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Das Thema

 

Generalfeldmarschall Walter Model

 

 

* 24. Januar 1891 in Genthin
† 21. April 1945 bei Duisburg


Kaiserreich

 

Kaiserreich

Otto Moritz Walter Model wurde am 24. Januar 1891 in Genthin, Kreis Jerichow, Provinz Sachsen, als Sohn eines Königlich-Preußischen Musikdirektors und Seminaroberlehrers geboren. Nach dem Besuch der Bürgerschule in Genthin legte er Ostern 1909 am Dom-Gymnasium in Naumburg/Saale das Abitur ab. Model trat anschließend als Fahnenjunker in die 11. Kompanie des Infanterieregiments Nr. 52 „von Alvensleben“ (6. Brandenburgisches) in Cottbus ein. Bereits 1910 avancierte er hier zum Leutnant.


 
Beförderungen
 
27. Februar 1909 Fahnenjunker
18. Juni 1909 Fahnenjunker-Gefreiter
21. September 1909 Fahnenjunker-Unteroffizier
19. November 1909 Fähnrich
22. August 1910 Leutnant
25. Februar 1915 Oberleutnant
18. Dezember 1917 Hauptmann
1. Oktober 1929 Major
1. November 1932 Oberstleutnant
1. Oktober 1934 Oberst
28. Februar 1938 Generalmajor
16. März 1940 Generalleutnant
26. Oktober 1941 General der Panzertruppe
28. Februar 1942 Generaloberst
30. März 1944 Generalfeldmarschall


1. Weltkrieg

 

1. Weltkrieg

Zu Beginn des Ersten Weltkrieges zog Model als Bataillonsadjutant ins Feld. Bereits am 29. September 1914 erwarb er als Kompaniechef im Infanterieregiment 52 das EK II. Im Dezember 1914 wurde Model zum Regimentsadjutant und im darauffolgenden Jahr avancierte er zum Oberleutnant. Am 19. Oktober 1915 wurde ihm das EK I verliehen. Die Leidenschaft, die Model beim Erfüllen seiner Pflichten an den Tag legte und seine schroffe Art, brachten ihm schon damals den Ruf eines unbequemen Untergebenen und harten Vorgesetzten ein. Nach seiner Ausbildung zum Generalstabsoffizier fand er 1916 Verwendung als Adjutant der 10. Infanteriebrigade. An der Spitze einer Sturmkompanie des Leibgrenadierregiments Nr. 8 erwarb sich Model im Februar 1917 in den Grabenschlachten im Westen das Ritterkreuz des Königlichen Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern. Nach einer schweren Verwundung, die ihm das Verwundetenabzeichen in Silber einbrachte, wurde er am 7. Juni 1917 als Ordonnanzoffizier zur Obersten Heeresleitung nach Bad Kreuznach kommandiert. Hier wurde Model dem Chef der Operationsleitung zugeteilt und am 18. November 1917 zum Hauptmann befördert. Im März 1918 kam er als Quartiermeister (Ib) zur Garde-Ersatzdivision. Das Kriegsende erlebte Model dann als Ib in der 36. Reserve-Infanteriedivision in Flandern.

 

 

 

Walter Model als Generaloberst mit dem Eichenlaub


Weimar

 

