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Das Thema

 

Hans-Jürgen von Arnim
Generaloberst
Ritterkreuzträger des Deutschen Afrikakorps

 

 

An OKW:

Munition verschossen
Waffen und Kriegsgerät zerstört
Afrikakorps hat sich bis zu Kampfunfähigkeit geschlagen

13. Mai 1943

 

 

 

 

Einleitung

 

Hans-Jürgen v. Arnim war ein preußischer Offizier wie aus dem Dienstbuch, dem soldatisches Gedankengut, die Hingabe für den Staat und den König als Dienstherrn wie selbstverständlich im Wesen lagen. Eine Familie die für einen Offizierstratdition steht, wie wohl nur wenige andere in Deutschland, dabei war so oft Brandenburg/Preußen Ursprungsland solcher Traditionen und Familienlinien. Sechs Brüder seines Urgroßvaters hatten gegen Napoleon gefochten, zwei davon waren in den Freiheitskriegen gefallen. Die preußische Grundhaltung von Treue, Pflicht, Vorbild, Disziplin, Einsatzbereitschaft für Kaiser, Volk und Vaterland, gaben ihm Halt und prägten sei Tun und Handeln.
Ein bescheidener Mann, dem wie keinem die deutsche Uniform nicht nur äußerlich kleidete. Er war politisch Konservativ eingestellt und immer auf die Erhaltung eingestellt, wobei er der jeweiligen deutschen Regierung treu ergeben war. "Als Soldat hat er sich, getreulich seinem Eid, mit ganzer Kraft für sein Vaterland eingesetzt und tapfer für Deutschland gekämpft. Damit hat er natürlich auch für die Stabilisierung des nationalsozialistischen Systems gesorgt."

 

Er lebte ein Soldatenleben, war für seine Untergebene immer der treusorgende Offizier und machte seinem Stand wie seiner Familie alle Ehre!

 


Jugend

 

Jugend


(1909)

Geboren am 4. April 1889 in Ernsdorf, Landkreis Reichenbach (Eulengebirge) / Niederschlesien und gestorben am 1. September 1962 in Bad Wildungen, war Hans-Jürgen von Arnim ein deutscher Heeresoffizier (seit 1942 Generaloberst) und während des Zweiten Weltkrieges Divisions-, Korps- und Armeekommandeur. Als er starb trauerten die alten Afrikakämpfer um einen der Ihren, einen der besten Soldaten Afrikas.
Der Name von Arnim ist mit der Geschichte von 30 Generalen verbunden, die aus dieser ehrenwerten deutschen Offiziersfamilie hervorgehen. Er entstammte einem alten märkischen Adelsgeschlecht, das im 16. Jahrhundert auf Schlössern in der Uckermark ansässig war. Seine Eltern waren der königlich preußische Generalmajor Hans von Arnim (1861–1931) und Martha Honrichs (1865–1953). Alle seine Vorfahren waren hochangesehene Vertreter ihrer Zunft, so sprach auch General der Kavallerie Siegfried Westphal am Grab des verstorbenen Hans-Jürgen von Arnim , von einem aufrechten Mann und hochanständigen Soldaten.

"Die deutschen Afrikakämpfer des zweiten Weltkriegs haben die schmerzlichen Pflicht, heut Abschied zu nehmen von Hans-Jürgen von Arnim, weiland Generaloberst, erster Befehlshaber der 5. Panzerarmee in Tunesien und letzter Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Afrika.
Ich habe persönlich aus nächster Nähe erlebt, wie oft der Generaloberst für das Wohl der ihm anvertrauten Truppen eintrat, mit welcher Unbeugsamkeit er sich für seine Soldaten einsetzte. Daher wurde ihm allgemeine Liebe und Achtung zuteil. Sie hat bis zum heutigen Tage angehalten. Auch der Feind konnte diesem Mann seinen Respekt nicht versagen.
Generaloberst Hans-Jürgen von Arnim war so, wie ein hoher Truppenführer sein muss:

EIN MANN, EIN MENSCH, EIN HERR!"


