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Das Thema

Generaloberst der Waffen-SS Paul Hausser

 


Jugend und Krieg

Jugendzeit und Erster Weltkrieg

Paul Hausser wurde am 7. Oktober 1880 in Brandenburg an der Havel geboren. Da sein Vater, Kurt Hausser, aktiver Soldat war bekam er bereits in seiner Jugendzeit einen Einblick in das Soldatenleben. Im Jahre 1908 begann er die Generalstabsausbildung die drei Jahre dauern sollte. Bei dieser Ausbildung kam er auch mit anderen Waffengattungen in Berührung. Dies gehörte zum Ausbildungsumfang und diente der Erweiterung des Wissens. Im November 1912 heiratete Paul Hausser. Urlaub wurde damals nicht gewährt. Noch im Jahre 1912 folgte die Ausbildung zum Flugzeugbeobachter in Döberitz, dabei erlernte er die Luftbildvermessung, die in den Kolonien Verwendung finden sollte.

Paul Hausser wurde 1913 zum Hauptmann befördert. Am 22. März 1914 wurde er in den Generalstab nach Berlin beordert. Als Hauptmann war er nun beritten und ihm standen zwei Pferde zur Verfügung. Nach beginn des Ersten Weltkrieges wurde Paul Hausser zum Armeeoberkommando 6 des Oberbefehlshabers Kronprinz Rupprecht in München befohlen. Da sein Vorgänger im Amt noch anwesend war wurde er in der Fliegerabteilung eingesetzt und flog mehrfach Einsätze. Am 20. September führte Hausser einen konstruktiven und gefahrvollen Aufklärungsflug durch. Für diesen erhielt er das Eiserne Kreuz zweiter Klasse. Am 27. Januar 1915 wurde Paul Hausser als Generalstabsoffizier Ib zum Generalkommando VI in Schlesien versetzt. Im Mai desselben Jahres meldete sich Paul Hausser wieder beim Kronprinz Rupprecht. Kurz darauf wurde er Kompanieführer im 38. Regiment.

Bereits im Herbst 1915 wurde Hausser wieder nach dem Osten kommandiert um Ia in der neuaufgestellten 109. Infanterie-Division zu werden. Die 8. Armee, der er angehörte, hatte einige schwierige Winterschlachten gegen die Russen zu bestehen. Aufgrund seiner erfolgreichen Führung bekam Paul Hausser das Eiserne Kreuz erster Klasse.

 

Nach zahlreichen verschiedenen Verwendungen im Osten und Westen befand sich Paul Hausser, nunmehr Major, in Lothringen-Alberweiher. Das Kriegsende stand kurz bevor. Nach dem Waffenstillstand erfolgte der Rückmarsch nach Aachen, wo Hausser das Generalkommando demobilisierte. Durch seine vielseitigen Kommandierungen, hatte er neben seinen Deutschen Auszeichnungen auch Bayrische und Österreich-Ungarische verliehen bekommen.

 


