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Das Thema

 

Rodion Jakowlewitsch Malinowski
Marschall der Sowjetunion


Jugend und Krieg

Rodion Jakowlewitsch Malinowski (ukrainisch: Родіон Якович Малиновський; russisch: Родион Яковлевич Малиновский) wurde am 23. November 1898 in Odessa geboren. Über seine Abstammung gibt es viele verschiedene Quellen, sie reichen vom Sohn eines Russischen Prinzen und seiner Dienerin, über den Sohn eines Landvermessers oder eines jüdischen Vaters. Gesichert ist nur das seine Mutter Russin war und im Militärkrankenhaus von Odessa die Verwundeten des Russisch-Japanischen Krieges pflegte. Die Schule besuchte Radion nur bis zu seinem zwölften Lebensjahr. Danach zog er mit seiner Mutter zu dessen Schwester in ein Dorf in der Nähe Odessas. Dort arbeitete er als Landarbeiter und Botenjunge.

 

1. Weltkrieg 1914-1918
 

Nach Ausbruch des 1. Weltkrieges meldete sich Malinowski freiwillig zur russischen Armee und schaffte es als Minderjähriger aufgenommen zu werden. Dies war der Anfang seiner 53 jährigen militärischen Laufbahn die erst mit seinem Tod endete. Er diente im 256. Infanterie-Regiment als MG-Schütze. Im Oktober 1915 wurde er für seine Verdienste bei der Niederschlagung eines deutschen Angriffes mit dem Georgs-Kreuz ausgezeichnet und zum Gefreiten befördert. Schließlich gelang er 1916 mit dem Russischen Expeditionskorps an die Westfront wurde dort wiederholt verwundet und schließlich zum Sergeanten befördert. Nach Ausbruch der Oktoberrevolution entließ die französische Regierung die russischen Soldaten in die Heimat, ermöglichte es jedoch den besten Soldaten in der Fremdenlegion weiterzukämpfen. So kam es das Malinowski bis zum Ende des Krieges gegen die deutschen kämpfte. Für seine Tapferkeit wurde er mit dem Croix de guerre ausgezeichnet und zum Unteroffizier (Sous-officier) befördert.

 

Auszeichnungen im 1. Weltkrieg:

 

 

 

Russischer Bürgerkrieg 1918-1923

Nach dem Ende des ersten Weltkrieges ging Malinowski zurück nach Odessa und schloss sich dort der Roten Armee an. Und kämpfte auf der Seite der Bolschewiken in Sibirien gegen die weißen Truppen des berühmten Admirals Alexander Wassiljewitsch Koltschak.


1923 - 1941

 

Zwischenkriegszeit 1923-36

1926 trat Malinowski in die Kommunistische Partei der Sowjetunion ein. Der Eintritt in die Partei ermöglichte ihm eine Fortführung seiner militärischen Ausbildung. So studierte er von 1927-1930 an der Frunse-Akademie und brachte es in den kommenden Jahren bis zum Stabschef des 3. Kavallerie Korps sein dortiger Kommandeur war Semyon Timoschenko.

 

Spanischer Bürgerkrieg 1936-1938

Als im Juli 1936 der Spanische Bürgerkrieg ausbrach meldete sich Malinowski freiwillig um an der Seite der Republikaner gegen Franco und die Deutschen zu kämpfen. Unter dem Decknamen "Oberst Malino" flog er als Militärberater nach Spanien und war aktiv an der Planung und Durchführung mehrere Operationen beteiligt so z.B. an der Schlacht von Jarma und Madrid. Nach dem Ende des Bürgerkrieges kehrte er zurück nach Moskau und wurde für seine Verdienste mit dem Leninorden und dem Rotbannerorden ausgezeichnet.

 

Auszeichnungen im Spanischen Bürgerkrieg:

 

 

 

Zwischenkriegszeit 1938-1941


Die Zeit zwischen dem Spanischen Bürgerkrieg und dem Deutsch-Sowjetischen Krieg verbrachte Malinowski als Dozent im Rang eines Generalmajors an der Frunse-Akademie in Moskau.


Der Vaterländische Krieg

 

Deutsch-Sowjetische Krieg 1941-1945

Bei Ausbruch des Krieges war Malinowski Kommandeur des 48. Infanterie Corps im Bezirk Odessa. Seine, an der Grenze stationierte Einheit, war dort an den schweren Kämpfen am Fluss Purt beteiligt. Ende August wurde er bereits zum Oberbefehlshaber der 6. Armee ernannt. In den folgenden Wochen und Monaten verteidigten seine Truppen, an der Südlichen Front, das linke Ufer des Dnjepr nord-westlich von Dnepropetrowsk.
Von Weihnachten 1941 an war er der Kommandeur der kompletten Südfront. Mit der von ihm geplanten und durchgeführten Barwinkowe-Losowaja Operation, 18. bis 31. Januar 1942, gelang es der Roten Armee die angreifende Wehrmacht zurückzuschlagen und 90-100km zurück zu erobern. Dabei wurden die deutsche 298. 68. und 257. Infanterie Division vernichtet.

