1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 Rating 0.00 (0 Votes)

 

Das Thema

 

George S. Patton

 

"Kriegsgott im Panzer"

 

 

 

 

4 Sterne General der U.S. Army

 

G.S. Patton:
"Die Karthager waren stolz und wehrten sich tapfer, sogar Frauen kämpften noch in den Straßen der Stadt mit Schwertern und Lanzen gegen ihre gepanzerten Gegner."
O. Bradley:
"Wenn man sie so reden hört, George, könnte man denken, Sie seien dabei gewesen."
G.S. Patton (Antwort):
"Ich bin vor 2.000 Jahren hier gewesen."

(Unterhaltung der beiden Generale in Nordafrika 1943)auf den Überresten des alten Karthago - Das Lächeln Bradleys bei dieser Unterhaltung verschwand, als er sah, dass Patton seine letzte Aussage in vollem Ernst vorgetragen hatte.)

 

"Americans love to fight. All real Americans love the sting of battle"


Jugend

 

Erste Jahre

 

George Smith Patton jr. wurde am 11. November 1885 in San Gabriel (Kalifornien) in einer reichen und angesehenen Familie geboren. Sein Großvater kämpfte für die Südstaaten (im 22. Virginia Regiment). Sein Vater fungierter als erfolgreicher Anwalt und Bürgermeister seiner Heimatstadt San Marino.
Seine Liebe und Hang zum Militär wurde vor allem durch einen Vertrauten der Familie ausgelöst - (Ex) Kavalleriegeneral John S. Mosby - für den jungen George war er der Held seiner Jugend und Verteidiger von Idealen amerikanischer Soldaten. Aus diesem Umgang resultierte der Drang zur Armee zu gehen, General zu werden und ein Held für sein Land zu werden.
Ein schwerer Weg, denn der junge George hatte eine Lese-Rechtschreibschwäche. Diesen Umstand folgend, musste George lange Texte auswendig lernen und so dieses Manko seiner sonst guten Bildung, er hatte in der Mathematik durchweg sehr gute Noten aufzuweisen, überspielen müssen. Er wollte nicht, dass ihm diese Schwäche als Nachteil ausgelegt wird.
Es war kein Hindernis, sondern nur der Anfang eines ehrgeizigen Weges, den der junge Patton voller Hingabe verfolgte.

1903 schickte man ihn auf das Militärinstitut von Virginia und schon ein Jahr später auf die renommierteste Offiziersakademie der USA - West Point.
Er hatte dort schwer zu kämpfen und hatte wegen seiner Schwäche einen mehr als schweren Stand in der elitären Einrichtung der U.S. Army. Nach 5 Jahren (4 Jahre sind eigentlich nur vorgesehen) schloss er endlich die Akademie ab und ging als Second Lieutenant in den aktiven Dienst.


Militärische Laufbahn

 

Patton und die Panzer

 

In seiner Zeit in West Point und den folgenden Jahren schwankte der junge Leutnant immer zwischen Euphorie und Depression. Eine Geisteshaltung, die ihn bis zu Schluss begleitete. So konnte er nach außen der ausgezeichnete Sportler sein, im Modernen Fünfkampf brillieren, das Säbelfechten revolutionieren und war sogar bei den Olympischen Spielen in Stockholm dabei, doch nur kleine Rückschläge brachten ihn an den Rand der Verzweiflung.

Er diente in den ersten Jahren beim 13. Kavallerieregiment in Fort Bliss (Texas), kämpfte dort gegen mexikanische Guerillas und fand dabei in dem "Peacemaker" Colt einen ständigen Begleiter. Er hatte diese seine Lieblingswaffe immer dabei und erschoss damit unter anderem einen hohen Guerillakämpfer. Die U.S. Presse feierte ihn dafür und so sollte dies auch nicht sein letzter furioser Auftritt in den Zeitungen sein.

Im ersten Weltkrieg ging (USA - Eintritt 17. April 1917) er mit General Pershing und fand an der Westfront sogleich seine Berufung. Die britischen "Tanks" hatten es ihm sofort angetan und ihr Potenzial faszinierte den jungen Offizier.

