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Das Thema

Kliment Jefrimovich Woroshilov

 

Климент Ефремович Ворошилов
 


4. Februar 1881 - 2. Dezember 1969

Jugend

Geburt, junger Arbeiter und Agitationen gegen das Zaren Regime

Kliment Jefrimovitch Woroshilov wurde am 4. Februar 1881 als Sohn einer Bahnwärter-Familie im Dorf Werchneje in der Nähe von Bachmut im Gouvernement Jekaterinoslaw in dem damaligen Russischen Zarenreich geboren.

 

 

Kliment J. Woroshilov in jungen Jahren

Mit 7 Jahren schon fing er an in einer Kohlegrube für einen Cent am Tag zu arbeiten. Von 1893-1895 ging er dann auf die Schule. Nach dieser kurzen Schulbildung arbeitete er mit 15 Jahren in einer Fabrik. Hier folgte 1896 der Eintritt in die Sozialdemokratische Partei, als er an einem Streik teilnahm wurde er verhaftet. Nach seiner Entlassung arbeitete er ab 1903 dann in der Stadt Lugansk in einer Lokomotiv Fabrik. 1904 wurde er Mitglied der Bolschewistischen Fraktion der SDAPR in Lugansk. Ein Jahr später organisierte er einen Streik der Arbeiter in Lugansk und sorgte für die Einrichtung von Kampftruppen. 1906 war er delegierter auf dem IV. Parteitag der Bolschewiki in Stockholm wo er auch W.I. Lenin und J.W. Stalin kennenlernte. 1907 auf dem V. Parteitag in London konnte er sogar freundschaftliche Verbindungen zu M.V. Frunze und M.I. Kalinin schließen. Von den Jahr 1908 an bis zur Februarrevolution 1917 organisierte er Streiks in Baku, Sankt Petersburg und Zarizyn und war in illegalen Tätigkeiten involviert. Er hatte dafür sogar Waffenlieferungen aus Finnland organisiert und in Lugansk ein Bombenlabor eingerichtet. Für diese Aktivitäten wurde er mehrmals inhaftiert und auch nach Sibirien (mit Stalin) verbannt, doch manchmal konnte er fliehen. In dieser Zeit lernte Woroshilov seine zukünftige Frau Ekaterina Davidovna kennen als sie sich beide in der Verbannung in Archangelsk trafen. Nach der Februarrevolution die die Zarenherrschaft schließlich beendete wurde er in das Petrograder Sowjet gewählt, zu dieser Zeit war er auch Bürgermeister von Lugansk. Im Oktober dann als die Partei feststellte "dass der bewaffnete Aufstand unumgänglich und völlig herangereift ist" war er am Aufbau der Roten Garde zur Durchführung der Oktoberrevolution beteiligt.


Revolution

K.J. Woroshilov während der Großen Sozialistischen Revolution

 

 

Kliment Jefrimovich Woroshilov

Während der Oktoberrevolution führte Woroshilov ein Garde-Regiment. Als Petrograd "befreit" war wurde er dessen Kommissar. Nachdem Erfolg der Oktoberrevolution gründete er in Lugansk die 1. Sozialistische Lugansker Guerilla Einheit mit der er die immer noch vorrückenden Kaiserlich-Deutschen Truppen aufhalten sollte. Kurz darauf wurde er Kommandeur der 5. Ukrainischen Armee mit der er den Kosakeneinheiten Krasnovs zusetzen konnte. Bald darauf bildete er mit seinen Einheiten die 10 Armee mit der er unter Leitung von Josef W. Stalin die Verteidigung von Zarizyn organisierte. Dabei war er mitverantwortlich für die Massenerschießungen von Offizieren Zaristischen Armee. Kliment und seine Ehefrau adoptierten hier an der Zarizyn-Front einen 4 Jährigen Waisenjungen den sie Petja nannten. Er erwies sich bei den dennoch Siegreichen Gefechten an der Wolgadtadt als Tapferer Mann, jedoch inkompetent in Militärischen Angelegenheiten, so Trotzki. Und kurz darauf verwies er ihn seines Kommandos und machte ihn zum Kommissar für Innere Angelegenheiten in der Ukraine (bzw. dem Ukrainischen Gebiet). Als er sich wieder ein Militärisches Kommando erringen konnte bekämpfte er Kosakische Atamanen und den Führer einer Anarchistischen Bewegung - Nestor Machno. Und war Politkommissar (Politruk) in der 1. Reiterarmee des Legendären Budjonny´s. Doch auf dem folgenden Parteitag übertrieb er seinen Beitrag am Sieg. 1921 konnte er erfolgreich die Rebellion in Kronstadt (Stadtteil Petrograds) erfolgreich unterdrücken. Und bald darauf wurde er Mitglied des Zentralkomitees. In den Jahren 1921-1924 Kommandierte er den Nord-Kaukasischen Militärdistrikt.


