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Portrait

Generalfeldmarschall Werner von Blomberg

Generalfeldmarschall Werner von Blomberg

Von Bundesarchiv, Bild 183-H28122 / CC-BY-SA 3.0
* 02. September 1878 in Stargard/Pommern
† 14. März 1946 in Nürnberg

Kaiserreich

Kaiserreich

Werner Eduard Fritz von Blomberg wurde am 02. September 1878 in Stargard/Pommern als Sohn des späteren Oberstleutnants und Garnisonsverwaltungsdirektors Emil Leopold von Blomberg geboren. Als 13jähriger trat er 1891 in Bensberg in das preußische Kadettenkorps ein und besuchte von 1894 bis 1897 die Hauptkadettenanstalt Groß-Lichterfelde, ehe von Blomberg als Fähnrich in das Füsilierregiment "Generalfeldmarschall Prinz Albrecht von Preußen" Nr. 73 in Hannover übernommen wurde. Noch 1897 erfolgte seine Beförderung zum Leutnant und 1904 seine Kommandierung, als Oberleutnant, zur Kriegsakademie nach Berlin. Nach deren erfolgreichem Besuch wurde er bereits 1908 zum Hauptmann befördert und in den Großen Generalstab versetzt. Seine hervorragenden militärischen Kenntnisse, sein gewandtes, weltmännisches Auftreten und seine Aufgeschlossenheit allem Neuen gegenüber kamen ihm dabei zugute. Dem Generalstabsdienst folgte 1911 wieder ein Truppenkommando als Kompaniechef beim 1. Lothringischen Infanterieregiment Nr. 130 in Metz.

 

 

Adolf Hitler, Franz von Papen und Werner von Blomberg am 25. Februar 1934 vor der Berliner Staatsoper


1. Weltkrieg

Erster Weltkrieg

Bei Kriegsausbruch im August 1914 wurde von Blomberg zunächst 1. Generalstabsoffizier (Ia) der 19. Reserve-Infanteriedivision. In dieser Division erhielt er seine "Feuertaufe" beim Vormarsch durch Belgien. Außerdem machte von Blomberg die Kämpfe bei St. Quentin, von Mai bis Juli 1915 jene vor Verdun, die Winterschlacht 1915 in der Champagne sowie die erbitterten Kämpfe um den Hartmannsweilerkopf im Elsass im Dezember 1915 mit. 1916 wurde er, inzwischen zum Major i. G. (im Generalstab) avanciert, als Ia zum XVIII. Reservekorps versetzt, welches damals vor Verdun eingesetzt war. Das Jahr 1917 erlebte von Blomberg beim Oberkommando der 7. Armee, wo er sich erneut in den Abwehrschlachten am Chemin des Dames und bei Soissons, sowie während der deutschen Sommeroffensive 1918 bewährte. Für seine hervorragende Mitwirkung bei der Anlage und Durchführung dieser Operation erhielt Werner von Blomberg am 3. Juni 1918 den höchsten preußischen Kriegsorden, den Pour le Mérite. Dass er sich selbst in diesen Kämpfen nicht schonte, beweist die Tatsache, dass ihm auch das Verwundetenabzeichen verliehen wurde.

Weimarer Republik

Weimarer Republik

Nach Kriegsende 1918 wurde von Blomberg in die Reichswehr übernommen, zunächst 1920 als Chef des Stabes der Brigade Döberitz (benannt nach jener Garnisonstadt bei Berlin) und ab dem 1. Mai 1921 als Oberstleutnant und Chef des Stabes der 5. Division in Stuttgart. 1925 wurde der inzwischen zum Oberst avancierte, als Chef der Ausbildungsabteilung (T 4) ins Reichswehrministerium nach Berlin berufen. Hier nahm er, entsprechend der von ihm gemachten Kriegserfahrungen, maßgeblich Einfluss auf die gesamte Truppenausbildung und auf die Neugestaltung der Dienstvorschriften. Noch größere Aufgaben erwarteten von Blomberg jedoch, als er 1927 an die Spitze des Truppenamtes trat und damit inoffizieller Generalstabschef (offiziell war dem Deutschen Reich durch den Versailler Vertrag die Bildung eines Generalstabes untersagt worden) der Reichswehr wurde. In dieser Dienststellung, am 1. April 1928 erfolgte seine Beförderung zum Generalmajor, unternahm er zahlreiche Studienreisen nach Österreich, Ungarn und die Sowjetunion, mit der es damals auf militärischem Gebiet eine enge Zusammenarbeit gab. 1929 wurde von Blomberg, inzwischen Generalleutnant, für vier Jahre als Kommandeur der 1. Division und Befehlshaber im Wehrkreis I nach Königsberg berufen. Dabei kam es jedoch zu zweimaliger Unterbrechung seines Dienstes. Einmal im Herbst 1930 anlässlich einer Studienreise durch die USA und dann zu einem Abstecher aufs politische Parkett, nämlich als Delegationsleiter des Heeres bei der deutschen Delegation auf der Genfer Abrüstungskonferenz vom 1. Februar 1932 bis zum 30. Januar 1933. Der Sprachbegabte von Blomberg erwies sich dabei als diplomatisch geschickter und vorzüglicher Verhandlungspartner.

