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Portrait

Christian August Maximilian Ahlmann Valentiner

 

(15. 12. 1883 - 19. 07. 1949)

 

 

Frühe Jahre

Frühe Jahre

 

Max Valentiner wurde am 15. Dezember 1883 in Tønder (Tondern) an der deutsch-dänischen Grenze als ältester Sohn (er hatte zwei jüngere Schwestern und einen jüngeren Bruder) des Diakons Otto Friedrich Valentiner und dessen Frau Mathilde Julie Olde geboren. Er verbrachte seine Schulzeit in Ketting, Augustenborg (Augustenburg) und machte in seiner Heimatstadt Sønderburg (Sonderberg) Abitur. Anfang April 1902 trat er in die Kaiserliche Marine ein (Anm.: die genannten Gebiete gehörten zu dieser Zeit noch zum Deutschen Kaiserreich), wo er auf das Segelschulschiff SMS Moltke zugeteilt wurde. Noch während der Grundausbildung im August 1902 rettete er einen Schiffsjungen vor dem Ertrinken, wofür er mit der Preußischen Rettungsmedaille am Bande ausgezeichnet wurde. 1903 beendete er seine Ausbildung auf der SMS Hansa erfolgreich, wurde 1905 zum Leutnant zur See befördert und 1907 auf das Linienschiff SMS Braunschweig versetzt. Ein Jahr später beförderte man ihn zum Oberleutnant zur See, setzte ihn von 1908 bis 1910 als Kompaniechef für die 1. Matrosen-Artillerie-Abteilung in Kiel ein, und versetzte ihn schließlich 1911 als Bergungsoffizier auf das Spezial-Bergungsschiff SMS Vulkan.





 

Die Bergung der SM U 3



Valentiner befand sich zum Zeitpunkt des Untergangs von SM U 3 (17. Januar 1911) in seiner Wohnung im Offizierswohnheim, Wanzenburg genannt, als sein Bursche hereinstürzte, um ihm davon zu berichten, dass an der Tauchstelle von SM U 3 die rote Telefonboje gesichtet wurde (Anm.: die Telefonboje wurde ausgesetzt, wenn das Boot Probleme hatte und von alleine nicht mehr hochkommen konnte; der Hafen war zwar an dieser Stelle nur 13 m tief, sodass sogar noch die ausgefahrene Sehrohrspitze über Wasser sichtbar war; allerdings voller Schlamm, sodass sich das Boot regelrecht am Boden festgefressen hatte). Da sich die SMS Vulkan gerade in Reparatur befand, wurde als Ersatz der große Schwimmkran des Kieler Hafens, der von den Leuten Langer Heinrich genannt wurde, herangeholt. Es wurde auch ein Torpedoboot, das einen besonders starken Kompressor hatte, an die Sinkstelle herangeführt. Valentiner ließ seinen besten Taucher, Meister Jepp genannt, zu U 3 hinuntertauchen, um einen Pressluftschlauch am Notluftventil des Bootes anzubringen, was jedoch misslang, da die Leute in der Panik vergessen hatten, es zu öffnen. Ein anderer Taucher wurde ebenfalls zu U 3 hinab geschickt, um die Stahltrosse vom Langen Heinrich am Boot zu befestigen, was auch gelang. Der Kran zog das Boot hoch, musste jedoch mitten unter der Arbeit aufhören das Boot weiter zu heben, da er bereits drohte zu kentern und die Trosse nahe daran war, zu reißen. Er konnte U 3 bis zur Unterkante Torpedoraum heben, woraufhin eine waghalsige Rettungsaktion begann: Freiherr von Forstner, der Kommandant von SM U 1, der auch die Telefonboje entdeckt hatte, klopfte mit einem Hammer zunächst auf das Boot, um zu sehen, ob die Mannschaft, die sich im Bug des Bootes befand, noch lebte. Als schwache Klopfzeichen zurückkamen, morste er "Alles wohl?" nach unten, was mit einem "Großer Luftmangel." beantwortet wurde. Daher befahl er der Mannschaft, die Torpedorohre zu öffnen, was sie schließlich auch taten. Zunächst schaffen sie nur eine Öffnung, die ungefähr so groß war wie eine Faust, da sie nach fünf Stunden bei der extrem schlechten Luft total erschöpft waren. Schließlich konnten sie aber, als ihnen eröffnet wurde, dass sie elendiglich ertrinken würden, wenn sie es nicht ganz öffnen könnten, die Öffnung auf 43 cm erweitern.