 

Schlacht um Charkow


Im Mai 1942 starteten Malinowski und sein Kommandeur Timoschenko einen zweiten Angriff auf Charkow. Nach einem anfänglichen Erfolg und einem Geländegewinn von über 100km, überschätzte Timoschenko die Stärke seiner Truppen was zu einer herben Niederlage führte. Diese schob Stalin allerdings Malinowski in die Schuhe (siehe "Beziehung zu Stalin"). Nach der Niederlage wurden die Truppen mitsamt Malinowski an die Nordkaukasusfront verlegt.

 

Schlacht um Stalingrad

Schließlich übernahm Malinowski das Kommando über die 66. Armee, die über keinerlei Fronterfahrung verfügte. Dies war das erste Mal das Malinowski eine Einheit unterstand die sowohl in Ausrüstung und Truppenstärke auf Sollstärke war. Von September bis Oktober ging er in die Offensive, trotz nur geringer Gebietsgewinne gelang es der deutschen Wehrmacht so nicht Stalingrad im Norden zu umzingeln. Somit war sie gezwungen direkt in die Stadt vorzustoßen. Kurz darauf wurde Malinowski an die Woronescher Front verlegt, allerdings blieb er dort nur kurz und kehrte bereits im Dezember 1942 wieder zurück nach Stalingrad. Dort war es der Roten Armee bereits gelungen die deutsche 6. Armee einzukesseln und den Entlastungsangriff der Heeresgruppe Don, unter Führung Erich Mansteins, zurückzuschlagen. Malinowski wurde die sehr starke und erfahrene 2. Garde Armee unterstellt. Unter seiner Führung gelang es in extrem harten kämpfen die Panzertruppen von Hoth zurückzuschlagen und zum Rückzug zu zwingen. Dadurch bestand für die 6. Armee in Stalingrad nun keine Möglichkeit mehr aus dem Kessel von Stalingrad zu entkommen. Für diese Leistung beförderte Stalin Malinowski zum Generaloberst und verlieh ihm den Suworoworden 1. Klasse.

 

Ukrainische Front

Im Februar 1943 wurde Malinowski dann Kommandeur der Süd Front, bereits nach 2 Wochen gelang es ihm von Mansteins Armee zu besiegen und eroberte Rostow am Don. Somit war der Weg in die Ukraine für die Rote Armee geöffnet. Stalin beförderte Malinowski hierfür zum Armeegeneral und machte ihn zum Kommandeur der Südwest Front. Malinowski sollte das an Bodenschätzen reiche Donezbecken (heute Ostukraine) zurückerobern. Was ihm auch bis Oktober 1943 gelingen sollte. Es gelang ihm mit einem Überraschungsangriff Saporischja zu erobern, damit kontrollierte er die wichtigste Stadt der Region. Im Süden gelang es ihm die Wehrmachtstruppen auf der Krim von der übrigen Ostfront abzuschneiden. Im weiteren Kriegsverlauf gelang es ihm, an der nun in 3. Ukrainische Front umbenannten Front, bis April 1944 Cherson, Nikolaev und schließlich am 10. April seine Heimatstadt Odessa zurückzuerobern.

 

Rumänien

Einen Monat nach der Eroberung Odessas wurde Malinowski an die 2. Ukrainische Front verlegt und vertrieb die verbliebenen Wehrmachtstruppen vom Gebiet der UdSSR. Daraufhin nahmen seine Truppen an der 1. Iași-Chişinău Offensive teil, deren Ziel es war den Weg in den Balkan frei zu machen. Trotz einer fast dreifachen Übermacht an Truppen endete diese Offensive für die Rote Armee in einer Niederlage. Die 2. Iași-Chişinău Offensive im September 1944 sollte dann aber schließlich zum Erfolg führen, sie gilt in den Erinnerungen und Geschichtsbüchern der Sowjetunion als eine der großen Meisterleistung an Militärstrategie des 2. Weltkrieges. Malinowskis Truppen gelang es dabei über 200 000 deutsche und 200 000 rumänische Truppen gefangen zu nehmen. Kurze Zeit später schloss sich Rumänien dann den Alliierten an.