Zwischenkriegszeit

Zeit nach dem Ersten Weltkrieg bis zum Zweiten Weltkrieg

Kurz vor Weihnachten 1918 konnte Paul Hausser wieder zu seiner Familie nach Eisenach, dort am Bahnhof angelangt verlangten die Räte, dass die heimkehrenden Offiziere ihre Achselstücke ablegten. Paul Hausser weigerte sich, deutete aber an dies gleich zu Hause nachzuholen. Im Januar 1919 meldete er sich in Kassel bei der Obersten Heeresleitung und war als Verbindungsoffizier tätig. Seine Aufgabe hierbei war dass Besuchen aller Ersatzeinheiten und über ihren Zustand zu berichten. Paul Hausser wurde bis 1925 nochmals als Kompanieführer und wenig später dienstgradgemäß als Bataillonskommandeur eingesetzt wobei ihm hier vielfältige Aufgaben im Bereich des Grenzschutzes im Osten zukamen.
Von April 1925 bis November 1927 wurde Paul Hausser zurück nach Stettin beordert wo er am Aufbau des so genannten kleinen Kurs für Offiziersanwärter arbeitete. Einer seiner Gehilfen hierbei war der 8 Jahre jüngere Heinz Guderian.
1927 wurde Paul Hausser zum Oberst befördert. Er nahm bis Oktober 1929 mehrere Tätigkeiten die auf Regiments- und Divisionsebene waren auf. Seine letzte Stellung nahm er in Magdeburg als Infanterieführer IV wahr. Hier unterstanden ihm drei Infanterieregimenter und ein Pionier-Bataillon. Am 1. Februar 1932 schied Paul Hausser im Range eines Generalleutnants aus dem aktiven Dienst aus. Er zog sich daraufhin in sein Privatleben zurück und lebte mit seiner Familie in Kleinmachnow am Rande von Berlin. Nach einer Zeit ohne jegliches politisches Engagement trat Hausser im Sommer 1933 dem „Stahlhelm“ bei, einem Bund ehemaliger Frontsoldaten. Hier lernte er im Jahre 1934 Paul Scharfe kennen, einem ehemaligen Regimentskameraden, dieser empfahl ihm beim Reichsführer SS Heinrich Himmler für eine Tätigkeit im Rahmen der SS-Verfügungstruppe. Im November 1934 beauftragte der Reichsführer Himmler Paul Hausser mit dem Aufbau der Junkerschule (bis Mitte 1935 SS-Führerschule) in Braunschweig. Der Aufbau der Schule war Mitte 1935 abgeschlossen.

Am ersten 1. Oktober 1936 wurde Paul Hausser zum Inspekteur der SS-Verfügungstruppe ernannt. Hier musste er zunächst geeignetes Ausbildungspersonal finden. Er bevorzugte erfahrene Offiziere und Unteroffiziere aus dem Ersten Weltkrieg wie Steiner, Demelhuber, Keppler, Bittrich, Kleinheisterkamp - um nur einige wenige zu nennen. Bei der Ausbildung wurde großer Wert auf Tapferkeit, Opferbereitschaft, Kameradschaft und Hilfsbereitschaft gelegt. Bei der allgemein militärischen Ausbildung hielt Hausser sich immer an die Dienstvorschriften des Heeres. Die Stellung als Inspekteur der SS-Verfügungstruppe nahm er bis zum Kriegsausbruch wahr.


2. Weltkrieg

Der Zweite Weltkrieg

Am 10. August 1939 wurde die Aufstellung einer Panzerdivision unter dem Kommando des Generals Kempf angeordnet. Diese Division, zum ersten Mal aus Verbänden des Heeres und der Verfügungstruppe zusammengestellt wuchs schnell zusammen und es entstand eine vorbildliche Waffenbrüderschaft. Paul Hausser war für die Dauer des Bestehens diese Panzerverbandes zur informatorischen Dienstleistung zum Stab der Panzer-Division „Kempf“ kommandiert, um die neu entwickelten Kampf- und Führungsgrundsätze für motorisierte und Panzerverbände im Einsatz kennen zu lernen.

Kempf bat den älteren und kriegserfahreneren Hausser oft um Rat, aber dieser sagte sinngemäß „Ich bin jederzeit behilflich, aber führen müssen Sie selbst.“
So ging der Polenfeldzug für Paul Hausser rasch und ohne große Taten zu ende. Die SS-Regimenter hatten sich aber schon jetzt Respekt verdient. In seiner Abschiedsrede sagte Generalmajor Kempf am 7. Oktober 1939 folgende Worte:
„Wenn die Infanterie die Könige des Schlachtfeldes genannt werden, dann ward ihr vom SS-Regiment „Deutschland“ die Kaiser in der motorisierten Infanterie.“

Am 10. Oktober 1939 erhielt Paul Hausser, SS-Gruppenführer und Generalleutnant, den Auftrag die erste SS Verfügungsdivision aufzustellen. Die hier entstehende Division erhielt den Namen „Deutschland“ wurde jedoch bald darauf in „SS-Reich“ umbenannt. Erst im Laufe des Monats Mai 1942 erhielt sie die endgültige Benennung mit „SS - Das Reich“. Im Westfeldzug wurde Hausser Division, zu seinem Leidwesen aufgeteilt, so dass es bei ihrem ersten Einsatz nicht als geschlossener SS-Divisionsverband fungieren konnte. Der Hauptteil der SS-Division wurde in den Niederlanden eingesetzt wo sie der 9. Panzerdivision über die Maas folgten.

