1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 Rating 5.00 (1 Vote)

 

Einleitung

Generäle



Die Generalität als Spitze des Militärs

 

 

 

Einleitung

 

Was ist ein General, was bedeutet es General zu seine und wie ist dieses militärische Rang überhaupt entstanden? Alle diese Fragen sollen in diesem Beitrag geklärt werden. So müssen wir ganz am Anfang der militärischen Kriegsführung anfangen. Bereits in der Antike gab es Äquivalent zum General, den Feldherren. Befehlshaber über ein Heer, des vom Imperator oder Konsul gestellt worden ist. Diese Feldherren waren dennoch - wie bei Pompeius - ein Produkt ihres Heeres bzw. die weltlichen wie militärischen Herren ihrer Soldaten. Also waren Sie weniger eine Position aus einem Rang hervorgehend, als ein Landesherr oder Adliger der kommandierte. Dies änderte sich im Mittelalters, einem Zeitalter voller Kriege und Kriegsherren. So wurden die europäischen Armeen von Capitanos und Feldhauptleuten geleitet. Später wurden dann die wachsenden Armeen von Colonel (Wort hat einen französischen Ursprung ) und Feldobersten geleitet. Bei Kriegsausbruch sollten dann diese Colonel / Obersten für den kriegführenden Landesherrn Truppen werben (Regimenter zu Fuß oder zu Pferde). Die Werber wurden sogleich zu dessen Anführer, also im Prinzip dieselbe Vorgehensweise wie im Altertum, doch hatte sich nun ein Rang entwickelt, der eine Kommandoebene zwischen Heer und Landesfürst herstellte. Diese neue Ebene, die einen solchen innewohnenden Rang brauchte, war ein logische Konsequenz anwachsender Heere.

 


(Links: Ludwig Yorck von Wartenburg / Mitte: Generalfeldmarschall von Manteuffel/ Rechts: General der Infanterie Graf Tauenzien)

Entstehung


 


(Kragenspiegel: Oben - General / Unten - Generalfeldmarschall und Generaloberst)

 

Aus diesen Obristen wurde dann der General. Ein einfaches Wort machte den Übergang aus, Generalis aus dem lateinischen, d. h. "allgemein". Man brauchte einen allgemeinen, allem vorstehenden Obristen. So wurde mit Beginn des 16. Jahrhunderts der jeweilig älteste Obrist zum General-Obristen bestellt. Aus den Strukturen des Deutschen Ordens ging der Oberste Marschall hervor, ein Planer und Organisator der Kriegszüge.
Schon dort übernahm er eine übergeordnete Position, leitete die Ritterbrüder vom Hochmeistersitz aus und verband als erster Marschall eine amtliche und militärische Funktion. Dieser Posten, direkt unter dem Herrscher bzw. nur diesem verantwortlich, als Befehlshaber der militärischen Streitkräfte eines Herrschers (Regionalfürst), war im Sinne eines Boten zu verstehen. So trugen Hof- und Feldmarschalle gleichermaßen den Stab und vereinten (noch) beide Rollen in einer Person." Außerdem hatte der Marschall (ursprünglich Stallmeister) zunächst die Befehlsgewalt über die Reiterei. Erst nach dem 30jährigen Krieg entstand der General-Feldmarschall und stieg nach dem Generalissimus zum höchsten Generalsrang auf.
Es hat wieder mit dem Anwachsen der Heere, des unterschiedliche Ausweitung und Spezialisierung auf Waffengattungen und dem Rängegeplänkel alter europäischer Hoftradition, aber auch anwachsender Armeebürokratie, dass sich im Laufe der Zeit die verschiedensten Variationen des Generals-Dienstgrades ausbildeten.
So gab es den General-Feldzeugmeister als Befehlshaber der Artillerie oder den General-Wachtmeister. Die historische frühe Neuzeit bildete den ersten Höhepunkt des Generalstums in den europäischen Armeen. Ab dem Ende des 17. Jahrhundert etablierte sich in Deutschland folgende Rangfolge der Generalität:

