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Das Thema

 

Onoda Hirō (小野田 寛郎)

 

(19.03.1922 - 2011)

Dienstzeit in der japanischen Armee: 1941 - 1974
"Er ist ein leuchtendes Beispiel für das Leben unter schwierigen Bedingungen."
(Die japanische konservative "Mainichi Shimbun" )
 

Leutnant Onoda Hirō (Ich verwende in diesem Artikel die traditionelle japanische Schreibweise, die den Nachnamen dem Vornamen voraussetzt.) ist ein ehemaliger Nachrichtenoffizier der Kaiserlichen Japanischen Armee, der bis ins Jahr 1974 auf der Insel Lubang ausharrte (Ein sogenannter „Holdout“; damit sind japanische Soldaten gemeint, die sich auch nach dem Ende des Krieges [und somit der Kapitulation Japans] nicht ergaben. Hierfür gibt es zweierlei Ursachen: Entweder, sie waren nicht bereit, sich zu ergeben, oder, sie erfuhren gar nicht erst von der Kapitulation, da sie die Amerikaner durch ihre Island-Hopping-Taktik [Inselhüpfen] von ihren Kommunikationsverbindungen abschnitten.). Onoda war der vorletzte (gesicherte) „Holdout“; er ergab sich gut 8 Monate vor dem Schützen Nakamua Teruo (中村 輝夫) (Hierbei ist anzumerken, dass von Zeit zu Zeit immer noch „Holdouts“ gefunden werden. Diese sind allerdings durch die Bank über das Kriegsende informiert, während Männer wie Onoda oder Nakamua dachten, dass immer noch ein Kriegszustand zwischen den USA und Japan bestünde. So führten einige jener Holdouts dieses Schlages noch weiterhin „Krieg“ gegen die amerikanischen Besatzer oder die einheimischen Polizeitruppen.


frühe Jahre

 

Frühe Jahre

 

Omnoda wurde in eine Familie mit sechs weiteren Geschwistern geboren und an der Hochschule für Kainan erzogen. Mit 17 fing er als Unternehmensgehilfe bei Import-Export-Yoko Tajima an und spezialisierte sich auf den Verkauf von Lack in Wakayama. Dabei ging er in den folgenden Jahren auch nach China (Hankou), um in der Filiale des Unternehmens vor Ort zu arbeiten. Mit 20 wurde er zum Militärdienst einberufen und trat dem 61. Infanterie-Regiment in Wakayama bei. Kurz darauf wurde Onoda dem 218. Infanterie-Regiment in Nanchang zugeteilt, wo er sein Bruder Tadao wiedertraf.
Im Jahre 1943 kommt Onoda nach Kurume, einer Militär-Schule, die einen furchterregender Ruf hat. Sie steht unter dem Kommando von General Shigetoumi. Nach drei Monaten intensiven Trainings, kehrte Onoda zu seiner ursprünglichen Einheit zurück. Am 13. August 1944, verließ Onoda Kurume und trat dem 33. Kommando in Futamata bei. Dies ist eine Institution, in der Offiziere für Kommandomissionen ausgebildet werden. Im Dezember 1944 wurde Onoda als einer von 22 Männer für den Guerillakrieg ausgebildet.


Militärdienst

 

