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Das Thema

Hugo Österman
* 4. September 1892 - † 17. Februar 1975


Jugend und Krieg

 

Hugo Österman während des 1. Weltkrieges

 


( Fahne der Finnischen Jäger / 27. Königlich-Preußisches Jägerbataillon

Obwohl Finnland damals russisches Staatsgebiet war, wurden die Finnen nicht in die Armee des Zaren eingezogen und so musste auch Hugo Österman nicht in den Krieg ziehen. Die Finnen konnten sich aber freiwillig melden. In Finnland bildete sich die Jägerbewegung. Diese hoffte auf eine Niederlage Russlands und trat in Kontakt zum Deutschen Reich. 1915 gingen 2.000 finnische Freiwillige nach Deutschland, in das 27. Königlich-Preußische Jägerbataillon, der späteren Kerneinheit der finnischen Armee. Hugo Österman, der in die Jägerbewegung eingetreten war, wurde in Deutschland ausgebildet. Er wurde im Sinne der preußischen Militärtradition (u. a. Disziplin) ausgebildet und erlernte grundlegende militärische Fähigkeiten. Die finnischen Jäger kämpften 1916 in Kurland gegen die Russen und im Sommer 1916 erhielt Österman das Kommando über ein Bataillon. Die Oktoberrevolution in Russland war der Auslöser gewesen, dass die Finnen ihre Unabhängigkeit durchsetzen wollten. Im November streikten die Finnen und es kam zu mehreren Unruhen im Land.


Bürgerkrieg

 

Finnischer Bürgerkrieg

 


( 4. Januar 1918 Finnland wird unabhängig )

Am 4. Januar 1918 wurde die Unabhängigkeit Finnlands vom bolschewistisch regierten Russland anerkannt. In Finnland kam es zu Gewalttaten während des Generalstreiks und so wurden die ersten "weißen" Schutzkorps aufgestellt. Das Deutsche Reich entließ seine Finnischen Jäger, die sofort in ihre Heimat zurückkehrten. Am 27. Januar 1918 leuchtet vom Turm des Gewerkschaftshauses in Helsinki eine rote Lampe. Dies war ein verabredetes Zeichen für die Rote Garde gewesen, die daraufhin sofort die wichtigsten Gebäude besetzte und am nächsten Morgen war Helsinki vollständig besetzt. In vielen Städten, besonders im Süden Finnlands, gelang es den Revolutionären ohne Widerstand weitere Städte zu besetzen. Der Norden gehörte dem weißen Finnland; der Finnische Bürgerkrieg hatte begonnen. Am 11. Februar trat der inzwischen nach Finnland zurückgekehrte Hugo Österman in die finnische Weißen Armee ein. Am 25. Februar wurde der inzwischen zum Major beförderte Österman beauftragt, ein Jäger-Bataillon in Vaasa aufzustellen. Nach kurzer Zeit hatte seine Einheit eine Stärke von 2.000 Mann. Am 3. Marz kämpfte er mit seinem 5. Jäger Bataillon in Tampere. Tampere konnte erst nach harten Kämpfen am 6. April 1918 von den Roten zurückerobert werden. Östermanns Battailon war durch weitere Verstärkungen zu einem Regiment angewachsen. Als nächstes folgten Kampfeinsätze in der karelischen Landenge. Hugo Östermans Einheit war noch an den Schlachten um Raivola, Terijoki und Wyborg beteiligt. Am 5. Mai 1918 war der Krieg beendet nur die Festung Ino in Karelien verteidigte sich bis zum 15. Mai.

 


Zeit bis zum Winterkrieg

 

Die Zeit nach dem Bürgerkrieg bis zum Winterkrieg 1939/40

 


( Estlands Armeechef Johan Laidoner (r.) und Armee-Chef Hugo Österman in Tallinn im Jahr 1938 )

