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Das Thema

 

Erich von Manstein

 

Der letzte große Stratege und militärisches Genie seiner Zeit

 

 

Generalfeldmarschall der Heeres

 

 

„Für Deutschland wird Manstein niemals ein Kriegsverbrecher sein.
Er ist ein Held seines Volkes und wird es bleiben.
Er war der Baumeister des deutschen Sieges
und der Hektor in Deutschlands Niederlage"

(Aus dem Schlussplädoyer des britischen Verteidigers Paget im Prozess gegen Erich von Manstein am 24. September 1949)


Jugend/1. Weltkrieg

 

Erste Jahre


Fritz-Erich von Lewinski (gen. von Manstein) wurde am 24. November 1887 in Berlin als zehntes Kind des Generals Eduard von Lewinski und seiner Frau Helene, geb. von Sperling, geboren, wurde jedoch aufgrund eines Übereinkommens der verschwägerten Familien von der Familie des damaligen Majors Georg von Manstein (aus den westpreußischen Adel stammend) und seiner Frau Hedwig (geb. von Sperling) adoptiert.
Die Mannsteins zählten von jeher zu den bekannten Offiziersfamilien Preußens. Kampfgeist und Mut zeichnen diese Familie aus. Neben dem Generalmajor Christoph Herrmann von Mannstein, Generaladjutant König Friedrich des Großen, machte auch Oberst Johann Dietrich von Manstein, Kommandeur des Dragonerregiments Krockow und Generalleutnant Gustav von Manstein die Familie und ihren Ruf bekannt.
Die Forschung spricht auch deshalb von einem besonderen Ehrgeiz des jungen Erich, da er nicht als „legitimer“ Nachkomme der Familie sich immer unter Beobachtung und Beurteilung der Familie wähnen musste. (Ist aber nicht belegt)
Als 12jähriger wurde er zu den Osterfeiertagen 1900 im Kadettenhaus Plön/Holstein aufgenommen. Ab 1902 absolvierter er für vier Jahre die Haupt-Kadettenanstalt in Berlin Lichterfelde, Preußens renommiertester Kaderschmiede für künftige Offiziere des Heeres und Ausgangspunkt eines legendären Korpsgeistes. Der Weg der Absolventen war sogleich vorbestimmt, ihnen eine Karriere sicher und mit Tugenden ausgestattet, die ihnen Ehrgefühl, Disziplin, Gehorsam und Kameradschaft als Ideale weiterverfolgen sollten.
Die Kriegsschule in Engers bei Koblenz soll die letzte Station vor dem aktiven Dienst des zukünftigen Leutnants und Ausbildungsoffiziers (ab 1907) werden.

 

Ein Offizier des Kaisers

 

So kam es, dass der Leutnant von Manstein zum Adjutant im III. Bataillon des Garderegiments zu Fuß (Juli 1911 - Okt. 1913) wurde. Dabei brillierte der schmale, großgewachsene Typ durch Exaktheit, Wortwitz und Pflichtgefühl.
Der Ruf des frisch beförderten Oberleutnants (mit 25 Jahren) folgend verschlug es ihn an die Kriegsakademie nach Berlin.

“Der beste Adjutant, den ich je hatte.“
Major von Schulzendorff, Bataillonskommandeur im III. Garderegiment

Der erste Weltkrieg begann für den, mittlerweile Bataillonsadjutanten im 2. Garde -Reserveregiment, am 20. August 1914 in den Ardennen. Auf die Feuertaufe folgte im September die Verlegung an die Ostfront.

“Als Major von Bassewitz, ich und der Fahnenträger den Graben fast erreicht hatten, kamen uns die Russen entgegen, mit Bajonett! Im Handgemenge erhielt ich einen Schuss, der mich niederwarf. Mein getroffener Gegner fiel auf mich. Aber ehe er mir den Garaus machen konnte, erschoss den auf mir liegenden einer unserer herbeigeeilten Grenadiere. Auch mich traf ein zweiter Schuss ins Knie und lähmte mich!“
Erfahrungen Mansteins als Mitglied eines Stoßtrupps (6 Monate Lazarett und sein Bein blieb für immer taub)

Am 24. Juli 1915 wurde er zum Hauptmann befördert. Im weiteren Verlauf des Ersten Weltkrieges wurde er an der Ost- wie auch an der Westfront in verschiedenen Stäben eingesetzt (Serbien, Montenegro (1915), Verdun, Somme (1916), Livland, Estland (1917). Ihm wurden während dieser Zeit das Ritterkreuz des Königlich Preußischen Hausordens von Hohenzollern, sowie beide Eisernen Kreuze verliehen.

