizielle" militärische Ausbildung beginnt. Er wird Rekrut beim Infanterieregiment 10 in Dresden und absolviert dort die Kriegschule zur Offiziersausbildung.

1. Oktober 1934 - Galland beendet seinen Offiziersausbildungslehrgang und wird zum Leutnant ernannt.

März 1935 - Die Luftwaffe lässt nun ihre Tarnung fallen, Galland hatte zu diesem Zeitpunkt schon mehrere Monate Jagdfliegertraining hinter sich. Er wurde zur 2. Gruppe des Jagdgeschwaders "Richthofen", I. Gruppe, nach Döberitz versetzt und flog von nun an das modernste Jagdflugzeug Deutschlands, die Heinkel "He 51".

 

Schluss mit der Fliegerei?

Oktober 1935 - Galland versuchte einige Kunstflugübungen mit einer "Stieglitz" zu fliegen. Diese Übung endete beim Trudeln.

Adolf Galland zu dieser Bruchlandung, wörtlich:

"...Auf meine Bemühungen das Trudeln zu beenden, reagierte der Vogel zudem ungewohnt träge. Ich war zwar schon aus der senkrechten Lage heraus, aber der Erdboden war plötzlich dummerweise hundert Meter zu hoch. Aufschlag."

Galland wurde schwerverletzt aus dem Wrack geborgen und ins Lazarett geschafft. Nach drei Monaten waren seine mehrfachen Schädelbrüche verheilt, seine Nase allerdings nahm eine "reichlich ausgefallene Form" an. Die größten Sorgen machte sich Galland aber um sein Auge, dessen Sehkraft stark eingeschränkt war. Die Ärzte schrieben ihn fluguntauglich, der Kommandeur des Geschwaders lies diesen Befund in den Akten verschwinden und Galland konnte weiterfliegen. Ziemlich genau ein Jahr nach diesem Absturz blieb Galland mit seiner Maschine am Mast einer Hindernisbefeuerung hängen und stürzte erneut ab. Seine Verletzungen waren diesmal nicht so schwer. Was aber schlimmer war, war die Tatsache, dass auf diese Art der Befund vom letzten Unfall ans Tageslicht kam. Galland behauptete jedoch, dass seine Sehkraft vollkommen in Ordnung war und so kam es zu einer Untersuchung der Fliegertauglichkeit. Bis auf sein linkes Auge war er in bester Verfassung. Es galt nur zu beweisen, dass die Glassplitter im Auge seine Sehfähigkeit nicht beeinträchtigten. Der Augentest begann und Galland musste Buchstaben von einer Tafel ablesen. Ohne Probleme las er dem Arzt die Reihen vor, Vorwärts und rückwärts. Dies erstaunte den Stabsarzt, der nicht wissen konnte, dass Galland sich die Tafel durch einen Freund heimlich besorgen lies und sie komplett auswendig gelernt hatte.

Legion Condor!!!

Die Deutsche Wehrmacht wie auch das Auswärtige Amt hielten nichts davon, sich auf das spanische Abenteuer einzulassen. Das Risiko eines Fehlschlags schien zu hoch. Bevor die aufständischen Generale im Sommer 1936 los schlugen, suchten sie um Unterstützung in Berlin nach, erhielten jedoch zunächst keine Zusagen. Franco wandte sich über die Auslandsorganisation der NSDAP direkt an Hitler, und das Reichsluftfahrtministerium leitete deren Abgesandte auch an Göring weiter, der sich über Admiral Canaris mit den zuständigen italienischen Stellen in Verbindung setzte. Hitler befahl, Franco mit Flugzeugen zu versorgen. General Franco erhielt als Soforthilfe zunächst drei Ju 52-Maschinen. Es sollten noch mehr Männer und vor allem Flugzeuge folgen.....

In der Legion Condor zum Schlachtflieger!

8. Mai 1937 - Galland erreicht Spanien, wo er als Teil der "Legion Condor" eingesetzt wurde.

Juni 1937 - Galland flog seine ersten Einsätze mit der "He 51" als Schlachtflieger. Bald darauf wurde Galland Kapitän der 3. Staffel der J 88, der sogenannten "Micky-Maus-Staffel". Da die "He 51" den gegnerischen Jägern unterlegen waren, bestand der größte Teil der Einsätze aus Bodenangriffen.