Militärischer Werdegang

Aufstieg in die Obersten Militärischen Sowjetischen Reihen

 

 

Kliment J. Woroshilov auf einer Parade zum Jahrestag der Oktoberrevolution

Daraufhin im Jahre 1924 wurde er in das Präsidium der Verteidigung der UdSSR eingeführt um den Einfluss Leo Trotzkis zurückzudrängen. Um im Jahr 1925 dann Michail Frunzes Stellvertreter zu werden und nach seinem Tod dann den Posten des Kommissars für die Verteidigung der UdSSR zu übernehmen. Er adoptierte mit seiner Frau die Kinder Frunzes nach seinem Tod. 1935 wurde er als Erster überhaupt in den Rang eines Marschalls der Sowjetunion erhoben. Während den Politischen Säuberungen in den 30er Jahren war er als einer der engsten Mitarbeiter Stalins relativ sicher. Geschützt hat er aber keiner seiner Heerführer und war sogar an einigen Repressionen beteiligt. Doch der blutige Finnisch-Sowjetische Winterkrieg 1939/1940 würde auch schon wieder sein Ende als Volkskommissar der Verteidigung bedeuten. Die Katastrophalen Niederlagen durch schlechte Führung gegen die eigentlich unterlegenen Finnen als auch der schlechte Zustand der Roten Armee waren für Stalin Grund genug ihn durch Marschall Timoschenko zu ersetzen. Er blieb aber als einer der stellvertretenden Vorsitzenden im Rat der Volkskommissare.


Vaterländischer Krieg

K.J. Woroshilov während des Großen Vaterländischen Krieges der Sowjetunion

 

 

Kliment J. Woroshilov mit Offizieren der Roten Armee

Während des Überfalls auf die Sowjetunion durch Deutschland war er aber dennoch verantwortlich für die Verteidigung des Nordwestteil des Landes (Nord-West Front). In den Kämpfen gegen die Invasoren zeigte er durchaus Geschwindigkeit und Mobilität jedoch konnte er damit seine Schwächen in der Strategischen Planung nicht ausgleichen. Und so konnte er nicht verhindern das die Deutschen soweit vordrangen und Leningrad eingekesselt wurde, alle seine versuche daraufhin die Blockade zu durchbrechen scheiterten und so wurde er hier bald durch Georgi K. Schukov abgelöst. Danach war er nur noch verantwortlich für die Bildung von neuen Truppen von September 1941 bis Februar 1942. Von Februar bis September 1942 war er Vertreter der STAVKA an der Wolchow-Front (bei Leningrad). Von September 1942 bis Mai 1943 leitete er dann die Operationen der Partisanen. Im Jahr 1943 nahm er an der Konferenz von Teheran teil, hier nahm er vom gerührten Stalin das "Schwert von Stalingrad" nachdem der Staatschef dieses von Winston Churchill erhalten hatte. Nach diesem Ereignis seines Lebens leitete er nur noch verschiedene Kommissionen, wie die für den Waffenstillstand. Trotz seiner Misserfolge, die er erlebte konnte er sich das Vertrauen Stalins bewahren.