Valentiner warf schließlich ein Seil zur Besatzung hinunter, an dem sie einen nach dem anderen hochzogen, bis schließlich der Ingenieur des Bootes im Rohr steckenblieb.
Sie stießen ihn mit einem Stock durch das acht Meter tiefe Rohr in das Innere des Bootes zurück, und ein Unteroffizier kletterte ebenfalls hinunter, da aus dem Boot keine Antwort mehr zurückkam. Als sie den nächsten herausgezogen hatten, stellten sie mit Entsetzten fest, dass es der Unteroffizier war, der gerade eben erst zu den Leuten hinuntergeklettert war.
Sie bemerkten schließlich, dass in den Batterien, die nebenan lagen, durch die Verbindung mit dem Seewasser giftiges Chlorgas entstanden war, und durch die Schotten in den Bugtorpedoraum eingedrungen war. Valentiner kletterte mit einem anderen Mann durch das Rohr in das Boot. Die Luft war unglaublich schlecht, und es war Schwerstarbeit, die Männer alle am Seil festzubinden und hinaufzuschicken. Sie konnten aber alle Leute herausholen. Als Valentiner schon herausklettern wollte, bemerkte er noch einen am Boden liegenden Mann, den er hinter sich herziehend auch noch hinausbeförderte. Die Mannschaft konnte vollzählig gerettet werden, bevor sie sich durch das Chlorgas bleibende Gesundheitsschäden zugezogen hatte.
Inzwischen war die SMS Vulkan in Windeseile wiederhergestellt worden, da der Kommandant des Bootes und die Offiziere sich immer noch im Turm befanden. Das Seil des Schwimmkranes war inzwischen mit lautem Knall gerissen. Endlich war Vulkan fertig überholt worden und eilte der Unfallstelle zu. Da die anderen Taucher alle schon erschöpft waren, musste Valentiners bester Mann, Meister Jepp, noch einmal hinunter, um die Trossen zu befestigen, was auch gelang. U 3 wurde gehoben, und ein Mann stieg in den Turm, um nach den Leuten zu sehen.
Er kam wieder heraus und sagte kein Wort, es war aber allen bereits klar, was passiert war: die Männer im Turm waren allesamt erstickt.
Der Arzt, der die Männer gleich darauf untersuchte, stellte fest, dass sie noch warm waren, was bedeutet, dass sie gerade erst gestorben sein konnten.

Weltkrieg

Der Erste Weltkrieg

 

Kurz nach dem Untergang von SM U 3 war Valentiner mitgeteilt worden, dass er als Kommandant für ein Uboot vorgesehen worden wäre. Daher musste er für die Kommandantenausbildung auf die Ubootschule, wo er bis kurz vor Ausbruch des 1. Weltkrieges blieb (er war am 22. März 1914 zum Kapitänleutnant befördert worden). U 3 war inzwischen in die Werft geschickt und wieder in Stand gesetzt worden, und schließlich wurde ausgerechnet Kapitänleutnant Valentiner 1914 der Kommandant des Bootes.

 

Der erste Kriegseinsatz



Da U 3 bekannterweise schon ziemlich alt und ramponiert war, lief es nicht mit den anderen Booten bei der ersten Aktion aus. Nachdem dieser ziemlich misslungene Auftakt des Ubootkrieges vorbei war, bekam schließlich auch U 3 seinen Auslaufbefehl. Es sollte sich vom Kanonenboot Panther (das auch schon an der Agadir-Krise, oft auch "Panthersprung" genannt, beteiligt war) in den Finnischen Meerbusen schleppen lassen, um dort gegen russische Kriegsschiffe vorzugehen. Anfangs verlief die Reise gut, da das Wasser in dem Teil der Ostsee, wo die ersten Probetauchversuche unternommen wurden, praktisch keinen Salzgehalt hatte. Weiter im Norden allerdings, wo der Salzgehalt zunahm, entstanden echte Probleme mit der Trimmung.
Diese konnten nur dadurch behoben werden, dass möglichst viel Ballast auf die Panther hinübergeschafft wurde (Hier wurde vor allem kriegsunwichtige Ladung verwendet, z.B. persönliche Gegenstände oder unnötige Möbel. Allerdings mussten auch die lebensrettenden Tauchretter von Bord gegeben werden.)

