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Das Thema

Iwan Stepanowitsch Konew
Marschall der Sowjetunion


Jugend und Aufstieg

Kindheit bis Russischer Bürgerkrieg

Iwan Stepanowitsch Konew (russisch: Ива́н Степа́нович Ко́нев) wurde am 28. Dezember 1897 in Lodeino (Gebiet Wolgoda, rund 600km östlich von Moskau) geboren. Er wuchs bei seinen Eltern einer Bauernfamilie auf und trat 1916 freiwillig in die Armee ein. Nach der Oktoberrevolution 1917 trat er der Roten Armee bei und wurde Mitglied der Partei. Bis 1920 diente er dann als Kommissar des Panzerzuges "Grosny" (Грозный). Danach versetzte man ihn zu einem Infanterieregiment in den Fernen Osten wo er gegen die Truppen des Admirals Alexander Wassiljewitsch Koltschak kämpfte. Danach im März 1921 war er an der Niederschlagung der "Kronstädter Matrosenaufstände" beteiligt.
 

Zwischenkriegszeit 1923-1941

Bis 1924 blieb er Kommissar des 17. Schützen Corps, danach übernahm er den leitenden Posten als Kommissar in der 17. Infanterie Division in Nizhny Novgorod . Danach folgte seine Ausbildung an der berühmten Frunse-Akademie in Moskau. Nach dem erfolgreichen Abschluss wurde er zum Kommandeur des 50. Infanterie Regiments ernannt. Von Januar bis März 1930 diente er als Stadtkommandant von Moskau, bevor er dann ab März Stellvertretender Kommandeur der 17. Infanterie Division wurde.
Es folgten zahlreiche andere Kommandos in Weißrussland und in der Mongolei in der er auch als Militärberater für die mongolische Volksarmee diente. Von Juli 1938 an war er dann Kommandeur der 2. Roten Armee im Fernen Osten, bis er dann Mitte 1940 zum Kommandeur des Trans-Baikal Militärbezirkes wurde (Militärbezirke: ähnlich den deutschen Wehrkreisen nur um ein vielfaches größer).


Deutsch-Sowjetischer Krieg

Deutsch-Sowjetischer Krieg

Bei Ausbruch des Krieges war Konew Kommandeur der 19. Armee, seine Truppen fochten Zahlreiche Abwehrschlachten. Mussten sich allerdings erst aus Smolensk zurückziehen und danach bis vor die Tore Moskaus. Bereits kurz nach dem Krieg wurde Konew zum Oberbefehlshaber der Westfront ernannt und gleichzeitig zum Generaloberst befördert. Er kommandierte, von Oktober 1941 bis August 1942, an der Kalinin Front und spielte eine Schlüsselrolle in der Verteidigung und den anschließenden Gegenangriffen der Roten Armee im Winter 1941-42 vor den Toren Moskaus. Für die erfolgreiche Verteidigung der Hauptstadt wurde Konew von Stalin zum Generaloberst befördert.

Operation Mars

In der vom 25. November bis 21. Dezember 1942 durchgeführten "Operation Mars" war Konew zusammen mit Schukow Kommandeur der Kalinin und Westfront und somit der direkte Gegenspieler von Günther von Kluge und Walter Model. Konew und Schukow standen fast 2 Millionen Rotarmisten zur Verfügung, trotz anfänglicher Gebietsgewinne gelang es den Russen nicht die deutsche 9. Armee wie geplant einzukesseln. Dies verdankte die 9. Armee zum Großteil der Tatsache, dass sie durch Spione bereits vom Datum und Ort des geplanten Angriffes wussten und sich dementsprechend vorbereiten konnten.
Die Operation endete für die Rote Armee in einer Niederlage, später machte man aus dieser als Großoffensive geplanten und durchgeführten Operation, in der Sowjetischen Propaganda und Geschichtsschreibung lediglich ein Ablenkungsmanöver um die Schmach der Niederlage zu schmälern.
 