Weimarer Republik

Nach Kriegsende 1918 diente er zunächst als Generalstabsoffizier beim XVII. Armeekorps und beim Grenzschutz Ost, wurde aber schon im Juli 1919 zur Reichswehrbrigade 7 nach Westfalen versetzt und hier dem Infanterieregiment Nr. 14 zugeteilt. Im Oktober 1920 übernahm Model die MG-Kompanie des Infanterieregiments Nr. 18 und im Oktober 1925 wurde er Chef der 9. Kompanie des Infanterieregiments Nr. 8 in Görlitz. Am 1. Oktober 1928 wurde Model als Generalstabsoffizier zur 3. Division nach Berlin versetzt. Hier fand er bei den Führergehilfenlehrgängen, wie die aufgrund des Versailler Diktats verschleierten Generalstabslehrgänge genannt wurden, Verwendung als Lehrer für Taktik und Kriegsgeschichte. Nach elf Jahren Hauptmannszeit wurde Model 1929 zum Major befördert und 1930 als Vorschriftenreferent in die 4. Abteilung des Truppenamtes (T 4) versetzt. Zum Dienstprogramm deutscher Generalstabsoffiziere gehörten damals auch Reisen in die Sowjetunion. In Lipezk bei Charkow und bei Kasan unterhielt die Reichswehr in Zusammenarbeit mit der sowjetischen Armee geheime Ausbildungslager. Hier hielt er sich 1931 für rund sechs Wochen auf. 1932 wurde Model zum Stabschef des neugegründeten Reichskuratoriums für Jugendertüchtigung berufen und avancierte am 1. November 1932 zum Oberstleutnant. Dieses Kuratorium hatte die Aufgabe, wehrsportliche vormilitärische Jugendausbildung mit den damals zahlreichen, einflussreichen und mitgliederstarken Wehrverbänden durchzuführen. Dabei geriet er jedoch immer wieder in Konflikt mit der nationalsozialistischen SA.


NS-Staat

 

Nationalsozialismus

Bei Auflösung des Kuratoriums im November 1933 wurde Model daher als Kommandeur des II. Bataillons des Infanterieregiments Nr. 2 nach Allenstein/Ostpreußen versetzt. Am 1. Oktober 1934 avancierte er zum Oberst und wurde Kommandeur des Regiments. Ab dem 15. Oktober 1935 erfolgte seine Berufung zum Chef der 8. (technischen) Abteilung (T 8) im Generalstab des Heeres. Deren Aufgaben bestanden darin, die ausländische Rüstung zu studieren, neue wehrtechnische Entwicklungen anzuregen und diese voranzutreiben. Auch nach Spanien wurde Model geschickt, um sich an Ort und Stelle darüber zu informieren, wie sich die deutschen Waffen im dortigen Bürgerkrieg bewährten und welche Schlussfolgerungen daraus zu ziehen wären. Am 1. März 1938 wurde er zum Generalmajor ernannt und ab dem 10. November 1938 zum Chef des Generalstabes des IV. Armeekorps in Dresden.

 

 

 

Oberst Wilk Kommandeur der in und um Aachen eingesetzten (246.) Volksgrenadier-Division, sein I/A der Division und Generalfeldmarschall Walter Model im Kübelwagen beim Besuch des vorgeschobenen Gefechtsstandes am 9. Oktober 1944.


2. Weltkrieg

 