Nachkriegsjahre

Nachkriegszeit und sein Tot

 

Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte er den Vorsitz über die Sowjetische Kontrollkommission in Ungarn. Außerdem war er von 1946 bis 1953 stellvertretender Vorsitzender des Ministerrates der UdSSR. Als Stalin, nach fast 30 Jahren Diktatur, 1953 starb und sich ein Machtkampf zwischen Beria und Chruschtschow entwickelte, intervenierte Woroshilov auf Seiten Chruschtschow´s wie auch Schukov und Malenkov. An den Initiativen die Chruschtschow zur Verurteilung des Personenkultes um Stalin beteiligte er sich jedoch nicht da er auch mitverantwortlich an den Repressionen ist. Bei dem Versuch Malenkov´s ihn als Ersten Sekretär der KPdSU abzusetzen unterstützte Kliment zunächst Malenkov jedoch wechselte er bald auf die Seite Chruschtschow´s. 1960 dann ging Woroshilov mit 79 Jahren in den Ruhestand, als lebende Legende der Sowjetischen Geschichte wurde er jedoch von 1966-1969 wieder in das Zentralkomitee der KPdSU berufen. In seinem 89 Lebensjahr starb Kliment Jefrimovich Woroshilov und wurde an der Kremelmauer auf dem Roten Platz in Moskau beigesetzt.

 


Auszeichnungen

Sonstiges

Anfang der 30er Jahre stiftete Kliment Jefrimovich Woroshilov die Auszeichnungen "Woroshilov´s Schütze" und "Woroshilov´s Reiter". Verliehen wurde sie jeweils an den besten Schützen und den besten Reiter der Roten Armee.

 

 

Links eine Woroshilov´s Schütze Auszeichnung und Rechts eine Woroshilov´s Reiter Auszeichnung

Außerdem war er seinerzeit auch auf Propagandaplakaten zu sehen, wie hier auf zweien für die Rote Armee:

 

Kliment J. Woroshilov war einer der Konstantesten Persönlichkeiten den die Sowjetunion zu bieten hatte. Denn er gehörte 66 Jahre lang der Partei an davon war er 43 Jahre im Zentralkomitee, 34 Jahre im Politbüro und 32 Jahre im Obersten Sowjet.

Außerdem wurden viele Städte, Straßen und Gebäude in der Sowjetunion nach ihm gewidmet, aber auch, in seiner Funktion als Kommissar für die Verteidigung der Sowjetunion, wurden Panzermodelle oder auch Einheiten nach ihm benannt.
z.B.
Woroshilovsk (Heute Stavropol)
Woroshilovgrad (Heute Luhansk/Lugansk)
Kliment Woroshilov 1 (Panzer der Roten Arbeiter und Bauernarmee)
Kliment Woroshilov 2 (Panzer der Roten Arbeiter und Bauernarmee)
Eine Schule in Leipzig in der damaligen DDR trug seinen Namen; "Kliment-Jefremovich-Woroschilov-Oberschule"

Orden, Ehrenzeichen und Rang
v.l.n.r.

 

 
Orden, Ehrenzeichen und Rang
 
Kliment Jefrimovich Woroshilov war im Rang
eines Marschall der Sowjetunion
 
 
2x Held der Sowjetunion
1x Held der Sozialistischen Arbeit
8x Leninorden
 
 
 
 
6x Rotbannerorden
1x Suworoworden 1.Klasse
1x Medaille für die Verteidigung von Leningrad
 
 
 
 
1x Medaille für die Verteidigung von Moskau
1x Medaille für die Verteidigung des Kaukasus
 
 
 
1x Medaille für den Sieg über Deutschland
1x Jubiläumsmedaille 20 Jahre Dienst in der Roten Armee
 
 
 
1x Medaille für 20 Jahre Sieg des Großen Vaterländischen Krieges
1x Medaille für das 800 Jährige Bestehen von Moskau
 
 
 
1x Jubiläumsmedaille für das 30/40/50 Jährige Bestehen der Roten Armee
 
 
 
 
1x Held der Mongolischen Volksrepublik (Mongolei)
1x Orden des Sukhbataar (Mongolei)
 
 
 
1x Orden des Roten Banner (Mongolei)
1x Orden der Weißen Rose (Finnland)
 
 


Quellen

hrono.info (Russisch)(zugriff: 12.3.2010)
wikipedia.org(zugriff: 12.3.2010)
warheroes.ru (Russisch)(zugriff: 12.3.2010)
peoples.ru (Russisch)(zugriff: 12.3.2010)
spiegel.de(zugriff: 12.3.2010)
Russia.rin.ru (Russisch)(zugriff: 13.3.2010)

Autor: Kai