Nachdem sie sich von der Panther getrennt hatten, für die es mitten im Kampfgebiet aufgrund ihrer dünner Panzerung zu gefährlich wurde, begaben sie sich zum Treffpunkt mit der SMS Amazone (durch den starken Gewichtsverlust konnte der Marsch nun ohne Komplikationen angetreten werden), die sie durch die Gasse im Minenfeld schleppen sollte.
Mitten im Minenfeld erfuhren sie, dass einer der modernsten leichten Kreuzer der Marine, die SMS Magdeburg, an der Küste (genauer: bei der Insel Osmussaar) auf Grund gelaufen war.
Das Torpedoboot V 26 (das sie später in der Nähe der Magdeburg voll mit Menschen sichteten; der Wachoffizier meinte gesehen zu haben, dass es zerschossen war) und die Amazone übernahmen die Mannschaft, die ihr Schiff beim Herannahen russischer Kriegsschiffe selbst sprengte (Das Codebuch wurde zwar versenkt, konnte aber später von den Russen gefunden werden. Es wurde an den neu gegründeten britischen Marinenachrichtendienst, Room 40 genannt, überführt und dort ausgewertet, woraufhin man in der Lage war, alle deutschen Marinefunksprüche entschlüsseln konnte, so auch die Zimmermann-Depesche.). Es war also nur noch die SMS Augsburg übrig geblieben, auf der sich auch Admiral Behring, der Befehlshaber aller Seestreitkräfte, die in diesem Gebiet operierten, befand (die Sache mit der Magdeburg sollte ihn später sein Kommando kosten; er wurde zur Landverwendung an die Westfront versetzt). Sobald sie auf Rufweite herangekommen waren, rief ihnen der Admiral mit einem Sprachrohr hinüber, dass er vorhatte, gleich zwei russische Panzerkreuzer anzugreifen, und versuchen würde, die Panzerkreuzer so lange aufzuhalten, dass U 3 in eine günstige Schussposition kommen könnte. Es wurden auch Blinkzeichen zur Verständigung vereinbart (kurze Scheinwerferblicke für "auftauchen", lange für "tauchen"). Die Augsburg und U 3 fuhren dann ungefähr eine Stunde gemeinsam Ostkurs. U 3 war allerdings schon so ausgeleiert und ramponiert, dass es mit dem Kleinen Kreuzer nicht mithalten konnte. Daraufhin schrie der Admiral Valentiner an, was er "für eine Sauzucht an Bord habe", und warum er nicht schneller fahren könne. Valentiner antwortete ihm jedoch nicht, da er wusste, dass es ihm auch nichts bringen würde, wenn er dem Admiral sagte, dass "ein alter Gaul eben nicht mehr galoppiert".
Schließlich verloren sie aber, trotz der Bemühungen, die Augsburg doch noch aus den Augen. Plötzlich entdeckten sie aber an Backbord zwei Silhouetten: es waren die russischen Kreuzer Bajan und Pallada. Diese näherten sich dem Boot mit hoher Geschwindigkeit, ohne es jedoch entdeckt zu haben, was jedoch nicht mehr lange dauern konnte.

Da die Augsburg aber immer noch außer Sicht war, durfte Valentiner keinen Tauchbefehl geben. Nach bangen Minuten des Wartens, in denen jederzeit eine russische Salve fallen und das ganze Boot zerstören konnte, wurde endlich die Augsburg von der Brückenwache entdeckt. Diese drehte sofort ihren Scheinwerfer auf das Boot und gab den ersehnten Tauchbefehl.
Das Boot ging sogleich auf Sehrohrtiefe und wendete 90° nach Backbord, auf die Russen zu. Valentiner stand am Periskop und beobachtete die Geschehnisse über Wasser. Als er kurz die Augsburg ins Sichtfeld bekam, durchfuhr ihn ein Schock: der Admiral hatte ihm den Auftauchbefehl, zwei kurze Scheinwerferblicke, gegeben!
Dies war höchst riskant für das Boot, weil die russischen Kreuzer schon sehr nahe waren und U 3 mit Sicherheit unter Beschuss nehmen würden. Dennoch tauchte Valentiner auf, weil, wie er selbst später sagte, "Soldat eben Soldat" war, und es deshalb Sache der Befehlshaber war, was sie ihm befehlen würden, und nicht seine. U 3 tauchte auf, wieder ein banges Warten. Würden die Russen schießen oder nicht? Plötzlich kam von der Augsburg der Befehl: sofort tauchen (es hatte sich später herausgestellt, dass der Auftauchbefehl ein Irrtum gewesen war)! Als das Boot kaum einen Meter unter Wasser war, rauschte plötzlich ein Torpedoboot auf sie zu (das zu den Begleitbooten der Augsburg gehörte).
Valentiner konnte durch das Sehrohr den Kommandanten genau erkennen, der mit dem Fernglas die Kreuzer beobachtete, und ganz vergessen hatte, dass sich auch noch ein Uboot am Schauplatz befand. Das Torpedoboot verfehlte U 3 nur um zehn Meter. Zehn Meter, die den Untergang des Bootes und den Tod der Mannschaft bedeutet hätten.
Inzwischen entwickelte sich das Gefecht in die Richtung, dass die russischen Kreuzer Weitschüsse feuerten, die Unterwasser wegen der besseren Lautübertragung einen infernalischen Lärm veranstalteten. Das weitere Gefecht verlief laut Valentiner "so ordentlich wie ein Friedensmanöver". Die Russen drehten ab, sodass Valentiner mit voller Kraft fahren musste, wenn sie ihm nicht entkommen wollten. Es kam jedoch erschwerend hinzu, dass sie gegen den Wind fahren mussten, der immer weiter auffrischte.