„Das Bestreben der Truppe, soldatische Haltung zu wahren, war unverkennbar. Soldatenräte hatten im Frontgebiet nicht viel zu sagen“
„Hatte die Form gewechselt - mochte die neue uns gefallen oder nicht - es war unser Deutschland, unser Volk, dem wir zu dienen hatten.“

Aussage Mansteins zu den Folgen des Sturzes der Monarchie


Reichswehr

 

Die (Blitz-)Karriere eines Offizier

Nach dem Ende des 1. Weltkrieges wurde er in das Reichsheer übernommen.


 
Stationen
 
Generalstab des Gruppenkommando 2 nach Kassel (Herbst 1921)
Bataillonsstab im 5. (Preuß.) Infanterie-Regiment

Generalstab der 2. Division der Reichswehr (ab dem 1. Oktober 1923)

Generalstab der 4. Division der Reichswehr (von 1925 bis 1927)

Führergehilfenausbildung

Stab des Infanterieführer IV (Herbst 1927)
Beförderung Major

Reichswehrministerium (1. September 1929)

Gruppenleiter in der Heeresabteilung (T 1) beim Truppenamt (TA)
Beförderung Oberstleutnant (1. April 1931)
Beförderung Oberst (1. Dezember 1933)

Chef des Stabes der 3. Division der Reichswehr (1. Februar 1934)

Leiter der Operations-Abteilung im Generalstab des Heeres (1. Juli 1935)
Beförderung zum Generalmajor (1. Oktober 1936)
Oberquartiermeister I
Vertreter des Generalstabschefs (General Ludwig Beck)

Kommandant 18. Infanterie-Division (1. April 1938)

Bei seinen Tätigkeiten besaß der eher konservative Manstein keine Angst vor Neuerungen. Er setzte rigoros die Vorstellung vom modernen Krieg durch. So führte es statt Exerzierübungen viermal wöchentlich eine Grundausbildung im Gelände ein und legte größten Wert auf Selbstständigkeit und Selbstverantwortung seiner Soldaten. Die gewohnten Exerzierübungen waren für ihn immer nur schönes Beiwerk hatten aber nichts mit dem Kampf zu tun.

„Die wahre Stärke des deutschen Heeres waren seine Mannschaften. Entgegen der alliierten Propaganda, der deutsche Soldat sei ein einfallsloser Halbautomat, der nur Befehle ausführe, war dieser eine sowohl disziplinierter als auch phantasievoller Kämpfer.“
Adrian Gilbert - britischer Militärhistoriker

 

Erich von Manstein half mit diesen Ruf und Mythos des deutschen Soldaten zu prägen. Er konnte somit viel für den Erfolg des deutschen Heeres beitragen Denn nur die Kombination von Ausrüstung und Ausbildung machte den Erfolg der deutschen Armeen aus.

„Manstein war ein großzügiger Vorgesetzter, ein vollkommender Gentlemen aber ein unbequemer Untergebener.“
„Es fiel ihm schwer, Autoritäten bloß aus dem Grunde anzuerkennen, weil sie nun mal da waren.“

General Siegfried Westphal über Manstein aus seiner Zeit bei der Heeresleitung.

Eine Eigenschaft, die im späteren Führerhauptquartier oftmals negativ ausgelegt wurde und auch zum Status: z.b.V.(zur besonderen Verfügung).
Er war zu Hause dagegen eine ausnehmend zivile Erscheinung. So zog er zu Hause zuerst seine Uniform aus, um bei Geschichtsbüchern und Zigarre Entspannung zu finden.
An dieser Stelle sind noch seine Reisen in die Sowjetunion (als Oberstleutnant) zu nennen (1931 und 1932). Die dort erworbenen Kenntnisse würden ihm noch gute Dienste leisten. Vor allem in Sachen Leistungsvermögen der Roten Armee und Kenntnisse (zukünftiger) östlicher Kriegsschauplätze.


