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Das Thema

Gerd von Rundstedt

 

 

Karl Rudolf Gerd von Rundstedt 12. Dezember 1875 - 24. Februar 1953


Lebenslauf

Leben:

Am 12. Dezember 1875 wurde Gerd von Rundstedt in Aschersleben (Sachsen-Anhalt) als Sohn des gleichnamigen Generalmajors Gerd von Rundstedt geboren. Von 1886 bis 1891 besuchte er das Gymnasium. 1902 heiratet er die Tochter eines Majors. Nach dem 2. Weltkrieg wurde Generalfeldmarschall Gerd von Rundstedt, der seit Mai 1945 in Britischer Gefangenschaft war, wegen Kriegsverbrechen angeklagt. Aber aufgrund seines schlechten Gesundheitszustandes und seinem hohen Alters kam es zu keiner Verurteilung. Seine Herzerkrankung, aber auch das schon vier andere Generalfeldmarschälle in Gefangenschaft starben, veranlasste die Briten ihn im Mai 1949 aus der Gefangenschaft zu entlassen. Außerdem bestand die Befürchtung das, wenn es zu einem ableben des Generalfeldmarschalls in Gefangenschaft gekommen wäre, das es zu einer Anti-Britischen Haltung in Westdeutschland kommen könnte. Generalfeldmarschall Gerd von Rundstedt starb im am 24. Februar 1953 in Hannover und fand seine letzte Ruhestätte auf dem Stadtfriedhof Stöcken.

 

Militärisches:

Gerd von Rundstedt im Preußischen Heer

Der Junge Gerd von Rundstedt, Sohn des gleichnamigen Generalmajors im Preußischen Heer, trat 1891 in die Kadettenanstalt Oranienstein ein. Im selben Jahr wechselte er noch auf die Preußische Hauptkadettenanstalt Groß-Lichterfelde. 1891 erlangte er da die Primareife. Am 22. März 1892 trat er dann in das 3. Kurhessische Infanterie-Regiment Nr. 83 in Kassel ein. Am 17. Juni 1893 wurde er dann zum Leutnant ernannt und war damit Offizier der Preußischen Infanterie. 1902 erfolgte im Alter von 27 Jahren die Beförderung zum Oberleutnant. 1909 wurde von Rundstedt zum Hauptmann im Generalstab, 1912 erhielt er ein Truppenkommando als Kompaniechef des Kolmarer Infanterie-Regiments 171. Im 1. Weltkrieg nahm Generalstabsoffizier Gerd von Rundstedt im Osmanischen Reich und in Frankreich teil, da erwarb er sich Verdienste bei der Planung und Bewegung von Heeresverbänden.

Gerd von Rundstedt in der Reichswehr

1919 wurde Gerd von Rundstedt in die Reichswehr übernommen und im kommenden Jahr zum Oberstleutnant und zum Chef des Stabs der 3. Kavalleriedivision in Weimar ernannt. 1923 wurde er zum Oberst befördert und Ende 1923 zum Chef des Stabs der 2. Division der Reichswehr ernannt. Ab 1925 war er Kommandeur des Infanterie Regiments 18 in Münster jedoch gab er dieses Kommando Ende 1926 wieder ab. Dann wiederum wurde er zum Chef des Stabes des 2. Gruppenkommando in Kassel ernannt und in dieser Position wurde er im November 1927 zum Generalmajor befördert. Im Oktober 1928 wurde er zum Kommandeur der 2. Kavalleriedivision in Breslau ernannt, als solcher er dann zum Generalleutnant befördert wurde. Am 1. Februar 1932 gab er dieses Kommando ab um dafür Kommandeur der 3. Division der Reichswehr zu werden, dies aber nur für wenige Monate da er schon im Oktober jenes Kommando abgab um unter gleichzeitiger Beförderung zum General der Infanterie Oberbefehlshaber des Gruppenkommando in Berlin ernannt zu werden.