 

      • Generalissimus (als Vertreter des Kaisers)

 

      • General-Feldmarschall

 

      • General der (Kav., Inf.) Feldzeugmeister

 

      • Generalleutnant

 

      • Generalwachtmeister (-Major)

 

    • Brigadier (als Generalsstellung, nicht als Rang)

 


(Brigadegeneral - Wehrmacht)

 

Das anwachsen der Herrscherhäuser, der Zerteilung der Landesheerschaften, das Anwachsen der Bevölkerung und der dadurch implizierten Zunahme von kriegerischen Akten - vor allem in Europa - trug zu einer Militarisierung von Herrscherzielen aus. Der Militär-Haushalt wurde immer wichtiger im Wesen eine Landes, es wurde erobert um die Armee zu finanzieren und andersrum dasselbe. Dieser Kreis des Krieges hatte eine beträchtliche Steigerung des Militärbudgets im Gesamt-Haushalt der selbstständigen Staaten zur Folge.
Mit dem Ende des dreißigjährigen Krieges (1618 - 1648) gingen die europäischen Staaten dazu über, ständige Truppen mit festem Sold zu unterhalten. Der Söldner oder des dienstverpflichtete Bauer konnte den neuen militärischen Ansprüchen dieser Neuen Zeit nicht mehr genügen. Es folgte die Bildung eines Offizierskorps, dass durchaus nicht an die verschiedenen regionale Abstammung der Offiziere Rücksicht nahm, sondern vor allem nur die adlige Geburt als Voraussetzung hatte. Es bildeten sich feste Dienstgrade und Dienststellungen, welche eine solide Basis jeder Armee sein sollte.
Die obersten bzw. ältesten Offiziere bildet seitdem die Generalität. Ein militärische Klasse, die mit größer werdenden Heeren, höheren Kostenaufwand - im Krieg und Frieden - nahmen auch die Privilegien und Machtbefugnisse der Generale zu ( das Plural Generäle kommt aus dem österreichischen).
Dem General und seinem Rang wurde seither ein gewisse Ehrfurcht und Verherrlichung zu Teil. Man beschäftigte sich mit diesen Personen, sie wurden Teile der höheren Gesellschaft und ihre Macht wuchs zum Teil über das Militärische hinaus. Sie waren die Heerführer der Neuzeit und ihr Wort hatte Gewicht - ihre Posen als antike Heerführer auf großer Leinwand sprechen für sich und vermitteln uns, dass sich diese Personen dessen durchaus bewusst waren. Ein Würdigung fand 1788-1791 in dem vom Ordensrat des König verfasstem "Biographisches Lexikon aller Helden und Militär-Personen" statt. In welchem sich die Generale wiederfanden, die in Preußischen Diensten berühmt wurden und verdient gemacht haben. Verbunden wurden solche Biographien und Berichte immer mit ihren Werdegang durch die Regimenter des Landesherrn, welche durch die Personen an Ruf gewannen und diesen dann auch andersherum an ihre Befehlshaber zurückgaben.

 


(Links: General Eduard von Boehm Ermolli/ Mitte: Otto Meixner/ Rechts: General von Trollman)

 

Österreich / K.u.K Monarchie

K.u.K. Monarchie
• Feldmarschall (FM)
• Generaloberst (seit 1915)
• Feldzeugmeister (FZM), General der Kavallerie (GdK), General der Infanterie (GdI - 1908)
• Feldmarschalleutnant (FML)
• Generalmajor

Österreich (Erste Republik)
• Oberstbrigadier
• General (Differenzierung: Infanterie, Artillerie usw.)
• Feldmarschalleutnant (seit 1933)
• Generalmajor

Österreich (Zweite Republik - ab 1980)
• General (ohne Zusatz oder Differenzierung)
• Korpskommandeur
• Divisonär
• Brigadier

Österreich (nach 2002)
• General
• Generalleutant
• Generalmajor
• Brigadier


Preußen

Das preußische Herr, welches seit 1701 mit ihren Königen an Macht und Größe gewann, hatte hier ein Vorreiter Rolle. Das Königreich Preußen, geführt von Soldatenkönigen und solchen, die sich mit der Armee identifizieren und ihre Macht durch den preußischen Soldaten verifizierten.





