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Das Thema

 

Fritz Bayerlein
Generalleutnant
Ritterkreuzträger des Deutschen Afrikakorps

 

* 14. Januar 1899, Würzburg + 31. Januar 1970, Würzburg

 

Er war Rommels Stabchef in Afrika!

 


Vorwort

 

Einleitung

Schon unter Generaloberst Generaloberst Guderian war er im Stab tätig und konnte immer wieder sein taktisches Geschick unter Beweis stellen. Dort begleitete er den "schnellen Heinz", war nicht nur mit seiner Persönlichkeit vertraut, sondern auch mit seinen taktischen Richtlinien. Mit dem Chef des Stabes von Guderian, Oberst von Liebenstein, war er für die Befehle des Panzerkorps II zuständig, welche die operative Führung bestimmte. Er begleitete das Panzerkorps II bis zum Kessel von Kiew, doch die Schließung des Kessels, bei deren Vorbereitung er maßgeblich beteiligt war, erlebt er nicht mehr mit. Sein Generaloberst Guderian hatte seinen fähigen Mann an General Erwin Rommel abgegeben, der einen taktisch versierten und kühn operierenden Chef des Generalstabes benötigte. Er gab seinen Mann ungern ab, doch war Bayerlein genau der Richtige an Rommels Seite - für die Aufgabe Afrika!!


Jugend

 

Jugend und Weg in die Wehrmacht

 

Fritz Bayerlein wurde am 14. Januar 1899 in der Stadt Würzburg geboren. Er verbrachte seine Jugend in der Stadt und trat nach seiner bestandenen Reifeprüfung am 5. Juni 1917 in die Armee ein. Das 2. Jägerbataillon Aschaffenburg wurde seine erste Station in der kaiserlichen Armee. So erlebte er das letzte Jahr des Ersten Weltkriegs, mit verschiedenen Aufgaben betreut, an der Front.
Nach Kriegsschluss und Niederlage des Kaiserreiches, wurde Bayerlein in die Reichswehr übernommen und bekam, wie viele verdiente Soldaten, die Chance sich in höheren Positionen zu beweisen. Am 21. Januar 1922 wurde er Leutnant und erhielt in den folgende Jahren eine gediegene Generalstabsausbildung. Seine Leistungen als Truppenoffizier und das Bestreben des Reichswehr möglichst viele gut ausgebildete Offiziere in ihren Reihen zu wissen. Man ging damit indirekt gegen den Versailler Vertrag vor, der Deutschland zwar 100 000 Soldaten als Grenze setzte, doch durch überdurchschnittlich viele Offiziere und Unteroffiziere in ihren Reihen, würde eine Aufstockung in der Zukunft schnell und unkompliziert von Statten gehen.
So ging Bayerlein seinen Weg durch die Reichswehr, als Hauptmann des XV. Armeekorps des damaligen Generals der Infanterie Hoth, dessen eine von drei Divisionen von einem gewissen Oberst Guderian geführt wurde. In diesem Korps fand Bayerlein seinen Platz als Ib unter dem Chef des Stabes, Oberst Stever, im Generalsstab der 3. Panzerdivision. Schon 10 Monate später war er, mittlerweile im Range eines Majors, Ia der 10. PD.


2. Weltkrieg

 

Weg in den Zweiten Weltkrieg

Mit dieser Panzerdivision ging Bayerlein in den Zweiten Weltkrieg. Seine Vorgesetzten waren erst Generalleutnant Schaal und nach dessen Verwundung Generalleutnant Stumpff. Bayerlein ging in seiner Stabstätigkeit voll auf, konnte er im Krieg doch seine ganze Qualitäten unter Beweis stellen. Die kühnen Operationen in Polen und Frankreich sind zum Teil unter der Rigide von Bayerlein entstanden. Seine Beförderung zum Oberstleutnant am 1. September 1940 war deshalb nur Formsache und Generaloberst Guderian hatte schon lange ein Auge auf den tüchtigen Generalsstabsoffizier geworfen. Guderian brauchte einen fähigen und tatkräftigen Mann an seiner Seite, wenn er die Operationen an der Ostfront verwirklichen wollte. So erlebte Fritz Bayerlein an der Seite des Schöpfers der deutschen Panzertruppe die gewaltigen Panzervorstöße in die Weiten Russlands, bis ihn Guderian nach Afrika bestellte.


