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Portrait

Generalfeldmarschall Erwin Eugen Rommel

Erwin Eugen Rommel Generalfeldmarschall

Von Bundesarchiv, Bild 146-1973-012-43 / Unbekannt / CC-BY-SA 3.0
geboren: 15. November 1891, Heidenheim
gestorben: 14. Oktober 1944, Herrlingen (Selbstmord)

Vorwort

Vorwort:

Erwin Rommel gehört bis heute zu den berühmtesten Generälen des Zweiten Weltkriegs. Als »Wüstenfuchs« wurde er zur Legende. Der "Mythos Rommel" ist nicht zuletzt ein Produkt der nationalsozialistischen Propaganda. Erwin Rommel stellte sich ihr dennoch durchaus bereitwillig zur Verfügung. Mit den seinerzeit modernsten Medien Film, Fotografie und Hörfunk ließ er sich mit großem Erfolg zur Ikone aufbauen. Selbst in Großbritannien und den Vereinigten Staaten wurde Rommel als Feldherr gefeiert. Seine überraschenden Erfolge, bedingt durch unkonventionelle Maßnahmen und die nur bedingte Nähe zu den Gräueln des Nazi-Regimes ließen in der Öffentlichkeit den Ruf eines ritterlichen und „sauberen“ Krieges und Feldherren entstehen. Dieses trug zu seinem bis heute fast heldenhaften Ansehens bei, es sollte aber nicht vergessen werden, dass auch in Afrika sowohl gestorben als auch unritterlich gekämpft wurde. Tragisch in der Person Rommel ist, dass er neben seinem kometenhaften Aufstieg zuletzt auch ein Opfer des Systems wurde, welches er jahrelang mehr oder weniger freiwillig getragen hatte. Außer Frage bleibt, dass Erwin Rommel zu den charismatischsten Persönlichkeiten und berühmtesten Feldherren gezählt wurde und auch immer bleiben wird.

1. Weltkrieg

Erster Weltkrieg:

Der Sohn eines Gymnasium-Professors trat 1910 als Freiwilliger in die Armee ein. In der ersten Kriegsphase diente Rommel im IR 124 an der Westfront. Für Tapferkeit vor dem Feind wurde ihm das Eiserne Kreuz 1. Klasse verliehen. Rommel kam weiterhin als Kompaniekommandant im Württemberger Gebirgsjägerbataillon in Rumänien, Italien und Frankreich zum Einsatz. Am 25. Oktober 1917 konnte Oberleutnant Rommel die heftig verteidigte Höhe Matajur (Italien) erstürmen, wofür er als einer der wenigen jungen Infanterieoffiziere den Pour-le-Merite erhielt. Rommel heiratete seine Frau Lucie, aus deren Ehe ihr Sohn Manfred hervorging.
 

 

Weiterer Lebensweg

Zweiter Weltkrieg:

Nach dem Polenfeldzug bat Rommel um das Kommando einer Panzerdivision, obwohl er eigentlich immer Infanterist war. Am 5. Februar 1940 übernahm er das Kommando über die 7. Panzerdivision. Diese führte er im Westfeldzug, erkämpfte den Übergang über die Maas und stieß tief in das feindliche Hinterland vor, was der Division den Spitznamen "Gespensterdivision" einbrachte. Am 1. Januar 1940 wurde er zum Generalleutnant befördert. Am 26. Mai 1940 wurde Rommel das Ritterkreuz verliehen. Im Februar 1941 gab Rommel das Kommando über die 7te wieder ab und übernahm eine neue Aufgabe, in Afrika.

 

Rommel wurde die Führung des neu gebildeten Sperrverbandes Afrika (5. leichte Division, 90. leichte Division, 15. Panzerdivision) übertragen. Kurz darauf wurden auch schon die ersten Truppen nach Libyen verschifft, um die Front der Italiener zu stabilisieren. Bereits bei den ersten kleinen Gefechten gegen überlegene britische Kräfte, die siegreich erfolgten, schuf sich Rommel den Ruf eines einfallsreichen Taktikers und listigen Panzergenerals. Am 20. März wurde Rommel das Eichenlaub verliehen. In Folge blieb er bei El Agheila und in der Großen Syrte siegreich, überrannte die gesamte Cyrenaika, vertrieb die Briten aus Benghasi und kesselte Tobruk im April 1941 ein. Im Juli wurde er zum General der Panzertruppen befördert. Nach schweren Kämpfen bei Sollum und am Hafaya-Pass wurden die Achsenkräfte im November 1941 durch die britische Gegenoffensive "Crusrader" zum Rückzug gezwungen. Tobruk konnte entsetzt werden und im Januar 1942 war Rommel am Ausgangspunkt von 1941 angelangt. Am 20. Januar wurden Rommel die Schwerter zum Ritterkreuz mit Eichenlaub verliehen.

