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Das Thema

 

Paul Audorff
Oberstleutnant
Ritterkreuzträger des
Deutschen Afrikakorps

 

Das Grenadierregiment 754 in Tunesien war seine Heimat in Afrika und seine Taten bei diesem Regiment führten zu dem ausgezeichneten Ruf dieses deutschen Soldaten.


Vorwort

Einleitung

"Krimhilde" war das Stichwort des OKH am 12. November 1942 - vier Tage nach der amerikanischen Landung in Marokko und Algerien - welches die Aufstellung einer neuen Infanteriedivision bedeutete und die Wende deutscher Kriegsanstrengungen in Afrika bedeutete. Die neue Division erhielt die Nummer 334 und sollte im noch französischen Tunesien zum Einsatz kommen. Befehlshaber der neuen Division war Generalmajor Friedrich Weber und das Grenadierregiment 754 sollte durch den Oberstleutnant Paul Audorff als Kern der neuen Division aufgestellt werden. Audorff selber war bereits ein erfahrener Offizier, der sich vor allem in Frankreich ausgezeichnet hatte.


Jugend

Jugend und Weg in die Wehrmacht

Paul Otto Ernst Friedrich Audorff, geboren am 6. Februar 1904 in Hof im Lande Bayern, war ein Sohn guten Elternhauses. Der Vater war Reichsbahnbeamter und damit sein Weg eigentlich schon vorgezeichnet. Nach der üblichen Schulausbildung machte er eine Fortschulausbildung und trat als 19 jähriger (1923) in den Militärdienst ein. Es sollte eine Berufssoldatenlaufbahn sein, die bei der 14- Kompanie des 16. (bayer.) Infanterieregiments anfing. Die kleine Reichswehr setzte auf gute Zug- und Gruppenführer, und so war Audorff einer der ersten Feldwebel, die bereits am 1. Juli 1934 unter gleichzeitiger Beförderung zum Leutnant und Oberleutnant in das aktive deutsche Offizierskorps übernommen wurde. Seine Vorgesetzten und die oberen Stellen setzten auf erfahrene Soldaten wie ihn, um die neue Wehrmacht eine Führungsstrukur zu geben und in der wachsenden deutschen Armee ausgezeichneten deutschen Soldaten eine Möglichkeit des Aufstiegs zu geben. Dies trifft auf den noch jungen Audorff im Besonderen zu, war er doch während seiner Reichswehrzeit sportlich vielseitig tätig. Er war ein begnadeter Schwimmer, Leichtathlet und Schwerathlet. Dazu war Audorff ein ausgezeichneter Schütze, das beweisen zwei Schützenabzeichen und ein Scharfschützenabzeichen. Solche Unteroffiziere sollten nun ihre Chance bekommen und sich ihre Meriten verdienen.  Paul Audorff wurde bereits am 1. Januar 1937 zum Hauptmann befördert, er Führer die 9. Kompanie des IR 42.


2. Weltkrieg

2. Weltkrieg

Der Krieg begann für Audorff und seine Kompanie in einem Kartoffelacker vor der polnischen Grenze. Die deutsche Artillerie eröffnete um Punkt 4.45, am 1. September (1939) das Feuer und die Kompanie Audorff ging zum Angriff über. Das Ziel, eine Ziegelei wurde bei ersten Sturm genommen und sein erster Kriegseinsatz verlief sehr erfolgreich. Dem Vormarsch der III. Kompanie IR 42 waren kaum Hindernisse im Weg, von einem Scharmützel ging es ins nächste. Bei einem Durchbruch, bei dem der Erfolg auf Messers Schneide stand, erhielt Audorff für den schwer erkämpften Erfolg das EK II. Er hatte sich damit ausgezeichnet, unter schwerem Feuer seine Taufe bestanden und als Kommandeur Entscheidungen getroffen, die über Sieg oder Niederlage entschieden.
Das EK I folgte als Kommandeur der I. Kompanie IR 330, beim Durchbruch der Maginot Linie. Danach war er mit seiner I. Kompanie im umbenannten 596 IR (vorher 330) als Wachbataillon in Paris eingesetzt.
Als nächste Schritt im Karriereweg des Paul Audorff sollte nun die Operation "Seelöwe" kommen, dazu wurde der zum Major beförderte Audorff an die Atlantikküste versetzt und dort mit der I. Kompanie 596 IR dann auf britische Festland übersetzen. Dazu sollte es aber nicht kommen, als Major "Krimhilde" erreichte und er nach Afrika als Regimentskommandeur bestellt wurde.