1. Weltkriegl

 

1. Weltkrieg


(1915/16)

Den ersten Weltkrieg erlebt er hautnah. Er war zu dieser Zeit beim Reserve-Infanterieregiment der 4. Garde-Infanteriedivision an der Westfront. War er zuerst Battalionsadjutant , so bekam er bald danach eine eigene Kompanie. Während seines Einsatze in schwersten Kämpfen wurde er dreimal verwundet und mehrfach ausgezeichnet.
Seine Verdienste bleiben nicht unbeachtet und er durfte als Hauptmann in der Reichswehr der Weimarer Republik dienen. Dort im Truppenamt - dem illegalen Generalsstab - und bei der Truppe. Dadurch konnte Arnim beiderseitig Erfahrungen sammeln und sich schon früh in die Planung wie Ausführung einbringen. Sein Weg ging als Major (1. Juli 1934) bei der Division "Bremen", 22. Infanteriedivision, Kommandeur des Infanterieregiments 68 und schließlich als Chef der Heeresdienststelle 4 in Schweidnitz den Weg durch die verschiedenen, üblichen Instanzen eines zukünftigen Generals.


 
militärischer Werdegang
1909
Leutnant
1915
Oberleutnant
1917
Hauptmann
1919–1920
Kompanieführer im 29. Reichswehr-Infanterie-Regiment
1924-1925
im RWeMin.
1928
Major
1932
Oberstleutnant
1935
Oberst
1938
Generalmajor
1939
Generalleutnant
1941
General der Panzertruppe
1942
Generaloberst
1943
Oberbefehlshaber der aus deutschen und italienischen
Verbänden zusammengesetzten Heeresgruppe Tunis
1943–1946
in amerikanischer Gefangenschaft


(1927)


2. Weltkrieg

 

2. Weltkrieg

Der Zweite Weltkrieg startete für Ihn als Kommandeur der 52. Infanteriedivision. Seine Taten während der Kämpfe in Frankreich (1940) führten zur Verleihung beider Spangen zu den Eisernen Kreuzen.
Im Russlandfeldzug führte er als Generalmajor die 17. Panzerdivision (Panzergruppe Guderian). Zu den Erfolgen dieser Zeit gehören die Erstürmung Brest-Litowsk, die Erfolge bei Minsk und weitere Eroberungen im Zuge der Offensive. Er wurde dabei verwundet und seine Taten führten zur Beförderung zum Generalleutnant wie zur Verleihung des Ritterkreuzes (4. September 1941). Der frischgebackene Ritterkreuzträger bewies sich auch sogleich beim Unternehmen "Taifun", den zwei großen Kesseln bei Wjasma und Brjansk. Sein Vorgehen und Mut gegen die Truppen von Marschall Timoschenkos und Generaloberst Jeremenko. Die Kämpfe von Tichwin zum Wolchow wurden von Generaloberst Halder als "ein Ruhmesblatt soldatischer Tugend" bezeichnet. Bei 52 Grad Kälte hatten alle Divisionen hohe Verluste erlitten - die Einheiten von Arnim haben die Divisionen entlastet und er hat den Entsatzvorstoss gegen Cholm geleitet.
In den schweren Kämpfen im Herbst 1942 wurde der General der Panzertruppe von Arnim zur "Wolfschanze" gebeten. Dort erhielt er Informationen über die Situation in Afrika, der Situation der deutschen und italienischen Truppen auf dem Kontinent, dessen Verluste und mehr als brenzlige Lage:

 

"In Tunesien soll die 5. Panzerarmee neu gebildet werden. Die außerordentliche Verhältnisse in diesem Raum machen trotz der geringen Truppenstärke den Führungsrahmen eines Armeeoberkommandos notwendig"
Generalleutnant Ziegler zu Hitler

"Generaloberst von Arnim, der noch heute hier eintreffen wird, ist von mir zum Oberbefehlshaber vorgesehen, und Sie, Ziegler, nehmen die Stelle seines bevollmächtigten Vertreters ein."
Hitler zu Generalleutnant Ziegler

"Auf diese Weise ist jederzeit die Möglichkeit für Entscheidungen durch das Oberkommando in Tunesien gegeben."
Hitler letzter Wort und Plan für Afrika


DAK

 

In Afrika - DAK

 