2. Weltkrieg

In dieser Funktion nahm Model ab dem 1. September 1939 am Polenfeldzug teil. Hier erwarb er sich am 22. September 1939 die Wiederholungsspange zum EK II und am 2. Oktober 1939 die zum EK I. Am 2. November 1939 wurde Model zum Chef des Generalstabes der 16. Armee unter General der Infanterie Ernst Busch ernannt. Am 1. April 1940 avancierte er zum Generalleutnant und nahm ab Mai 1940 am Westfeldzug teil. Am 13. November 1940 wurde Model zum Kommandeur der 3. Panzerdivision, der Berliner „Bären“- Division ernannt. Mit dieser Panzerdivision, die zur Panzergruppe 2 des Generaloberst Guderian gehörte, konnte er ab Juni 1941 im Osten große Erfolge erzielen. So war sie entscheidend an den großen Zangenoperationen zur Bildung der Kessel von Minsk, Kiew und Brjansk beteiligt. Für seine dabei bewiesene Führungsleistung erhielt Walter Model bereits am 9. Juli 1941, als Generalleutnant und Kommandeur der 3. Panzerdivision, das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Während der Kesselschlacht von Kiew wurde er am 2. September 1941 leicht verwundet. Am 1. Oktober 1941 erfolgte Models Beförderung zum General der Panzertruppe und am 26. Oktober 1941 seine Ernennung zum Kommandierenden General des vor Moskau eingesetzten XXXXI. Armeekorps (motorisiert). Mit diesem stieß er im Dezember 1941 bis in den Raum nördlich von Moskau vor. In den nachfolgenden schweren Abwehrkämpfen im Winter 1941/42 wurde durch sein persönliches Eingreifen die Frontlücke bei Klin geschlossen. Am 16. Januar 1942 wurde Model zum Führer der schon durchbrochenen 9. Armee ernannt, die bei Rschew vor der Einkesselung stand. Am 1. Februar 1942 avancierte er zum Generalobersten und konnte bis Mitte Februar 1942 die brisante Lage der 9. Armee bereinigen. Für seine Leistungen als General der Panzertruppe und Kommandierender General des XXXXI. Armeekorps (motorisiert) erhielt Generaloberst Walter Model am 17. Februar 1942 das 74. Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes, welches ihm am 20. Februar 1942 im Führerhauptquartier überreicht wurde. Nach der Überreichung des Eichenlaubs unterhielt sich Hitler noch mit dem Ausgezeichneten. Als es dann um die Zuführung eines Panzerkorps für die Abwehrkämpfe um Rschew ging, kam es zu einer heftigen Auseinandersetzung zwischen den beiden. Hitler wollte das Panzerkorps nach Gschatsk/Bezirk Smolensk verlegen, Model wollte es bei Rschew einsetzen. Beide vertraten ihren Standpunkt mit Temperament. Die umstehenden Offiziere erblassten, als Model plötzlich seine Ausführungen unterbrach und sich abrupt an Hitler wandte: „Mein Führer, führen Sie die 9. Armee oder ich?“ Er urteilte hierbei aufgrund seiner Erfahrung als Frontbefehlshaber. Daraufhin lenkte Hitler ein: „Gut Model! Machen Sie es, wie sie es wollen. Aber Sie haften mir mit dem Kopf dafür, dass die Sache nicht danebengeht!“ Daraufhin wurde er am 28. Februar 1942 zum Oberbefehlshaber der 9. Armee ernannt. Model behielt Recht mit der Beurteilung der Lage. Die Sowjets versuchten gerade dort durchzubrechen, wo er es vermutet hatte. Doch jetzt stand ihm das Reservekorps zur Verfügung. Model konnte den Gegner bremsen und den wuchtigen Angriffsstoß abfangen. Er meisterte auch diese kritische Situation und bewahrte damit die gesamte Heeresgruppe Mitte vor einer Katastrophe.

 

 

Generalleutnant Friedrich Schultz (links, im Profil) und Generalfeldmarschall Walter Model beim Kartenstudium in einem Graben