Wehrmacht

 

General der Wehrmacht

 

Den Machtantritt der Nationalsozialisten sah er gelassen. Die Einführung der Wehrpflicht (1935) war dagegen ein einschneidendes Ereignis für den Generalmajor.
In der folgenden Zeit konnte er mit vielen (später noch) nützlichen Ideen aufwarten, so auch mit der „Sturmartillerie“, doch wurde er, wie auch Guderian, immer wieder abgelehnt.
Er lernte in dieser Zeit auch den schneidigen Panzerkommandeur Hermann Hoth kennen, der ihm in vielen späteren Auseinandersetzungen zu Seite stand (er übernahm Mansteins 18. Infanterie-Division). Als scheidender Divisionskommandeur wurde er zum Generalleutnant befördert und ging als Chef des Stabes zu Heeresgruppe Süd. Unmittelbar vor Kriegsausbruch wurde er bei der Mobilmachung zum Generalstabschef der 12. Armee ernannt. Durch deren Umbenennung wurde er dann bereits am 2. September 1939 zum Chef des Generalstabes der Heeresgruppe Süd ernannt.


2. Weltkrieg

 

General im Zweiten Weltkrieg

 

Nach dem Ende des Polenfeldzuges entwarf von Manstein den Plan zur Eroberung Frankreichs, den "Sichelschnitt"-Plan. Bei diesem Plan sollten massierte Panzerverbände durch die Ardennen über die Maas bis an den Kanal vorstoßen und so die alliierten Armeen einkesseln.

„Es erschien mir reichlich niederzuziehen, dass unserer Generation nichts anderes einfallen solle, als die Wiederholung eines alten Rezeptes.“
Meinung Mansteins zu Hitlers taktischen Devisen und Plänen

Er war nicht der bequeme Soldat, aber ein Genie ohnegleichen. Genies sind Sturköpfe und man muss sie walten und schalten lassen, nur trafen mit Hitler und Manstein zwei Sturköpfe aufeinander.

„Sicher ein besonders kluger Kopf von großer operativer Begabung, aber ich traue ihm nicht.“
Hitler über Manstein

Nur durch Denkschriften und viele Vorträgen konnte sich Manstein in Sachen Frankreichfeldzug durchsetzen. Bei der Durchführung fühlte er sich als Zuschauer um seinen Triumph betrogen.

 

Der Feldmarschall
 

Durch Umbenennung seines Stabes war er am 26. Oktober 1939 zum Chef des Generalstabes der Heeresgruppe A geworden. Ende Januar 1940 wurde von Manstein zum Kommandierenden General des neuen XXXVIII Armeekorps ernannt.
Seine Führungsqualitäten waren unbestritten und seine ganz eigene Art ein Markenzeichen.

„Er liebte eine frische Antwort mehr als unterwürfige Folgsamkeit. Ebenso war ihm jede Schwafele zuwider. Wer nicht sofort auf den Kern der Sache zu sprechen kam, der konnte gewiss sein, dass er etwas unsanft angefasst wurde.“
„Nur wenn man täglich vorn bei der Truppe ist, lernt man deren Nöte kennen, kann ihre Sorgen anhören und ihr helfen.“

Erinnerungen von Rudolf Graf - Ordonanz Offizier des Generals

Nachdem von Manstein bei einer Landung der Wehrmacht auf der englischen Insel das Kommando über die gelandeten Truppen hätte übernehmen sollen, erhielt er im Februar 1941 das Kommando über das neue LVI. Armeekorps (mot.) in Ostpreußen. Mit diesem operierte er dann ab Juni 1941 beim Ostfeldzug gegen Russland sehr erfolgreich. In vier Tagen legten seine Truppen 320 Kilometer zurück und erreichten die Westliche Dwina. Seinem Korps gelang auch die Eroberung von Dünaburg.