Noch dazu kam, dass es den Matrosen bei dem starken Seegang nicht mehr möglich war, das Boot noch unter Wasser zu halten (damals wurden die Tiefensteuergeräte noch mit Muskelkraft bedient, sodass die Leute einfach zu erschöpft waren). Daher ließ er das Boot auf zwanzig Meter gehen, wo die See ruhiger war, um es danach, als die Matrosen wieder halbwegs ausgeruht waren, wieder auf Sehrohrtiefe zu bringen. Das tiefere Tauchen hatte auch einen angenehmen Nebeneffekt: das Boot war, aufgrund des ruhigeren Wassers, näher an die Kreuzer herangekommen. Daher ging U 3, immer noch mit äußerster Kraft, wieder auf zwanzig Meter, um schneller an die Kreuzer heranzukommen. Schließlich gab Valentiner den Befehl, vorsichtig auf Periskoptiefe zu gehen, was jedoch gründlich misslang. Die Tiefenruderleute waren schon so erschöpft, dass sie U 3 nicht mehr auf Tiefe halten konnten, das daher mit dem Bug voran 200 Meter von den Russen entfernt an die Oberfläche schoss. Zum Glück für die Mannschaft waren die Russen nicht geistesgegenwärtig genug, das Feuer zu eröffnen, was das sichere Ende bedeutet hätte. Zudem befand sich das Boot in der denkbar ungünstigsten Schussposition, nämlich im spitzen Winkel zu den Kreuzern. Daher wurden alle Mann voraus geschickt und Wasser voraus gepumpt, um U 3 schnell wieder auf Tiefe zu kriegen, was schließlich auch gelang. Die erste Unternehmung war also gründlich in die Hose gegangen. Valentiner ließ abdrehen, da es aussichtslos war, noch einen Angriff starten zu können. Unglücklicherweise leerten sich auch die Batterien langsam, aber sicher, sodass der Leitende Ingenieur (LI) Valentiner mitteilen musste, dass der Batteriestrom noch maximal, also bei sehr sparsamer Fahrweise (gewissermaßen Schleichfahrt), bis am Abend um 9 Uhr reichen würde. Dann müsste das Boot spätestens auftauchen. Um 6 Uhr abends war das Boot ca. 6 km von den Panzerkreuzern entfernt und in einer guten Schussposition, was den Kommandanten schon zu der Überlegung verleitete, ob er nicht den restlichen Strom noch nutzen und die russischen Schiffe angreifen sollte. Dies verweigerte ihm allerdings der LI, mit der Begründung, dass es ihnen, wenn sie die Entfernung nur auf 3 km verkürzen würden, nicht einmal mehr gelänge, noch die Petroleummotoren anzuwerfen (Anm.: Damals war das Anwerfen der Motoren noch ein regelrechtes Kunststück. Es musste erst eine gewisse Menge an Luft elektrisch aufgewärmt werden, bevor der Motor angeworfen werden konnte, da derselbige nur warme Luft ansaugen durfte.).