 

 
Karriere
1923
Rekrut
1925
Oberschütze
1927
Gefreiter
1929
Unteroffizier
1934
Feldwebel
1934
Leutnant
1934
Oberleutnant
1937
Hauptmann
1941
Major
1943
Oberstleutnant


Einsatz in Afrika

Sein Weg und Kampf für Afrika

 

In Grafenwöhrt (Herbst 1942) begann sein Weg nach Afrika, hier stelle er das Infanterieregiment 754 auf, ließ es auf Tauglichkeit untersuchen, mit Tropenuniformen ausrüsten und war die treiben Kraft für eine schnelle Verlegung in den neuen Einsatzort. Das I. Bataillon unter Major Fritz Weidenhammer konnte bereits verladen werden und verließ in den Tagen nach dem 14. Dezember 1942 die Heimat Richtung Afrika. Für das Übersetzen waren italienische Schiffe zuständig und das gesamte Regiment landete nach und nach in Tunis. Dabei wurde das I. Bataillon gleich nach der Landung als Verstärkung in die Kämpfe geworfen. Auch Major Audorff war gleich nach seinem Eintreffen in den nach Westen gerichteten Abwehrkampf involviert. In den folgenden Kämpfen bewies das IR 754 seine Standfestigkeit, brachte die 78. britische ID zum Stehen und konnte wichtige Schlüsselstellen behaupten. Das gelang vor allem durch die Unerbittlichkeit des Major, wenn es um das Anlegen von festen Stellungen und festen Unterständen ging. So konnte das Regiment von Audorff bis zum Eintreffen der übrigen Division (Grenadierregiment 754 und 755, Gebirgsjägerregiment 756 und Ari 334) das Gebiet um die Weihnachtsberge sichern und ein Aufmarsch Gebiet bereitstellen.
In den folgenden schweren Kämpfen tat sich Audorff persönlich hervor, indem er zwei Offiziersspähtrupps selbst führte und mehrfach Gefangene machte. Sein Regimentsgefechtsstand war zentral bei Massicault eingerichtet und er konnte so mit seinen Reserven blitzschnell an Ort und Stelle sein. An allen Brennpunkten war der Major persönlich anwesend, führt souverän sein Regiment und zeichnete sich durch seinen Mut aus. Mit seinen tapferen Grenadieren kämpft er dort wo Not am Mann war. Er galt als einsatzfreudig, fürsorglicher Vorgesetzter und guter Kamerad. Vom Offizier an seiner Seite bis zum letzten Grenadier in an der vordersten Linie, konnte sich jeder auf ihn verlassen. So wurde Paul Audorff am 1. Februar 1943 zum Oberstleutnant befördert.
Nachdem Audorff an den Weihnachtsbergen abgelöst wurde, war für ihn keineswegs einer Zeit des Ausruhens angesagt, sondern wurde er an neue Brennpunkte geschickt. Er verteidigte die tunesische Westfront mit aller Kraft, führt mehrere gewaltsame Erkundungen durch und führt den Durchbruch auf Medjez el Bab, einer Schlüsselposition für beide Seiten, nämlich dem Schlüssel zu Tunis.
Der Durchbruch misslang und für Audorff war nun der Feind in der besseren Position in Afrika. Auch ein zweiter Versuch auf Djebel Hoka mit unterlegenden Kräften und ohne schwere Waffen war ein aussichtsloses Unterfangen.
Bei diesem Angriff zeichnete sich der Adjutant des Bataillons, Leutnant Hutzler aus, der mit seinem Krad mehrmals durch geballtes Feindfeuer fuhr um der abgeschnittenen 3. Kompanie Munition zu bringen. Audorff empfiehl ihn fürs Ritterkreuz.
In der Nacht zum Karfreitag begann der englische Großangriff, mit Zielrichtung Tunis. Von nun galt es für das Deutsche Afrika Korps. Die Grenadiere schlugen Angriff um Angriff an und Audorff für mit dem Kübelwagen von Bataillon zum nächsten. War dem Gegner ein Einbruch gelungen, so war Audorff zur Stelle und warf ihn wieder hinaus. Mit nur schwachen Kräften, nur von Fallschirmjägern auf der Südflanke geschützt, schlug er den englischen Großangriff ab. Völlig aus dem Konzept gebracht, brachen die Engländer ihren Angriff ab. Das Regiment 754 musste schwere Verluste hinnehmen, doch die HKL war fast an gleicher Stelle wie vor der Offensive gehalten worden. Die 15. PD schaffte noch einmal ein solche Offensive abzuhalten, doch gelang der feindliche Durchstoß am 7. Mai.

