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Das Thema

Wassili Ivanovich Tschuikov
Василий Иванович Чуйков
* 12.02.1900 - † 18.03.1982

 

 


Jugend

Geburt und die Zeit bis zur Oktoberrevolution

Wassili Ivanovich Tschuikov wurde am 12. Februar 1900 im Dorf Serebrjanyje Prudy in dem Gouvernement Tula im damaligen Russischen Zarenreich als Sohn einer Bauernfamilie geboren. Er war eines von 12 Kindern (8 Söhne, 4 Töchter). Das Leben in der bäuerlichen Umgebung war schwierig und die Armut zwang viele seiner Brüder in die Stadt zu gehen, um ein wenig Geld zu verdienen, der junge Wassili musste auch schon helfen und von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang schwer Arbeiten. Dazu absolvierte er die vier Klassen Gemeindeschule. Mit 12 Jahren schon verließ er not gedrungen sein Elternhaus, um in St. Petersburg Geld zu verdienen. Zunächst tat er dies in einer Pension und später erhielt er einen Platz als Schüler in einer Werkstatt, wo er zum Schlosser ausgebildet wurde. Als der Erste Weltkrieg begann, wurden viele erwachsene Arbeiter als Soldaten an die Front geschickt und Jugendliche wie Tschuikov mussten deren Arbeit übernehmen. Mit der Zeit wuchsen die sozialen Spannungen immer mehr durch die großen Unterschiede zwischen Arm und Reich, dazu die Ausbeutungen und nicht zuletzt die ständigen Niederlagen an der Front. Im Zarenreich wuchs die Unzufriedenheit, der ideale Nährboden für neue Bewegungen wie die der Sozialdemokraten oder auch die der Bolschewiki nahmen stark zu und auch Tschuikov fand gefallen an den gerecht klingenden Forderungen. Doch Anfang 1917 musste er auch in die Streitkräfte und diente als Schiffsjunge in der Baltischen Flotte. Kurz darauf bestand er auch seine Feuerstaufe, als er den Aufstand von Sozialrevolutionären unterdrücken musste.


Revolutionl

Soldat der Roten Armee im Russischen Bürgerkrieg


Tschuikov in Planungen vertieft

Im Aufstand der Bolschewiki im Oktober 1917 ging Tschuikov auf die Seite jener und war damit an der großen sozialistischen Revolution beteiligt. 1918 trat er in die noch junge Rote Arbeiter und Bauern Armee ein und ging in die Moskauer Schule für militärische Ausbildung. Die Lage an den Fronten im jetzigen russischen Bürgerkrieg war gefährlich und so wurde veranlasst, dass die jungen Kadetten an der Militärschule schon die Front kamen. Tschuikov musste als stellvertretender Kompaniechef in den Süden, um dort gegen General Krasnov und seine Kosakeneinheiten zu kämpfen. Bereits in den ersten Kämpfen wurde sein Talent als Kommandant sichtbar, denn er übereilte nichts oder ließ sich aus der Ruhe bringen, blieb selber ruhig um sich genau auszumalen, welche Aktionen der Feind wohl vorhaben könnte. Hauptaufgabe war aber vorerst in der Defensive zu bleiben und Kosakenangriffe abzuwehren, vor allem nachts. Doch um diese einzudämmen, sollte der Feind nun einen größeren Schlag zurückbekommen. Dafür brachte er eine Gruppe von Rotarmisten an der Flanke des Feindes in Deckung. Und als die Kosaken wieder kamen und mit ihren größten Kräften angriffen, schlugen die im Hinterhalt liegenden Rotarmisten plötzlich im Rücken zu. Krasnovs Truppen verloren dadurch viele Soldaten. Damit war Tschuikovs Plan aufgegangen. Schon bald darauf wurde er Kommandant der Kompanie, mit 18 Jahren. Einen Monat später erhielt er das Zertifikat von der Moskauer Militärschule, auch ohne Prüfung wie alle anderen Kadetten, die an der Front waren. Bald darauf wurde Tschuikov an die Ostfront nach Kasan verlegt und wurde dort Kommandeur des 40. Infanterie-Regiments. Hier lernte er von seinem Chef die komplexe und verantwortungsvolle Rolle eines Kommandanten im Kampf. Das man alles ständig überwachen muss und sich nicht von Kleinigkeiten ablenken darf, außerdem sein Ziel beharrlich zu verfolgen. Im Frühjahr 1919 wurde er selbst dann Kommandeur des 40. Infanterie-Regiments, das später in das 43 Infanterie-Regiment umbenannt wurde. Und trotz seiner Jugend erledigt er schwere Aufgaben erfolgreich, was ihm auch Belobigung des Armeekommandeurs M.N. Tucheschevski einbrachte. Er befehligte das Regiment bis 1921, er erhielt wegen Mut und Heldentum zweimal den Rotbannerorden, die nominelle Goldene Uhr und Goldene Pistole, wurde aber auch viermal im Bürgerkrieg verwundet. Vor allem wusste er es in den Schlachten zu kommandieren und das Vertrauen der eigenen Soldaten zu haben. Nach seinem Kommando ging er nach Moskau, um an der Militärakademie zu studieren.