 

Aufgrund dieser herausragenden Leistung rief Stalin Malinowski nach Moskau und beförderte ihn am 10. September 1944 um Marschall der Sowjetunion.

 

Über Budapest bis nach Wien

Nach seiner Beförderung kehrte Malinowski zurück zu seinen Truppen und durchquerte Transsilvanien und marschierte schließlich nach Ostungarn. Obwohl Malinowski auf einer Auffrischung seiner Truppen bestand, befahl Stalin die Eroberung Budapests (um damit vor den Amerikanern in Wien zu sein) mit Malinowskis erschöpften Soldaten. Somit griff Malinowski im Oktober 1944 mit den Resten seiner Truppen und der 1. und 5. Rumänischen Armee Budapest an. Und eroberte es nach langen extrem harten und verlustreichen Kämpfen. 70 000 Gefangene wurden in Budapest gemacht bevor Malinowski auf seinem weiteren Weg nach Westen noch Bratislava und schließlich am 4. April 1945 Wien eroberte. Den Deutsch-Sowjetische Krieg beendete Malinowski mit der Eroberung Brnos.

Als Anerkennung für die zahlreichen Siege verlieh ihm Stalin bei seiner Rückkehr nach Moskau den höchsten Orden dieser Zeit den Siegesorden.


Stalin/Krieg gegen Japan

 

Beziehung zu Stalin

Trotz seiner Leistungen war sich Stalin Malinowskis Loyalität nie absolut sicher. Nach der Schlacht um Charkow 1942 ging Stalin sogar davon aus das Malinowski absichtlich seine Truppen in eine Niederlage geführt hatte. Stalin befürchtete das Malinowski in seiner Zeit in Frankreich (1. Weltkrieg) dort zahlreiche Verbindungen knüpfte und diese immer noch pflegte. Auch die Verlegung an die Woronescher Front mitten in der Schlacht um Stalingrad geschah nur aus dem Grund, dass Stalin ihm nicht traute. Nach Aussage Nikita Chruschtschows verbesserte sich Stalins vertrauen in Malinowski erst nach dem dieser die Südukraine erobert hatte.

 

Krieg gegen Japan

Nach dem Ende des Krieges in Europa wurde Malinowski in den fernen Osten versetzt und befehligte als Kommandeur die Truppen der Transbaikalfront. Dort standen neben russischen Truppen auch die Mongolische Revolutionäre Volksarmee unter seinem Kommando. In den folgenden Monaten der Operation Auguststurm gelang es seinen Truppen die Wüste Gobi zu durchqueren und somit die japanische Kwantung-Armee einzukesseln (wobei der Kessel so groß war wie Westeuropa). Während der Kämpfe gelang es Pu Yi (愛新覺羅.溥儀) den letzten Kaiser Chinas und damaligen Kaiser des japanischen Marionettenstaates Mandschukuo gefangen zu nehmen.

Für diese Leistungen wurde er am 8. September 1945 zum „Helden der Sowjetunion“ ernannt.

 

Sowjetische Auszeichnungen im 2. Weltkrieg 1941-1945:

 

 


Korea/Weitere Karriere

 

Korea-Krieg 1950-1953

Nach dem Ende des 2. Weltkrieges blieb Malinowski im fernen Osten und wurde zum Oberbefehlshaber des Transbaikalischen Militärbezirkes ernannt. Wenig später dann schon zum Oberkommandierenden aller Truppen des Fernen Ostens. Nach dem Ausbruch des Korea-Krieges 25. Juni 1950 trainierte und beriet Malinowski Kim Il-sungs Nordkoreanische Armee und die mit ihnen Verbündete chinesische Volksbefreiungsarmee. Nach dem Waffenstillstand 27. Juli 1953 verblieb Malinowski weiterhin im Fernen Osten und löste 1 Jahr nach Kriegsende Nikolai Krylow als Oberbefehlshaber des Fernöstlichen Militärbezirks ab.

 

Weitere militärische und politische Karriere

Nach 11 langen Jahren im Fernen Osten Russlands wurde er schließlich 1956 nach Moskau gerufen und zum Nachfolger Iwan Konews als Oberkommandierender der Landstreitkräfte erklärt. Gleichzeitig wurde er zum Ersten Stellvertreter des Verteidigungsmisters.