Wenige Wochen später, am 23. Mai 1942, überflog Model in einer Aufklärungsmaschine ein frontnahes Waldgebiet, als ihm eine sowjetische Scharfschützenkugel die linke Lunge zerriss. Nur eine sofortige Notoperation in einem nahen Feldlazarett rettete ihm das Leben. Für diese schwere Verwundung, nach denen des ersten Weltkrieges, erhielt er das Verwundetenabzeichen in Gold. Model führte seine Truppe von vorn und hielt sich nicht gern in einem frontfernen Stabsquartier auf. Er flog auch gern in einem Fieseler “Storch“ und besuchte überraschend die Rückwärtigen Dienste. Dabei hatte Model ein besonders wachsames Auge auf die Offiziere. Wehe, er erwischte einen von ihnen auf einem „Drückeberger-Posten“! Model führte mit äußerster Härte gegen sich selbst und andere, kämmte immer wieder die Etappen nach Drückebergern und überflüssigem Personal durch, schickte sie an die Front und zeigte dabei stets mehr Herz für den einfachen Soldaten als für die Stäbe. So ließ er für seine Armee ein schönes großes Erholungsheim bauen, in dem die abgekämpften Soldaten ein wenig Ruhe und Kraft finden konnten. In zwei weiteren Sommer- und Winterschlachten 1942/43 wurden Rschew und seine 9. Armee zum Wellenbrecher sowjetischer Angriffe. Eine gelungene Operation wurde die „Büffelbewegung“. Am 6. Februar 1943 erhielt Model von Hitler die Genehmigung, die 9. Armee und Teile der 4. Armee aus dem Frontvorsprung Rschew zurückzuziehen und in eine 300 Kilometer verkürzte Sehnenstellung zu führen. Nur vier Wochen hatte der Generalstab des Heeres der 9. Armee für die Vorbereitung dieser gewaltigen Absetzbewegung zugebilligt. Auf diese Weise sollten noch vor der Schlammperiode die Verbände in ihren neuen Stellungen abwehrbereit sein. Was für eine gewaltige Aufgabe! 200 Kilometer Straßen für Kraftfahrzeuge, 600 Kilometer Wege für Schlitten und Pferdefuhrwerke mussten gebaut werden, und dies im tiefsten Winter. Es sollte alles abtransportiert werden, alle Waffen und sonstiges Kriegsmaterial, Erntevorräte, Vieh, sowie rund 60.000 Zivilisten, die mit den Deutschen zusammengearbeitet hatten. Ferner sollten nach dem Bahntransport noch 1.000 Kilometer Eisenbahngleise und 1.300 Kilometer Drahtleitungen abgebaut werden. Die entscheidende Grundlage war jedoch der Rückmarsch von rund 250.000 Mann samt Waffen und Gerät. In knapp 21 Tagen erfolgte die Räumung des Frontbogens von Rschew, wobei die Divisionen kämpfend rund 160 Kilometer weit zurückmarschierten. Sie gaben damit eine Frontlinie von 530 Kilometern Breite auf und besetzten 160 Kilometer weiter zurück eine neue Stellung, die nur noch 220 Kilometer breit war. Eine Einsparung von 330 Kilometern, ein Armeeoberkommando, vier Generalkommandos und 21 Divisionen, darunter drei Panzerdivisionen. Diese Operation beendete nach den schweren Verlusten des Winters 1942/43 die reservenlose Zeit bei der Heeresgruppe Mitte. Für die entscheidenden Abwehrerfolge bei Rschew, erhielt Walter Model am 2. April 1943, als Generaloberst und Oberbefehlshaber der 9. Armee das 28. Eichenlaub mit Schwertern zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes.

 

 

 

Kommandeur der 2. Panzerdivision Vollrath Lübbe und Walter Model beim Beobachten des Vorfeldes

