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Das Thema

General Omar Nelson Bradley

geboren am 12. Oktober 1893 in Clark Missouri, gestorben am 8. April 1981 in New York.


Jugend

Anfang des 20. Jahrhunderts
Geboren in Clark, Missouri verbrachte Bradley seine Jugend und Schulzeit in seinem Heimatort. Er war der Sohn eines einfachen Lehrers, welcher ihn in bescheidenen und einfachen Verhältnissen erzog. Zunächst war sein Ziel an der Universität von Missouri zu studieren, allerdings empfahl man ihm stattdessen, es mit der Militärakademie in West Point zu versuchen. Bradley war Bester im Eignungstest aus den Teilnehmern seiner Region und begann 1911 zu studieren. Er graduierte 1915, zusammen mit 59 künftigen Generälen der US Army, darunter Dwight D. Eisenhower, der künftige Oberkommandierende selbst. Dieser Jahrgang wurde als „the class the stars fell on“ in Anspielung auf die zahlreichen späteren Generäle bekannt.

 


1. Weltkrieg

Erster Weltkrieg
Während des Ersten Weltkrieges wurde Omar Bradley nicht wie erwartet an der Front, sondern in der Heimat eingesetzt. Obwohl er 1917 in die 19. Infanteriedivision versetzt wurde, die eigentlich für den Einsatz in Europa vorgesehen war, wurde, bedingt durch die Pandemie der spanischen Grippe der Einsatz verschoben und schließlich aufgehoben. Zu einem Einsatz in den "flandres fields" kam es für ihn nicht mehr.


Friedensjahre

Zwischen den Kriegen
In den Jahren 1920 bis 1938 lehrte Bradley teilweise in West Point und bildete sich selbst in einigen Lehrgängen fort, unter anderem im Command and General Staff college in Fort Leavenworth. Von diesem Zeitpunkt an war schon zu erkennen, dass Bradley eine größere Karriere innerhalb der US Army vor sich haben sollte. Im Anschluss folgte ein erneutes 9 jähriges Zwischenspiel in West Point, allerdings nun als Lehrer. Zwischenzeitlich studierte Bradley noch ein Jahr am Army War College, indem er in West Point aussetzte. Bradley wurde bereits im Jahr 1936 in den Rang eines Lieutenant-Colonel (Oberstleutnant) befördert.


2. Weltkrieg

Zweiter Weltkrieg
1941 übernahm Bradley das Kommando in Fort Benning und wurde mit dem ersten Stern ausgezeichnet und zum Brigadegeneral befördert. Es folgten Kommandos über die 82. US-Infanteriedivision (1942) und im Laufe des Jahres die 28. US-Infanteriedivision.

1943 war es endlich soweit. Bradley erhielt die Chance mit seinen Männern an der Operation Torch, der Invasion der Alliierten in Nordafrika, genauer gesagt in Marokko und Algerien teilzunehmen. Er sollte das Kommando über das VIII. US-Korps übernehmen, wurde aber dann in Nordafrika Eisenhower und Patton unterstellt. Im April 1943 gelang es Bradley, als Kommandeur des II. US-Korps in der Schlacht von Bizerta die deutschen, vernichtend zu schlagen und Zehntausende Gefangene zu machen. Der von den Deutschen geplante Tunesien-Feldzug konnte so zum erliegen gebracht werden und half den Alliierten Ihre derzeitige Lage, zu sichern.
Bereits hier konnte Bradley, durch seine natürliche und im Gegensatz zu Patton nicht abgehobene Art, die Truppen für sich begeistern. Er galt stets als ruhiger und besonnener Offizier, dem das Wohl seiner Männer wichtiger war als sein eigenes war. Diese Eigenschaft brachte ihm auch den Titel „The soldier’s General“ ein.

Bradley war berühmt für seine Aussprüche:

"Set your course by the stars, not by the lights of every passing ship”
“Bravery is the capacity to perform properly even when scared half to death.”
“This is as true in everyday life as it is in battle: we are given one life and the decision is ours whether to wait for circumstances to make up our mind, or whether to act, and in acting, to live.”
 