“Diese Tanks stellen eine wirkliche sehr günstige Gelegenheit für mich dar [...] Panzer werden bald eine wichtigerer Rolle spielen als die Luftwaffe und alle Infanteristen, die jetzt noch im Dreck liegen, werden den Vorteil davon ernten.“
(23. Dezember 1917 - Brief an seine Frau von der Front)

Für ihn war klar, der Panzer gehört auf das Schlachtfeld, auch wenn seine Einsätze in diesem Krieg nur der Erprobung und ersten praktischen Einsätzen dienen konnten.
So kommandierte er erst eine Panzerschule, die aus 500 Fahrer bestand und danach die 304. Brigade. Binnen anderthalb Jahre stieg er vom Captain bis zum Colonel und überzeugte mit Führungsgeschick, Schlachtenglück und Charisma.

“Ihr müsst euch darüber in Klarem sein, dass amerikanische Panzer sich nicht ergeben. So lange wie ein Tank fähig ist, sich zu bewegen, muss er vorwärts stürmen. Alleine seine Gegenwart wird das Leben von hunderten Infanteristen retten und eine Menge Feinde töten. DAS IST UNSERE GROSSE CHANCE.“
(September 1918 - Pattons Rede an die Männer vor der Offensive von St. Mihiel)

Er nahm trotz einer Verwundung am Gesäß (er nannte sich scherzhaft selbst "General Halbarsch") an weiteren Schlachten teil und beendete den ersten Weltkrieg als einer der höchst dekorierten U.S. Soldaten.

 

Ein Offizier des Krieges und nicht des Friedens

Sein Rang als Oberst musste er nach dem Krieg zurückgeben und auch die Panzerverbände wurden aufgelöst (aus Kostengründen).

“Jeder Mann ist in dieser verfluchten Armee ersetzbar, BESONDERS ICH.“
(Ausspruch Pattons nach seine Absetzung und Auflösung seiner Panzertruppen)

Seine ersten Stationen lassen den Eindruck erwecken, dass aus diesem Mann wohl kein großer General werden wird. Man stempelte ihn schnell als Sonderling ab und schob ihm unwichtige Positionen zu.


 
Stationen
Kavallerie (seit 1921)
Major

Generalstab der 2. Division der Reichswehr (ab dem 1. Oktober 1923)
Generalstab (von 1923 bis 1927)
Major

wechselnde Dienststellen (bis 1937)
Major

Kommandant des 9. U.S. - Kavallerieregiments (ab 1937)
1938 (wieder) Oberst
1940 Brigadegeneral

„In Kriegszeiten ist Major Patton sicherlich der richtige Mann am richtigen Ort [...] in Zeiten des Friedens ist er ein Störenfried und Unsicherheitsfaktor.“
Einschätzung seines damaligen Vorgesetzten

Wie auch Erich von Manstein (Generalfeldmarschall des Heeres - Deutschland) galt Patton als vorbildlicher Chef aber unbequemer Untergebener.

 

„Wenn Patton mit Offizieren und Soldaten auf dem Schlachtfeld sprach, dann waren seine Reden gespickt von Gottlosigkeit und Zoten. Ich war entsetzt [...] Aber wenn man ihn als Gastgeber bei einer Abendgesellschaft erlebte, dann führte er eine gelehrte Konversation und erwies sich als belesener, intellektuell und kultiviert. Patton verkörperte zwei Personen: Dr. Jekyll und Mr. Hyde.“
General Omar Bradley (U.S. Army)
„Auf der einen Seite der vornehme alte Südstaaten-Gentlemen und Kavallerieoffizier mit seinem Polo-Pferdchen, auf der anderen Seite der harte Kerl mit Stahlhelm und zwei Revolvern am Gürtel. Er war fraglos eine sehr starke Persönlichkeit und besaß furchterregende Energie“
General Brian Horrocks (Großbritannien)


Panzermann

 