Militärdienst
 

Onoda wurde im Jahre 1944 auf der Militärnachrichtendienstschule in Nakano zum Nachrichtenoffizier ausgebildet. Am 26. Dezember des gleichen Jahres wurde er dann auf die philippinische Insel Lubang kommandiert, die für die nächsten Jahrzehnte seine Heimat werden sollte. Sein Befehl - Vorgesetzter: Major Yoshimi Taniguchi - war, den amerikanischen Vormarsch mit allen Mitteln zu stören (so wurde er zum Beispiel angewiesen, den Pier im Haupthafen der Insel und das Flugfeld unbrauchbar zu machen bzw. zu zerstören). Kaum auf Lubang angekommen, traf er mit einer Gruppe japanischer Soldaten, die bereits früher dorthin gesandt worden waren, zusammen. Da die Offiziere in der Gruppe höherrangig waren als er, hinderten sie ihn daran, seine Befehle auszuführen (Warum sie das taten, ist nicht bekannt - Fakt ist jedoch, dass die Amerikaner, die am 28. Februar 1945 auf Lubang landeten, so wesentlich einfacher vorankamen. Es ist also anzunehmen, dass diese Offiziere einfach nur kriegsmüde waren.). Wenige Tage nach der Ankunft Onodas auf der Insel war bereits ein Großteil der Truppe entweder tot oder gefangen genommen. Onoda, der inzwischen zum Oberleutnant befördert worden war, befahl den drei verbleibenden Soldaten, die Hügel, die sich auf der Insel befanden, zu nehmen. Hiro Onoda verbrachte dabei mehr als 30 Jahre im Dschungel und wartete auf die Rückkehr der japanischen Armee.
Im Jahre 1945 eroberten die US-Truppen die Insel vollständige und vernichteten fast alle japanischen Truppen bzw. nahmen Sie gefangen. Onoda kämpfte jedoch weiter und bezog Stellung in den Bergen. Dort kampierte er mit weiteren drei Soldaten (Yuichi Akatsu, Shimada und Kinshichi Kozuka). Einer von ihnen, Akatsu, ergab sich den Filipino Streitkräften Kräfte 1950, und die zwei Anderen wurden bei Schusswechseln mit lokalen Kräften getötet - Shimada in 1954 , Kozuka in 1972. Onada blieb auf seinem Berg. Die lokalen Streitkräfte versuchten immer wieder dem Japaner zu erklären, dass der Krieg vorbei sei. Onada vermutete aber eine List, um ihn davon zu überzeugen, dass der Krieg vorbei war. In Japan wurde er im Jahr 1959 für tot erklärt.
Gefunden wurde der Soldat im Jahre 1972 von einem japanischen Studenten, Norio Suzuki. Dieser versuchte Onoda hartnäckig zu erklären, dass der Krieg vorbei sein. Onada wollte dies aber von seinen Vorgesetzen hören bzw. von Ihnen den Befehl zur Aufgabe erhalten. So ging Suzuki zurück nach Japan und sprach mit Fotos von sich und Onoda, als Beweis ihrer Begegnung, bei der Regierung vor. In zweihundertfacher Ausgabe hatte die Regierung Kopien von General Yamashitas Befehl zur Niederlegung der Waffen über seinem vermutlichen Schlupfwinkel abgeworfen, zusammen mit Versen, in denen die betagten Eltern den seit Kriegsende verlorenen Sohn zur Heimkehr zu bewegen suchten.

 

 

"Onoda, Onoda, deine Mission ist erfüllt."
(Lautsprecherparolen der Regierung um Onado zur Aufgabe zu bringen)

Im Jahre 1974 konnte die japanische Regierung den ehemaligen Kommandeur Onaday wiederfinden, Major Taniguchi, der in der Zwischenzeit als Verleger arbeitete. Man schickte ihn Lubang und dort informierte er Onoda über die Niederlage Japans und befahl ihm die Waffen niederzulegen. Lieutenant Onoda, verbrachte noch 29 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs im Dschungel der Philippinen. Er folgte dem Befehl seines Kommandeurs und trat in seiner Uniform an, legte das Schwert, sein Arisaka Typ 99 Gewehr, 500 Patronen und noch mehr Handgranaten nieder. Die Bilanz seines Privatkrieges waren ca. 39 Tote, 100 Verletzte, verbrannte Reisfelder und ausgeräuberte Speisekammern. Es wurden umgerechnet 6.000 Euro als Kopfgeld auf ihn ausgesetzt. Obwohl er über dreißig Filipinos in der Zeit auf der Insel tötet und einige Schusswechsel mit der Polizei hatte, wurden die besonderen Umstände des Japaner berücksichtigt und eine Begnadigung von Präsident Ferdinand Marcos ausgesprochen.
Onoda war streng genommen der letzte japanische Soldat, der sich nach der Niederlage von 1945 ergeben hat. Der letzte Soldat japanischer Staatsangehörigkeit, denn einige Monate später, im Dezember 1974, wurde ein weitere Holdout gefunden. Der Taiwanese Teruo Nakamura, Soldat in der japanischen Armee von 1945, war einer Takasago Freiwilligen und harte noch ein wenig länger aus.