 


 


(von Links: Generalfeldmarschall (bis 1942)/ Generalfeldmarschall (nach 1942) / Generaloberst i. R. e. Gfm / Generaloberst / General / Generalleutnant / Generalmajor)



 


(Von Links: Reichsmarschall. Dieser lediglich von Hermann Göring geführte Titel wurde 1940 geschaffen / Generalfeldmarschall / Generaloberst / General der Flieger der Flak-Artillerie / Generalleutnant / Generalmajor)

 


(1. Reihe von Links: Brigadeführer und Generalmajor; Kragenspiegel zur Uniform vor 1942 / Gruppenführer und Generalleutnant; Kragenspiegel vor 1942)
(2. Reihe von Links: Obergruppenführer und General; Kragenspiegel vor 1942 / Oberstgruppenführer und Generaloberst / Ehrenwinkel, getragen am rechten Oberarm als Zeichen längerer Dienstzugehörigkeit bereits in der Vorkriegszeit)

Preußen/Kaiserreich

• Generalmajor
• Generalleutnant
• General (der Waffengattung, zum Beispiel General der Infanterie oder General der Kavallerie)
• Generaloberst (seit 1854)
• Generalfeldmarschall (für besondere Verdienste oder ehrenhalber zum Beispiel als Herrscher eines Landes)

Generaloberst war die Bezeichnung des höchsten regulär erreichbaren Generalsranges in der preußischen Armee, welcher im Jahre 1854 für Prinz Wilhelm von Preußen eingeführt wurde. Mitglieder des Königshauses konnten traditionell nicht zum Generalfeldmarschall ernannt werden und so wurde dieser Umstand durch einen neuen Generalsrang umgangen. Zunächst aber waren alle Generalobersten im Rang dem Generalfeldmarschällen gleichgestellt (auf den Epauletten trugen sie die gekreuzten Marschallstäbe und drei Sterne). Unter Kaiser Wilhelm II. wurde eine eindeutige Einordung des Generaloberst in die Hierachie und die Uniformierung eingeführt, so wurde der Rang als Generalfeldmarschall mit 4 Sterne festgelegt und Generaloberst mit 3 Sterne eingeführt bzw. eingeordnet.

• Generalmajor
• Generalleutnant
• General (der Waffengattung, zum Beispiel General der Infanterie)
• Generaloberst

• Generalmajor
• Generalleutnant
• General (der Waffengattung, zum Beispiel General der Artillerie)
• Generaloberst
• Generalfeldmarschall
• Reichsmarschall (1940 nur für Hermann Göring)


SS

• SS-Brigadeführer (entsprach Generalmajor)
• SS-Gruppenführer (entsprach Generalleutnant)
• SS-Obergruppenführer (entsprach General)
• SS-Oberstgruppenführer (entsprach Generaloberst)
• Reichsführer-SS (entsprach Generalfeldmarschall)

• SS-Brigadeführer und Generalmajor der Waffen-SS
• SS-Gruppenführer und Generalleutnant der Waffen-SS
• SS-Obergruppenführer und General der Waffen-SS
• SS-Oberstgruppenführer und Generaloberst der Waffen-SS

 

Während 1767 Friedrich der Große noch die Veröffentlichung von militärischen Biographien zu verhindern suchte, was seiner eigenen Schlichtheit und Einfachheit im Wesen zugrunde liegen möchte, erschienen nach 1815 über fast jeden bedeutenderen General Memoiren. Es setzte eine Militarisierung des preußischen Staates ein, der den General glorifizierte und seinen Rang wie seine Uniform verehrte.