Patton als Vater der amerikanischen Panzerwaffe
 

Patton war ein zäher und ausdauernder Kämpfer für die Panzerwaffe und sah in der deutschen Wehrmacht das Vorbild für den modernen Bewegungskrieg. So war er ein glühender Anhänger des Generals Heinz Guderian ("Schneller Heinz"), dem er nacheiferte und vor allem wegen seiner revolutionären Panzerdoktrin bewunderte. Guderians Buch - "Achtung- Panzer" - und sein Credo - "Wo die Panzer sind, ist immer vorn" - wollte Patton auch auf die U.S. Army anwenden. Darum studierte er die Vorgänge in der Wehrmacht, beobachtete genau und schaute sich eine Menge von den deutschen Panzermännern ab.
Dafür wurde er als Außenseiter abgestempelt und fand mit seiner Idee eines selbstständigen Panzerverbands bei nur wenigen der alten Garde Gehör.
Erst Anfang 1940 stand mit der 7. (mechanisierten) Kavalleriebrigade eine funktionierende Panzertruppe bereit. Doch trotz der eindrucksvollen Leistungen einer deutschen Wehrmacht in den Blitzkriegen von 1939/40, konnte sich die Idee von unabhängig agierenden Panzerverbänden nur schleichend durchsetzen. Es existierten auch nicht im Ansatz ähnliche Vorgaben dafür. Er fehlt an einer exakten Kommunikation zwischen den Einheiten, einer dynamischer Führung, beweglicher Artillerie zur Unterstützung oder eine Zusammenarbeit mit der Luftwaffe. So war man von einer Schlagkraft ähnlich den deutschen Panzern noch weit entfernt.
Patton wollte dies so schnell wie möglich ändern. So schrieb er Memoranden und beantragte die Versetzung zur Panzertruppe (als Brigadekommandeur). Ein Anliegen, was nicht allzu überraschend, dankend angenommen wurde, denn es fehlt an Kommandeuren seines Schlages.

„Ich bin davon überzeugt, dass Sie der richtige und erfahrenste Mann für eine solche Position sind. Ich wäre froh, Sie im Kriegsfall an meiner Seite zu haben.“
Generalmajor Adna R. Chaffee



Patton übernahm im Juli 1940 das Kommando über die 2. Panzerbrigade der 2. Panzerdivision in Fort Benning (Georgia).
Damit konnte der frisch gebackene Kommandeur im größten Aufbau- und Rüstungsprogramm der U.S.A. (Umwandlung der Berufsarmee in ein modern ausgebildetes und ausgerüstetes Massenheer) mitmischen und fand unter dem Oberbefehlshaber General George C. Marschall und General Omar Bradley das geeignete Umfeld dafür. Er formte seine Panzer eisern, war immer auf Disziplin bedacht und trat als raubeiniger Krieger in tadelloser Uniform auf.
Als frisch ernannter Generalmajor (April 1941) setzte er neue Maßstäbe und trimmte seine Soldaten. Sie sollten den besser ausgebildeten und erfahrenen Deutschen entgegentreten und bestehen können.

„Sie müssen in der Schlacht angreifen und sich nicht von Hindernissen aufhalten lassen. Auch im Fall des Zweifels gilt: ANGREIFEN.“
"Sagen Sie einem Untergebenen nicht, wie er etwas machen soll. Sagen Sie ihm, was erledigt werden soll - und lassen sie sich von n Erfindungsreichtum überraschen.

(Rede Pattons an seine Offiziere - Thema: Offensive)


2. Weltkrieg

 

General im zweiten Weltkrieg

In den letzten Manövern vor dem Einsatz in Europa und Afrika demonstrierte Patton seine "blitz-troopers" im Stile deutscher Angriffsstrategien ohne Flankensicherung. Er beeindruckte damit die Generäle und fand sich auf dem Titelblatt "Times" wieder (nicht zum letzten mal).
Sein erster Einsatz fand im Rahmen der Operation "Torch - (Fackel)" (8. November 1942) statt. Die Landung in Nordafrika. Seine Parole war klar:

„Amerikaner ergeben sich niemals. Während der ersten Tage und Nächte an Land werdet ihr euch pausenlos schinden müssen, ohne Rücksicht auf Schlaf und Verpflegung.
Ein Tasse voll Schweiß wird euch ein Fass voller Blut ersparen“

(Patton vor Landung zu seinen Soldaten)

34.000 Mann auf 23 Transportern und gedeckt von 3 Schlachtschiffen landeten im Morgengrauen an der Küste Tunesiens. Für Patton der "schönste Tag in seinem bisherigen Leben" und dabei hatte er den unbändigen Willen dem deutschen Afrikakorps einen herben Schlag zu verpassen. Er wollte sie in die Zange nehmen und vom Kontinent "schmeißen". Bei diesem Vorhaben musste er auf seine Soldaten zählen können:

„Du musstest ihn nicht lieben, aber du hast ihn respektiert, ihn bewundert und warst bereit, dir für ihn ein Bein auszureißen. Jede Einheit in der Division entwickelte einen wilden und heftigen Stolz auf seine Talente.“
(Aussage eines Patton Veterans)

Er schlug sich durch und sein energisches Vorgehen, sein ausgezeichneter Führungsstil und bedingungsloses Vorrücken aus allen Lagen ließ die deutschen Truppen erzittern. So wurde er dann nicht unverdient im Februar 1943 der Befehlshaber des II. US-Korps und hatte "die Verantwortung über das alliierte Chaos ".
Patton gewann die Siege aber nicht vornehmlich durch seine Ausrüstung und Taktik, sondern durch die von ihm geförderte Moral der Truppe und Einstellung seines Korps.