 

"Nachdem am 25.04.1943 ein britischer Großangriff auf Medjez el Bab anbrach, der einen Durchbruch bis nach Tunis zum Ziel hatte, wehrte Audorff in vorderster Linie, persönlich den Angriff, unterstützt durch eine Panzerbrigade, ab. Die HKL bleib dabei in eigener Hand. Für diesen Abwehrerfolg wurde das Regiment im OKW-Bericht genannt und der Kommandeur durch den Divisionskommandeur der 334. Infanteriedivision zum Ritterkreuz vorgeschlagen."

Für Paul Audorff war damit der Krieg in Afrika noch nicht zu Ende, er sammelte die Reste der übrigen Bataillone auf und zog in der Nacht des 7. Mai zu seinen Ausweichstellungen. Auf diesen Wege wurde sein Bataillonsadjutant tödlich verwundet. Leutnant Hutzeler war ein tapferer Soldat und Audorff sagte voll Stolz, "mit Ihm ging einer der tapfersten Männer von uns, die jemals einen Stahlhelm getragen haben."


Weitere Jahre

Ende

Seine letzte Befehle in Afrika erteilte er um den Rückzug anderer Einheiten zu decken. Noch einmal folgten die Soldaten ihrem Regimentskommandeur. "Wir sitzen auf den Panzern auf!" befahl Oberstleutnant Audorff und seine Grenadiere kämpften mit ihrem ganzen Mut um die Amerikaner noch einmal zurückzuwerfen - Es gelang!
Nachdem der Treibstoff zu Ende ging, wurde die Geschütze wie Panzer eingegraben und hinter den eigenen Linien als Befestigungen eingesetzt. Der folgenden amerikanische Angriff wurde mit starken und massierten Panzerkräften durchgeführt. Sie eroberten Djebel Achkel und die Panzer wurden überrannt. Die letzten Grenadiere weigerten sich aufzugeben und trieben den Feind mit dem gezielten Einsatz von Sprengmitteln zurück - das Bataillon hielt zum letzten Mal.
Am 10. Mai 1943 war der Kampf zu Ende, die letzten Überlebenden des Bataillons wurden nach Ferryville zurückgeführt, die Männer sollten nicht dem Feuerregen der feindlichen Ari sinnlos geopfert werden. In Ferryville gingen die letzten des Regiments in die Gefangenschaft, Oberstleutnant Audorff war schon am 8. Mai festgesetzt worden. In Protville wurde er von den Amerikaner gefangen genommen, als er neue Munition, Treibstoff und Verstärkung besorgen wollte. Er ging in die Kriegsgefangenschaft und wurde nach Amerika transportiert. Er erfuhr in der Gefangenschaft, am 27. Juni 1943, dass ihm das Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz verliehen worden war.


 
Auszeichnungen
 
EK II am 05.10.1939
EK I am 06.06.1940
Infanterie-Sturmabzeichen in Silber
Verwundetenabzeichen in Schwarz
Dienstauszeichnung II. Klasse am 02.10.1936
Ärmelband "Afrika"

Bis zum 13. März blieb Paul Audorff in Gefangenschaft, erst danach kehrte es nach Deutschland zurück und trat als Mitarbeiter in die Brauerei seines Schwiegervaters in Marktleuthen ein, in der er bis zu seinem Tode (17.01.1981) tätig war.

Quellen

Karl Alman, Ritterkreuzträger des Afrikakorps, Rastatt 1975.

http://www.ritterkreuztraeger-1939-45.d ... f-Paul.htm (Letzter Zugriff 22.09.2010)
http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Per ... dorffP.htm (Letzter Zugriff 22.09.2010)
http://pt.wikipedia.org/wiki/Paul_Audorff (Letzter Zugriff 22.09.2010)
http://www.ritterkreuztraeger.info/rk/a/A098Audorff.pdf (Letzter Zugriff 22.09.2010)

Autor: Freiherr von Woye