Ein weiteres Problem stellte dar, dass es in diesen Breiten im August nie wirklich dunkel wird, sodass die Russen das Boot auch nach 9 Uhr noch deutlich sehen mussten. Daher ließ Valentiner die Küste ansteuern, um das Boot auf Grund zu legen und abzuwarten, bis die Kreuzer verschwunden waren. Um die Stimmung ein wenig zu heben, ließ er erst einmal einen Großteil des Proviants austeilen. Um neun Uhr ließ er schließlich auftauchen, da die Batterie ziemlich am Ende war. Die Brückenwache, der Kommandant und der 1. WO Günzel enterten auf die Brücke auf. U 3 hatte zwar glücklicherweise graue Berge als Hintergrund, sodass es schwerfallen würde, es zu entdecken, die Kreuzer waren jedoch erschreckend nahe gekommen.
Durch das Glas konnte Valentiner bereits sehen, wie die Matrosen aufgeregt an Deck hin- und herliefen, und alles wartete schon auf eine Salve, doch es geschah nichts.
Die Russen hatten sie nicht entdeckt, und so lief das Boot langsam, still und leise ab.
Gleich am nächsten Tag, um fünf Uhr morgens, traf Valentiner mit Admiral Behring zusammen. Er war, wie er später schrieb, "gefasster, als ich es erwartet hatte".
Während die Augsburg in den Hafen zurückmusste, um Kohlen zu bunkern, bekam U 3 den Befehl, nach Hause zu fahren, wo sich Valentiner direkt bei Prinz Heinrich, dem Befehlshaber der Ostseestreitkräfte, dem auch U 3 unterstand, zu melden hatte. Der Prinz empfing ihn ungnädig, da er erwartet hatte, dass das Boot mindestens zwei russische Schiffe vernichtet hätte.
Hier widersprach Valentiner dem Prinzen, indem er ihm sagte, was er Admiral Behring gegenüber verschwiegen hatte: nämlich, dass "ein alter Gaul eben nicht mehr galoppiert, egal, wie viel Zucker man ihm gibt". Dieser Widerspruch schockierte ihn gewissermaßen, sodass er Valentiner, sich mit den Händen auf der Tischplatte stützend, mit nur einer winzigen Handbewegung in Richtung Tür entließ. Daraufhin wurde Valentiner das Kommando über ein neues Boot, nämlich SM U 38, das er den Großteil des Krieges führen sollte, übertragen.

 

 

Feindfahrten

Die erste Feindfahrt mit SM U 38

 

U 38 war am 15. Dezember 1914, Valentiners 31 Geburtstag, in Dienst gestellt worden. Es hatte eine komplett neue Mannschaft, die sorgfältig von der Ubootschule ausgewählt worden war. Nur drei Mann seiner alten Mannschaft konnte er mit sich nehmen: seinen LI Kögler, den Navigator Schretzmeyer und seinen Burschen, den Ostpreußen Hiller (ein 4-jähriger Freiwilliger, dem seiner Entlassung aus der Armee der Krieg in die Quere kam). Als weitere Offiziere wurden ihm die Leutnante zur See Hiller und Wendlandt zugeteilt.
Zuerst mussten immer wieder Probefahrten unternommen werden, um das Boot und die Mannschaft "einzufahren". Daher konnte Valentiner erst im März 1915 zu seiner ersten Feindfahrt mit U 38 aufbrechen. Der Befehl lautete, dass es mit einigen anderen Booten auslaufen und eine Bewacherposition einnehmen sollte (die an der Swart Bank bei der Themsemündung lag), um die britische Schifffahrt zu beobachten. Dort herrschte zu diesem Zeitpunkt ein stürmischer Westwind, der das Boot nur so hin und her warf. Daher beschloss Valentiner, das Boot über Nacht auf Grund zu legen, da die See an diesem Punkt nur 40 Meter tief war. Hierbei ergab sich jedoch ein Problem: da der Seegang bis auf den Grund reichte, schlug das Boot permanent auf dem Grund auf, was natürlich sehr unangenehm war. Daher ließ Valentiner mehr Wasser in die Reglertanks pumpen, um das Boot zu beschweren. Dies bewirkte aber das genaue Gegenteil von dem, was man erwartet hatte: das Boot schlug noch härter auf den Boden auf. Daher lenzte man die Tanks wieder, da man der Meinung war, dass man, wenn man dem Seegang schon nicht entgehen konnte, diesen wohl besser an der frischen Luft erträgt. Durch das Lenzen ergab sich jedoch ein unerwarteter Effekt: die Strömung wurde immer schwächer, bis man den Seegang nur mehr durch ein leichtes Schaukeln spürte. Valentiner schickte seine Männer erst einmal in die Kojen, wo sie sich wieder einmal richtig ausschlafen sollten, während er mit dem LI Kögler in der Zentrale blieb, wo sie noch über die bisherigen Erfahrungen diskutierten. Plötzlich platzte der Bronzedeckel, der ein Rohr, an dem man einen Feuerlöschschlauch befestigen konnte, verschloss, herab, und schlug direkt neben den beiden Männern auf die Wand auf. Er hatte zwar glücklicherweise nicht die Schalttafel getroffen, doch es stürzte nun mit hohem Druck Wasser aus dem Rohr, das genau die Schalttafel traf, wodurch sofort das Licht ausfiel. Daher musste eine Akkumulatorenlampe benützt werden, um ein wenig Licht zu haben.