Afrika

 

Kampf in Afrika

 

In Afrika wurde ein anderer Panzerexperte und Offensivspezialist sein Vorgesetzter - Erwin Rommel. Hier fühlte sich Bayerlein gleich ebenso wohl und verstanden, auch weil Rommel dem hochgewachsenen, schlanken und mit beiden Eisernen Kreuzen dekorierten Generalstabsoffizier ebenso vertraute wie Guderian.
Als neue Stabschef des DAK war er bei der englischen Großoffensive Crusader im Raum Bardia sofort im Brennpunkt des Kriegsschauplatzes Afrika. Er verhörte eigenhändig einen Gefangenen der 4. indischen Division um bessere Informationen zu bekommen, was ihm fast den Atem verschlug. Denn der britische Geheimdienst war im Besitz neuer und neuster Angriffspläne aus Rommels Büro. Bayerlein setze sich sofort dahinter und kontaktierte auf dem schnellsten Wege seinen Vorgesetzten:

"Die Karte hat uns der Gegner zur Irreführung zugespielt, Bayerlein"
(Antwort Rommels)

Dabei war eine Karte aufgrund der Blitzentscheidungen von Rommel immer keine langfristige Sache. Bayerlein war als Chef des Stabes immer bemüht die Entscheidungen von Rommel schnellst möglich umzusetzen, damit wusste er um den Erfolg des britischen Nachrichtendienst.
Doch das DAK war ein ungebrochener Haufen tapferer deutscher Soldaten:


(Rechts: Rommel / Mitte: Bayerlein / Links: Kesselring)

"Er sah wie ein Großangriff aus, und immer wieder stoben einander widersprechende Leuchtkugeln in den Himmel empor. Grüne, rote, gelbe und weiße wild durcheinander"
(Feldwebel Frantzke vom Flak-Regiment 135, 31.12.1941)

Um Punkt Mitternacht erklang das Deutschlandlied über die deutschen Stellungen. Die 22. britische Panzerbrigade wurde Zaungast dieses Geschehens, und ihre Funkstelle meldete nach Kairo:

"Das Afrikakorps sang gestern Nacht in seinen Feldstellungen die deutsche Nationalhymne. Wir sollten uns nicht darüber täuschen, dass diese von ungebrochenen Offizieren befehligten Soldaten nicht geneigt sind, den Kampf aufzugeben"


(Rechts Bayerlein)

Die deutsche Offensive wurde der gleichen Leidenschaft geführt, wie die Soldaten gesungen hatten. Am 21. Januar 1942 wurden schnell hintereinander Agedabia, Antelat, Msus und Benia erobert. Ganze 17 Tage dauerten die Kämpfe und die Panzergruppe Afrika und sodann in die Panzerarmee Afrika umbenannt.
Am 1. April wurde Bayerlein zum Oberst befördert, als Reaktion auf seine Beteiligung an den Angriffsplänen von Tobruk. Doch die Situation blieb nicht so rosig, denn bei seinen Vorstößen stand das DAK bald isoliert da. Doch hier zeigte Bayerlein sein ganzes Können und das DAK wurde durch Rommels Kühnheit und Bayerleins Effizient aus der Lage befreit.
Nachdem Tobruk eingenommen wurde, sollte es mit dem zum Feldmarschall beförderten Rommel Richtung Alexandria weiter gehen. An seiner Seite standen der nun zum General der Panzertruppe beförderte Nehring.

"Ich muss mit aller Gewaltvermeiden, dass die Briten irgendwi eine neue Front aufrichten und dieser Front frische Verbände aus dem Nahen Osten zuführen. Die (britische) 8. Armee ist jetzt außerordentlich schwach. Ihr Rückgrat sind zwei Infanteriedivisionen. Die Panzerverbände, die in aller Eile aus dem ägyptischen Hinterland zugeführt worden sind, können keine nennenswerte Schlagkraft besitzen."

Bayerlein war nun ganz mit seiner Arbeit eingebunden. Immer wieder neue Angriffspläne, Vorstöße und neuen Karten. Dazu war eine Karte wieder in die Hände der Briten gefallen, was eine schnelle Neuplanung und Organisation von Bayerleins Stab erforderte. Die Alamein Stellungen lagen vor dem DAk und sollten zu einem Wendepunkt für das DAK und seine Offiziere werden.
Bayerlein selber wurden durch einen schweren Fliederangriff mit General Nehring überrascht. Nehring brach blutend zusammen und Bayerlein musste, nachdem auch Generalmajor Kleemann verletzt ausfiel, das DAK bis zum Entsatz alleine weiterführen. General von Vaerst übernahm das DAK, doch ohne zu verhindern, dass Alam Halfa für die Panzerarmee Afrika zum "Stalingrad" in der Wüste wurde. Ab da ging der Weg zurück!
Feldmarschall Rommel weilte in Deutschland um Unterstützung für das DAK zu gewinnen, Bayerlein sah sich dem Stellungskrieg gegenüber und der Führerbefehl "Halten um jeden Preis" hing wie ein Damokles Schwert um die weichenden Einheiten des Deutschen Afrika Korps.