NS-Staat

Nationalsozialismus

Als Reichspräsident Paul von Hindenburg am 30. Januar 1933 Adolf Hitler mit der Bildung einer neuen Reichsregierung beauftragte, berief dieser, auf Vorschlag von Hindenburgs, den parteilosen Generalleutnant von Blomberg zum neuen Reichswehrminister. Der neue Minister, seit 1918 war das Amt erstmals durch einen aktiven Soldaten besetzt, wurde zunächst am 30. Januar 1933 zum General der Infanterie und bereits am 30. August 1933 zum Generaloberst befördert. Der Ausbau der Reichswehr zur neuen Wehrmacht war dann auch die wehrgeschichtliche Leistung von Blombergs und seines Chefs des Ministeramtes, Oberst Walter von Reichenau, dem späteren Generalfeldmarschalls. Militärisch hochbegabt hatte Werner von Blomberg viel für die Weiterentwicklung der Ausbildung getan, war allem Neuen gegenüber aufgeschlossen und neigte offenbar dazu, immer modern sein zu wollen. Werner von Blomberg stand dem Nationalsozialismus zunächst nicht ablehnend gegenüber, waren doch neue kräftige Impulse deutlich zu spüren, die schließlich zu einer dringend notwendig gewordenen Wiederaufrüstung und auch zu wirtschaftlichem Aufschwung führten. Als Adolf Hitler am 30. Juni 1934 die oberste SA-Führung liquidieren ließ, wusste die Reichswehrführung längst, dass sich zwischen der NSDAP und ihrer „Parteiarmee“ der SA ein Konflikt angebahnt hatte. Auch die Reichswehrführung hatte ein Interesse an der Ausschaltung der SA, deren Wunsch die Bildung eines Volksheeres war. Nach der seitens von Blomberg mitgetragenen Zerschlagung der SA, sah er die Stellung der Wehrmacht als alleinigen Waffenträger im Dritten Reich als gesichert an. Aus dem Reichswehrminister wurde am 1. Juni 1935 der neue Reichskriegsminister. Am 20. April 1936 avanciert Werner von Blomberg zum ersten Generalfeldmarschall des Dritten Reiches. Hitler wollte damit auch „eine Ehrung für die gesamte deutsche Wehrmacht, für jeden einzelnen Offizier und für jeden deutschen Soldaten“ vollziehen. Zugleich war darin auch der Dank Hitlers zu sehen, dass er sich bei der Entmachtung der SA am 30. Juni 1934 auf die Loyalität der Reichswehr verlassen konnte und dass von Blomberg es schließlich gewesen war, der nach dem Tod des Reichspräsidenten von Hindenburg am 2. August 1934 die Vereidigung der Reichswehr auf Adolf Hitler befohlen hatte. Am 20. August 1934 dankte Hitler in einem Schreiben von Blomberg dafür: „So, wie die Offiziere und Soldaten sich dem neuen Staat in meiner Person verpflichteten, werde ich es jederzeit als meine höchste Pflicht ansehen, für den Bestand und die Unantastbarkeit der Wehrmacht einzutreten in Erfüllung des Testaments des Verewigten Generalfeldmarschalls und getreu meinem eigenen Willen, die Armee als einzigen Waffenträger in der Nation zu verankern.“

Am 5. November 1937 äußerten Generalfeldmarschall von Blomberg und Generaloberst von Fritsch bei einer Besprechung in der Reichskanzlei gegen Hitlers außenpolitische Pläne Bedenken. Jedoch zeigten beide keine grundsätzliche Ablehnung von Hitlers Plänen, es ging vielmehr um die Art und Weise der Durchführung. Im weiteren Verlauf der Besprechung kam es zu einem Wortwechsel zwischen von Blomberg und Generaloberst Göring, in den schließlich auch von Fritsch eingriff. Es ging um die Zuteilung der Rohstoffe für die Rüstung. Später wurde behauptet, die erzwungenen Rücktritte von Generalfeldmarschall von Blomberg und Generaloberst von Fritsch im Folgejahr seien durch Intrigen von Göring inszeniert worden. Dies ist so aber nicht richtig, denn zumindest im Falle von Blomberg traf Göring keine Schuld, da dieser sich selbst in diese Lage brachte. Seit 1932 war von Blomberg Witwer und vermählte sich 1938 erneut. Am 12. Januar 1938 (Görings 45. Geburtstag) fand die Trauung statt, bei der Adolf Hitler und Hermann Göring die Trauzeugen waren. Wenige Tage später wurde aber bekannt, dass es sich bei von Blombergs Frau um eine ehemalige Prostituierte handelte. Man warf ihm vor, durch die Vertuschung der Wahrheit oder auch ungenügende Unterrichtung das Staatsoberhaupt in eine unmögliche Lage gebracht zu haben. Daher wurde ihm die Einreichung des Abschieds „aus gesundheitlichen Gründen“ vorgeschlagen, welcher am 4. Februar 1938 gewährt wurde.

