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Portrait

Georg Ludwig Ritter von Trapp

 

(04. März 1880 - 30. Mai 1947)

 

 

Frühe Jahre

Frühe Jahre:



Georg Ludwig wurde am 4. April 1880 in Zadar (heutiges Kroatien; damals K.u.K. Monarchie) als Sohn des 1876 in den Ritterstand erhobenen Fregattenkapitäns August von Trapp und dessen Frau Hedwig Weppler geboren. Sein Vater starb bereits 1884, als Georg vier Jahre alt war. Seine Schwester war die bekannte Jugendstil-Malerin, Autorin und Dichterin Hede von Trapp.
Er besuchte zunächst (von 1894-1898) die Marineakademie in Fiume (Rijeka), die er am 1. Juli 1898 als Seekadett 2. Klasse abschloss. In den nächsten zwei Jahren war er hauptsächlich Aus- und Fortbildungsfahrten beschäftigt, die ihn unter anderem auch nach Australien führten. Als er diese beendet hatte, wurde er auf den Kreuzer SMS Kaiserin und Königin Maria Theresia versetzt, mit dem er unter anderem am Boxeraufstand teilnahm. Aufgrund seiner Beteiligung an der Erstürmung der Taku-Forts (wörtlich: Taku-Batterien; gelegen an der Mündung des Flusses Hei He vor der Stadt Tianjin) wurde er mit der silbernen Ehren-Denkmünze für Tapferkeit ausgezeichnet.

Kaiserreich

Vorkriegszeit und Erster Weltkrieg:



Im Jahr 1901 zum Seekadett, wurde er darauf folgend 1903 zum Linienschiffsfähnrich befördert. Er besuchte 1904 den Offiziers-Seeminen- und 1907 den Offiziers-Torpedokurs, bis er am 1. November 1908 zum Linienschiffsleutnant (entspricht dem deutschen Kapitänleutnant) befördert und danach nach Fiume versetzt wurde. Dort lernte seine spätere Frau, Agathe Whitehead, auf einem Ball kennen.
Er heiratete Agathe Whitehead, die Tochter des Torpedofabrikanten John Whitehead (und Enkelin von Robert Whitehead, dem Erfinder des Torpedos), 1911 und bezog noch im gleichen Jahr mit ihr eine Villa in der Nähe von Pula (kro.: Pola), wo sie ihre ersten zwei Kinder, Rupert (1911 - 1992) und Agathe (*1913) gebar.
Bis 1913 befehligte er das Uboot SM U-VI, in der folgenden Zeit übernahm er das Torpedoboot 52, dessen Kommando er bis zur Übernahme von SM U-V innehatte. Seine Frau indes, war bei Ausbruch des Krieges auf den Gutshof ihrer Mutter nach Zell am See (Salzburg) gezogen, wo sie ihre weiteren Kinder Maria Franziska, Hedwig, Werner und Johanna gebar (sie starb 1922 in Klosterneuburg im Alter von nur 31 Jahren nach der Geburt ihres letzten Kindes, Martina, an Scharlachfieber, mit dem sie sich bei ihren Kindern angesteckt hatte). Unterdessen war Georg Ritter von Trapp am 17. April 1915 das Kommando über SM U-V übertragen worden, mit dem er noch neun Feindfahrten unternehmen sollte. Am 27. April 1915 versenkte er mit seinem Boot vor der Straße von Otranto den französischen Panzerkreuzer Léon Gambetta (wofür ihm das Ritterkreuz des Militär-Maria-Theresienordens verliehen wurde). Schon Ende Juli 1915 war die Versenkung des italienischen Uboots "Nereide" ein weiterer Erfolg, auch das Kapern eines Handelsschiff geht auf sein Konto.
Im Oktober 1915 übernahm er das neu in Dienst gestellte Boot SM U XIV. Mit dem geborgenen französischen Boot Curie (sie wurde gehoben, repariert und der Turm wurde nach deutschem Muster umgebaut. Das Boot wurde als S.M. U 14 in die Flotte der k.u.k. Marine übernommen) wollte er in den Hafen Pola eindringen. Er verfing sich aber mit dem Boot in der Netzsperre und wurde dann durch gezielten Beschuss der Hafenbatterie versenkt - es wurde nach dem Krieg wieder an Frankreich zurückgegeben.
Auch mit diesem Boot unternahm er einige erfolgreiche Feindfahrten. Insgesamt versenkte er auf seinen 19 Feindfahrten 12 Handelsschiffe mit 45.669 BRT. Darunter war der französische Panzerkreuzer Léon Gambetta mit 12.600 t und das italienische Uboot Nereide mit 225 t. Diese Erfolge machen ihn zwar nicht zu einem absoluten "Ass" (z.B.: im Vergleich zu Lothar von Arnauld de la Périere oder Max Valentiner, die beide sehr erfolgreich im Mittelmeer operierten), allerdings zählt er zu den erfolgreicheren Kommandanten im Mittelmeer, und zu einem der Besten der österreichischen U-Boot-Flotte. Bei Ende des Krieges wurde er noch zum Korvettenkapitän befördert, kurz bevor mit der Kapitulation auch seine Karriere als aktiver Marineoffizier endete.
 