 

Liste preußischer Generäle und Adjutanten


Struktur


(Links: George S. Patton / Mitte: Général de Gaulle/ Rechts: John Pershing)

 

Struktur nach europäischen Vorbild

Feldmarschall oder Generalfeldmarschall
Generaloberst
General oder Captain General
Generalleutnant
Sergeant Major General oder Generalmajor
Brigadier (General)

 


(Schulterstücken eines Generalfeldmarschall des Heeres - Deutsche Wehrmacht)

 

Heute sind die Generale ein Sammelbegriff für die höchste Dienstgradgruppe bei den meisten Staaten (im Frieden) beim Heer und Luftwaffe. Bei der Marine heißt diese Gruppe Admirale. Im Krieg konnte allerdings eine weitere, höhere Rangstufe erreicht werden. Dieser, für besondere Verdienste verliehene Rang eines Marschalls, Feldmarschalls, Generalfeldmarschall oder General of the Army, ist dem General übergeordnet.
Bei den Rangabzeichen haben wir es ebenfalls mit einer gleichen bzw. gleichgewordenen Entwicklung zu tun. So sieht man vor allem an der Schulterklappe bzw. Kraggenplatte den Rang eines Generals. Dabei sind diese Schulterstücke meist Goldfarbend oder Silberfarbend bei in den Vereinigten Staaten und der Schweiz. Die Sterne auf den Schulterklappen entscheiden dabei die Rangstufe des Generals:

 

      • Generalleutnant (3 Sterne)

 

      • Generalmajor (2 Sterne)

 

    • Brigadegeneral (1 Stern)

 

Der "reine" General trägt dabei 4 Sterne, bei der NATO beispielsweise als Viersternegeneral bezeichnet, gibt es diesen Rang in Deutschland normalerweise nicht mehr. In Amerika, aufgrund der großen Armee und vielen Kriegsschauplätzen, aber es ist durchaus eine gängige Praktik einen führenden General mit dem Vierten Stern zu bekleiden.
Der Generalfeldmarschall der deutschen Wehrmacht, Reichswehr und kaiserlichen Armee, war Statusgemäß nicht mit 5 Sternen bestückt (Generaloberst hatte 3 Sterne - besonders angeordnet), sondern mit zwei gekreuzten Marschallstäben auf den Schulterstücken seines Ranges würdig ausgezeichnet. Ein solcher Marschallstab war nur in Europa die Regel und etablierte sich nie in Amerika bzw. den Vereinigten Staaten von Amerika. Doch gab es dort einen 5 Sterne General, den sogenannten General of the Army:

 


 


 
(Rechts: Army / Links: Air Force)

 

George C. Marshall 16. Dezember 1944
Douglas MacArthur 18. Dezember 1944
Dwight D. Eisenhower 20. Dezember 1944
Henry H. Arnold 21. Dezember 1944
Omar N. Bradley 20. September 1950

 

 
(Links: Fieldmarschall GB / Rechts: Marschall der Sowjetunion)

 

In der Sowjetunion/Russland als Marschall bezeichnet und mit einem großen Stern auf den Schulterstücken versehen, ebenso in Frankreich gab es diesen Rang. In Großbritannien und seiner Armee ist der Fieldmarschall der höchste Rang im Kriege. Als Marinependant ist der Fleetadmiral eingeführt worden, in Deutschland ist dies der Großadmiral gewesen.
Vor allem die an Kriegen reichen Vereinigten Staaten haben einen weiteren Generalsrangeingeführt. Den General of the armies of the United States, als bezeichnenden Rang für George Washington, der in seiner Position 1775 den Titel Continental Army General and Commander In Chief war. Dieser Rang wird mit 6 Sternen geehrt, wobei der zweite Träger dieses Amtes John J. Pershing, als Anerkennung seiner Dienste als Kommandeur der American Expeditionary Force in Europa während des Ersten Weltkrieges, als Insignien 4 goldene Sterne auf den Schulterklappen für sich wählte.
Der Sinn dieser Auszeichnung war es, dass kein General nach Washington je einen höheren Rang einnehmen sollte. Diese Regelung wurden zur Zweihundertjahrfeier der Vereinigten Staaten am 11. Oktober 1976 postum „für die Vergangenheit und Gegenwart“ als der höchste Dienstgrad eingeführt.