August 1938 - Nach 15 Monaten wurde Galland, dessen Erfahrungen als Schlachtflieger gefragt waren, durch Oberleutnant Werner Mölders abgelöst und in die Heimat zurückverlegt. Galland wurde befohlen zwei Schlachtgeschwader aus dem Boden zu stampfen, später wurde er Adjutant eines der Geschwaderkommodoren. Er war zwar froh vom Schreibtisch weggekommen zu sein, er wollte aber doch eigentlich viel lieber Jagdflieger werden. Obwohl er an der Bombardierung von Guernica nicht beteiligt war, verteidigte er sie nach dem Krieg als fehlgeschlagenen taktischen Angriff der Luftwaffe. Der Angriff habe eigentlich einer Straßenbrücke in der Nähe der Ortschaft gegolten, die den spanischen Republikanern und internationalen Brigaden als Nachschubweg diente. Galland führt das in seinem Buch "Die Ersten und die Letzten" auf die durch Rauch- und Explosionswolken schlechten Sichtverhältnisse und die primitive Zieloptik der Bomber zurück.


2. Weltkrieg

Der 2. Weltkrieg!

Den Polenfeldzug: erlebte Galland als Schlachtflieger mit. Für seine Verdienste wurden ihm das Eiserne Kreuz verliehen und er mit Wirkung vom 1. Oktober 1939 zum Hauptmann ernannt.

Im Westen - Frankreich und der Kanal:

Gleichzeitig bemühte sich Galland um Versetzung zu einem Jagdgeschwader, was ihm schließlich auch gelang und so wurde er zum Jagdgeschwader 27 versetzt.

 


Während des Geburtstagsempfangs im Mai 1941 bei Generalleutnant Theodor Osterkamp (r.) schildert der Jagdflieger der Deutschen Luftwaffe, Oberstleutnant Adolf Galland (2.v.l.) einen Luftkampf; 2.v.r. Oberstleutnant Werner Mölders.

Am 12. Mai 1940 gelangen ihm dann die ersten Abschüsse über der Westfront: Zwei englische "Hurricanes". Noch vor Ende des Westfeldzuges wurde Galland zur 3. Gruppe des Jagdgeschwaders 26 versetzt, deren Kommandeur er wurde.

Am 18. Juli 1940 wurde Galland zum Major befördert und am 1. August erhielt er aus Marschall Kesselrings Händen das Ritterkreuz anlässlich seines 17. Abschusses und zahlreicher Bodenangriffe.

 

Luftschlacht um England:

Am 24. August, befand Galland, als Kommandeur des Jagdgeschwader 26 "Schlageter", zum ersten Mal über England. Bei diesem Einsatz konnte er eine "Spitfire" abschießen.

Am 25. September 1940 hatte Galland 40. Luftsiege erreicht und erhielt das Eichenlaub.

Am 1. November wurde er zum Oberstleutnant ernannt.

Am 8. Dezember 1940 wird er zum Oberst befördert.

Neben dem Fliegen hatte Galland zu dieser Zeit nur eine weitere Leidenschaft, das Rauchen. Galland rauchte am Tag etwa 20 Zigarren und seine"Bf 109" war wohl die einzige, die einen besonderen Rüstsatz erhalten hatte, einen Zigarrenanzünder und einen Zigarrenhalter.Dies spiegelte sich auch in Gallands persönlichem Emblem am Flugzeug nieder. Es zeigte, in Erinnerung an seine Zeit bei der Micky-Maus-Staffel in Spanien, Micky mit einer Axt, einer Pistole und einer dicken Zigarre im Mund.

 

In den Reihen der RAF war Galland ob seines mondänen Lebensstils als "The Fighting Fob" bekannt. Galland trug durch sein ritterliches Verhalten wesentlich zum Ruf der "Kanaljäger" bei. So begegnete er in dieser Zeit den abgeschossenen und gefangenen alliierten Jagdfliegern Douglas Bader und Robert Stanford Tuck, die er beide auf seinen Stützpunkt nach St. Omer einlud.