Gerd von Rundstedt in der Wehrmacht

Obwohl er kein Freund des Nationalsozialismus war verblieb er in der Armee und wurde am 1. März 1938 zum Generaloberst befördert. Kurz daraufhin führte er mit der Heeresgruppe II die Besetzung des Sudetenlandes durch. Im November wurde er aus der Wehrmacht verabschiedet, nach mehr als 40 Jahren in der Armee, weil er gegen weitere Eroberungspläne protestierte da er die Wehrmacht zu diesem Zeitpunkt als nicht Kriegsbereit ansah. Am 4. November 1938 wurde er zum Chef des Infanterieregiments 18 in Bielefeld ernannt. Im Jahr darauf, Sommer 1939, wurde er wieder reaktiviert und zum Oberbefehlshaber der 12. Armee ernannt, nach deren Umbenennung dann Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Süd, damit war er auch ältester Soldat der Wehrmacht.


2. Weltkrieg

Fall Weiß (Polenfeldzug)
Als Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Süd, führte Rundstedt ab dem 1. September 1939 mit der Masse der gepanzerten und schnellen Divisionen des Heeres aus Schlesien (8. Armee in Niederschlesien, 10. Armee - hier Schwerpunkt - in Oberschlesien), Mähren und der Slowakei (14. Armee) heraus Südpolen an. Nach erfolgreichem Durchbruch der 10. Armee auf Warschau, wurden die aus Westpolen zurückflutenden polnischen Truppen in der Schlacht an der Bzura durch die 8. Armee zerschlagen. Während die 10. Armee anschließend bei Warschau, Verbindung mit der von Norden angreifenden Heeresgruppe Nord herstellte, griff die 14. Armee durch Südpolen hindurch auf Lemberg und Lublin an. Nach Abschluss des Polenfeldzuges wurde das Heeresgruppenkommando an die Westfront verlegt und in „Heeresgruppe A“ umbenannt.

Fall Gelb (Westfeldzug)
Rundstedts Heeresgruppe wurde für den geplanten Großangriff auf die Benelux-Staaten und Frankreich an die deutsche Westgrenze verlegt. Der hierfür von ausgewählte „Sichelschnitt“-Angriffsplan basierte im Wesentlichen auf den Konzeptionen von Rundstedts damals engstem Mitarbeiter und Stabchef General v. Manstein. Mit seiner Heeresgruppe A griff v. Rundstedt am Morgen des 10. Mai 1940 Belgien und Luxemburg an und somit die operativ-strategischen Voraussetzungen für die Realisierung der Kernphase des „Sichelschnitt“-Plans, deren Hauptstoß seine Panzer ausführen sollten. Rundstedts mobile Kampfverbände stießen ohne großen Feindwiderstand durch die von französischen Militärs für unpassierbar gehaltene Ardennenregion und umgingen auf diese Weise das Festungsbollwerke der als Frankreichs Hauptverteidigungsstellung fungierenden Maginot-Linie. Für seine Verdienste im Westfeldzug und dem Sieg über Frankreich wurde v. Rundstedt zusammen mit elf weiteren Offizieren am 19. Juli 1940 in den Rang eines Generalfeldmarschalls erhoben.

Unternehmen Seelöwe (geplante Invasion Großbritaniens)
Rundstedt hätte im Falle der Realisierung der Invasion Englands (Unternehmen Seelöwe), den Oberbefehl über die deutschen Invasionstruppen erhalten sollen. Da die Luftwaffe jedoch die, für eine erfolgreiche Invasion zur See, erforderliche Lufthoheit über die britischen Insel nicht erlangen konnte, musste die Operation auf ungewisse Zeit verschoben werden. Der Blick ging nun Richtung Osten.

 

Unternehmen Barbarossa (Angriff auf die Sowjetunion)
Der nunmehrige Generalfeldmarschall von Rundstedt sollte als Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Süd, die Ukraine und den für die deutsche, sowie sowjetische Kriegswirtschaft wichtigen Kaukasus erobern, jedoch erwies sich der vorgesehene Plan über Wolga zum Kaspischen Meer zu gelangen, aufgrund der personellen und materiellen Unterlegenheit als nicht plangemäß durchführbar. Auf der Krimhalbinsel stagnierte die Offensive des Südostflügels der Heeresgruppe Süd,

 

da man auch zwei Kesselschlachten schlagen musste, bei Uman und Kiew. Entgegen Hitlers Weisung, keinen Rückzug zu wagen, dachte v. Rundstedt an eine taktische Rücknahme seiner logistisch und physisch überstrapazierten Verbände, kurz nachdem Rostow von ihm erobert worden war. Rundstedt wurde wegen dieser Meinungsverschiedenheiten schließlich von seinem Posten abgelöst und an die Westfront versetzt.