Winterkrieg/China

Nach der Revolution, Winterkrieg und in China


Wassili Ivanovich Tschuikov um 1930

1925 schloss er die Militärakademie M.W. Frunze erfolgreich ab. Danach wurde er aufgefordert, in China als Militärberater zu dienen. Zwei Jahre danach kehrte er wieder in sein Heimatland zurück, um als Sonderbeauftragter der Fernost-Armee wieder Dienst zu tun. Hier konnte er den Stil des Legendären Feldherren studieren während des Chinesisch-Sowjetischen Konfliktes 1929. Ab 1932 war er Vorsitzender der höheren Schule für Befehlshaber der Armee. Zur Verbesserung der Ausbildung dort besuchte er Schulungen, auch in anderen Teilbereichen. Zu diesem Zweck auch die Weiterbildung an der Militärakademie für mechanisierte und motorisierte Einheiten der Roten Armee. Nachdem er diese absolviert hatte, wurde er im April 1938 zum Kommandeur des 5. Schützenkorps. Noch im Juli desselben Jahres übernahm er schließlich das Kommando über den Militärbezirk Minsk. Mit der 4. Armee, die dort stationiert war, marschierte er in Polen, gemäß des Vertrages mit Deutschland, ein. Noch im selben Jahr brach zwischen der Sowjetunion und Finnland ein Krieg aus, der später nur noch als Winterkrieg bezeichnet wurde. Hier Kommandierte er die 9. Armee der Sowjetunion und sollte laut Plan von Osten her das finnische Staatsgebiet angreifen. Dabei konnte er die Ziele, die ihm gesteckt wurden nicht erfüllen und musste in der Schlacht von Suomussalmi sogar eine herbe Niederlage einstecken. Jedoch waren die sowjetischen Erfolge in diesem Konflikt nicht sehr groß, sodass sich diese Episoden seines Lebens kaum auf seine militärische Karriere auswirkten. Danach wurde er nach China als Militärattaché geschickt. Nur die Aufgaben hatten sich für ihn verändert, denn nun sollte er Chiang-Kai Shek helfen, erfolgreich gegen die japanischen Invasoren vorzugehen. Das Komplexe daran war einen Kompromiss zwischen der Republik China und Mao´s Sowjet zu treffen, damit sie nicht erneut einen Bürgerkrieg entfesseln. Mit der Zeit zeigte sich aber das Tschuikov sich nicht größte Mühe machte die Kuomintang zu unterstützen. Nachdem die Japaner in Pearl Harbour angriffen und so den Krieg mit den U.S.A. auslösten, boten die vereinigten Staaten Militärunterstützung an. Die Kuomintang zeigte nun einen deutlichen Kurswechsel in Richtung der Vereinigten Staaten und so erklärte die Sowjetunion das die Arbeit des Militärattaché unter solchen Bedingungen nicht möglich sei. Tschukov kehrte wieder in sein Heimatland zurück.