Der Kommandant stellte die Überlegung an, ob es nicht vielleicht klüger wäre, aufzutauchen, verwarf diese jedoch gleich wieder, da er wusste, dass die Männer für ein derartiges Manöver in der Dunkelheit noch nicht eingefahren genug waren. Währenddessen stand der LI Kögler direkt neben dem Wasserstrahl, der immer noch mit großer Kraft auf die Schalttafel schlug, und hatte seine Hand an die Stirn gelegt, so als ob er nachdenken würde. In dieser Pose verharrte er unbeweglich, bis ihn der Kommandant, den dieses Verhalten wunderte, mit seinem Namen anrief. Daraufhin bedeutete er diesem aber mit einer Geste, dass er schweigen sollte. Kurz darauf löste er sich aus seiner Starre, bückte sich, und stellte mit einem Handgriff in das Leitungsgewirr hinter den Tiefenrudern das Wasser ab, in dem er an einem bestimmten Ventil drehte. Hier stellt sich die Frage, was passiert wäre, wenn sich der Kommandant und der LI nicht noch in der Zentrale befunden hätten. Es ist wahrscheinlich, dass dann ein Großteil der Besatzung jämmerlich ertrunken wäre, wie es auf einem anderen Boot einmal passiert war, da das Ventil nicht gefunden wurde.

 

Die Verlegung ins Mittelmeer

 

Nachdem sich der Krieg bereits ins zweite Jahr gegangen war, begab sich Valentiner in das Gebäude des Admiralsstabes in Berlin, wo er sich beim Chef des selbigen, Admiral von Helzendorf, melden ließ, und um eine Versetzung ins Mittelmeer bat. Inzwischen hatte er mit SM U 38 bereits mehr als 100.000 t feindlichen Schiffsraumes auf den Grund des Meeres geschickt.
Der Admiral verweigerte ihm diesen Wunsch jedoch, mit der Begründung, dass "alleine die Reise schon 30 Tage dauern würde, die 30 Tage Ausfall für die Nordsee sind".
Es waren bereits vier Boote ins Mittelmeer verlegt worden, von denen aber auf der Reise keines nur einen einzigen Versenkungserfolg gehabt hatte (Anm.: Damals war die Straße von Gibraltar noch keine "Mausefalle", die kaum ein Boot überwinden konnte. Aufgrund dessen war die Fahrt ins Mittelmeer damals ungleich einfacher). Daher konnte der Admiral es nicht verantworten, ein weiteres Boot ins Mittelmeer zu entsenden. Da Valentiner jedoch unbedingt dorthin wollte, machte er dem Admiral ein Angebot, dass kaum zu erfüllen war:
wenn er ins Mittelmeer reisen dürfte, dann wollte er alleine auf der Hinreise schon 50.000 Tonnen feindlichen Schiffsraum vernichten. Da der Admiral dies für undurchführbar hielt, wollte er bei seiner Ablehnung bleiben, da ihn Valentiner aber weiterhin vehement darum bat, lenkte er schließlich ein, bestand aber auf seinen "Schuldschein" mit den 50.000 Tonnen.

