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Portrait

Lothar von Arnauld de la Periére


(18. März 1886 - 24. März 1941)


 

 

Meine Rekordfahrt war ganz friedlich und langweilig. Wir hielten die Schiffe an. Die Besatzung bestieg die Rettungsboote. Wir sahen uns die Schiffspapiere an, sagten der Besatzung, wie sie den nächsten Hafen erreichen könnten, und versenkten dann die gestoppt liegende Prise.


Lothar von Arnauld de la Periére über seine Rekordfeindfahrt von 26. Juli bis zum 20. August 1916

Kaiserreich

Vorkriegszeit:



Lothar Eugen von Arnauld de la Perière wurde am 18. März 1886 in Posen als Sohn von Eugen von Arnauld de la Periére und Else Charlotte Eckerland geboren. Sein Bruder war der spätere Generalleutnant Friedrich von Arnauld de la Periére, ein bekannter Marineflieger des Ersten Weltkrieges. Nach einer siebenjährigen Kadettenzeit in Wahlstatt und Lichterfelde trat er am 1. April 1903, also bereits mit 17 Jahren, in die Kaiserliche Marine ein (Crew 4/03). Nachdem er die übliche Ausbildung durchlaufen hatte, segelte er mit Fregattenkapitän von Dombrowski auf dem Segelschulschiff SMS Stein zu einer Ausbildungsfahrt nach Westindien. Er absolvierte 1905 Spezialkurse für die Torpedowaffe und Artillerie und für die Torpedowaffe und Artillerie und wurde 1906 zum Leutnant zur See befördert. In den folgenden Jahren (1906 - 1911) diente er auf den Linienschiffen SMS Kurfürst Friedrich Wilhelm, SMS Schlesien und SMS Schleswig-Holstein sowie bei der II. Torpedoboots-Division. Nachdem er zum Oberleutnant zur See befördert worden war, diente er von 1911 - 1913 als Torpedooffizier auf dem kleinen Kreuzer SMS Emden. Bis zum Beginn des Krieges war er dann in Berlin Adjutant beim Chef des Admiralsstabes, Admiral Hugo von Pohl.

 

Der Erste Weltkrieg:




Bei Ausbruch des Krieges meldete sich Lothar von Arnauld de la Periére zu den Marinefliegern. Seinen Dienst tat er von da an bei der Marine-Luftschiff-Abteilung. Am 16. Dezember 1914 zum Kapitänleutnant befördert, wechselte er zugleich am 1. April 1915 zur Uboot-Waffe. Sein erstes Boot war S.M. U 35, das er nach absolviertem Kommandantenlehrgang (mit Übungsfahrten auf S.M. U 1 und S.M. U 3) am 18. November 1915 in Pola (Pula) übernahm. Er machte mit diesem Boot bis März 1918 14 Feindfahrten, wobei seine sechste Operation, die vom 26. Juli bis zum 20. August 1916 dauerte, Mit 54 mit über 90.000 BRT die erfolgreichste des gesamten Ersten Weltkrieges war. Für diese Leistung wurde ihm am 11. Oktober 1916 als dritter Kommandant der U-Flottille Pola der Pour le Mérite verliehen. Am 18. Mai 1918 stellte er den U-Kreuzer Kapitänleutnant Schwieger (S.M. U 139) in Dienst. Er machte mit diesem Boot noch eine Feindfahrt, auf der fünf Schiffe mit insgesamt 7.008 BRT versenkt werden konnten. Insgesamt konnte er auf seinen Feindfahrten 193 Handelsschiffe mit 457.179 BRT und zwei Kanonenboote mit insg. 2.500 BRT versenken; zudem wurden 7 Schiffe mit insgesamt 31.810 BRT beschädigt. Dieser Erfolg macht ihn zum erfolgreichsten Uboot-Kommandanten des Ersten Weltkrieges.