Von Stalingrad nach Berlin

Der Große Vaterländische Krieg, Held von Stalingrad und Befreier von Berlin


Wassili I. Tschuikov im Jahre 1942

Doch Tschukov kehrte in kein Ruhiges zuhause zurück, denn derweil wurde die Sowjetunion selbst mit Krieg überzogen. Der Gegner hieß Deutschland, der mit dem man noch in Polen gemeinsame Sache gemacht hatte. Er wurde nach seiner Rückkehr zum stellvertretenden Kommandeur einer Reserve-Armee im Bereich Tula ernannt. Anfang Juli 1942 wurde diese in die 62. Armee umbenannt und an die Stalingrader-Front geschickt. Zunächst war noch unklar, wer deren Kommandeur wird, doch kurze Zeit darauf entschied das Verteidigungsministerium der UdSSR, das es Generalleutnant Wassili I. Tschukov sein soll. Doch einen so starken Gegner hatte er noch nie erlebt und so versuchte er solange wie möglich bis zur ersten Schlacht zu warten. Denn er benötigte die Zeit um eine gute Strategie zu suchen und um des Feindes Stärken und Schwächen kennenzulernen. Er besuchte dazu auch die Front-Kommandeure und Front-Soldaten, um mit den Menschen dort darüber zu sprechen. Aber er konnte Gefechte nicht vermeiden aber diese nutzte er aus um die Deutschen und ihr Vorgehen genauestens zu Analysieren. Dabei erkannte er das die Deutschen sehr stark auf kombinierte Angriffe von Luftwaffe, Panzern und Infanterie setzten.

 

Wassili I. Tschuikov hat geschrieben:Das waren meine ersten Schlussfolgerungen über die Taktik des Feindes.
 

Er erkannte auch das die deutsche Infanterie viel mobiler durch Fahrzeuge und Pferde war als die eigene. Und das die Kommunikation viel ausgereifter war und es in Sachen schnelle Taktik auf dem Schlachtfeld bei ihnen schneller ging. Am 23. Juli flog er mit einem Flugzeug um die Stellungen der Truppen zu Inspizieren, in der Nähe von Surowikino wurde sein Flugzeug von Feindlichen Jägern angegriffen. Der Pilot musste all sein Können einsetzen, um dem Deutschen auszuweichen, doch er konnte nicht verhindern, dass er getroffen wurde. Das Flugzeug kam auf dem Boden auf aber der Pilot und Tschuikov, kamen mit Prellungen davon, er hatte enormes Glück. Der Deutsche dachte wohl das er das Flugzeug abgeschossen hatte und die Insassen tot seien sodass er davon flog. Als nächstes machte ihm nun die linke Flanke seiner Armee Sorgen. Denn in den Gefechten zuvor musste gerade sie hohe Verluste ertragen. Tschuikov versuchte noch so gut wie möglich sie vorzubereiten, indem er sie vor einem Fluss eingraben ließ, aber als die Deutschen angriffen mussten sie sich doch zurückziehen. Nachdem Tschuikov hingewiesen hatte, das die deutschen Kommandeure überheblich sind und das sie glauben das ihre Taktik immer klappt, konnte er Anfang August die Deutschen aber wieder schlagen und ihre Pläne stören eine Brücke für Panzer zu bauen. Am Tag darauf gelang ihm das Gleiche und so konnte sich nach diesen Siegen die linke Flanke vorerst sicher fühlen. Doch dies war nur ein kleiner Erfolg. Denn die Deutschen drangen an anderen Fronten Richtung Stalingrad vor und so musste er sich in die Stadt an der Wolga zurückziehen. Die Stadt wurde von vielen Bombern Mitte August bombardiert und so die älteren Gebäude komplett zerstört, es ging die Legende um, das der Feuerschein von Stalingrad so stark war, dass man noch in vielen Kilometern Lesen konnte. Und das nur um die Verteidigung der Armee Tschuikovs zu vernichten. Dabei war die Stadt noch nicht einmal evakuiert worden, damit sie "lebendiger" wirkt und so für die Rotarmisten eine Motivation sein sollte da sie dann nicht um einen Trümmerhaufen sondern um Leben kämpften. Als der deutsche Angriff auf Stalins Stadt begann, konnten sie im nördlichen Teil der Stadt die Wolga erreichen, im Süden gelang dies jedoch nicht. Um die Einnahme der Stadt zu verhindern, entschied die STAVKA die 64. und 62. Armee systematisch zu verstärken, um die großen Verluste beim Verteidigen auszugleichen. Doch die Deutschen drangen immer weiter vor, an manchen Stellen hatten sie nur noch wenige Hundert Meter bis an die Wolga und damit zur Eroberung.