Befreiung der Ukraine

Nach der "Operation Mars" wurde Konew Kommandeur der Steppen Front und nahm dort an der "Schlacht im Kursker Bogen" teil. Dabei probierte er erstmals ein neues Tarnsystem aus und schaffte es tatsächlich mit Attrappen die Wehrmacht über die wahre Größe seiner Armee zu täuschen. Nach der erfolgreichen Schlacht um Kursk war er an den Schlachten um Belgorod und Charkow beteiligt und schaffte es schließlich bis Ende September 1943 mit seinen Truppen den Dnjepr zu überqueren. Somit stand ihm die Türe in die Ukraine offen und seine Truppen eroberten Belgorod, Odessa, Charkow und Kiew zurück.

Schlacht von Korsun-Tscherkassy

Anfang 1944 gelang es der Roten Armee unter Führung Konews und Nikolai Vatutins einen Teil der deutschen Heeresgruppe Süd zu umgehen und schließlich einzukesseln. Insgesamt befanden sich in den Kesseln von Tscherkassy und Korsun sechs Deutsche Divisionen mit 60-80 000 Soldaten, darunter auch die SS-Panzer-Division "Wiking". Der Roten Armee gelang es alle Außenangriffe der Heeresgruppe Süd abzuwehren und die Kessel weiterhin aufrecht zu erhalten. Ein Kapitulationsangebot der Sowjets lehnte die deutsche Führung am 8. Februar ab. Danach versuchte die deutsche Führung mit einem Angriff von acht Divisionen und dem gleichzeitigen Angriff der Truppen im Kessel, den Kessel zu sprengen was aber nicht gelang. Wenige Tage später befahl von Manstein am 15. Februar, ohne Rücksprache mit Hitler zu halten, den Ausbruch aus dem Kessel. Für diese herausragende Leistung wurde Konew Ende Februar 1944 zum Marschall der Sowjetunion befördert.

 

Bis vor die Tore Berlins

Danach kommandierte Konew die 1. Ukrainische Front eroberte mit ihr den Rest der Ukraine, rückte weiter nach Weißrussland und das ehemalige Ostpolen vor, gleichzeitig im Süden bis in die Tschechoslowakei. Des Weiteren unterstützten seine Truppen die slowakischen Partisanen bei ihrem Aufstand gegen die deutschen Besatzer. Am 29. Juli 1944 schließlich nachdem Konews Truppen gerade in Polen den Fluss Vistula überquert hatten, ernannte man Konew zum "Helden der Sowjetunion".
 

Eroberung Berlins

Obwohl Konews Truppen zuerst Berlin erreichten überließ Stalin es, Konews ewigem Rivalen, Schukow die Hauptstadt des Großdeutschen Reiches zu erobern. Konews Truppen mussten nach Südwesten marschieren und trafen dort bei Torgau am 25. April 1945 zum ersten Mal auf amerikanische Truppen. Nach der Kapitulation der deutschen Wehrmacht besetzt Konews Armee kampflos am 9. Mai Prag.


Nach dem Zweiten Weltkrieg

Nach dem 2. Weltkrieg

Nach dem Krieg wurde Konew zum Kommandeur der Armeegruppe Mitte ernannt und wurde Oberster Kommissar für das Gebiet Österreichs. Von Juli 1946 bis März 1950 wurde er dann zum Oberbefehlshaber der Roten Armee ernannt und war gleichzeitig der stellvertretende Armeeminister der UdSSR. Danach verblieb er dort noch bis 1952 als Hauptinspekteur des Heeres und stellvertretender Kriegsminister.
Darauf erfolgte seine Versetzung in die Karpaten wo er als Kommandeur des Militärbezirks „Karpaten“ diente, bis er dann 1953 wieder nach Moskau durfte. Dieses Mal als Stellvertreter des Ministers der Verteidigung. Diese Position hatte er bis 1956 inne, danach erfolgte seine Ernennung zum Oberbefehlshaber aller Streitkräfte des Warschauer Paktes. Als Oberbefehlshaber führte er die Rote Armee in den Wirren der „Ungarischer Volksaufstände“ vom 23. Oktober bis zum10. November 1956. Diese höchste aller militärischen Positionen füllte er bis 1960 weiter aus und wurde schließlich aus dem aktiven militärischen Dienst entlassen.