Im Juli 1943 kommandierte er den nördlichen Angriffskeil der Heeresgruppe Mitte während des Unternehmens „Zitadelle“ und damit fünf Armeekorps mit zusammen 14 Infanterie- und vier starken Panzerdivisionen. Der bereits für Mitte April 1943 geplante Angriffsbeginn war jedoch immer wieder hinausgeschoben worden. Verantwortlich hierfür war neben dem Wetter vor allem auch Model, der auf die Zuführung schwerer Panzer bestanden hatte. Doch die Sowjets waren bereits gewarnt. Als der deutsche Angriff am 5. Juli 1943 begann, stießen die Sturmtruppen auf ein tiefes und gut ausgebautes sowjetisches Stellungssystem mit starken Panzerkräften. Nach tagelangen erbitterten Grabenkämpfen und hohen Verlusten erlahmte die Wucht des deutschen Angriffs, nach nur 15 Kilometern Geländegewinn. Der südliche Zangenarm war zwar erfolgreicher, trotzdem befahl Hitler am 13. Juli 1943 die Operation „Zitadelle“ abzubrechen, unter anderem weil die Invasion der Alliierten auf Sizilien begonnen hatte. Model wurde am 5. November 1943 als Oberbefehlshaber der 9. Armee abgelöst und in die Führerreserve des Oberkommandos des Heeres versetzt. Als die Lage im Nordabschnitt der Ostfront nach dem sowjetischen Durchbruch bei Leningrad brenzlig wurde, holte Hitler den Abwehrspezialisten aber wieder zurück und übertrug ihm im Januar 1944 den Oberbefehl über die Heeresgruppe Nord. Den Zusammenbruch der Heeresgruppe konnte Model verhindern und es gelang ihm die Front auch wieder zu stabilisieren. Am 1. März 1944 wurde Walter Model dafür zum Generalfeldmarschall befördert. Ab dem 31. März 1944 übernahm er als Nachfolger von Erich von Manstein den Oberbefehl über die Heeresgruppe Süd, später umbenannt in Nordukraine. Auch hier verhinderte Model den Zusammenbruch der Heeresgruppe, er stabilisierte sie wieder und wehrte mit ihr den Vorstoß der Roten Armee auf die Karpaten-Pässe ab. Am 22. Juni 1944 traten insgesamt rund 146 sowjetische Schützendivisionen und 43 Panzerverbände zum Großangriff an und überrannten die deutschen Stellungen der Heeresgruppe Mitte von Ernst Busch. Unter den Schlägen sowjetischer Artillerie, von Schlachtfliegern und gewaltigen Panzermassen wurde die Heeresgruppe Mitte aufgerieben. Rund 28 deutsche Divisionen mit zirka 330.000 Mann gingen in diesem Vernichtungsorkan unter. Ab dem 28. Juni 1944 wurde Model noch zusätzlich mit der Führung der Reste der Heeresgruppe Mitte beauftragt und gab dafür im Juli 1944 den Befehl über die Heeresgruppe Nordukraine ab. Es war nicht einfach, eine gejagte und gehetzte Truppe zum Stehen zu bringen. Ungünstige Verhältnisse und die gewaltige Materialüberlegenheit der Sowjets schufen verzweifelte Lagen. Model organisierte, wobei Improvisationen aller Art und Größe als Hauptmittel dienten. Er setzte persönlich Kampfgruppen ein, tauchte immer dort auf, wo die Lage am gefährlichsten schien und schaffte es auch in scheinbarer Hoffnungslosigkeit, seinen Männern Halt und neuen Mut zu geben. Ohne nennenswerte Reserven konnte Model bis Mitte August 1944 die sowjetische Offensive an der Weichsel zum Stehen bringen und damit die Ostfront stabilisieren. Für Hitler war er der „Retter der Ostfront“.

 

 

Generalmajor Friedrich-Wilhelm von Mellenthin, Generalfeldmarschall Walter Model und General der Panzertruppe Walther Nehring beim Kartenstudium