Auf einer Sitzung des militärischen Rates der Front erhielt, Wassili Ivanovich Tschuikov die Aufgabe Stalingrad um jeden Preis zu halten. Dabei würde das Schlachtfeld zum "Schlachthaus-Stalingrad" verfallen, wo Mensch um Mensch geopfert wurde. Doch er wusste auch um die Möglichkeiten, die der Stadtkampf bietet, denn hier konnten sie nicht ihre Blitzkrieg Taktik anwenden sodass es nur langsam voran ging, im Vergleich zu den vorherigen Eroberungen der Invasoren. Hier entwickelte er nun auch die Taktik, damit die Deutschen ihre Vorteile in Sachen Luftwaffe und Artillerie nicht mehr allzu stark ausnutzen konnten. Er nannte es "Den Feind Umarmen", das heißt so nah wie möglich am deutschen dran zu sein, sodass Luftwaffe und Artillerie nicht ohne Risiko für die eigenen Truppen eingesetzt werden konnten. Er gab seinen Soldaten auch Mut indem er sein Hauptquartier eben westlich des Wolga-Ufers hatte und so Signalisierte das er selbst mit allen anderen kämpfte. Ein Problem was sich nun auch ergab war die Versorgung, denn diese konnte nur unter hohen Verlusten herangebracht werden, da es nur noch mit Booten über die Wolga möglich war, wenn sie entdeckt wurden, wurden sie von Artillerie und Luftwaffe beschossen. Im Oktober 1942 begann dann erneut eine sehr harte Phase der Verteidigung, da die Deutschen ihre Luftangriffe verstärkten und auch mit dem Heer nun eine Entscheidung zu erringen. Tag für Tag starben viele, doch die Verteidiger konnten sich halten. Außerdem begann man nun auch kleinere Festungen zu bauen. Nach und nach konnten Tschuikovs Truppen den Vormarsch ihrer Feinde aufhalten. Besonderes Augenmerk legte er nun auch darauf, das viele Scharfschützen in die Schlacht kamen. Sodass sich nun der Feind in der Situation befand, jederzeit getötet zu werden. Sie würden ihn nicht enttäuschen und viele Deutsche töten. Mitte November, nach langer Zeit der harten Verteidigung, konnten die Deutschen und ihre Verbündeten eingekesselt werden. Und zwar mit der deutschen Blitzkrieg Taktik, vom Norden und Süden griffen die Verbände der Roten Armee an und konnten die Achsenpartner einkesseln.