 

Nach mehreren Verschiebungen an der Westfront endeten die kämpferischen Einsätze mit einem letzten Vorstoß auf Le Creusot. Am 25. Juni 1940 um 1.35 Uhr ertönte das bekannte Hornsignal „Das Ganze Halt!“

Waffenstillstand

Paul Hausser nahm zusammen mit seiner Division am Balkanfeldzug teil. Am 01. April 1941 trat die Division zum Angriff auf Jugoslawien an mit dem Ziel Belgrad. Einer von Haussers Schülern in der Junkerschule schaffte das was niemand zu hoffen gewagt hatte: SS-Hstuf. Klingenberg besetzte Belgrad mit 10 Mann. Die große Schlacht blieb aus. Nach Abschluss der Kämpfe wurde Hausser Division in den Raum Wien zur Auffrischung verlegt und erst Anfang Juni 1941 verlegt die Division in den Raum Lublin und nahm in den darauf folgenden Angriff auf die Sowjetunion teil. Am 14. Oktober 1941 wurde Paul Hausser schwer verwundet und verlor sein rechtes Auge.

In der Heimat wurde er 1942 beauftrag das erste SS General-Kommando zu bilden. Die Verbände wurden in Frankreich zusammen geführt. Zu dem neuen SS-Pz.-Korpsgehörten die SS-Division „Leibstandarte“, „Das Reich“ und „Totenkopf“. Im Januar 1943 verlegte das Korps nach Kiew. Die einzelnen Stationen seiner Kämpfe sind in den Divisionsgeschichten nachzulesen, hier darauf einzugehen würde den Rahmen sprengen und sich nicht mehr auf die Person Paul Hausser beziehen. Zu erwähnen ist das Paul Hausser die Stadt Charkow am 15. Februar 1943 räumen lies – entgegen des ausdrücklichen Befehls von Adolf Hitler. Dazu der 1. Ordonanzoffizier des SS-Gen.Kdos., SS-Hstuf. Georg Berger:
"Ich habe die schrecklichen Stunden vor dem Ausbruch in Charkow miterlebt und General Haussers Gewissensnöte, in die ihn der unsinnige Führerbefehl stürzte, aus unmittelbarer nähe mit angesehen."

Durch seinen Rückzug schaffte er die Vorraussetzungen für Mansteins neue Offensive, in dieser schafft es Hausser Charkow am 14. März 1943 wieder ein zunehmen. Am 1. Juli 1943 überreichte ihm Hitler das goldene Parteiabzeichen. Dabei sagte der stets zur offenen Kritik neigende Kommandeur der Div. "Leibstandarte SS-Adolf Hitler", SS-Ogruf. und General Sepp Dietrich in seinen bayrisch-lakonischen Stil: "Der wird a Freid ham". Für Hausser bedeutete diese Auszeichnung nichts.

Paul Hausser nahm noch an der Operation Zitadelle teil, um dann im Westen das neue II. SS-Panzerkorps aufzustellen Aufgrund der dramatischen Lageentwicklung im Osten wurde dieses eiligst nach dorthin verlegt. Als am 6. Juni 1944 die Invasion begann erhielt das Korps den Befehl zur Verlegung in den Westen. Am 29. Juni 1944 übernahm Paul Hausser das Kommando über die 7. Armee in der Normandie. Der bisherige OB der 7. Armee erlag einem Herzschlag. Bei den Kämpfen in Westen geraten Paul Hausser und Teile seines Korps in den Kessel von Falaise. Auch hier zeigt er wieder wie wichtig ihm seine Soldaten sind als er selbstständig den Befehl zum Ausbruch gab. Bei den Ausbruchskämpfen wurde Hausser erneut an der rechten Gesichtshälfte verwundet. SS-Oberstgruppenführer und Generaloberst Paul Hausser wurde am 26. August 1944 als 90. Soldat der Deutschen Wehrmacht das Eichenlaub mit Schwertern zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen.