Nach seinem ehrenvollen Abschied, unter Geheimhaltung der wahren Umstände, unternahm von Blomberg eine ihm nahegelegte, längere Auslandsreise. Oberbefehlshaber des Heeres Generaloberst Werner Freiherr von Fritsch, als Nachfolger von Blombergs vorgesehen, musste ebenfalls aus „gesundheitlichen Gründen“ seinen Abschied nehmen, nachdem gegen ihn unberechtigte Vorbehalte wegen homosexuellen Verhaltens erhoben worden waren. Dafür entschuldigte sich Hitler allerdings im Nachhinein bei von Fritsch. Am 11. August 1938 wurde er auf dem Truppenübungsplatz Groß-Born vollständig rehabilitiert. Das Amt des Reichskriegsministers wurde aufgehoben. An seine Stelle trat das neue Oberkommando der Wehrmacht, zu dessen Chef der frühere Leiter der Organisationsabteilung des Truppenamtes und dann ab 1935, des Wehrmachtamtes im Reichskriegsministerium General der ArtillerieWilhelm Keitel berufen wurde. Hitler machte sich selbst zum Oberbefehlshaber der Wehrmacht, nachdem einige andere Kandidaten, wie etwa Admiral Erich Raeder, abgelehnt hatten und ernannte Generaloberst von Brauchitsch zum neuen Oberbefehlshaber des Heeres. Im gleichen Zuge wurden über 40 ältere Generäle pensioniert und 34 weitere auf andere Posten versetzt. Hermann Göring wurde am 4. Februar 1938 zum Generalfeldmarschall befördert und war somit der ranghöchste Soldat in Deutschland. Werner von Blomberg wurde zwar noch aus Anlass seines 40jährigen Dienstjubiläums zum Chef des Infanterieregiments 73 ernannt, aber eine offizielle militärische Funktion hat er nie wieder ausgeübt. Seiner Ämter enthoben, gesellschaftlich gemieden, persönlich diffamiert, zog er sich in den Ruhestand zurück.

2. Weltkrieg

Zweiter Weltkrieg

Während des Krieges hat auch die Familie von Blomberg Opfer gebracht. Einer seiner Söhne der Major i. G. (im Generalstab) der Luftwaffe Axel von Blomberg fand im Mai 1941 bei einem Einsatz beim „Sonderkommando Junck“ über Syrien den Fliegertod und hat auf dem deutschen Soldatenfriedhof in Bagdad seine letzte Ruhestätte. Der zweite Sohn, Henning von Blomberg, starb am 22. November 1942 als Major und Kommandeur einer Panzerabteilung in Nordafrika.

Nachkriegszeit

Generalfeldmarschall Werner von Blomberg überlebte zwar das Kriegsende, starb allerdings am 14. März 1946 in einem Nürnberger Gefängnis an einem Schlaganfall. Er war dort als wichtiger Zeuge für das Internationale Militärtribunal interniert. Kurz vor seinem Tod bekundete Werner von Blomberg: „Wenn ich dem Vaterland eine Schuld abzutragen habe, dann haben sie meine Söhne bezahlt.“

 

Auszeichnungen

Eisernes Kreuz (1914) II. Klasse am 26. November 1914
Eisernes Kreuz (1914) I. Klasse am 10. Oktober 1915
Preußisches Dienstauszeichnungskreuz
Ritterkreuz des Königlichen Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern
Kronen-Orden IV. Klasse
Fürstlich Hohenzollernscher Hausorden III. Klasse mit Schwertern und mit der Krone
Pour le Mérite
Bayerischer Militärverdienstorden IV. Klasse mit Schwertern
Bayerischer Militärverdienstorden IV. Klasse mit Schwertern und mit der Krone
Ritterkreuz I. Klasse des Albrechts-Ordens mit Schwertern
Hessische Tapferkeitsmedaille
Braunschweiger Kriegsverdienstkreuz II. Klasse
Braunschweiger Kriegsverdienstkreuz I. Klasse
Friedrich-August-Kreuz II. Klasse
Friedrich-August-Kreuz I. Klasse
Hanseatenkreuz Bremen
Kreuz für Verdienste im Kriege (Sachsen-Meiningen)
Lippisches Kriegsverdienstkreuz
Kreuz für treue Dienste 1914 (Schaumburg-Lippe)
Verwundetenabzeichen (1918) in Schwarz
Goldenes Parteiabzeichen der NSDAP am 30. Januar 193

Quellen

Die deutschen Generalfeldmarschälle und Großadmirale 1936-1945, Peter Stockert, Pour le Mérite, ISBN 978-3-932381-47-8
http://de.wikipedia.org/wiki/Werner_von_Blomberg Zugriff am 20.03.10
http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Per ... ernerv.htm Zugriff am 20.03.10



Autor: Kurt Ralle