Jedoch schon ein Jahr später holte man Konew in den aktiven Dienst zurück, dieses Mal als Oberbefehlshaber der sowjetischen Truppen in der Deutschen Demokratischen Republik, diesen Posten behielt er bis 1962. Danach schrieb Konew seine Kriegserlebnisse in dem Buch "45" nieder welches dann 1969 vom Sowjetischen Ministerium für Verteidigung auch publiziert wurde.

Tod

Iwan Konew verstarb am 21. Mai 1973 im Alter von 75 Jahren in Moskau. Als einer der größten Militärstrategen, zweifacher "Held der Sowjetunion" und Inhaber aller höchsten Orden und Auszeichnungen der Sowjetunion, darunter alleine sieben Leninorden, wurde ihm ein Staatsbegräbnis zu teil. Seine Urne wurde in der Kremelmauer am Roten Platz in Moskau beigesetzt.


Auszeichnung

Auszeichnungen
Sowjetische Orden

Mit seinen sieben Leninorden zählt Konew zu einem der höchstausgezeichnetsten Personen der Sowjetunion, darüber hinaus ist er zweifacher Held der Sowjetunion, dreifacher Träger des Rotbannerordens, sowie je doppelter Träger des Kutusow- und Suworowordens. Dabei gilt es anzumerken das Konew bis auf fünf seiner Leninorden, all diese Orden nicht wie andere nach dem Krieg aus politischen oder anderen Gründen mehrmals erhielt, sondern stets für seine Leistung direkt im Krieg ausgezeichnet wurde.

Neben den Zahlreichen militärischen Auszeichnungen wurden Konew eine Vielzahl ziviler Auszeichnungen zu teil. So erbaute man in seiner Heimatstadt Lodeino ein eigenes Museum für ihn. Desweiteren wurden in der gesamten Sowjetunion Strassen und Plätze nach ihm benannt. Monumente wurden in fast allen großen Städten der Sowjetunion für ihn errichtet, aber auch an Orten außerhalb der Sowjetunion die er mit seinen Truppen befreite z.B. in Prag. Neben der zweifachen Auszeichnung zum "Helden der Sowjetunion" wurde Konew auch in der Mongolei und der Tschechoslowakei zum Helden erklärt.

 

Übersicht

Übersicht aller Orden
 



Siegesorden (1945)
2 x Held der Sowjetunion (1944, 1945)
7 x Leninorden (1944, 1945, 1947, 1956, 1957, 1967, 1972)
3 x Rotbannerorden (1938, 1944, 1949)
1 x Orden der Oktoberrevolution
2 x Suworoworden 1. Klasse (1943, 1944)
2 x Kutusoworden 1. Klasse (beide 1944)
Orden des Roten Sterns
Medaille "Sieg über Deutschland"
Medaille "Für die Einnahme Wiens"
Medaille "Für die Befreiung Prags"
Medaille "20. Jahrestag des Sieges im Großen Vaterländischen Kriegs"
Jubiläumsmedaille "XX Jahre Rote Arbeiter-und-Bauern-Armee"
Medaille "30 Jahre Sowjetarmee und Flotte"
Medaille "40 Jahre Streitkräfte der UdSSR"
Medaille "50 Jahre Streitkräfte der UdSSR"
Medaille "800 Jahre Moskau"

Croix de Guerre
Großoffizier der Ehrenlegion

Legion of Merit

Partisanenstern 1. Klasse

2 x Orden von Süchbaatar
Rotbannerorden der Mongolei

Orden "Klement Gottwald"
Orden des weißen Löwen 1. Klasse
Siegesorden des weißen Löwen 1. Klasse
Tschechoslowakisches Kriegskreuz

Orden "Verdienste um Ungarn"
Ungarischer Freiheitsorden

Bulgarischer Verdienstorden 1. Klasse

China-UdSSR-Freundschafts-Medaille

Vaterländischer Verdienstorden