Tobruk

Die Schlacht von Tobruk:

Im Jahr 1942 wurde Rommel wieder offensiv und es gelang ihm die Wiedereinnahme der verlorenen Gebiete, Tobruk wurde dieses mal erobert, Im Mai 1942 war die Stadt während des Unternehmen Theseus erneut Ziel deutsch-italienischer Vorstöße und erst nach zwei Wochen heftiger Kämpfe wurde die Abwehr schließlich durchbrochen. Die Verteidiger kapitulierten am 21. Juni 1942. 32.000 alliierte Soldaten gerieten in Gefangenschaft und den Eroberern fielen rund 5.000 Tonnen Versorgungsgüter und 10.000 Tonnen Treibstoff zu wofür er am 22. Juni 1942 zum Generalfeldmarschall befördert wurde.
 

Bericht zu den Ereignissen der Schlacht von Tobruk:
Rommel vergewissert sich noch einmal, dass die Absprachen mit der Luftwaffe „wasserdicht“ sind. Drüben stürzt sich die erste Welle der Stukas auf die südöstlichen Befestigungswerke, besetzt von Indern. Mächtige Staubfontänen schießen hoch, zerfetzte Hindernisse fliegen durch die Luft, im Brüllen der Bomben gehen weitere Detonationen unter: Der Minengürtel fliegt in die Luft. In der Gasse stürmt deutsche und italienische Infanterie, mahlen die Panzer der 15. Und 21. Pz. Div. vorwärts….Das Zusammenspiel klappt perfekt. Jede Panzerbesatzung hat Handrauchzeichen bekommen. Die Flügel des Einbruchs werden durch Nebelgranaten markiert. Selbst Wünsche können die Erdtruppen bei den „Artilleristen der Luft“ anmelden: Ein Richtungsschuß mit Markierungsgranaten bedeutet: Schafft mir die vom Hals…..Das Fort Gabr Gasem und Pilastrino kapitulieren, von der Luftwaffe schwer beschädigt….Der britische Festungskommandant, General Klopper von der südafrikanischen Division, wird ausgebombt, entkommt mit knapper Not aus den Trümmern seines Gefechtsstandes. Kurze Zeit später wird auch sein neues Quartier getroffen und verfügt über keine Nachrichtenmittel mehr um den Kampf zu leiten…Verzweifelt funkt Klopper nach Kairo. „Die Lage ist hoffnungslos. Ich werde versuchen nach Westen auszubrechen.“ Doch es war bereits zu spät. Die meisten der verfügbaren Transportmittel wurden zerstört. Die Truppe ist in Auflösung. Einige der Soldaten waren sogar mit General Kloppers Stabswagen geflohen. Tobruk war nicht mehr zu halten und Rommel erkämpfte sich den größten seiner Siege, für den er immer in Erinnerung bleiben sollte. Um 9:40 am 21, Juni nahm General Rommel auf der Via Balbia die Kapitulation von General Klopper entgegen….Zu diesem Zeitpunkt traf sich Englands Kriegspremier Winston Churchill mit Präsident Roosevelt in Washington und es wurde Ihm folgendes Telegramm wortlos vorgelegt: „Tobruk hat kapituliert…“

Hitler reagierte sofort und gab die Beförderung Rommels zum Generalfeldmarschall bekannt. Durch die Beförderung zum Generalfeldmarschall geriet Rommel in Konflikt zur Generalstabsführung, die ihn wegen des engen Verhältnisses zu Hitler und seines schnellen Aufstiegs wegen ablehnte.