Daraufhin wurde das Boot für das Mittelmeer umgerüstet. Bereits vorher war die Maschinengewehrbewaffnung des Bootes durch eine 8,8 cm Kanone ersetzt worden (diese hat jedoch nichts mit der berühmten Flak zu tun; auch nicht die 8,8 cm Kanone des 2. Weltkrieges; es ist anzumerken, dass damals eine Maschinengewehrbewaffnung nicht notwendig war, da die Fliegerbedrohung denkbar gering war), die jedoch ungünstig, nämlich hinter dem Kommandoturm, platziert war, wodurch das Boot, wenn es einen Gegner verfolgte, immer abdrehen musste, da der Turm beim Schießen im Weg stand. Daraufhin stellte Valentiner die Forderung, noch eine zweite Kanone an Bord zu bekommen, die allerdings vom Admiralsstab abgelehnt wurde. Daher musste er sich, wie er es später auch tat, eine zweite 8,8 selbst besorgen, und sich vorerst mit einer halbautomatischen Kanone zufrieden geben.
Nun wurde das Boot "Mittelmeerfest" gemacht, will heißen, dass die Bemalung geändert wurde. Die Nordsee ist meist grau, daher wurden die Uboote auch entsprechend angemalt; da das Mittelmeer aber eher von hellblauer Farbe ist, passte diese Farbgebung natürlich überhaupt nicht. Doch Valentiner hatte Glück: er kannte den Sohn des Malers Böcklin, der einmal das Mittelmeer gemalt hatte; so kam er an die Farbmischung für das besondere Blau, und ließ sein Boot entsprechend anmalen.
Schließlich begann die Reise ins Mittelmeer, das U 38 am Firth of Forth vorbei führte, da auch damals der Ärmelkanal schon eine tödliche Falle für Uboote war. Dort herrschte zu diesem Zeitpunkt gerade ziemlich schlechtes Wetter. Auf der Reise versenkten sie noch einen Fischdampfer, der sich jedoch auf eine seltsame Art und Weise für seine Versenkung rächte: eine der Bojenleinen des Netzes wickelte sich um die Schraube, sodass das Boot nicht mehr weiterfahren konnte. Daher musste einer der Männer mit Hammer und Meißel zur Schraube hinab tauchen, um dieselbige von der Leine zu befreien, was jedoch keinem von ihnen gelang, da ihre Atemluft einfach nicht reichte.
Daher musste Valentiner, der eine ausgesprochene Neigung zum Tauchen hatte, und daher über ein entsprechendes Lungenvolumen verfügte (mehr dazu im Kapitel "Valentiner und das Tauchen"), diese Aufgabe selbst übernehmen. Hierbei gab es jedoch einen kleinen Zwischenfall, da er seinen Männern zwar befohlen hatte, ihn nach zwei Minuten Tauchgang mit dem um seinen Oberkörper geschlungenen Seil wieder an die Oberfläche zu holen, diese aber nicht glaubten, dass er es wirklich zwei Minuten unter Wasser aushalten würde, und ihn daher zu früh hochzogen. Nach einer sehr "herzhaften" Antwort ("Was ist eigentlich los mit euch, ihr Affen?") konnte Valentiner dann aber die Leine wirklich entfernen.