 


(6 Sterne Washingtons)




(4 goldene Sterne Pershings)

 

      Andere Varianten:



      • Generaladjutant

 

      • Generalkommandant

 

      • Generalinspekteur

 

      • Generalkapitän

 

      • General-in-Chief

 

      • General der Armee (Armeegeneral)

 

      • General der Air Force (nur USA)

 

      • General der Jagdflieger

 

      • General der Armeen der Vereinigten Staaten (von Amerika), ein Titel, General geschaffen für John J. Pershing und anschließend gewährt posthum George Washington .

 

      • General Admiral (Deutsche Marine)

 

      • Luft-General (chilenischen Luftwaffe ; entspricht in etwa Air Chief Marshall und Air Vice-Marshall)

 

      • Wing General and Group General (Mexikanische Luftwaffe; entspricht in etwa einem Commodore)

 

      • Lieutenant-Colonel General (Oberstleutnant General - serbischer Rang unmittelbar unter dem Generaloberst und entspricht in etwa US Major General)

 

      • Generaldirektor (eine gemeinsame administrative Begriff oder auch für militärische Diensten)

 

      • Generaldirektor des Nationalen Verteidigungsrates (höchsten Rang in der mexikanischen Streitkräfte)

 

      • Director of Intelligence Bureau (4-Sterne- Polizist in Indien)

 

      • Controller General (allgemein Offiziersrang in der Französisch National Police )

 

      • Generalpräfekt (der oberste Rang der argentinischen Marine-Präfektur )

 

      • General der Artillerie

 

      • General in der Medizin

 

      • Generalkaplan

 

    • General in der Technik

 


(Nordstaaten General William Tecumseh Sherman)



(Oben: US Army General insignia 1872 / Unten: US Army General insignia 1866)


 

Aufgaben und Einsatz des Generals

 


(Links: Alfred Jodl / Mitte: General der Panzertruppe Leo Freiherr Geyr von Schweppenburg / Rechts: General der Panzertruppe Erich Brandenberger)

 

Welche Aufgaben haben nun Generale? Sie führen Armeen und als die Armee als Ganzes immer größer wurde und auf einen kämpfenden Soldaten drei versorgende und unterstützende Soldaten. So ist der General nicht mehr für ein ganzes Heer da, sondern übernimmt nun jeweils größere Teile einer Armee. Eine Brigade wird von einem Brigadegeneral geführt. Zudem fungieren sie als stellvertretende Divisionskommandeure. Warum sind also Generale nicht immer Führer eines Armeeteils, sondern dienen im Stab oder in anderen unterstützenden Verbänden? Es gibt ganz einfach zu viele davon, einfach ausgedrückt. General wird man in der Offizierslaufbahn heutiger Armee einfacher als früher. In einer Zeit, als der Herrscher noch den General ernannte, die Armeen kleiner waren und nicht so aufgeblasen, war der General an der Spitze einer Armee. Heute sind die Planstellen für solche beliebten, begehrten und ruhmreichen Positionen knapp. General, die heute oftmals auch durchs Alter, d.h. Dienstjahren und bestimmte Karriereschritte diesen Rang erreichen, waren oftmals nie an der Front. Die Anzahl von sogenannten "Kasinogeneralen" wurde im Laufe der Neuzeit immer größer.
Der Generalmajor war in der Regel Chef einer Division. Ein Generalleutnant konnte ein Korps führen. Auch können Sie als Inspekteure der Organisationsbereiche (Heer, Luftwaffe, Marine, Zentraler Sanitätsdienst und Streitkräftebasis) dienen. Desweiteren dienen Generale in Ministerien oder in verschiedenen Kommandobehörden, Ämtern und Schulen. Der Rang des Generals "full general" bleibt in der Bundesrepublik dem Generalinspekteur vorbehalten. Weitere Vier-Sterne-Generalsdienstposten können von Offizieren der Bundeswehr im multinationalen Bereich (NATO) wahrgenommen werden.
Die früheren Generalobersten des deutschen Heeres wurden für größere Teile eingesetzt. Sie befehligten ganze Armeen und teilweise sogar ganze Expeditionskorps, wie das DAK. Die Heeresgruppen waren den Generalfeldmarschallen vorbehalten.