Bis zum D-Day 1941-1944
Dabei schlug er das Britische Kommandounternehmen bei Dieppe, Operation Jubilee, erfolgreich zurück, das am 19. August 1942 statt fand und fügte den Alliierten schwere Verluste zu. Als Chef des Westheeres das Schwerpunktmäßig in Nord und Südwestfrankreich stationiert war oblag ihm eine Streng defensive Aufgabe. Indem er den Auf- und Ausbau des Atlantikwalls Organisieren sollte da man eine Invasion durch die Alliierten schon erwartete. Gerd von Rundstedt aber machte sich über die Erfolgschancen der deutschen Defensivmaßnahmen aber keine Illusionen und rechnete schon Monate vor der eigentlichen Invasion mit einem Erfolg der alliierten Streitkräfte im Falle eines erneuten Konflikts auf französischem Boden. v. Rundstedts Taktik zielte auf eine Vernichtung der Landungskräfte nach erfolgter Landung mit schweren Panzereinheiten ab, Feldmarschall Erwin Rommel hingegen setzte sich bei Hitler durch und trieb den Ausbau des Atlantikwalls weiter voran, der nur einen Tag die Invasion aufhalten konnte und als Fehlplanung eingestuft werden kann, wobei doch schon das Schicksal der Maginot-Linie gezeigt hatte dass eine starre Verteidigung gegen eine gewaltige Materialüberlegenheit, gerade in der Luft, nutzlos war. Als am 6. Juni 1944 die alliierten Truppen im Rahmen der amphibischen Operation „Overlord“ in der Normandie landeten, waren Rundstedts Reaktionsmöglichkeiten stark begrenzt, da die mobilen Hauptreserven nur mit Hitlers ausdrücklicher Genehmigung eingesetzt werden durften, welche aber zu spät erteilt wurde um einen erfolgreichen Gegenschlag durchführen zu können. Trotzdem galt er bei General Eisenhower und Feldmarschall Montgomery als der gefährlichste Gegner und nicht wie oft behauptet Generalfeldmarschall Rommel. Nachdem die Liquidierung des alliierten Brückenkopfs aufgrund massiver materieller und personeller Unterlegenheit der Wehrmacht und fehlender Luftüberlegenheit misslang, sah v. Rundstedt keine Chancen mehr zur militärischen Wende. Nach offener Kritik an der Obersten Führung in einem Gespräch mit OKW-Chef Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel („... den Krieg beenden, ihr Idioten!“), ließ Hitler ihn am 2. Juli 1944 von Generalfeldmarschall Günther von Kluge als Oberbefehlshaber West ablösen, wodurch sich die Lage an der Westfront jedoch nicht verbesserte.

Ardennenoffensive Dez. 1944-Jan. 1945
Nachdem sich aufgrund des verlangsamten alliierten Vorstoßes die prekäre Lage der deutschen Truppen an der Westfront kurzzeitig stabilisieren konnte, führte v. Rundstedt auf Befehl Hitlers im Dezember 1944 die letzte deutsche Großoffensive im Zweiten Weltkrieg. Der von 250.000 Soldaten und 600 Panzern geführte Angriff auf die Ardennen scheiterte jedoch bereits in der Anfangsphase, da er viel zu großräumig von Hitler ausgelegt worden war und führte zum Verschleiß der letzten deutschen Truppenreserven und zu einer substanziellen Dezimierung des Westheeres. Rundstedt war eher für eine kleine Offensive gewesen, konnte sich aber nicht durchsetzen und führte die überdimensionierte Operation nach Hitlers Planung durch. Den daraufhin wieder aufgenommene Vormarsch der Alliierten und die Vernichtung seiner durch Nachschubprobleme geschwächten Resttruppen konnte v. Rundstedt nicht mehr verhindern, da man in der Offensive zu hohe Verluste erlitten hatte. Nach der erfolgreichen Rheinüberquerung von US-Truppen bei der Brücke von Remagen setzte Hitler, Generalfeldmarschall v. Rundstedt Anfang März 1945 endgültig ab, verlieh ihm für seine Verdienste aber noch die Schwerter zum Ritterkreuz und ersetzte ihn durch Generalfeldmarschall Albert Kesselring.