22. November 1941 - Galland wird zum General der Jagdflieger ernannt und ersetzte in dieser Position den verunglückten Kameraden Werner Mölders. Er konnte auch diese Funktion erfolgreich ausfüllen. Unter anderem gelang ihm der Jagdschutz für die Passage der Schlachtschiffe Scharnhorst und Gneisenau sowie des schweren Kreuzers Prinz Eugen durch den Ärmelkanal gegen die Attacken der Royal Air Force (Unternehmen Cerberus).

28. Februar 1942 - Nach seinem 94. Luftsieg, erhielt er als zweiter Soldat der Wehrmacht die Brillanten zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes.


Dem Tod von der Schippe gesprungen:

Der 22. Juni 1941 sollte ein Tag bleiben, den Galland nie vergessen sollte.

Ein Verband englischer "Blenheim"-Bomber griff den Feldflugplatz an. Die Jäger, unter ihnen Galland starteten um die Bomber abzufangen. Nachdem Galland zwei der Bomber abgeschossen hatte durchsiebten zwei "Spitfires" seine "Bf 109", sodass er eine Bauchlandung durchführen musste. Nachmittags stieg er jedoch wieder auf, um einen weiteren Bomberverband abzufangen, der im Anflug war. Schnell hatte er seinen 70. Luftsieg erreicht. Er folgte seinem Opfer nach unten, um den Absturzort zu sehen, als eine weitere "Spitfire" Galland zum zweiten Mal an einem Tag abschoss. Die "Bf 109" fing Feuer und Galland versuchte die Kabinenhaube zu öffnen, welche jedoch klemmte. Nach einigen Versuchen bekam er sie jedoch auf und sprang aus dem brennenden Cockpit. Dabei verfing sich jedoch sein Fallschirm am Antennenmast und er wurde vom Flugzeug weiter nach unten mitgerissen. Schließlich kam er jedoch frei und landete etwas unsanft aber größtenteils unverletzt auf dem Boden.

 

Gegenseitige Schonung:

Es gab da noch die Geschichte - als Galland in seiner Me 109 über dem Kanal eine Hurricane erblickte, sie in Visier nahm und entsetzt feststellen mußte, das er eine Ladehemmung hatte.
Die Rohre blieben trocken! Beim Versuch abzudrehen und zu seinem Horst zurückzukehren, bemerkte er den gesichteten Gegner hinter sich. Aber es war nicht sein letztes Stündlein, die Hurricane feuerte auch nicht! Es war das erste und einzige Mal, das Galland nicht nur das gegnerische Flugzeug, sondern auch den Menschen darin wahrnehmen konnte!

Die "Gegner" winkte sich zu drehten ab!

Nach dem Krieg stellte sich bei einem Veteranentreffen heraus, das auch der Gegner (Ein Südafrikaner) ebenfalls Ladehemmung hatte und sich darüber freute am Leben gelassen zu werden!

Was England unter Humanität versteht:

Im July 1941 - der berühmte englische Jagdflieger Douglas Bader vom Geschwader Gallands abgeschossen. Dieser Douglas Bader war berühmt dafür, dass er mit Prothesen flog! Er hatte bei einem Flugunfall seine beiden Beine verloren. Als er abgeschossen wurde verlor er die rechte Beinprothese, die jedoch lädiert aus dem Wrack geborgen wurde. Bei einem Besuch auf dem Flugplatz des JG 26 bat Bader Galland darum eine Nachricht nach England zu schicken, mit der Bitte ihm von dort seine Ersatzprothesen, eine bequemere Uniform, eine neue Pfeife und Tabak zu schicken. Galland gab diese Bitte an Göring weiter, um sich von ihm die Erlaubnis zu holen mit den Engländern in Kontakt zu treten. Göring war einverstanden und man sendete die Wünsche Baders zusammen mit der Zusicherung freien Geleits für ein englisches Flugzeug über die Seenotwelle nach England.

Die Engländer kamen auch tatsächlich! Ein großer Verband englischer Bomber griff Ziele um den Flugplatz St. Omer, auf dem Galland lag, an und warf neben einigen Tonnen Bomben auch die versprochenen Prothesen ab.