 

Weimar

Zwischenkriegszeit:

Auch nach dem Ende des Ersten Weltkrieges blieb Lothar von Arnauld de la Perière bei der Marine. Er kommandierte vom 1. Februar 1919 bis zum Oktober 1920 das Sturmbattalion von-Arnauld-de-la-Periére in der 3. Marinebrigade unter Wilfried von Loewenfeld. Im Jahre 1922 wurde er schließlich zum Korvettenkapitän befördert. In den folgenden Jahren diente er als Navigationsoffizier auf den Linienschiffen SMS Hannover und SMS Elsass und war dann als Admiralsstabsoffizier in der Marinestation Nordsee unter Vizeadmiral Bauer tätig. Von 1928 bis 1930 war der inzwischen zum Fregattenkapitän beförderte von Arnauld de la Periére Kapitän des leichten Kreuzers Emden. Am 30. September 1931 trat der nunmalige Kapitän zur See in den vorzeitigen Ruhestand, woraufhin er in den Jahren 1932 bis 1938 an der türkischen Marineakademie in Istanbul unterrichtete.


2. Weltkrieg

Der Zweite Weltkrieg




Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde de Kapitän zur See Lothar von Arnauld de la Periére reaktiviert und war bis März 1940 Marinebevollmächtigter in Danzig. Nach einer kurzen Periode als Marinebefehlshaber Belgien - Niederlande war er dann als Konteradmiral z. V. bis Juni 1940 Marinebefehlshaber Bretagne und anschließend Marinebefehlshaber Westfrankreich. Am 1. Februar 1941 erfolgte dann die Beförderung zum Vizeadmiral.

Lothar von Arnauld de la Periére starb auf dem Weg zur Übernahme des Kommandos als Admiral Südost beim Absturz seines Flugzeuges bei Le Bourget in der Nähe von Paris. Zu seinem Andenken wurde eine Gruppe von VII C Booten (zu der auch U 81 unter Kapitänleutnant Friedrich Guggenberger gehörte, der am 13. November 1941 die Ark Royal versenkte), die im Mittelmeer operierte, Gruppe Arnauld genannt. Lothar von Arnauld de la Periére wurde am Berliner Invalidenfriedhof begraben.

Lebenslauf

 
Werdegang
1886:
Geburt in Posen
1903:
Eintritt in die Kaiserliche Marine
1903:
Ausbildungsfahrt nach Westindien
1905:
Spezialkurse für die Torpedowaffe und Artillerie
1906:
Beförderung zum Leutnant zur See
1911:
Beförderung zum Oberleutnant zur See
1914:
Versetzung zu den Marinefliegern
1914:
Beförderung zum Kapitänleutnant
1915:
Wechsel zur Ubootwaffe
1915:
Übername S.M. U 35
1918:
Übernahme S.M. U 139 (U-Kreuzer Kapitänleutnant Schwieger)
1919-1920:
Kommandeur Sturmbattalion von-Arnauld-de-la-Periére in der 3. Marinebrigade unter Wilfried von Lowenfeld
1922:
Beförderung zum Korvettenkapitän

Folgende Jahre:

NO auf SMS Hannover und SMS Elsass; danach Admiralsstabsoffizier in der Marinestation Nordsee
1928:
Beförderung zum Fregattenkapitän
1930:
Kommandant leichter Kreuzer Emden
1931:
Beförderung zum Kapitän zur See und frühzeitiger Ruhestand
1932 - 1938:
Dozent an der türkischen Marineakademie
1939:
Reaktivierung
bis 1940:
Marinebefehlshaber Belgien-Niederlande
1940:
Beförderung zum Konteradmiral
1940:
Marinebefehlshaber Bretagne; anschließend MB Westfrankreich
1941:
Beförderung zum Vizeadmiral
1941:
Tod bei Flugzeugabsturz bei Le Bourget (in der Nähe von Paris)


Auszeichnungen

Auszeichnungen

Pour le Mérite
Eisernes Kreuz (1914) II. und I. Klasse
Königlicher Hausorden von Hohenzollern - Ritterkreuz mit Schwertern
Kronen-Orden IV. Klasse
Uboot Kriegsabzeichen (1914)
Dienstauszeichnungskreuz
Hanseatenkreuz Hamburg
Ritterkreuz des österreichisch-kaiserlichen Leopold-Ordens mit Kriegsdekoration
Orden der Eisernen Krone III. Klasse mit Kriegsdekoration
Österreichisches Militärverdienstkreuz III. Klasse mit Kriegsdekoration
Silberne Liakat-Medaille mit Schwertern
Eiserner Halbmond

 

Quellen

uboat.net - Lothar von Arnauld de la Periére (Letzter Zugriff 14.09.2010)
marine-seewoelfe.de - Lothar von Arnauld de la Periére (Letzter Zugriff 14.09.2010)



Autor: talesofvalor