Seine Warnung an Hitler, dass es sehr wahrscheinlich Probleme mit dem Nachschub über das Mittelmeer geben würde. Die neuen drei Panzerdivisionen und drei motorisierten Divisionen wurden somit in die Arena geworfen, aber langfristig gesehen musste man sich einfach Sorgen machen. Die Bedenken und die Denkweise Zieglers machten ihn zu einem ausgezeichneten Stellvertreter von Arnims. Beide waren preußisch erzogen und ausgebildet, Sie lösten dabei General der Panzertruppe Nehring ab, der davon aber erst kurzfristig erfuhr und trotzdessen eine gute Übergabe für die neuen Kommandeure einleitete.
Damit war von Arnim auf einem Kriegsschauplatz angekommen, der ihm alles abverlangen sollte und auf dem er das schwerste Schicksal eines Befehlshabers, die Kapitulation, erleben sollte. Er bildete mit Ziegler ein ausgezeichnetes Team, setzen beide gemeinsam ein Strategie um, die es den Feind schwer machte und eine Konsolidierung des Brückenkopf, der aus dem Nichts entstanden ist, mit nur 158 Panzer III und IV sowie 11 Tigerpanzern bewerkstelligte. Anfang 1943 trafen dann auch Rommel und das Gros der Panzerarmee Afrika in Tunesien ein. Sowohl Rommel als auch von Arnim arbeiteten an neuen Offensivplänen, die weitergehender waren als die vorher laufenden Operationen. Generaloberst von Arnim kam zu der Überzeugung, dass im Südabschnitt der Tunesienfront in absehbarer Zeit mit einem Großangriff gerechnet werden müsse:

"Ziel dieser feindlichen Großangriffe wird es sein, das Meer zu erreichen und die Panzerarmee Afrika von der 5. Panzerarmee zu trennen"
Von Arnim im Gespräch mit Oberst Pontow

Daraus entstand das Unternehmen "Frühlingswind", eine Aktion mit der 5. Panzerarmee, der 10. und 21. Panzerdivision, mit einer besonderen Rolle der schweren Panzerabteilung 504. Somit kam das Vorgehen bzw. Planung mit Rommels Zielen, dem Gegner weit in den Rücken hineinzustoßen und auf Tebessa vorzupreschen. Damit sollte die alliierte Invasionsarmee von ihren Versorgunglinien abgeschnitten und aus Richtung Tebessa bis zur Küste vorgedrungen werden. Ein gewagtes Unterfangen, aber damit sollte die gesamte alliierte Front in Tunesien zum Einsturz gebracht werden. Der gesamt Plan konnte nicht so in die Tat umgesetzt werden, dafür fehlten ganz einfach die Mittel, aber bei "Frühlingswind" konnte massiver Schaden angerichtet werden:

"Was noch wenige Stunden vorher die ausgezeichnete Panzerwaffe des II. US-Korps ausgemacht hatte, war in den Abendstunden des 14. Februars nur noch ein Haufen glühender, qualmender Trümmer. Über siebzig Sherman Panzer lagen vernichtet, ausgebrannt und einige noch immer brennenden, auf der Plaine bei Sidi bou Zid"
John D'Arcy-Dwason Beobachter der Schlacht - "Tunesien Battle"

 

Daraus entwickelte sich eine Situation, die Ziegler und Arnim schlau für sich nutzten und die gesamte Front aufrollen sollte. Rommel übernahm auf Weisung des OKW die gebildet Kampfgruppe Ziegler und rollte nach und nach die alliierte Front auf. Rommel stieß immer weiter vor und es kam soweit, das von Arnims Bedenken doch noch Wirklichkeit wurden. Die Briten waren auf einmal im Rücken der Deutschen, die Kräfte des DAK reichten bei weitem nicht gegen das Material ihrer Gegner aus und es kam was kommen musste.
Die Heeresgruppe Afrika, von Generalfeldmarschall Kesselring eingerichtet, von Rommel geführt und nach dessen Kurabwesenheit von Arnim übernommen, übernahm vor allem Verteidigungsaufgaben und den Charakter einer verlorenen Materialschlacht.

"Gewiss schiele ich nach rückwärts; in der Hoffnung, wenigstens einige Versorgungsschiffe zu entdecken. Aber da kommen keine, trotz aller Zusagen"
Der OKW hielt von Arnim ständig die Sicht rückwärts vor, Fakt war das ab dem 23. März 1943 kein Schiff mehr Tunesien erreichte.

Er musste ständig improvisieren, setze sogar die Luftsicherung aus um Benzin zu sparen, er setze alles ein was er hatte um Stellungen so lange wie möglich und Transporte zu gewährleisten - vor allem die mit Verwundeten.