 

 

Die Rede die Ansichten von Patton und seine Sicht des Krieges und der Amerikaner im Kampf wieder
„Wenn man Soldaten nicht zum Salutieren bewegen kann oder wenn sie sich weigern, die Uniform anzuziehen, die man ihnen befohlen hat, wie zur Hölle soll man dann diesen Haufen Hurensöhne davon überzeugen, für ihr Land zu sterben?“
"Sie werden ihre Angst vor den Deutschen verlieren, aber ich hoffe bei Gott, dass sie nie ihre Furcht vor mir verlieren."

(Patton über den "einfachen" amerikanischen Soldaten)
„Er vermittelte uns einen Geist von Zusammengehörigkeit und Kameradschaft. Plötzlich waren wir wieder wer, wir waren Jungs der US-Army - PATTON BOYS.“
"Wir wären für ihn durch die Hölle gegangen. Und wenn es sein muss noch ein Stück weiter."

(Aussage der PATTON-BOYS)

Und Patton marschiert voran, suchte eine Herausforderung nach der anderen, kennt kein Ausruhen und vor allem kein Versagen. "Ihr müsst rennen wie der Teufel" und das meinte er wortwörtlich!
Er jagte die Deutschen und dabei sollte ihn Feldmarschall Montgomery unterstützen. Pattons Meinung über ihn: "Offensichtlich ein müder alter Furz" und keine Hilfe. Patton fühlte sich in seiner Rolle als Kriegsgott im Sinne von Clausewitz, ließ sich nichts sagen und führte seinen Krieg auf seine Weise. Dabei war er extrem abhängig von der politische Führung in Washington und sah jeden Vorgesetzen entweder als Konkurrenten oder als Klotz am Bein.

 

4 Sterne auf dem Stahlhelm

 

Sizilien war nach Afrika da nächste Ziel auf dem Weg ins Deutsche Reich. Dabei folgte Patton den alten deutschen Idealen eines Moltke - "Getrennt marschieren - Vereint schlagen" - das Marschieren meinte er damit wörtlich. So ließ er die Soldaten bis an ihre Grenzen vorrücken, auf Fahrzeugen und zu Fuß. Gerade die Geschwindigkeit machte den Italiener, die bereits kriegsmüde waren, massiv zu schaffen und begünstigte den General viele Male.
Doch den Italienern folgten schnell die Deutschen und die hatten "es mächtig drauf". Schlagkräftig, gut ausgerüstet und mit ungeahnter Disziplin standen sie dem "Heerführer" Patton im Weg. Montgomery kam von der anderen Seite weit schneller voran. Eine Situation, unhaltbar für den erfolgsverwöhnten Patton. Messina war das Nadelöhr für seine Armee und auf dem Weg nach Deutschland die letzte große Hürde (so dachte er zu mindestens).
Die Nerven zerrten an Pattons Persönlichkeit in dieser Situation und aus dem Heerführer konnte schnell der Tyrann werden, an den seine Soldaten verzweifelten.

Patton(Frage): "Was ist das Problem Soldat?“
Paul G. Bennett(Antwort):"Es sind meine Nerven, ich halte das Schießen nicht mehr aus:"
Patton(Wütend):"Zur Hölle, du bist ein gottverdammter Feigling, du elender Hurensohn. Hör mit dem gottverfluchten Geflenne auf. Ich dulde nicht, dass diese tapferen Verwundeten das Gejammer von dir feigen Bastard länger anhören müssen. Du bist eine Schande für die Armee und du gehst nicht zurück an die Front, weil das zu gut für dich wäre. Man wird dich an die Wand stellen und erschießen. Nein besser ich erschieße dich gleich hier persönlich. Hol dich der Teufel, du gottverdammtes Rotzbaby."

(Nur die Ärzte und Sanitäter konnten Patton davon abhalten mit gezogenen Colt auf den Soldaten loszugehen - Ein Skandal, der in Washington zur Kenntnis genommen wurde.)

Das Kommando über "seine" 7. Armee wurde ihm danach kurzeitig aberkannt und er wurde auf Urlaub geschickt. Eine Schmach für Patton und doch das Beste was ihn in dieser Situation passieren konnte.
Denn kaum war er zurück, brillierter auch schon wieder. So konnte er mit seiner Täuschungstaktik, eine FUSAG ("First United States Army Group - 50 Divisionen stark) in Frankreich landen, viel Verwirrung bei den Deutschen stiften. Er selbst bekam die 3. US- Armee als Kommando übertragen und war wieder ganz in seinem Element!