 


(4 Sterne General der Bundeswehr)

      DDR



      • Generalmajor

 

      • Generalleutnant

 

      • Generaloberst

 

      • Armeegeneral (entsprechend der Ordnung des Warschauer Vertrages)

 

      • Marschall der DDR (1982–1989)




      Bundeswehr



      • Brigadegeneral / Generalarzt / Generalapotheker (1 Stern)

 

      • Generalmajor / Generalstabsarzt (2 Sterne)

 

      • Generalleutnant / Generaloberstabsarzt (3 Sterne)

 

    • General (4 Sterne)

 


(Von Links: General / Generalleutnant / Generalmajor / Brigadegeneral / Kragenspiegel Generale)

Besonderheiten

Interessant und beispielhaft für die Wichtigkeit einer Generalität in der Neuzeit ist die Sowjetunion. Dort wurden nach der Oktoberrevolution (1917) alle Vorrechte des Adels und Rangunterschiede aufgehoben, so auch Rangstaffelung in der Armee. Jeder sollte gleich sein, und anstelle der Dienstgrade wurden sogenannte Dienststellungen gesetzt. . Erst 1940 wurden die Dienstgrade wieder eingeführt, die sich an denen des Zarenreichs orientierten, weil man keine wirkliche Hierarchie und Ordnung in der Roten Armee herstellen konnte. Änderungen blieben dennoch erhalten, so musste der bourgeoise Generalfeldmarschall und Generaladmiral der kommunistische und volksgetreue Marschall der Sowjetunion bzw. der Flottenadmiral der Sowjetunion weichen. Außerdem wurden neue Ränge: Hauptmarschälle und Marschälle einer bestimmten Waffengattung, die dem Armeegeneral gleichgestellt waren, eingeführt. (Die Ränge wurden nach 1991 weitestgehend übernommen - für Sowjetunion stand nur Russische Föderation an die Ränge angehängt.)
Beispiellos ist die Erschießung und Verschleppung von 20 000 sowjetischen Offiziere und Generälen. Stalin raubte seiner Armee so die Organisation. Eine Tat, die er wohl beim Einmarsch der Deutschen bereute.
In der israelischen Armee - zahal - bestehen nur drei Generalsränge, mit der Anmerkung, dass gleichen Ränge für Heer, Marine und Luftwaffe galten. Den höchsten Dienstgrad Raw-Aluf hat jeweils nur der Generalstabschef von Tzahal inne - quasi Generalleutnant, entspricht eher einem General.
 


 


(Oben von Links: General der Schweiz / Generals Kolumbiens / General der Niederlande / General Mexikos / General Brasiliens)
(Unten von Links: General Thailands / General Italiens / General Schwedens / General Indiens / General Frankreichs /  General Estland / General Polens)


Zum Schluss


(Links: Gen. Patraeus / Mitte: General Naumann / Rechts: MajGen Neller)