 

 

(Teil 2 Teil 3 Teil 4 Teil 5)

Er war gegen den Kommissarbefehl und konzentrierte sich ganz auf die militärischen Dimensionen seiner Aufträge. So lobte er auch die Waffen SS als gute Kameraden neben den des Heeres an der Front - „immer tapfer und sich als standhaft erwiesen“.
Am 7. März 1942 wurde er zum Generaloberst befördert. Die rasche Eroberung der Krim war ein militärisches Meisterstück des Kommandanten.

„Auf der Krim haben deutsche und rumänische Truppen unter dem Oberbefehl des Generalobersten von Manstein, unterstützt von starken Luftwaffenverbänden unter Führung der Generalobersten Löhr und Freiherr von Richthofen, in der Verfolgung des geschlagenen Feindes die Meerenge von Kertsch in ganzer Breite erreicht und die letzten stark befestigten Brückenköpfe beiderseits der Stadt nach erbittertem Widerstand genommen."
Sondermeldung vom 19. Mai 1942. Namentlich Erwähnung im Wehrmachtsbericht 20. Mai 1942.


Die Folge seiner Erfolge war die Ernennung zum Generalfeldmarschall (1. Juli 1942)

„Wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, haben deutsche und rumänische Truppen unter Führung des Generalfeldmarschalls von Manstein, hervorragend unterstützt von den bewährten Nahkampffliegerkorps des Generalobersten Freiherrn von Richthofen, nach fünfundzwanzigtägigem erbitterten Ringen am Mittag des 1. Juli 1942 die bisher stärkste Land- und Seefestung Sewastopol, bezwungen."
Wehrmachtsbericht 2. Juli 1942

Im Herbst war Manstein kurzzeitig an der Nordfront eingesetzt, wo die Belagerung Leningrads nur ungenügende Fortschritte machte. In diesen Tagen fiel sein Sohn Gero von Manstein (Leutnant im mot. Infanterieregiment 51). Bei seiner Rückkehr zur Heeresgruppe B, war die 6. Armee bereits in Stalingrad eingekesselt.
In der Folge konnte der Feldmarschall nicht mit konsequenten Lösungen brillieren. Die geeigneten Befehle blieben aus. Da kommt der Gedanke auf, ob er Stalingrad nicht für eine größere Sache geopfert hat.

„Jeder Tag, an dem sie (die 6. Armee) die feindlichen Kräfte noch festhalten konnte, war ausschlaggebend für das Schicksal der Ostfront."
Aussage Mansteins in seiner Biographie.

Nach heftigen Auseinandersetzungen mit Hitler über einen weiteren Rückzug verlor dieser die Geduld und weigerte sich fortan, auf von Mansteins Ratschläge zu hören. (Zwischen 6. Feb. 1943 und dem 30. März 1944 hatte Hitler viermal Manstein aufgesucht und elfmal war Manstein bei Hitler).
Als von Manstein am 25. März 1944 erneut die Genehmigung zum Rückzug erbat, wurde er im April 1944 als Befehlshaber der Heeresgruppe Süd abgesetzt und nicht mehr verwendet.
Zum Abschied erhielt er am 30. März 1944 von Hitler die Schwerter zum Ritterkreuz mit Eichenlaub. Erich von Manstein zog sich auf sein Gut zurück, wo er bis Kriegsende blieb.


Bei einem seiner größten Erfolge bei der Schlacht um Charkow mußte er auch bittere Verluste hinnehmen. Beerdigung von Generalmajor Walther von Hünersdorff, Kommandeur der Pz.Div.6, gefallen am 17.Juli 1943, Soldaten Ehrenwache neben Sarg mit Flagge stehend, Generalfeldmarschall Erich von Manstein grüßt mit Marschallsstab

 

 
Auszeichnung
 
Eisernes Kreuz(1914) II. und I. Klasse

Königlicher Hausorden von Hohenzollern Ritterkreuz mit Schwertern
Württembergischer Friedrichs-Orden I. Klasse mit Schwertern
Kreuz für treue Dienste von Schaumburg-Lippe
Hanseatenkreuz, Hamburg