Auszeichnungen


 
Gerd von Rundstedt war hochdekoriert und außerdem im Range eines Generalfeldmarschall des Deutschen Heeres
 
 
Orden des Eisernen Halbmondes
 
Ritterkreuz des Königlichen Hausordens von
Hohenzollern mit Schwertern
 
Ritterkreuz des Albrechtsordens I. Klasse
mit Schwertern
 
Ritterkreuz des Hausordens vom Weißen Falken
 
Eisernes Kreuz 1. Klasse (1914)
zudem erhielt er zu beiden Klassen die Spange zum Eisernen Kreuz
 
Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub und Schwertern
 
 
Zudem erhielt er für seine Leistungen noch diese Orden
 
Kronenorden IV. Klasse
Bayerischer Militärverdienstorden IV. Klasse mit Schwertern und mit Krone
Ritterkreuz des Herzoglich Sachsen-Ernestinischen Hausordens
Lippisches Kriegsverdienstkreuz
Waldeckesches Verdienstkreuz IV. Klasse
Österreichisches Militärverdienstkreuz III. Klasse mit der Kriegsdekoration
Medaille zur Erinnerung an den 1. Oktober 1938
Wehrmacht-Dienstauszeichnung IV. bis I. Klasse
Spange zum Eisernen Kreuz II. und I. Klasse
Großkreuz des Ordens der Krone von Italien
Militärorden Michael der Tapfere III. bis I. Klasse
Roter Adler-Orden IV. Klasse
Ehrenkreuz für Frontkämpfer


Persönliche Meinung/Autor Jupiter

Sonstiges:

Letzter alter Preuße

Generalfeldmarschall v. Rundstedt wird oftmals als „letzter alter Preuße“ bezeichnet, was auf seine Herkunft und seiner Rolle im ersten Weltkrieg gemünzt ist.
Er war wegen seines „ritterlichen“ Verhaltens bei der französischen Bevölkerung sehr beliebt und konnte meistens ohne Personenschutz durch Frankreich reisen.

 

Persönliche Meinung:

GNFM von Rundstedt verkörpert für mich den Wehrmachtsgeneral schlechthin.
Den alten Traditionen noch verhaftet, jedoch militärisch neuen Taktiken nicht abgeneigt. Im Gegenteil, er erkannte den Vorteil schneller Stoßtruppen und setzte sich auch für ihre Verwendung ein. Sein Vorschlag Panzertruppen gegen die Alliierten beim D-Day ein zu setzen, anstatt auf den starren Atlantikwall zu setzen hätte wohl den Krieg im Westen entscheidend verändert.
Wie man auch über ihn und seine militärischen Entscheidungen denken mag, in meinen Augen bleibt er neben v. Manstein, den er ja sicher in gewisser Weise beeinflusste, einer der größten Taktiker und Strategen des 2. Weltkrieges, dem gebührend gedacht werden sollte.


Quellen

Mit Eichenlaub und Schwertern. ISBN 3-9501-3070-5
Uni-Protokolle.de(zugriff: 13.11.2009)
dhm.de(zugriff: 13.11.2009)
hrono.info (Russisch)(zugriff: 13.11.2009)
Lexikon-der-Wehrmacht.de(zugriff: 13.11.2009)
Wapedia.mobi(zugriff: 13.11.2009)
Ritterkreuztraeger-1939-45.de(zugriff: 13.11.2009)
Wikipedia.org(zugriff: 13.11.2009)

Autor: Jupiter / Kai der Große