Durch seine Abwehrerfolge im Osten stand Model damit auf dem Höhepunkt seines beruflichen Könnens. Zwar deutschnational eingestellt und auch der Faszination Hitlers erlegen, gehörte er aber zu den ganz wenigen Oberbefehlshabern, die bei gegenseitigem Respekt mit Hitler auf Augenhöhe verkehrten. Das Attentat vom 20. Juli 1944 kritisierte Model als „noch schlechter vorbereitet als der Kapp-Putsch“ und als „die größte Blamage für den preußisch-deutschen Generalstab“. Er sandte ein klares Solidaritätstelegramm an Hitler, war aber empört über die Behandlung von Verschwörern und Mitwissern und versuchte Belastete in seinem Befehlsbereich zu schützen. Am 17. August 1944 erhielt Walter Model für seine Leistungen als Generalfeldmarschall und Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Mitte das 17. Eichenlaub mit Schwertern und Brillanten zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Als ihm die Brillanten von Hitler überreicht wurden, erklärte dieser: „Ohne Sie, Ihren heldenhaften Einsatz und die kluge Führung Ihrer tapferen Soldaten wären die Sowjets heute in Ostpreußen und stünden sogar vor Berlin. Das deutsche Volk hat Ihnen zu danken!“ Noch am selben Tag wurde Model zum Oberbefehlshaber West und gleichzeitig damit zum Oberbefehlshaber der Heeresgruppe B ernannt. Die Befehlsübernahme im Westen vollzog sich, wie meist bei Model, in recht rüder Form. Er vertrat die Ansicht, die bisherige Führung habe bei der Aufgabe, dem Ostheer den Rücken freizuhalten, versagt. Trotz der alles erdrückenden alliierten Materialüberlegenheit versuchte Model auch hier sein Bestes und konnte im September 1944 die Front an der Reichsgrenze und in Südholland stabilisieren. Als aber nach dem Scheitern der Ardennenoffensive 1945 die Rheinlinie nicht mehr gehalten werden konnte, seine Verbände im Ruhrkessel eingeschlossen wurden und die Vernichtung seiner Truppen nicht mehr aufzuhalten war, löste er seine Heeresgruppe auf. Für Model stand fest, dass er den Tod auf dem Schlachtfeld suchen musste, da er nur diesen Schritt eines deutschen Generalfeldmarschalls nach einer Niederlage für würdig empfand. Model hatte selbst einmal gesagt: „Ein Feldmarschall geht nicht in Gefangenschaft, er hat, wie der Kapitän eines Schiffes, als letzter auf der Brücke stehend, mit seinem Schiff unterzugehen!“ Am 21. April 1945 erschoss sich Walter Model unter einer Gruppe mächtiger Eichen in einem Waldstück zwischen Lintorf und Wedau, südlich von Duisburg. Seine Generalstabsoffiziere, der Chef der Personalverwaltung Oberst Theodor Pilling, der Feindlageoffizier Oberstleutnant i. G. Roger Michael und der zuständige Stabsoffizier für die Heerestruppen Major i. G. Winrich Behr, begruben ihn dort, wo er liegen wollte. In seinen persönlichen Unterlagen befand sich ein Zettel mit den Anfangszeilen eines Gedichtes: „Als Sieger will ich kommen, sonst nicht…“


Nachkriegszeit

 

Nachkriegszeit

Erst 1955 wurde sein Leichnam auf den Soldatenfriedhof Vossenack überführt.

 

 

 


 
Auszeichnungen
 
Eisernes Kreuz (1914) II. Klasse am 20. September 1914
Bayerischer Militärverdienstorden IV. Klasse mit Schwertern am 29. März 1915
Eisernes Kreuz (1914) I. Klasse am 19. Oktober 1915
Ritterkreuz des Königlichen Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern am 26. Februar 1917
Mecklenburgisches Militärverdienstkreuz II. Klasse am 22. November 1917
Österreichisches Militärverdienstkreuz III. Klasse mit der Kriegsdekoration am 22. November 1917
Türkischer Eiserner Halbmond am 22. November 1917
Verwundetenabzeichen (1918) in Schwarz am 27. August 1918
Spanienkreuz am 31. Mai 1939
Spange zum Eisernen Kreuz II. Klasse am 22. September 1939
Spange zum Eisernen Kreuz I. Klasse am 2. Oktober 1939
Panzerkampfabzeichen in Silber am 29. August 1941
Verwundetenabzeichen (1939) in Gold am 25. Mai 1942
Medaille Winterschlacht im Osten 1941/42 am 15. Juli 1942

Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes
Ritterkreuz am 9. Juli 1941
Eichenlaub am 17. Februar 1942 (74. Verleihung)
Schwerter am 2. April 1943 (28. Verleihung)
Brillanten am 17. August 1944 (17. Verleihung)

Nennung im Wehrmachtbericht am 21. Februar 1942
Nennung im Wehrmachtbericht am 3. September 1943
Nennung im Wehrmachtbericht am 5. August 1944
Nennung im Wehrmachtbericht am 19. April 1945


Quellen

Die deutschen Generalfeldmarschälle und Großadmirale 1936-1945, Peter Stockert, Pour le Mérite, ISBN 978-3-932381-47-8
http://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Model Zugriff am 01.02.11
http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Per ... ModelW.htm Zugriff am 01.02.11

Autor: Kurt Ralle