(Bayerlein auf dem Kommandowagen hinter Rommel)

"Bayerlein, der Führerbefehl ist ein Wahnsinn. Das ist das Todesurteil für die Armee. Wie soll ich das vor den Soldaten vertreten?"
(General von Thoma)

Bayerlein sah den zwanzigmal verwundeten Offizier des Ersten Weltkrieges, der den Militär-Max-Josephs-Ordens trug, sah Bayerlein noch einmal: "Gehen Sie nach el Daba. Ich bleibe hier und übernehme persönlich die Verteidigung des Tel el Mampsra."
Der General ging in die Gefangenschaft und Bayerlein konnte trotz tollkühnem Einsatz ihn nicht davor bewahren. Die gesamte Front war durchbrochen, Rommel stellte sich gegen die Führerbefehl und Afrika war verloren. Die Tagen und Wochen nach dem Abflug Rommels führte Bayerlein das DAK. Er musste schwere Entscheidungen treffen und musste oftmals gegen den Befehl von Rommel handeln, doch die Gefahr des Kriegsgerichts nahm er für seine Männer gern auf sich. Der letzte deutsche Angriff auf Thala wurde noch einmal von Rommel und Bayerlein geführt. Gemeinsam fuhren sie an der Spitze des DAK.
Für seine Führungsleistung und für persönliche Tapferkeit und Einsatzbereitschaft in schwierigen Krisenlagen erhielt Oberst Bayerlein am 6. Juli 1943 als 258. Soldat der Wehrmacht das Eichenlaub zum Ritterkreuz. Am 1. August 1943 wurde er zum Generalmajor befördert.


Panzerlehrdivision

 

Die Panzerlehrdivision

Er führte anschließend die 3. PD, ehe ihn der nunmehrige Generalinspekteur der Panzertruppe, Generaloberst Guderian, mit der Aufstellung und Führung der Panzerlehrdivision beauftragt. Bayerlein war wie kein andere prädestiniert für diese Aufgabe. Sein Effizienz und Stabserfahrung, dazu die Lehre bei Guderian, Rommel und Nehring, waren die optimale Grundlage für eine Panzerdivision. In harter Ausbildung machte Generalmajor Bayerlein diese Division zur stärksten deutschen Panzerdivision.

Der 6. Juni 1944, die Operation Overlord, war die Feuerprobe und größter Erfolge für die Division, fuhr sie doch wie keine andere durch die Feueröfen der Invasionsschlachten. Der Name Bayerlein ist somit verbunden mit den Namen Tilly, Cagny, St. Lo, Avranches und Bastogne. So war es nur logisch Bayerlein auf der Liste für zukünftige Schwerträger des Ritterkreuzes wiederzufinden. Bereits am 20. Juli 1944 wurde dieser verdiente Generalmajor als 81. deutscher Soldat mit den Schwertern zum

 

 

 
Auszeichnungen
 
Eisernes Kreuz (1914) II. Klasse am 30. August 1918
Verwundetenabzeichen (1918) in Schwarz
Wehrmacht-Dienstauszeichnung IV. bis II. Klasse
Spange zum Eisernen Kreuz II. Klasse
Eisernes Kreuz (1939) I. Klasse
Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub und Schwertern
Ritterkreuz am 26. Dezember 1941
Eichenlaub am 6. Juli 1943 (258. Verleihung)
Schwerter am 20. Juli 1944 (81. Verleihung)
Panzerkampfabzeichen in Silber
Deutsches Kreuz in Gold am 23. Oktober 1943
Italienische Tapferkeitsmedaille in Silber
Ritterkreuz des Militärordens von Savoyen
Verwundetenabzeichen (1939) in Silber
Ärmelband Afrika
Ehrenblattspange des Heeres am 5. März 1945
Nennung im Wehrmachtsbericht am 11. Januar 1944 und 26. Juni 1944 Eichenlaub ausgezeichnet.


Kriegsende

 

Ende des Krieges / Gefangenschaft

Am 7. Februar 1945 übergab Generalleutnant Bayerlein die Division an Generalmajor Horst Niemack und übernahm das LIII. Panzerkorps, dass er bis zum Ruhrkessel am 15. April 1945 führte. Er ging in die Gefangenschaft und arbeitete in dieser Zeit für die amerikanische Historical Division, die sich um die Erarbeitung einer exakten Kriegsgeschichte bemühte.
Bis zu seinem Tode lebte Fritz Bayerlein in Würzburg.


Quellen

http://de.wikipedia.org/wiki/Fritz_Baye ... eutnant%29 (Letzter Zugriff 28.09.2010)
http://www.2ndbn5thmar.com/history/Frit ... einBio.pdf (Letzter Zugriff 28.09.2010)
http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Per ... rleinF.htm (Letzter Zugriff 28.09.2010)
http://en.wikipedia.org/wiki/Fritz_Bayerlein (Letzter Zugriff 28.09.2010)
http://www.jewishvirtuallibrary.org/jso ... rlein.html (Letzter Zugriff 28.09.2010)
http://www.online-lexikon.com/index.php ... &type=wiki (Letzter Zugriff 28.09.2010)
http://worldatwar.net/biography/b/bayerlein/index.html (Letzter Zugriff 28.09.2010)
http://www.armchairgeneral.com/avoiding ... y-1944.htm (Letzter Zugriff 28.09.2010)

Autor: Freiherr von Woye