Zum General der Jagdflieger und die Sache mit den Brillianten:

17. November 1941 - Galland erfuhr, seit 4 Tagen Oberst, dass er sich anlässlich des Begräbnisses von Ernst Udet in Berlin einzufinden habe. Er sollte dort zusammen mit fünf weiteren Jagdfliegern die Ehrenwache halten. Einer der fünf konnte jedoch, wegen schlechten Wetters hieß es, nicht erscheinen: Werner Mölders, der vor Kurzem zum General der Jagdflieger ernannt worden war. Als Galland auf dem Weg zurück zu seinem Geschwader war erfuhr er, dass Mölders tödlich abgestürzt war und auf dessen Begräbnis, Galland war wieder Teil der Ehrenwache, dass er nun General der Jagdflieger werden sollte.


Der General

 


Feierliches Staatsbegräbnis für Generaloberst Udet - Die Ritterkreuzträger begleiten die Lafette, geführt von Oberstleutnant Galland.

28. Januar 1942 - Galland bekam die Brillanten zum Ritterkreuz verliehen, als zweiter Soldat der Wehrmacht.

Er sollte sie insgesamt viermal erhalten.

Das 1 x ... die "üblichen" Brillanten aus der Hand Hitlers.

Das 2 x ... einige Zeit später erhielt er zusätzlich von Göring eine Spezialanfertigung.

Das 3 x ... Als Hitler, von Göring auf dessen Brillanten-"Splitter" angesprochen wurde, bestellte er Galland zu sich und verlieh ihm noch einmal eine neue Ausführung und eine besondere Urkunde, die einmalig in der Geschichte der Wehrmacht, sogar prunkvoller als Görings Urkunde zur Ernennung zum Reichsfeldmarschall, sein sollte.

Das 4 x ... Im Jahre 1944 wurde Gallands Büro ausgebombt wobei die Brillanten "Nummer 3" verloren gingen. Hitler lies Galland daraufhin die Auszeichnung nochmals anfertigen.

Im April 1943 wurde der Prototyp des Düsenjägers Messerschmitt Me 262 mit Erfolg getestet. Galland erkannte wie viele andere Offiziere mit Fronterfahrung, dass dieses Flugzeug dringend zur Reichsverteidigung gegen die immer massiveren Angriffe der 8. Luftflotte der USAAF mit ihren "Fliegenden Festungen" gebraucht wurde.

Konflikte mit der Führung:

Adolf Hitler jedoch wollte diese Me 262 als Blitzbomber gegen eine alliierte Invasion verwenden. Galland gelang es nur durch Rücktrittsdrohung, das "Kommando Nowotny" zur Erprobung des Düsenjägers als Jagdflugzeug im Fronteinsatz durchzusetzen. Von nun an verschlechterte sich das Verhältnis zwischen Galland und Göring aber stetig. Galland, der als General der Jagdflieger für den Aufbau der Reichsverteidigung zuständig war drängte stets darauf, dass die Fertigung von Jagdflugzeugen vergrößert werden sollte. Göring, der seit der Schlacht um England den Jagdfliegern jeden Bomberverlust anlastete wollte die Jagdwaffe, auch im Hinblick auf die Bombenangriffe auf das Reich ganz auflösen und den Krieg alleine mit Bombern gewinnen.


Und die Me 262 "Schwalbe war ein weiterer Streitpunkt zwischen den beiden!

Vom Schreibtisch ins Cockpit - Galland und der JV 44:

Im Januar 1945 schließlich enthob Göring Galland seines Postens und versetzte ihn wieder zu einem Kampfverband. Galland sollte den Jagdverband 44, der mit "Me 262" ausgerüstet war, aufbauen. Dort sammelte Galland viele berühmte Jagdflieger und der Verband wurde zu Gallands berühmter "Expertenstaffel". Neben Galland flogen dort unter anderem Steinhoff, Lützow, Barkhorn und "Graf Punski" Walter Krupinski, der den ganzen Krieg über keinen einzigen Rottenflieger verloren hatte.

Wie Galland sagte: "Das Ritterkreuz gehörte sozusagen zum Dienstanzug unseres Verbandes."