Verwundetenabzeichen (1918) in Schwarz

Wehrmacht-Dienstauszeichnung IV. bis I. Klasse

Spange zum Eisernen Kreuz II. und I. Klasse

Krimschild in Gold

Rumänischer Militärorden Michael der Tapfere III. und II. Klasse

Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub und Schwertern
Ritterkreuz am 19. Juli 1940
Eichenlaub am 14. März 1943
Schwerter am 30. März 1944

achtmalige Nennung im Wehrmachtsbericht
11., 12. und 31. Oktober 1941,
19. und 20. Mai 1942, 2. Juli 1942,
20. März 1943, 4. August 1943


Nachkriegsjahre

 

Nach dem Kriege
 

Berühmt ist die Times-Geschichte über Fritz Erich von Manstein brachte ihm bei den Alliierten viel Ruhm ein, der auch so von Amerikaner geplant war. Der kommende Mann Deutschlands, von den Amerikanern propagiert erweckt vor allem bei Hitler großen Unmut.
So setzte Hitler den besten Spieler auf die Bank, den Mann der lange die Ostfront zusammen gehalten hat. So forderte Manstein nicht von ungefähr den Oberbefehl über die Ostfront (wie auch Hindenburg im ersten Weltkrieg). Diese Forderung ging vor allem dem politischen Kader des „Dritten Reiches“ zu weit. Dabei wären die Folgen für den Krieg im Osten nicht abzuschätzen gewesen. Die Historiker schwanken zwischen Sieg, Verlängerung der Niederlage und zur wichtigen Verschnaufpause bis zur Neuordnung der Front.

Der Eklat zwischen Hitler und Manstein:
 
Hitler (27. Jan. 1944): „… meine Feldmarschälle mit gezogenen Degen bei mir sind!“

Manstein (Zwischenruf): „Wenn Sie es sagen, dann wird’s wohl stimmen, mein Führer.“

Hitler (Erwiderung): „Ich muss es mir sehr verbitten, dass Sie mir in einer Ansprach unterbrechen. Sie würden sich das auch nicht von Ihren Untergebenen gefallen lassen.“
(Seid 1932 hat es wieder jemand gewagt eine Rede des Führers zu unterbrechen. Ein Eklat!)

Englands führende Militärhistoriker stufen Manstein als gefährlichsten Gegner ein und stufen seine Ansetzung als Einschnitt ein, ohne den der Sieg wohl erst 1946 oder 1947 möglich gewesen wäre.
Seine Verwicklung in den Widerstand der Wehrmacht ist nicht nachgewiesen. Seine Aussage zu mehreren Anfragen von „Verschwörern“:

„Preußische Feldmarschälle meutern nicht“

Trotzdem war der Feldmarschall für die Widerständler unentbehrlich. Vor allem nach einem gelungenen Staatsstreich sei der kluge Kopf unbedingt notwendig.
Er wurde bis zum Schluss von der Wehrmacht verehrt. Das belegt vor allem der Ausspruch von Feldmarschall Fedor von Bock auf seinem Sterbebett:

„Manstein retten sie Deutschland“

Erich von Manstein wurde von britischen Truppen gefangen genommen und in Hamburg vor ein Militär-Gericht gestellt. Er wurde für schuldig befunden, nicht auf den Schutz der Zivilbevölkerung bedacht gewesen zu sein.
In einem Tagesbefehl vom 20. November 1941 hatte er geschrieben:

„Das Judentum bildet den Mittelsmann zwischen dem Feind im Rücken und den noch kämpfenden Resten der Roten Wehrmacht und der Roten Führung."