Nach vollständiger Genesung übernahm Paul Hausser im März 1945 die Heeresgruppe G zwischen Trier und Basel. Wegen enormer Meinungsverschiedenheiten im Hinblick auf die weitere Kampfführung westlich des Rheins wurde Paul Hausser am 4. April 1944 von seinem Kommando entbunden und verblieb bis zum Kriegsende beim OB-Südwest, Feldmarschall Kesselring als General zur besonderen Verwendung. Am 8. Mai 1945 wurde Paul Hausser von Verbänden der US Army gefangen genommen und es begann für ihn eine mehrjährige Wanderschaft durch ca. zwanzig Gefangenenlager der US Army.


Nachkriegszeit

Nachkriegszeit

Paul Hausser trat bei den Nürnberger Prozessen als Entlastungszeuge für die Waffen-SS auf. Nach seiner Entlassung setzte sich Generaloberst a.D. Paul Hausser, „Senior“ wie man in dann auch nannte, unermüdlich und mit Nachdruck für die Rechte seiner ehemaligen Soldaten ein. Paul Hausser war unter anderem eines der Gründungmitglieder der HIAG, der Hilfsgemeinschaft auf Gegenseitigkeit. Bis zu seinem Tode setzte er sich für die HIAG ein, zahlreiche Treffen mit Politikern um für seine Soldaten das Recht und den Anspruch zu erringen nicht wie Staatsbürger zweiter Klasse behandelt zu werden.


Papa Hausser im Alter von 92 Jahren

Am 21. Dezember 1972 verstarb „Papa Hausser“ in Ludwigsburg bei Stuttgart.

Bei seiner Beerdigung versammelten sich die alten Kameraden nicht nur aus Deutschland auch aus Frankreich, Dänemark, Holland und Österreich um ihren Senior das letzte Geleit zu geben. Als die Trauerfeier zu Ende war, rührte sich niemand. Aus den Kehlen der nahezu dreitausend Anwesenden brandet das alte Treuelied empor:

 

„Wenn alle untreu werden, so bleiben wir doch treu, dass immer noch auf Erden für Euch ein Fähnlein sei.“


Beförderungen/Auszeichnungen

 


 
Beförderungen auf einen Blick
 
20. März 1899 Leutnant
19. August 1903 Oberleutnant
01. Oktober 1913 Hauptmann
1918 Major
15. November 1922 Oberstleutnant
01. Juli 1927 Oberst
01. Februar 1931 Generalmajor
31. Januar 1932 Generalleutnant
01. Juli 1935 SS-Oberführer
22. Mai 1936 SS-Brigadeführer
01. Juni 1939 SS-Gruppenführer
01. Oktober 1941 SS-Obergruppenführer
01. August 1944 SS-Oberstgruppenführer

 
Auszeichnungen auf einen Blick
 
Eisernes Kreuz II. und I. Klasse, 1914
Königlicher Hausorden von Hohenzollern mit Schwertern
Albrechts-Orden I. Klasse mit Schwertern
Friedrichs-Orden
Militärverdienstkreuz IV. Klasse mit Schwertern (Bayern)
Friedrich-Kreuz
Militär-Verdienstkreuz III. Klasse mit der Kriegsdekoration (Österreich)
Preussisches Fliegerbeobachtungsabzeichen
Ehrenkreuz für Frontkämpfer
Verwundetenabzeichen in Silber
Wiederholungs-Spange zum Eisernen Kreuz 1939 II. und I. Klasse

Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes

Ritterkreuz (8. August 1941)
Eichenlaub zum (28. Juli 1943)
Schwerter zum (26. August 1944)


 
Parteiabzeichen
 
Goldenes Parteiabzeichen der NSDAP
Berechtigung zum Tragen des „Ehrenwinkels für ehemalige Polizei-
und Wehrmachts-Angehörige“
Ehrendegen des Reichsführers-SS
Totenkopfring der SS


Quellen

wiki (Zugriff 29.08.09)
Buch von Karl Heinz Mathias "Ich diene"

Autor: Maximus2980