 


1943 konnte Bradleys II. Korps unter Patton mit der gesamten 7. US-Armee auf Sizilien landen. Die für Patton nicht ungewöhnlichen kritischen Worte, sowie eine Ungebührlichkeit seinerseits während des Feldzuges ließen das Oberkommando entscheiden, dass Bradley und nicht Patton der richtige Mann für das Kommando der amerikanischen Streitkräfte während der Invasion in der Normandie sein würde. Am D-Day sollte er den Angriff auf Europa unter Eisenhower leiten.

Nach der Invasion sahen sich große Teile der Truppen noch immer an den Stränden und dem Brückenkopf gefangen. Es war Bradleys Aufgabe den Ausbruchsversuch zu planen und zu befehligen. Nach kleinen Erfolgen konnte am 26. Juli der entscheidende Durchbruch bei St. Lô geschafft werden. Die 3. US-Armee konnte fast zwei deutsche Armeen im sogenannten Kessel von Falaise einschließen, der Ausbruch war nun endgültig nicht mehr aufzuhalten. August 1944 übernahm Bradley das Kommando über die 12. US-Heeresgruppe in Nord-Frankreich. Mit mehr als 900.000 Männern handelte es sich um die gewaltigste Streitmacht, die je ein US-General kommandiert hatte.
Ursprünglich hatten die Alliierten nicht vor Paris einzunehmen. Zahlreiche Aufstände durch die Bürger und die Résistance ließen den Alliierten jedoch fast keine andere Wahl, als einzugreifen. Bradley erhielt von General Eisenhower den Befehl, seine Truppen nach Paris zu führen und die Stadt zu besetzten. Zusammen mit französischen Einheiten besiegte Bradley’s 4. US-Infanteriedivision die Deutschen und die Kapitulation der Stadt konnte am 26. August entgegen genommen werden.

Im Herbst konnten erste amerikanische Truppen, welche zu Bradleys 12. Gruppe gehörten, bis zum Westwall vordringen. Frankreich war innerhalb von 3 Monaten durchquert worden. Bradley empfahl einen direkten Vorstoß auf das Herz Deutschlands, sein Vorschlag wurde aber von Eisenhower abgelehnt und stattdessen ein Angriff im Norden geplant, „Operation Market Garden“, die sich fatalerweise als, Fehlschlag entpuppen sollte. So fiel es wieder Bradley zu, nachdem er in verlustreichen Schlachten die deutsche Ardennenoffensive zum Jahreswechsel 1944/1945 zurückschlagen sollte, mit seinen Truppen einen Weg nach Deutschland zu finden. Es gelang im März 1945 die Rheinbrücke bei Remagen nur leicht beschädigt, jedoch passierbar zu erreichen. Der Weg nach Deutschland war frei und der Krieg sollte nun bald vorbei sein.


Nachkriegsjahre

Nachkriegszeit
Bradley kümmerte sich ab 1947 um die Verbesserung der Ansprüche der Veteranen und wurde Leiter des sogenannten United States Department of Veterans Affairs. Es heißt, dass er besonders engagiert war, sowohl Bildungsangebote, als auch das Gesundheitssystem für Veteranen zu organisieren. 1948 wurde er Stabschef der amerikanischen Armee „Chief of Staff of the Army“ und ein Jahr später offiziell erster Vorsitzender des vereinigten Generalstabs „Chairman of the Joint Chiefs of Staff“. Am 22. September 1950 erhielt Bradley die Beförderung zum General of the Army, somit seinen fünften Stern. Dieser höchste Rang der US Army wurde im 20. Jahrhundert nur 5-mal verliehen. Neben Bradley, waren es George C. Marshall, Douglas MacArthur, Dwight D. Eisenhower und Henry H. Arnold. Ebenfalls 1950 wurde Bradley zum Vorsitzenden des NATO-Komitees ernannt, in dem er bis 1953 aktiv blieb. Ende 1953 verließ Bradley das Militär und wurde in der Privatwirtschaft Vorsitzender der „Bulova watch company“ und blieb bis 1973.

 

Bradley ging im Laufe seiner Karriere eher durch Besonnenheit hervor als durch Kühnheit. Er war somit das exakte Gegenbild von General Patton, mit dem er oft verglichen wird.

 


Omar Bradley starb im April 1981 in New York City. Ihm zu Ehren wurde einer der US Kampffahrzeuge benannt, wie es nur Größen wie Grant, Lee und Sherman gelungen war. Somit verblieb ein Teil Unsterblichkeit bei der kämpfenden Truppe.