Es wird von unwürdiger Behandlung des Feldmarschalls berichtet. Doch keine Behandlung oder Demütigung konnte den Mann aus der Fassung bringen. Er soll nicht mal mit der Wimper gezuckt haben, als britische Soldaten vor ihm mit seinem Marschallsstab rumgefuchtelt hätten, ihn die Treppe runter geschubst oder ins Internierungslager gebracht haben.
Trotz des Respekts, den der alte Militär genoss, gab es in den USA und Großbritannien Kreise, die an deiner Gerichtsverhandlung gegen Manstein als „Kriegsverbrecher“ Interesse zeigten. Doch machte sie sein Ruf im Ausland bemerkbar. Es wurde für ihn Geld gesammelt und eine Gegenbewegung ins Leben gerufen.
Am 19. Dezember 1949 wurde er zu 18 Jahren Gefängnis verurteilt, die später auf zwölf Jahre herabgesetzt wurden. Aufgrund eines ärztlichen Gutachtens wurde er im Mai 1953 entlassen.


Bundeswehr

 

Manstein und die Bundeswehr

 

Im Parlament referierte Manstein vor dem Verteidigungsausschuss am 20. Juni 1956. Seine Präzise Argumentation überzeugte und er hatte somit großen Anteil am Aufbau der neuen Bundeswehr.
Die Bundeswehr zeigte in seinen letzten Jahren immer wieder Beweise der Kameradschaft für ihn.
So schritt er als 79ig jähriger eine Ehrenformation ab und wurde vom Heeres-Musikkoprs mit eine abendlichen Zapfenstreich geehrt.
Zum 80. Und 85. Geburtstag erschien die gesamte Bundeswehrspitze zur Gratulation, junge Offiziere übergaben Geschenke und man sah den greisen Feldmarschall im Licht der Tradition. Eine Ehre, die außer ihm nur Klaus Graf von Staufenberg zugekommen ist.
Keine Andeutung aber verrät, wie der Pensionär Manstein mit seiner Vergangenheit fertig geworden ist. Der preußische General und Befehlsverweigerer von der Marwitz ließ einst auf seinen Grabstein schreiben: "Er wählte Ungnade, wo Gehorsam nicht Ehre brachte."
Erich von Manstein wird eines anderen Textes bedürfen!

 

Schlusswort

Er veröffentlichte 70ig jährig seine Memoirenbände - Verlorene Siege / Aus einem Soldatenleben - allesamt Verkaufsschlager und lebte ein ruhiges, zurückgezogenes Leben.
Er hatte im Krieg nicht nur seinen ältesten Sohn verloren, sondern auch zwei Brüder, war aus seiner Heimat vertrieben worden, er lebte in der Zeit der Prozesse gegen ihn fast mittellos.
Seine Frau war im Leben die wichtigste Stütze für ihn.
Erich von Manstein starb am 10. Juni 1973 (85 Jahre alt) an einem Gehirnschlag in Irschenhausen. Er wurde mit militärischen Ehren begraben.

„Der Erhaltung des Reiches galten Ihre Arbeit und Ihr Einsatz, als Sie in Reichswehr und Wehrmacht dienten und den höchsten Rang erwarben. Ihre Loyalität schloß nie aus, dass Sie da, wo Ihr Sachverstand oder ihr Gewissen es geboten, mutig und deutlich Ihre Stimme erhoben.
Sie Herr Feldmarschall, sind eine Gestalt von geschichtlicher Bedeutung.“

Ulrich de Maiziére (1967) - Generalinspekteur der Bundeswehr


Quellen

http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Per ... inEv-R.htm (Letzter Aufruf 01.11.2009)
http://wissen.spiegel.de/wissen/image/s ... humb=false (Letzter Aufruf 01.11.2009)
http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Er ... stein.html (Letzter Aufruf 01.11.2009)
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-42001458.html (Letzter Aufruf 01.11.2009)
http://www1.historisches-centrum.de/for ... s04-2.html (Letzter Aufruf 01.11.2009)
http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/ ... index.html (Letzter Aufruf 01.11.2009)
http://de.wikipedia.org/wiki/Erich_von_Manstein (Letzter Aufruf 01.11.2009)

Buch: von Flocken, Jan, Kriegerschicksale. Erich von Manstein, Kai Homilius Verlag/ Berlin 2006.
Buch: Stein, Marcel, Der Januskopf. Feldmarschall von Manstein – eine Neubewertung. Biblio-Verlag/Bissendorf 2004.

Autor: Freiherr von Woye