Kurz nach der Beförderung überquerten seine Panzerspitzen, gefeiert von deutschen Zeitungen, die ägyptische Grenze und bedrohten den Suezkanal. Doch damit waren die deutschen Kräfte an ihre Grenze gestoßen, die schwierige Versorgung der Truppen mit Nachschub konnte die Eroberung Tobruks auch nicht verbessern und es kam zur Wende bei El Alamein. Im August 1942 musste sich Rommel wegen Magenbeschwerden in Berlin behandeln lassen, kehrte aber wieder nach Afrika zurück. Im November 1942 konnten britische Kräfte die Front durchbrechen und die amerikanischen Streitkräfte landeten in Marokko.

Rommel gelang es, seine Truppen nach Tunesien zurück zuziehen, die Niederlage konnte er aber auch nicht abwenden. Am 11. März 1943 wurde er seines Kommandos enthoben. Vergeblich versuchte er Hitler davon zu überzeugen die Truppen aus Afrika zurück zu nehmen, was dieser aber ablehnte. Die Reste der Panzerarmee Afrika kapitulierten am 12. Mai 1943.

Rommel wurde 1944 Oberbefehlshaber der Heeresgruppe B und ab Dezember 1943 verantwortlich für die Vorbereitungen der Abwehr einer bevorstehenden Invasion Frankreichs. Wegen Differenzen mit v. Rundtstedt blieben Panzerkräfte im Hinterland und könnten nicht mehr entscheidend in die Kämpfe eingreifen.

Ein Idol ?

Rommel – seine umstrittene Rolle als Idol im Reich

Wie sehr zeigte ein Artikel in der NS-Wochenzeitung „Das Reich“ von 1941.
Darin wurde Rommel als SA-Mann der ersten Stunde und Sohn eines Maurermeisters vorgestellt. Als sich der Porträtierte beschwerte, bekam er zur Antwort: Wenn es auch nicht stimme, wäre es doch gut, wenn es stimmen würde. Rommel insistierte, und „Das Reich“ druckte an entlegener Stelle eine Berichtigung.
In der Literatur wird immer wieder von dem engen Verhältnis zwischen Hitler und Rommel gesprochen. Hitler förderte Rommels Karriere persönlich. Als Kommandant des Führerhauptquartiers befand er sich schon früh in direkter Nähe des Diktators. Beide Männer sollen einander respektiert und sich äußerst gut verstanden haben. Rommel galt allgemein als Hitlers „Lieblingsgeneral“ Laut Albert Kesselring übte er auf Hitler einen „fast hypnotischen Einfluss“ aus. Goebbels notierte im Oktober 1942 nach einem Gespräch mit Hitler:
„Rommel hat auf ihn [Hitler] einen sehr tiefen Eindruck gemacht. Er ist weltanschaulich gefestigt, steht uns Nationalsozialisten nicht nur nahe, sondern ist ein Nationalsozialist.

Als „Gespensterdivision“ brachte es seine 7. Panzerdivision zu einer gefürchteten Berühmtheit, sodass Rommel bald zu den bekanntesten Generalen der Wehrmacht zählte. Die Propaganda tat ein Übriges, um aus dem schlichten Schwaben einen nationalen Helden zu machen, ein Bild, dem seine Eitelkeit und Selbstdarstellung durchaus entgegenkamen.
Gegen den Willen der düpierten Wehrmachtsführung betraute Hitler Anfang 1941 seinen Lieblingsgeneral mit der Führung des Afrika-Korps, das die zusammenbrechende italienische Front in Libyen stützen sollte. Das war die Aufgabe seines Lebens. Binnen weniger Wochen wendete er das Blatt.