„Irgendwo auf Sizilien gibt es 400 hübsch angeordnete Gräber. Und das nur weil ein Mann im Dienst schlief. Aber es sind deutsche Gräber, weil wir den schlafenden Bastard vor ihnen erwischt haben."
( Aus seiner Rede an die 3. Armee am 5. Juni 1944)

Er galt aber nie als "Verheizer" seiner Truppen und versuchte immer seine Truppen zu schonen.

„Es ist nicht das Ziel des Krieges für dein Land zu sterben, sondern den anderen Bastard für seins sterben zu lassen."
(Patton zu einem unbekannten Soldaten)

Die Operation "Cobra" im Juli 1944 sollte Patton auf den Höhepunkt seiner militärischen Karriere bringen. Die Vorgehensweise war ein "Panzer-Blitzkrieg" in seiner höchsten Vollendung. Es hieß immer nur "Vorwärts" und "haben sie ihr Ziel im Auge und nicht ihre Flanken", dabei trieb er die deutsche Armee vor sich her und nur der Spritmangel stoppte ihn.

„Meiner Männer können zur Not ihre Koppel fressen, aber meine Panzer brauchen Sprit"
(Patton zu Eisenhower - 17. August 1944 hinter Nantes)

 

Erst die Ardennen-Offensive und der Neid andere Offiziere konnten ihn endgültig zum Stehen bringen. Sein Vormarsch kam zum Erliegen, und man ließ ihn einfach nicht weiterkämpfen.
Als die U.S. Armee von den Deutschen überrannt wurden, reagiert Patton mit einer Glanzleistung: "Ich werde der 1. Armee meine 3. in den Hals schieben" und stürmt mit einer meisterhaften logistischen Leistung voran. Er sprengt den Kessel von Bastogne und kann durch seinen Flankenstoß die Niederlage in einen Sieg ummünzen.
Patton stürmt dem Rhein entgegen und seine alliierten "Gegenspieler" müssen nur zukucken.
Man verbreitete Gerüchte über seine Absichten, seinen Wahnwitz und übereilte Aktionen, die den Soldaten das Leben kosten. (Befreiung seines Schwiegersohns - ein Vorfall, der aber nie vollständig bewiesen werden konnte. Es ist auch nur schwer vorstellbar, dass ein Offizier vom Kaliber eines Pattons solch ein Risiko für seine Soldaten eingegangen wäre.)

 

 

(Teil 2 Teil 3 Teil 4 Teil 5)

Seine lockeren Sprüche unterstützen die feindselige Haltung gegen ihn und ließen Kritik an seinen Führungsstil zu.

„Ich würde lieber eine deutsche Division vor mir haben, als eine französische hinter mir"
"Heute ein guter Plan ist besser als morgen ein perfekter Plan"

(Aussprüche Pattons im Kreis seiner Offiziere)

 


Nachkriegszeit

 

Nach dem Kriege

Nach der Kapitulation wird er zum Militärgouverneur in Bayern und schwärmt dort für den deutschen Soldaten und lässt Pläne verlauten, die er lieber für sich behalten hätte.

„Die SS...eine verdammt gut aussehende Bande von sehr disziplinierten Hurensöhnen"
"Früher oder Später wird man sich mit ihnen schlagen müssen (die rote Armee). Warum also nicht jetzt, wo unsere Armee intakt ist und wir die rote Armee nach Russland zurücktreiben können. Mit meinen Deutschen werden wir es schaffen."

(Seit der Ardennenschlacht bewundert Patton die SS und wollte doch wirklich zwei SS Divisionen reorganisieren und in die 3. Armee eingliedern)

Dazu kommen allerhand rassistische Äußerungen, die an dieser Stelle nicht erwähnt werden können und sollen. Der Südstaatler kam da wieder zum Vorschein und man kann nur vermuten, dass der unterbeschäftigte 4 Sterne General schlicht auf Provokation aus war und ihm das Büro viel zu wenig nach einem Schlachtfeld roch und aussah.
So bat er im Juni um Versetzung an die Pazifik-Front. Doch vorher ging es noch mal zurück auf Heimaturlaub.