 

Verteidigungsminister

Im Jahr 1957 löste Malinowski schließlich Georgi Schukow als Verteidigungsmister ab. Unter seiner Führung wurde die Rote Armee zu einer der stärksten Armeen der Welt ausgebaut. Malinowski vertrat dabei die Ansicht das trotz der Atombomben weiterhin eine schlagkräftige konventionelle Armee benötigt wird. Seiner Ansicht nach war die Atombombe zwar eine starke und nützliche Waffe, aber nicht die Hauptwaffe. Jedoch vertrat der damalige Regierungschef Nikita Chruschtschow die Ansicht das zukünftige Kriege nur mit Atombomben entschieden werden können. Letztendlich einigte man sich auf eine Kompromisslösung und entschloss sich doch nicht, wie eigentlich geplant, die Armee zu verkleinern und nur auf Nuklearwaffen zu setzen.

Als die Welt 1962 durch die Kubakrise kurz vor dem nuklearen Krieg stand, forderte Malinowski für sich als Verteidigungsminister ein größeres Mitspracherecht bei den sowjetischen Militärstrategien. Wiederholt lehnte er damit gegen Chruschtschows Atomwaffenkonzept auf. Nach dem Putsch und der folgenden Absetzung Chruschtschows als Regierungschef, entsprach die neue Regierung Malinowskis Wunsch. Daraufhin baute er in den folgenden Jahren die Rote Armee zu einer professionellen Armee, mit ausgewogenen Teilstreitkräften aus.

 

Tod

Malinowski erkrankte Anfang 1967 und verstarb schließlich am 31. März 1967. Damit bekleidete er 10 Jahre das Amt des Verteidigungsministers und damit länger als jeder vor und nach ihm. Er wurde in einem Staatsbegräbnis bestattet und seine Urne, am Roten Platz, in der Kremlmauer beigesetzt.


Auszeichnungen/Ehrungen

 

Auszeichnungen und Ehrungen

Malinowski gilt, auch nach dem Zerfall der Sowjetunion, bis heute als einer der führenden russischen Militärs. Russlands führende Panzerakademie wurde nach ihm benannt, ebenso das 10. Garde Panzer Regiment Russlands.
Straßen in den wichtigsten Städten der Sowjetunion wurden nach seinem Tod ihm zu Ehren benannt und zahlreiche Monumente für ihn errichtet. Neben dem größten Stadtteil seiner Heimatstadt Odessa wurde auch ein moldawisches Dorf nach ihm benannt.

 

Übersicht aller Orden

 

 

Bild

2 x Georgs-Kreuz (1915, 1918)
Georgs-Medaille

Siegesorden (1945)
2 x Held der Sowjetunion (1945, 1958)
5 x Leninorden (1937, 1941, 1945, 1945, 1958)
3 x Rotbannerorden (1937, 1944, 1950)
2 x Suworoworden (1943, 1944)
Kutusoworden
Medaille "Für die Verteidigung Odessas"
Medaille "Für die Verteidigung des Kaukasus"
Medaille "Für die Verteidigung Stalingrads"
Medaille "Sieg über Deutschland"
Medaille "Für die Einnahme Budapests"
Medaille "Für die Einnahme Wiens"
Medaille "Für den Sieg über Japan"
Medaille "20. Jahrestag des Sieges im Großen Vaterländischen Kriegs"
Jubiläumsmedaille "XX Jahre Rote Arbeiter-und-Bauern-Armee"
Medaille "30 Jahre Sowjetarmee und Flotte"
Medaille "40 Jahre Streitkräfte der UdSSR"

Croix de guerre 1914
Croix de guerre 1945
Großoffizier der Ehrenlegion

Legion of Merit

Orden des Volkshelden
Partisanenstern 1. Klasse

Orden von Süchbaatar
Rotbannerorden der Mongolei
Medallie "25 Jahre mongolischen Volksrevolution"
Medaille "Für den Sieg über Japan"

Orden des weißen Löwen 1. Klasse
Siegesorden des weißen Löwen 1. Klasse
Tschechoslowakisches Kriegskreuz
Dukelskaja Erinnerungsmedaille
Medallie "25 Jahre Nationaler Slowakischer Aufstand"

Orden "Beschützer der Heimat" 1-3. Klasse
Medaille "Für die Befreiung vom Faschismus"

Orden der Republik Ungarn 1. Klasse
2 x Orden "Verdienste um Ungarn" 1950, 1965
Ungarischer Freiheitsorden

Stern Indonesiens 2. Klasse
Indonesischer Tapferkeitsorden

Medaille "20 Jahre der bulgarischen Volksarmee"

Orden vom Strahlenden Stern
China-UdSSR-Freundschafts-Medaille

Orden der Waffenbrüder

Kriegsverdienstorden 1. Klasse

Bannerorden Nordkoreas 1. Klasse
Medaille "Für die Befreiung von Korea"
Medaille "40 Jahre der Befreiung Koreas"

Unabhängigkeits Kreuz