„In Abwehrschlachten voll bewährter Kommandierender General. Energisch und verantwortungsfreudig. Setzte sich bedingungslos ein und zeigte auch in Krisenlagen unerschütterlich zuversichtliche Haltung. Lebt und führt im Sinne der nationalsozialistischen Weltanschauung."
(Walter Model, Generaloberst über seinen Waffenkameraden)


 
1935 - 1938
Kommandeur der 68. Regiment
1938 - 1939
General Kommandeur Heereslager 4
1939 - 1940
General Kommandeur 52. Division
1940 - 1941
General Kommandeur 17. Panzer-Division
1941 - 1942
Kommandeur XXXIX Panzerkorps, Ostfront
1942 - 1943
Kommandeur 5. Panzerarmee, Nordafrika
1943
Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Tunis, Nordafrika
1943 - 1948
Kriegsgefangener


Kapitulation

 

Die Kapitulation

 

Der Kampf ging zu Ende. Mit den letzten seiner Leute, zu denen noch General der Panzertruppe Cramer mit seinem Korpsstab kam, entschloss sich Generaloberst von Arnim am 12. Mai 1943 auf dem Gefechtsstand bei Ste. Marie zu Zit, den Kampf einzustellen. Er schickte Oberst i.G. Nolte, den Chef des Stabes des DAK, zum englischen Befehlshaber. Auf das Kapitulationsangebot erschienen zunächst in einem Jeep Oberstleutnant I.B. Glennie und Major C. Bryant von Royal Sussex Regiment. Etwas später kamen der Kommandierende General der britischen 1. Armee, General Anderson, und der Kommandeur der 4. Indischen Division, Generalmajor Tucker. Vorher hatte der Oberbefehlshaber noch Rommels Wohnwagen anzünden und die letzten beiden Befehlspanzer Rommels in eine tiefe Schlucht des Zaghouan-Berges stürzen lassen. er wollte nicht, dass irgendein Erinnerungsstück an Rommel in die Hände des Feindes fiel.
Als die britischen Gegner erschienen, ging der Generaloberst - dem die Rettung durch ein Flugzeug angeboten worden war - aufrecht und ungebeugt den schweren Gang, den alle "Afrikaner" gehen mussten.

"Herr Generaloberst, haben Sie noch einen Wunsch?"

"Revanchieren Sie sich für die 700 Engländer und lassen sie 700 deutsche Schwerverwundete mit Lazarettschiffen nach Italien bringen!"
(General Alexander zögerte nur einen Moment, dann legte er salutierend die Hand an die Mütze)

"Ich werde den Wunsch erfüllen!"


Zum Schluss

 

Schlusswort
Nach seinem Tode gaben Hunderte alter Afrikaner ihrem verehrten Oberbefehlshaber das letzte Geleit!



"[...] Mit Bewunderung verfolgt mit mir das ganze deutsche Volk den Heldenkampf seiner Soldaten in Tunesien. Für den Gesamterfolg des Krieges ist er von höchstem Wert gewesen. Der letzte Einsatz und die Haltung Ihrer Truppen werden ein Vorbild für die gesamte Wehrmacht des Großdeutschen Reiches sein und als ein besonderes Ruhmesblatt der deutschen Kriegsgeschichte gelten."
(Hitler in einem der letzten Funksprüche an Generaloberst Hans-Jürgen von Arnim in Nordafrika)

Nach Stalingrad war dies innerhalb weniger Wochen die zweite große Niederlage der deutschen Wehrmacht. Damit war das Ende der Eroberungsfeldzüge und das anfängliche Kriegsglück war ebenso vorbei. Es war kein wirklicher Heldenkampf mehr, auch kein Aufbäumen der Wehrmacht in Afrika, es war ein absehbares Ende eines Feldzuges, der so nicht geplant war. Hitler versuchte ab nun an den Endkampf zu glorifizieren und es sollte kein weites kapitulieren mehr geben ...

 


 
Auszeichnungen
 
Eisernes Kreuz (1914) II. und I. Klasse
Ritterkreuz des Königlichen Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern
Hanseatenkreuz Hamburg
Verwundetenabzeichen (1918) in Silber
Wehrmacht-Dienstauszeichnung IV. bis I. Klasse
Spange zum Eisernen Kreuz II. und I. Klasse
Medaille Winterschlacht im Osten 1941/42
Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes am 4. September 1941
Ärmelband Afrika


Quellen

http://www.bunker-kundschafter.de/Heerlenker.htm (Letzter Zugriff 17.09.2010)
http://de.wikipedia.org/wiki/Hans-J%C3%BCrgen_von_Arnim (Letzter Zugriff 17.09.2010)
http://lexikon-der-wehrmacht.de/Persone ... rnim-R.htm (Letzter Zugriff 17.09.2010)
http://www.ritterkreuztraeger-1939-45.d ... en-von.htm (Letzter Zugriff 17.09.2010)
http://www.vonarnim.com/portraits/Hans- ... uergen.pdf (Letzter Zugriff 17.09.2010)

Autor: Freiherr von Woye