Der Unabhängikeitskrieg war zu Ende und die in Deutschland ausgebildeten finnischen Jäger bildeten den Kern der neuen Armee. 1919 wurde Hugo Österman Kommandeur in Pori und im gleichen Jahr heiratete er inzwischen zum Oberstleutnant beförderterte Offizier Marga Mathilda Emilia von Troilin. Eine Tochter wurde am 20. Juli 1921 geboren. Österman schuf in seinem Pori Regiment einen Zusammenhalt, der diese Einheit zu den besten Einheiten Finnland machte. Im Herbst 1925 wurde der zum Oberst beförderte Hugo Österman, Kommandeur der 3. Division in Mikkeli. 1927 ging er nach Schweden auf die Kriegsakademie in Stockholm. Mit einem außergewöhnlich guten Abschlusszeugnis kehrte er im Herbst 1928 nach Finnland zurück und erhielt den Posten des Infanterie-Inspektors. Während seiner Amtszeit als Inspektor legte Hugo Österman den Grundstein für die finnische Infanterie und deren Taktik. Er verfasste mehrere Handbücher und sorgte dafür, dass die Armee mit den Waffen ausgerüstet wurde, die für die Verhältnisse des Landes geeignet waren. Hugo Österman besuchte regelmäßig die Truppen zu Inspektionen und seine praktischen Erfahrungen verschafften ihn hohes Ansehen. Hugo Österman achtete sehr auf strikte militärische Disziplin, Fairness, Klugheit und Mut, ja selbst der Humor kam bei ihm nicht zu kurz. 1930 wurde Hugo Österman zum Generalmajor befördert. 1931 wurde Österman der Regierung Svinhufvud zum Vizeminister für Verteidigung ernannt. Seine neuen Posten nutzte er, um den Einfluss Marschall Mannerheims, als Chef des Verteidigungsrates, zu stärken. Hugo Österman verbesserte weiter die materielle Lage der Streitkräfte. 1933 wurde Hugo Österman zum Oberbefehlshaber der finnischen Streitkräfte ernannt. Nicht nur die Heereskräfte Finnlands wurden unter Österman verbessert, auch die Marine und die Luftwaffen Offiziere fanden bei ihm Gehör. Im Juni 1939 drohte Marschall Mannerheim mit seinem Rücktritt, doch diese Drohung machte er nicht wahr. Die Drohungen der Sowjetunion veranlassten Finnland Anfang Oktober seine Armee in Alarmbereitschaft zu versetzen. Der inzwischen zum Generalleutnant beförderte Hugo Österman wurde Militärkommandant der Mannerheim Linie. Sein Armee-Hauptquartier war in Imatra.

 


Winterkrieg

 

Winterkrieg 1939/40

 

 

Am 30. November 1939 begann der sowjetische Angriff auf Finnland und Hugo Österman befehligte die Armee an der Karelischen Landenge. Hugo Österman und Mannheim vertraten schon zu Beginn eine unterschiedliche Auffassung wie man Finnland am besten verteidigt. Die Rote Armee erreichte die Mannerheim-Linie am 6. Dezember dort konnte sie aufgehalten werden. Am 13. Februar Tag starteten die Finnen eine Gegenoffensive in den frühen Morgenstunden. Die Offensive wurde durch die russische Artillerie und Panzer gestoppt. Die sowjetische Gegenoffensive mit Panzern war erfolgreich gewesen, weil die Finnen keine Anti-Panzer-Waffen hatten. Österman erkannte, dass man den Kampf nicht mehr fortsetzen konnte. Am 17. Februar startete die Rote Armee einen Großangriff und erzielte mehrere Einbrüche in die Verteidigungslinie. Am 19 Februar trat Österman von seinem Posten zurück. Wenige Tage später wurde die Mannerheim-Linie von der Roten Armee überwunden und Finnlands Lage war hoffnungslos. Am 13. März 1940 beendete der Vertrag von Moskau den Winterkrieg.


Weitere Lebensjahre

 

Das Letzte Kapitel

 

 

Hugo Österman wurde der Chefinspektor der militärischen Ausbildung (1940-1946). Eine aktive Verwendung als Frontkommandeur sollte er nie wieder erhalten. Er besuchte Deutschland im Herbst 1940 auf einem Sportschützentreffen. Im Februar 1944 wurde er der finnische Verbindungsmann im Oberkommando der Wehrmacht (OKW) und im Oberkommando des Heeres (OKH). Er griff die alte Idee des Jägerbataillons des ersten Weltkrieges auf und setzte sich für die Aufstellung einer finnischen Waffen - SS Division ein. Am 20. Juli 1944 wurde er nach Finnland zurückgerufen und setzte seine Arbeit als Chefinspektor fort. 1946 endete seine militärische Laufbahn und er ging in die Wirtschaft. Er arbeitete im Management Elektroindustrie und für Kraftwerksbetreiber bzw. war Verhandlungsführer im Arbeitgeberverband. 1960 ging Hugo Österman endgültig in Rente und verstarb am 17. Februar 1975.


Auszeichnungen

 
Auszeichnungen
Großkreuz des Löwen von Finnland
 
Orden des Freiheitskreuzes
 
Orden der Weißen Rose 1. Klasse
 
Finnisches Jägerabzeichen
 
Großkreuz des deutschen Adlerordens
 
Großoffizier der franz. Ehrenlegion
 
Ungarisches Verdienstkreuz Bruststern
 
Orden der Krone von Italien/Großkreuz
 
Drei-Sterne-Orden
 
Schwertorden
 
Nordstern-Orden
 
Mannherheim Kreuz I. Klasse
 
Eisernes Kreuz 2. Klasse