Das wohl berühmteste Bild Tschuikovs, aufgenommen in Stalingrad

Nach dem Sieg, mit dem er sich in die Geschichtsbücher eingetragen hat, führte seine nun zur Gardeeinheit ernannten Armee (8. Gardearmee) in Offensiven in den südwestlichen Teil der Sowjetunion. Er konnte hier auch mit seinen Einheiten deutsche bezwingen die aus Kursk kamen. Danach beteiligte er sich an Operationen, die ihn bis an den Dnjepr brachten. Darauf brachten ihn eine Reihe von Offensiven bis an die Grenzen der ukrainischen ASSR, hier konnte er mit seinen Einheiten auch an der Befreiung Odessas teilhaben und seinen Anteil beitragen. Anfang Juni 1944 wurde er dann mit der 8. Gardearmee in die Gegend von Kovel an die 1. weißrussische Front versetzt. Die darauffolgende Lublin-Brest Offensive brachte ihn bis zur Weichsel. Aufgrund der raschen Entwicklung entschied er sich, einen Brückenkopf zu bilden. Und den darauffolgenden Monat waren seine Soldaten in harte Kämpfe verwickelt, um diesen zu sichern und auszubauen. Im Herbst und Winter 1944 kämpfte er darum, seine Position in diesem Gebiet zu stärken. Aus dieser Position begann am 12. Januar 1945 die Weichsel-Oder Operation die die Rote Armee bis zum 3. Februar an die Oder brachte. Nach Kämpfen an den Seelower Höhen und darauf folgenden Angriff erreichten seine Soldaten den südöstlichen Stadtrand von Berlin. Am 25. April begann der Sturm seiner Armee auf die Hauptstadt Deutschlands und damit auch die letzten Tage des Krieges. Seine Gardisten erkämpften sich Tag für Tag mehr vom Stadtgebiet, und obwohl sie noch nicht den Reichstag erobert hatten, begannen Verhandlungen zwischen Tschuikov und Hans Krebs über die Übergabe der Stadtgarnison. Überrascht teilte Tschuikov dies seinem Vorgesetzten Marschall Schukov mit, dieser rief sofort Stalin an um ihn dies mitzuteilen. Doch Stalin lehnte ab und forderte die bedingungslose Kapitulation. Am selben Tag, dem 1. Mai schließlich wehte die Rote Fahne auch über dem Reichstag und nun eroberten die Sowjets auch die letzten teile Berlins. In der Nacht des 7. kam durch den Rundfunk die Verkündung der bedingungslosen Kapitulation des Dritten Reiches. Für die Sowjetunion begann der Frieden erst in der Nacht vom 8. zum 9. Mai, als dann erst die Oberbefehlshaber der 3. Wehrmachtsteilstreitkräfte die Kapitulationsurkunde unterzeichneten.


Nachkriegsjahre

Nachkriegszeit


Wassili Ivanovich Tschuikov in Paradeuniform - Auf dem Roten Platz in Moskau zum Sieg des Großen Vaterländischen Krieges

Nach dem Sieg im Großen Krieg fürs Vaterland leitete Tschuikov von 1945 bis 1946 die sowjetische Militärverwaltung in Thüringen. 1946 wurde er auch in den Obersten Sowjet einberufen. Von 1946 bis zum Jahre 1949 war er stellvertretender Hauptkommandeur der Gruppe der sowjetischen Streitkräfte in Deutschland. Im März 1949 wurde er Nachfolger von Marschall Sokolovski als Chef der sowjetischen Militäradministration in Deutschland, womit er quasi die politische Kontrolle über die sowjetische Besatzungszone hatte, außerdem wurde er nun Oberkommandierender der sowjetischen Streitkräfte in Deutschland. Als im Oktober 1949 schließlich die DDR gegründet wurde die sowjetische Militäradministration aufgelöst und die sowjetische Kontrollkommission gegründet wo Tschuikov Vorsitzender wurde. Nachdem 1953 die Kontrollkommission aufgelöst wurde und Semjonov (im Vorbild der Westalliierten in der BRD) zum Hochkommissar der DDR ernannt wurde, beschränkten sich Tschuikovs Befugnisse nur noch auf militärische Aufgaben. Doch wurde er auch hier schon bald durch Generaloberst Gretschko ersetzt. Daraufhin kommandierte er 7 Jahre lang den Militärbezirk Kiev, wo er auch 1955 zum Marschall der Sowjetunion befördert wurde. Von 1960 bis 1964 wurde er stellvertretender Verteidigungsminister der UdSSR und Oberbefehlshaber der Landstreitkräfte der Roten Armee, 1961 wurde er Mitglied im Zentralkomitee der KPdSU. Im selben Jahr übernahm er die Leitung der sowjetischen Zivilverteidigung. 1972 beendete er seine militärische Laufbahn, nach 55 Jahren in der Armee. Nach seiner aktiven Laufbahn veröffentlichte er noch einige Bücher in denen er seine Erinnerungen über die Schlacht um Stalingrad, die Schlacht um Berlin und dem Fall des faschistischen Deutschlands niederschrieb. Wassili Ivanovich Tschuikov starb am 18. März 1982 in Moskau und wurde, wie er es sich gewünscht hatte, in Wolgograd auf dem Mamajev-Hügel begraben. An dem Ort, den er so standhaft verteidigt hatte, als es noch Stalingrad hieß und damit in die Geschichte einging.