In den U.S.A war es dann ganz um seine Zurückhaltung geschehen. Er bezeichnete die NSDAP als ganz normale Partei. So dass Eisenhower seinen Kameraden fallen lassen musste. Er bekam das Kommando über die (bereits demobilisierte) 15. Armee - eine Schattenarmee sozusagen.
Zurück in Deutschland blieb ihm dann keine Möglichkeit mehr zu Kritik und Protest gegen seine derzeitige Stellung. Ein Autounfall kostete ihn das Leben.
Mit gebrochenem Halswirbel lag er in Heidelberg und starb dort an seinen Verletzungen.

Er bekam 19 Auszeichnungen (2 Lebensrettungsmedaillen) und wurde auf dem Soldatenfriedhof in Hamm/Luxemburg beerdigt.


Zum Schluß

 

Schlusswort

George S. Patton Jr. war nicht nur ein Vier-Sterne-General der US-Army. Er zellebrierte den amerikanischen General, die amerikanischen Werte und die Ideale eines Helden.
Er sehnte sich nach dem Kriege und dem Soldatenleben, wie andere Leute nach den Vergnügungen des Alltags. Für ihn war das Leben erst in Ordnung mit dem Pulvergeruch am Morgen, dem Geräusch voran preschender Panzer zum Mittag und am Abend den Geschmack des Sieges auskostend.
Er opferte sich für dieses Leben und ging oft zu weit dies zu erreichen. Seine Taten sind unumstritten, sein Ruf legendär und sein Nachruf ebenso zweispaltig wie einzigartig.
Leider konnte dieses Leben nicht wie er es gewollt hätte enden, so starb er nicht auf dem Schlachtfeld, welches sein zu Hause war, sondern in einem Krankenbett nach einem Autounfall.
Man streitet sich heute ob dieses Streben nach soldatischen Erfolg und Tugenden aus seinem aufschauen zu den Helden vergangener Taten resultiert oder aus den Schwächen seiner Jugend.
Fakt ist, er begegnete seinem Schicksal mit erhobenem Haupt und verlangte nichts geringeres von seinen Soldaten. Legendär sind auch seine Aussprüche, die heute mehr denn je bei den Amerikanern ein Gefühl von Überlegenheit und Stolz hervorrufen. Ein Held wie aus einem Western, der mit seinen beiden versilberten und mit Elfenbein besetzten Revolvern in der Hüfte, Europa von Adolf Hitler und den Nazis befreite.
Er wühlte sich als Kriegsgott und es war ein Zynismus der Geschichte, dass gerade Patton dabei mithalf, den (Nazi-) Heldenkult zu zerstören, den er eigentlich insgeheim verehrte. Aber genau das gehört zum ungewöhnlichen Mythos des Amerikaners.
Dennoch steht er für den unpolitischen Soldaten, für den nur diese eine Berufung im Leben zählte. Eine Berufung zum General, die er mit Bravour ausfüllte. Er trug seine Sterne mit erhobenem Haupt und es ist nicht erstaunlich, dass es gerade dieser General Vorbild für einen der erfolgreichsten Kriegsfilme war.

Er darf und muss mit den großen Generälen und Heerführern der Geschichte in einem Atemzug genannt werden.

 

"Er war einer jener Männer, die zum Soldaten geboren sind, ideale Kommandeure, dessen Tapferkeit und eindrucksvolle Persönlichkeit all seine Männer zu großen und mutigen Taten anspornte. Seine Gegenwart gab mir immer die Sicherheit, dass auch der kühnste Plan zu verwirklichen sei. Es ist keine Übertreibung zu sagen, dass allein schon Pattons Name die Herzen des Feindes mit Schrecken erfüllte."

(Dwight D. Eisenhower - 5 Sterne General und spätere Präsident der Vereinigten Staaten - geschrieben nach dem Tode Pattons)


Quellen

http://de.wikipedia.org/wiki/George_S._Patton (Letzter Aufruf 07.11.2009)
http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Patton.html (Letzter Aufruf 07.11.2009)
http://www.arlingtoncemetery.net/gspatton-photo-01.jpg (Letzter Aufruf 07.11.2009)
http://www.patton.lu/downloads/rep_patt ... 110221.pdf (Letzter Aufruf 07.11.2009)
http://www.fadedgiant.net/html/patton_g ... ograph.htm (Letzter Aufruf 07.11.2009)

Buch: von Flocken, Jan, Kriegerleben. George S. Patton, Kai Homilius Verlag/ Berlin 2007.
Buch: Hirshson, Stanley, General Patton: A Soldier's Life, Harper Perennial 2003.

Autor: Freiherr von Woye