Im März 1944 unterzeichnet Erwin Rommel das Treuegelöbnis der Generalfeldmarschälle und übergibt es Hitler. Trotz einer heutzutage vorherrschenden Meinung der Unbeflecktheit und Unantastbarkeit muss dieses Ritual durchaus bedacht werden. Ein Widerstand gegen Hitler war zumindest in der Öffentlichkeit nicht zu erkennen.
Nach den alliierten Invasionen erkannte er beizeiten, dass der Krieg verloren war. Wieder bewies er den Mut des Außenseiters, als er von Hitler persönlich die Beendigung des Krieges forderte und dafür brüsk des Zimmers verwiesen wurde. Aber den Kontakt zum militärischen Widerstand, den ihm der Diktator unterstellte, hat er nicht gesucht. Am 15. Juli trat Rommel für einen Waffenstillstand ein, da er zur Ansicht kam das der Krieg nicht mehr zu gewinnen sei. Zwei Tage später wurde er bei einem Luftangriff verwundet.
Mit dem Ungehorsam gegenüber dem Diktator wachsen erste Zweifel. Rommel, bis dahin ein überzeugter Nationalsozialist und bedingungsloser Anhänger Hitlers, glaubt nun nicht mehr an den "Endsieg". Die mörderische Dimension des Regimes erkennt er noch nicht; in Kriegsverbrechen lässt er sich nicht verwickeln. Dass er einem Verbrecher dient, hat Rommel dennoch niemals ernsthaft hinterfragt. Im Zusammenhang mit der Frage, wie weit Rommel in den Widerstand eingebunden war, sagte Rommels Witwe erhellend im September 1945 unter anderem: „Ich möchte nochmals feststellen, dass mein Mann nicht an den Vorbereitungen und der Ausführung des 20. Juli 1944 beteiligt war, da er es als Soldat ablehnte, diesen Weg zu beschreiten.“ Als Rommel im Krankenlager vom gescheiterten Attentat erfuhr, schrieb er seiner Frau: „Zu meinem Unfall hat mich das Attentat auf den Führer besonders stark erschüttert. Man kann Gott danken, dass es so gut abgegangen ist“. Melchior von Schlippenbach, ein Offizier Rommels, erinnert sich jedoch an folgende Worte, die Rommel später in einer Unterhaltung einmal herausgerutscht seien: „Glauben Sie nicht, es wäre besser gewesen, es hätte am 20. Juli geklappt?“

Dokumente belegen zum ersten Mal eindeutig – Rommel weiß vom geplanten Attentat auf Hitler; er billigt es am Ende auch und will sich der neuen Regierung nach dem gelungenen Umsturz zur Verfügung stellen. Mehr noch! Rommel verfolgt einen eignen Plan, der dem Krieg ein Ende setzen soll. Er hat die Absicht, die Westfront zu öffnen und den Alliierten so den Vorstoß ins "Reich" zu ermöglichen.
Da Rommels Name auch auf einer Liste des führenden Widerständlers und früheren Leipziger Oberbürgermeister Carl Friedrich Goerdeler, ein möglicher Nachfolger Hitlers als Reichskanzler, geführt wurde, hatten Rommels Widersacher im Oberkommando der Wehrmacht genügend gegen ihn in der Hand. Nach dem 20. Juli 1944 vor die Wahl gestellt, vor den Volksgerichtshof abgeurteilt zu werden oder Selbstmord zu begehen, entschied er sich für Gift, um der Familie Repressalien zu ersparen. Was das Regime nicht hinderte, die Farce eines Staatsbegräbnisses zur „Förderung des Wehrwillens in der Bevölkerung“ zu inszenieren. Es bleibt immer noch fraglich, ob Hitler nicht Rommel als Sündenbock für die geglückte Invasion der Alliierten sah, ihn aber nicht als staatstragenden Helden vergangener Tage zur Rechenschaft ziehen konnte und somit bedingt durch das missglückte Attentat ihn persönlich unter Druck setzten konnte und zum Freitod zwang. Nach Rommels Tod betonte Hitler, dass es „in diesem Krieg keinen weiteren Feldmarschall mehr geben werde“.
Über Rommel schrieb kein Geringerer als der britische Kriegs-Premier Winston Churchill: „Auch verdient er unsere Achtung, weil er, obgleich ein loyaler deutscher Soldat, Hitler und alle seine Taten hassen lernte und sich an der Verschwörung im Jahre 1944 beteiligte, um Deutschland durch die Beseitigung des wahnsinnigen Tyrannen zu retten. Er hat dafür mit seinem Leben bezahlt.“

Rommel hinterließ seine Frau Lucie und seinen Sohn Manfred Rommel, welcher von 1974 bis 1996 Oberbürgermeister von Stuttgart war.

Quellen

Haus der Geschichte Baden-Württemberg (http://www.hdgwb.de)
http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/RommelErwin
Zeitung „Die Welt“, 21. Dezember 2008
de.wikipedia.org/wiki/Erwin_Rommel
Der Zweite Weltkrieg, Paul Carell, 1985
http://www.unser-laichingen.de/geschich ... ommel.html
http://www.bundesarchiv.de
http://www.d-nb.de (Deutsche Nationalbibliothek)

Autor: Maro / Gastronaut