Das Grab Tschuikovs in Wolgograd - dem einstigen Stalingrad


Zitate/Auszeichnungen

Zitate
Zitate von Wassili I. Tschuikov in der er die Schlacht von Stalingrad beschreibt

Der Boden an der Wolga, auf den Straßen, der Stadt, in Gärten und Parks wurde schlüpfrig von Blut, und die Faschisten glitten darauf, wie auf einer schiefen Ebene, ihrem Untergang entgegen.

 

Die Amerikaner sagen: Zeit ist Geld: aber in Stalingrad war Zeit Blut.

 

Wir müssen jedem deutschen Soldaten das Gefühl geben, das er in die Mündung eines russischen Gewehrs blickt.

 


 
Orden, Ehrenzeichen und Rang
 
Wassili Ivanovich Tschuikov war im Rang eines Marschalls der Sowjetunion
 
 
2x Held der Sowjetunion
9x Leninorden
4x Rotbannerorden
 
 
 
 
1x Orden der Oktoberrevolution
3x Suworoworden 1. Klasse
1x Orden des Roten Sterns
 
 
 
1x Jubiläumsmedaille 100 Jahre Lenin
1x Medaille für die Verteidigung von Stalingrad
 
 
 
1x Medaille für das 20. und 30. jährige Jubiläum des Sieges des Großen Vaterländischen Krieges
 
 
 
1x Medaille für die Befreiung von Berlin
1x Medaille für die Befreiung von Warschau
1x Orden des Veterans der Streitkräfte
 
 
 
 
1x Medaille für den Sieg über Deutschland
1x Jubiläumsmedaille für 20 Jahre Dienst in der Roten Armee
 
 
 
1x Jubiläumsmedaille für das 30/40/50/60 Jährige Bestehen der Roten Armee
 
 
 
 
 
2x Vaterländischer Verdienstorden in Gold (DDR)
1x Stern der Völkerfreundschaft (DDR)
 
 
 
1x Orden des Sukhbataar (Mongolei)
1x Grunwald Kreuz 2. Klasse (Polen)
 
 
 
1x Virtuti Militari (Polen)
1x Großkreuz des Orden Polonia Restituta (Polen)
 
 


Quellen

hdg.de(Zugriff: 16.3.2010)
wikipedia.org(Zugriff: 16.3.2010)
warheroes.ru (Russisch)(Zugriff: 16.3.2010)
wwii-soldat.narod.ru (Russisch)(Zugriff: 16.3.2010)
hrono.ru (Russisch)(Zugriff: 16.3.2010)
dic.academic.ru (Russisch)(Zugriff: 16.3.2010)
velikvoy.narod.ru (Russisch)(Zugriff: 16.3.2010)

Autor: Kai