Da die österreichische U-Boot-Flotte wesentlich kleiner war als die deutsche, waren die Versenkungszahlen, an Tonnage gemessen, logischerweise nicht so hoch. Dennoch hält sie einen Rekord: von 79 durch österreichische Uboote durchgeführte Torpedoattacken waren mehr als 90% erfolgreich. Hierbei muss man vor allem bedenken, dass bis 1917 Krieg nach Prisenordnung geführt wurde (bzw. geführt werden musste). Das heißt, dass ein feindliches Schiff zuerst einmal gestoppt werden musste, was meistens durch einen Schuss vor den Bug mit dem Deckgeschütz geschah. Danach wurde das Schiff von oben bis unten durch- und die Schiffspapiere untersucht. Wenn ein feindliches Schiff oder ein neutrales mit Konterbanden angetroffen wurde, wurde die Besatzung angewiesen, in die Boote zu gehen. Das Schiff wurde danach durch Sprengsätze oder Schüsse mit dem Geschütz auf die Wasserlinie versenkt, da Torpedos extrem teuer waren. Torpedoangriffe wurden also nur auf Kriegsschiffe und Truppentransporter gestartet, weil es außerdem die Kommandanten damals noch viel schwerer hatten als die des Zweiten Weltkriegs, mit dem Torpedo ein Ziel zu treffen, da sie noch keine Hilfsmittel wie den TDC hatten und die Torpedos auch nicht unbedingt zuverlässig waren. Die hohe Trefferrate unterstreicht also die Qualität der österreichischen Kommandanten und den Elitestatus der österreichischen U-Waffe.

 

 

Nachkriegszeit

Nachkriegszeit:



Nach dem Kriegsende verließ Trapp mit seiner Familie die Adria und zog nach Klosterneuburg in der Nähe von Wien (Niederösterreichischer Bezirk Wien-Umgebung).
Im Jahre 1920, also bereits zwei Jahre nach dem Krieg, finanzierte Georg die Gründung der Vega-Reederei-Hamburg/Greifswald, deren Schiffe in der Nord- und in der Ostsee verkehrten, und 1921 die Rhein-Donau-Express-Schifffahrt-A.G. - beide verkaufte er aber später wieder. Nachdem seine Frau Agathe 1922 nach der Geburt ihres letzten Kindes Martina an Scharlachfieber, mit dem sie sich bei ihren Kindern angesteckt hatte, gestorben war, zog er mit seinen Kindern in die Villa Trapp (heute ein Hotel). Dort in Aigen, in der Nähe Salzburgs, stellte er für die Erziehung seiner Kinder Maria Augusta Kutschera ein. Sie heiratete er am 26. November 1927 (es wird allerdings behauptet, dass Trapp in seinem Leben nur zwei Lieben kannte: die See und Agathe. Ob dies stimmt, sei dahingestellt, es wird aber von seinen Kindern berichtet, dass er sich von der Familie immer weiter entfernte). Zwei weitere Kinder, Rosemarie und Eleonore, folgten.
Ein Tiefpunkt erreichte Trapp, als er fast sein ganzes Geld verlor, als die Lammerbank (Bankhaus A. Lammer & Co), bei der er es angelegt hatte, aufgrund der Wirtschaftskrise 1934 Konkurs anmelden musste. Da das Geld nun nicht mehr reichte, um die ganze Familie zu ernähren, ließ sich Maria etwas einfallen. Sie gründete den Kammerchor Trapp, den sie unter die Leitung des musikbegeisterten Hauskaplans Franz Wasner stellte. Er gewann bereits 1937 den ersten Preis des Volkssängerwettbewerbes bei den Salzburger Festspielen.
Nach der Annexion Österreichs durch das Deutsche Reich emigrierte er recht bald in die USA, nachdem er sowohl ein neues U-Boot-Kommando als auch das Singen bei Adolf Hitlers Geburtstag mit seinem Familienchor abgelehnt hatte. Die Familie nutzte eine Konzertreise nach Italien, um auszureisen (Anm.: Nach Ende des Ersten Weltkrieges hatte er, da die Einwohner dort vor die Wahl gestellt wurden, sich für eine italienische Staatsbürgerschaft entschieden, was ihm die Ausreise wesentlich erleichterte).
In den USA angekommen, bildete er nach der Geburt eines weiteren Sohnes, Johannes, mit seiner Familie die weltberühmten "Trapp Family Singers".
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges starteten die Trapps eine Hilfsaktion, die "Trapp Family Austrian Relief Inc.", um Österreich mit Kleidungsstücken und Nahrung zu unterstützen.
Für diese Tat wurden sie 2007 mit dem Egon Ranshofen-Wertheimer Preis ausgezeichnet.
Sie erbauten ein Haus in Stowe, Vermont, unter dem Namen "Corunum", in dem sich ein Hotel befindet, das heute noch unter dem Namen "Trapp Family Lodge" weltbekannt ist.
Georg Ludwig Ritter von Trapp starb am 30. Mai 1947 in Boston. Sein Lebensweg bildet teilweise die Grundlage für das sehr bekannte Musical "The Sound of Music".
1959 wurde der Trappweg in Wien-Liesing nach ihm benannt, und 1995 erwählte die Theresianische Militärakademie in Wiener Neustadt den Jahrgangsnamen Ritter von Trapp.

Lebenslauf

Lebenslauf
1883:
Geburt in Tønder
1902:
Eintritt in die Kaiserliche Marine
1902:
Verleihung der Preußischen Rettungsmedaille am Band
1905:
Beförderung zum Leutnant zur See
1907:
Versetzung auf das Linienschiff SMS Braunschweig
1908:
Beförderung zum Oberleutnant zur See
1908 - 1910:
Kompaniechef für die 1. Matrosen-Artillerie-Abteilung in Kiel
1911:
Versetzung auf die SMS Vulkan
1911:
Mithilfe bei der Bergung von S.M. U 3
1911:
Versetzung zu den Ubooten
1914:
Beförderung zum Kapitänleutnant
1914:
Feindfahrt auf U 3 im Finnischen Meerbusen
1914:
Übernahme von S.M. U 38
1915:
Versetzung ins Mittelmeer und Versenkung der Ancona
1916:
Verleihung des Pour le Mérite
1917:
Übernahme von S.M. U 157 (eigentlich U-Bayern)
1918:
Kriegsende und Beförderung zum Korvettenkapitän
1934:
Reaktivierung in der Reichsmarine (später Kriegsmarine)
1941:
Beförderung zum Kapitän zur See
1945:
Kriegsende
1948:
Tod im Krankenhaus von Sønderborg

Auszeichnungen

 
Orden
Preußische Rettungsmedaille am Bande im Jahre 1902
Preußischer Kronenorden IV. Klasse im Jahre 1911
Eisernes Kreuz (1914) II. und I. Klasse
Ritterkreuz des Königlichen Hausordens von Hohenzollern mit Schwerter im Jahre 1916
Pour le Mérite am 26. Dezember 1916


Quellen

Wikipedia Deutsch - Georg Ludwig von Trapp (24. Juli 2010)
Wikipedia Englisch - Georg Ludwig von Trapp (24. Juli 2010)
doppeladler.com - Das Ende der Focault (für die Curie) (24. Juli 2010)
The Esoteric Curiosa - Before Maria! (über das Leben Trapps vor seiner zweiten Hochzeit (24. Juli 2010)
Salzburgwiki - Georg Ludwig von Trapp (24. Juli 2010)
KuK-Kriegsmarine.com - Georg Ritter von Trapp (24. Juli 2010)
istrianet.org - Georg Ritter von Trapp (24. Juli 2010)
submarine.50megs.com - Georg Ritter von Trapp




Autor: talesofvalor