 

 

"Was hat diesen echten Soldaten wohl bewogen, aufzugeben?"
(Shoichi Yokoi - letzter Kriegsgefangener der Japaner)

Über 4000 Japaner schwenkten die Nationalfarben Japans, als am Tokioter Flughafen Haneda der Heimkehrer nach Hause kam. Warum aber dieses große Aufheben? Nur zwei Jahre vorher, wurde Sergeant Shoichi Yokoi (damals 59 Jahre alt), aus 28 Jahre anhaltender Kriegsgefangenschaft, in einem Erdloch in den Wäldern der Pazifikinsel Guam, entlassen wurde. Auch er erfuhr erst 1972, dass der Krieg seit langem beendet war. Halb mit Stolz, halb mit Entsetzen verfolgten damals Japaner an 19 Millionen Bildschirmen, wie der Überlebensschneider vor Zehntausenden von Schaulustigen nach seiner Ankunft den Kaiser um Vergebung dafür bat, dass er nicht fürs Vaterland gefallen sei. Besonders an Hiroo Onoda ist, dass er seinem Geburtstag beschloss, seinen persönlichen Dschungelkrieg auf der Philippinen-Insel Lubang zu beenden und mit Würde sein Schwert übergab. Es ergab sich ein geistig wacher und körperlich kerngesunder Mann, der die Japaner tief beeindruckt und seine unerschütterliche Disziplin für eine Aufgabe, für die Japanische Nation steht. Er trat nach 30 Jahren vor seinen ehemaligen Kommandeur mit getrimmten Kopf- und Barthaaren, sorgfältig geputzten Waffen und fachgerecht geflickter Uniform. Sogar die sonst kritische "Asahi Shimbun" konstatierte ohne Ironie: "Soldaten haben ein gewisses Schönheitsbewußtsein." Dabei wurde nach ihm durchaus schon früher gesucht, denn man wusste um die Hartnäckigkeit der Absolventen der berühmt-berüchtigten Militärgeheimdienstschule Nakano. Man vermutete 1974 nach 2949 Holdouts alleine in China, 364 in Sachalin, 112 in Nordkorea, 1500 in Nordvietnam, 1000 in Neuguinea, 114 auf den Philippinen, 100 auf Sumatra, 30 auf Saipan, zwei auf Borneo, zwei auf Tinian -- und viele andere mehr, die dort gestorben sind, gerettet wurden oder auch Saipuko, den rituellen Selbstmord einer Aufgabe vorgezogen haben.


Weiterer Lebensweg

 

Späteres Leben

Onoda Hiro ging nach seiner Kapitulation nach Brasilien, wo er sich als Rancher betätigte. Kurz nach seiner Kapitulation, veröffentlichte er eine Autobiographie "Mein Dreißigjähriger Krieg". Er beschreibt dort sein Leben als Widerstandskämpfer in einem Krieg, der schon lange vorbei ist. Im Jahre 1996 kehrte er seine Insel Lubang zurück und spendete zehntausend Dollar für die örtliche Schule. Anschließend heiratete er und kehrte nach Japan als Alterssitz zurück. Dort leitete er ein Wildniscamp für Kinder und lehrte Ihnen, wie man in der Wildnis überlebt.
Seine Geschichte inspirierte viele Schriftsteller. Es ist teilweise in einem Film mit Bud Spencer und Terence Hill porträtiert, ebenso in der Folge "Ein Stück vom Paradies" aus einer amerikanischen Serie. Es gab den Schriftstellern ein Beispiel von fiktiven Visionen über Soldaten, die auch vergessen wurden, sich vergessen haben und in der Vergangenheit des Krieges weiterlebten. So auch die australischen Soldaten auf der fiktiven Insel Solomon, in dem Roman "Die Insel der lebenden Fossilien" von André Marzipan.