Das Kriegsende:

26. April 1945 - Galland flog seinen letzten Einsatz mit der "Me 262". Dabei gelang es ihm - mit seinen Bordkanonen, da die Raketen nicht auslösten - einen amerikanischen B-26 Bomber abzuschießen. Unmittelbar darauf wurde sein "Turbo" jedoch von einer P-47 Thunderbold beschossen, die von James Finnegan, einem Piloten der 50th Fighter Group geflogen wurde. Geschosssplitter trafen Galland ins Knie. Er flüchtete und erreichte den Flugplatz, der gerade von feindlichen Jagdbombern angegriffen wurde. Galland landete und sprang aus dem noch rollenden Flugzeug. Das Ende des Krieges erlebte Galland in Salzburg.

Er wurde nach England in ein Gefangenenlager gebracht, wo er auf Douglas Bader traf, der sich für die freundliche Behandlung, die Galland ihm zukommen lies revanchierte.


Nachkriegsjahre

Galland nach dem Krieg:

1947 aus der Kriegsgefangenschaft entlassen, folgte Adolf Galland dem Ruf Juan Peróns, der den Deutschen zum Aufbau seiner Luftstreitkräfte anwarb.

Galland half beim Aufbau einer Pilotenschule und wirkte an der taktischen Schulung der Piloten mit. Die von ihm entwickelten Grundlagen setzte die Argentinische Luftwaffe noch im Falkland-Krieg mit großem Erfolg ein. Diese Zeit in Argentinien gehörte, so sagte Galland in einem Interview, zu den schönsten Momenten in seinem Leben. Adolf Galland kehrte 1955 wieder nach Deutschland zurück und zog nach Bonn. Er wurde zweifacher Vater.

Im Jahre 1979 traf er James Finnegan, den Mann, der ihn am 26. April 1945 beinahe abgeschossen hätte. Die beiden wurden recht gute Freunde. Galland blieb noch lange Zeit als Luftfahrtberater tätig und war bis zu seinem Tod der inoffizielle Vertreter aller Deutschen Jagdflieger.


Auszeichnungen/Zitate

 


 
Seine Auszeichnungen
 
Spanische Medalla de la Campaña
Spanische Medalla Militar mit Diamanten
Spanienkreuz mit Schwertern in Gold mit Brillanten
Frontflugspange für Jäger in Gold mit Anhänger Einsatzzahl "400"
Flugzeugführer- und Beobachterabzeichen in Gold mit Brillanten
Wehrmacht-Dienstauszeichnung IV. Klasse
Verwundetenabzeichen in Schwarz
Eisernes Kreuz (1939) II. und I. Klasse am 15. September 1939 beziehungsweise 22. Mai 1940
Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub, Schwertern und Brillanten
Ritterkreuz 29. Juli] 1940
Eichenlaub 24. September 1940
Schwerter 21. Juni 1941
Brillanten 28. Januar 1942

Siebenmalige Nennung im Wehrmachtsbericht

16. August 1940, 25. September 1940, 2. November 1940,
18. April 1941, 22. Juni 1941, 30. Oktober 1941,
15. Februar 1942


Zitate von Galland:

- "Herr Reichsmarschall. Geben Sie mir eine Staffel Spitfire."
Auf die Frage Görings ob er einen Wunsch hätte. Vorangegangen war ein Streit über die Rolle der Jagdflieger bei der Luftschlacht um England.

- "Es ist, als wenn ein Engel schiebt." Gallands Kommentar nach seinem ersten Flug mit dem Düsenjäger Me-262 am 22. Mai 1943.

Generalleutnant a. D. Adolf Galland starb am 9. Februar 1996 im Alter von 83 Jahren.

 

Er hatte 104 Gegner - davon 16 mit der Me 262 - im Luftkampf besiegt.

Die Zitate Gallands stammen aus seinem Buch "Die Ersten und die Letzten", in dem er sein Leben bis 1945 beschreibt.


Quellen

wiki (Zugriff 30.08.09)
lexikon-der-wehrmacht (Zugriff 30.08.09)
Buch: "Die Ersten und die Letzten"

Autor: Tiwaz