Wie die vielen und unterschiedlichen Rangabzeichen der verschiedenen nationalen Generale belegen, hat sich in den letzten 200 Jahren ein gewisses Muster durchgesetzt. Die Schulterklappen und die dort angezeichneten, meist goldenen oder silbernen Sterne, zeigen dann Generalsrang an. Eine Entwicklung, die auf der einen Seite den Nationalbestrebungen geschuldet ist und auf der anderen Seite einer gewissen Globalisierung des Krieges. Die kleinen Kriegen und Fehden unterschiedlicher Fürstentümer sind passé, die letzten 100 Jahre sind von Weltkriegen bestimmt worden, wobei sich die Länder nicht nur in Sachen Technik und Taktik aufeinander einstellen mussten, sondern auch in Sachen Uniform und Ausgestaltung der Ränge. Eine Entwicklung die in 60 Jahren des Kalten Krieges und weltübergreifenden militärischen Pakten noch zugenommen hat. Der General sollte innerhalb der Allianzen anderen gleichgestellt werden und auch als solche in Rängen gleich aussehen. Der Stern als Zeichen für einen General hat sich durchgesetzt, auf Preußens bzw. dem europäischen Vorbild aufgebaut, hat sich die Generalität als Spitze und Gesicht der Armee durchgesetzt.
An den Generalszeichen lässt sich auch die militärische Geschichte eines Landes ablesen. So hat die USA einen Generalsrang mit 6 Sternen nicht umsonst eingeführt, aufbauend auf vielen siegreich geführten Konflikten, Verehrung ihrer glorreichen Heerführer und einer wachsenden Eitelkeit der Generalität. Eine ähnliche wenn nicht sogar gleich Entwicklung konnte man in Preußen/Deutschen Kaisereich/NS-Reich sehen. Die vielen siegreichen Konflikte, angefangen mit 1870/71 bis zum 1. Weltkrieg, schufen einen Militarismus der den General wie seine Uniform verherrlichte. Ein Militär, dass sich als Staat im Staat postulierte, dass sich mit Orden schmückte und den Marschallstab als höchstes Zeugnis militärischer Führerschaft besaß. Das NS-Reich und seine Ämtervielfalt geben dann die Eitelkeit einer auf Krieg basierende Politik und Staatswesens wider. Ämter und Position wie das des Reichsmarschalls oder eine eigene Parteiordenvielfalt, zeigen die Wichtigkeit und Stellung an. Die Uniform als gesellschaftliches Aushängeschild war nach dem 2. Weltkrieg verpönt und trotz erhaltener Traditionen beim Gewand des deutschen Generals wird eine solche Entwicklung von Gesellschaft und Staat nicht mehr toleriert werden.
Ganz anders in den Vereinigten Staaten, einem Land mit ausgeprägten Sinn für die Militärgeschichte, in dem längst verstorbene Generäle immer wieder mit neuen Rängen versehen und auf Sockel gehoben werden. Dies ist nicht negativ zu verstehen, denn die Folge ist nur logisch, wenn man sich die militärische Entwicklung der USA ansieht, die geführten Kriege, die Einsatzgebiete, das immense Militärbudget einer Nation, die nur verschwindend geringe Verluste auf eigenem Boden zu beklagen hatte. Der amerikanischer General ist wie der preußische zu einer politischen Person geworden, oftmals Spielball und dennoch - gerade im wirtschaftlichen Sinne - wichtiger Machtfaktor.
Der General und die Person, die diesen Rang bekleidet wird für die Forschung und die Gesellschaft immer eine gewisse Faszination haben. Sie sind nun mal seit der Antike der Heerführer der Armeen, manchmal Triumpfvator oder auch Personifizierung der Niederlage. Sie sind Beschützer des Volkes bzw. der Nation und ziehen als oberste Instanzen einer der striktesten Hierarchien dieser Welt eine ganz besondere Aufmerksamkeit auf sich.

 

 

Quellen

http://www.lexikon-deutschegenerale.de/welcome.html (Letzter Zugriff 29.09.2010)
http://de.wikipedia.org/wiki/General_of_the_Army (Letzter Zugriff 29.09.2010)
http://de.wikipedia.org/wiki/General (Letzter Zugriff 29.09.2010)
http://de.wikipedia.org/wiki/Marschall (Letzter Zugriff 29.09.2010)
http://www.loc.gov/rr/program/bib/ourdo ... ssion.html (Letzter Zugriff 29.09.2010)
http://en.wikipedia.org/wiki/General_officer (Letzter Zugriff 29.09.2010)
http://de.wikipedia.org/wiki/Generalit%C3%A4t (Letzter Zugriff 29.09.2010)



Autor: Freiherr von Woye