Diese Leistung, die in den Augen der Besatzung außergewöhnlich, für ihn als geübten Taucher aber, wie er später schrieb, nichts besonderes war, verhalf ihm zu dem Spitznamen "Mare" und zum bedingungslosen Gehorsam seiner Männer (die der Meinung waren, dass ihnen, solange sie unter seinem Kommando fuhren, nichts passieren würde).
Die weitere Fahrt bis zur Meerenge von Gibraltar verlief aber ereignislos (Anm.: Wie vorher bereits erwähnt, war Gibraltar im 1. Weltkrieg bei weitem noch nicht so schwer zu passieren wie später. Trotzdem war es aber, aufgrund der geringen Ausweichmöglichkeiten, immer noch kein leichtes Manöver, das vom Kommandant und der Besatzung äußerste Konzentration verlangte.). Diejenige wurde dann auf Seerohrtiefe durchquert, wobei das Boot an einer ausgesprochen günstigen Stelle einfuhr. Dort herrschte nämlich eine starke Meeresströmung in Richtung Mittelmeer, sodass U 38 mit sehr wenig Maschinenleistung trotzdem recht schnell vorankam. Zu ihrem Glück waren an dieser Stelle gerade keine Treibminen zugegen, sodass die Gefahr der Zerstörung des Bootes minimal war (Es ist hier anzumerken, dass in Gibraltar keine Ubootnetze verlegt worden waren, da das Meer dort 800 Meter tief ist.).
Kurz nach der Durchquerung ließ Valentiner auftauchen, und setzte den Marsch aufgetaucht fort. Bereits kurze Zeit später trafen sie auf einen Dampfer (die Woodfield, mit Kriegsmaterial für Serbien an Bord), der allerdings ziemlich klein war.
Aufgrund dessen verzichtete der Kommandant auf den Abschuss eines Torpedos, um den Dampfer mit der Artillerie zu erledigen.
Dazu ging er zunächst einmal auf Sehrohrtiefe und ließ das Schiff auf 4000 Meter herankommen. Danach tauchte er wieder auf, und ließ einen Warnschuss vor den Bug abfeuern.
Dieser erwiderte jedoch sofort das Feuer, da er eine kleine Kanone am Heck besaß und fuhr Zickzackkurs, damit er schlechter zu treffen war. Das Kommando über die deutsche Artillerie führte zu diesem Zeitpunkt Leutnant zur See Wendlandt, der, laut eigener Aussage, "prächtig schießen" könne, in Wirklichkeit aber weder einen Artilleriekursus besucht, noch auf andere Weise schießen gelernt hatte. Trotz alledem schoss er aber ausgezeichnet, wodurch die Dampferbesatzung bald aufgeben musste, da die Decksaufbauten und der Rumpf ziemlich zerschossen waren. An Bord wurde noch ein äußerst hilfreicher Brief gefunden: es war ein Schreiben des britischen Marinekommandos in Gibraltar, der den Dampfern Routen zwischen Gibraltar und Malta angab, wo sie nicht von deutschen Ubooten belästigt werden würden. Daher war es Valentiner um die Einlösung seines "Schuldscheines" schon nicht mehr so bange.
Noch während die Woodfield, getroffen von Artilleriegranaten, die auf die Wasserlinie abgefeuert wurden, langsam sank, sichtete die Brückenwache bereits den nächsten Dampfer.
Es war ein japanisches Schiff, das diesmal unbewaffnet war. Daher ließ es Valentiner, bereits auf Periskoptiefe, näher kommen, und tauchte dann dicht unter dem Heck auf, um den obligatorischen Warnschuss abzugeben. Die Besatzung gab sofort auf und bestieg die Boote, um danach die marokkanische Küste anzusteuern (was die Mannschaft der Woodfield ebenfalls getan hatte). Später stellte sich heraus, dass die Besatzung der Woodfield von einer Marokkanischen Seeräuberbande gefangen genommen worden war, woraufhin die britische Regierung ein horrendes Lösegeld für deren Freilassung bezahlte. Von der Besatzung des japanischen Frachters hat jedoch nie wieder jemand gehört (die Umstände sind ungeklärt,
Valentiner vermutete jedoch, Jahre später, dass die Besatzung ebenfalls den Seeräubern in die Hände gefallen war, und diese sie getötet haben, da er dem Kapitän sein Privatvermögen, einige tausend Yen, gelassen hatte).

Der weitere Weg führte U 38 dann die afrikanische Küste entlang (allerdings wurde erst weiter ins Mittelmeer hineingefahren, um dann am Cap de Fer, bei der Stadt Bône, dem heutigen Annaba, wieder an die Küste heranzufahren), wo, in der Nähe der Stadt Bône, im Osten Algeriens (damals noch französische Kolonie), endlich wieder ein Dampfer in Sicht kam. Daher wurde wieder das Standardmanöver (auf Sehrohrtiefe gehen, näher kommen lassen, auftauchen, Warnschuss abgeben) durchgeführt, doch bei dem Warnschuss sollte es nicht bleiben: das Schiff transportierte französische Truppen, und die Geschützbesatzung des Dampfers begann bereits lebhaft auf das Boot zu schießen, noch bevor die Deutschen überhaupt zum Schießen kamen.
Dennoch schoss sich das Deckgeschütz, wieder unter der Leitung von Leutnant Wendlandt, sehr schnell auf den Truppentransporter, der inzwischen versuchte, sich der Versenkung durch Zick-Zack-Kurs zu entziehen, ein. Granate um Granate schlug in den Aufbauten des Dampfers ein, und schließlich konnte auch ein Volltreffer (wahrscheinlich in die Maschinenanlage) erzielt werden, woraufhin sich "eine große weiße Wolke" über das Deck wälzte, und der Dampfer rapide Geschwindigkeit verlor. Da das Geschütz des Dampfers aber immer noch wie wild feuerte, konnte Valentiner das Boot nicht nahe genug an das Schiff heranbringen, um ihm Schüsse in die Wasserlinie zu versetzen, ohne U 38 ernsthaft in Gefahr zu bringen. Daher blieb ihm nichts anderes übrig, als es mit einem Torpedo zu versenken. Er ließ also wieder auf Sehrohrtiefe gehen, um dem Dampfer den Rest zu geben. Der Torpedo verließ das Rohr und traf nach kurzer Laufzeit genau Mittschiffs, was die Franzosen endlich dazu veranlasste, die Boote zu Wasser zu lassen (denn trotz des für die Deutschen erfolgreichen Artilleriegefechts waren alle Mann an Bord geblieben), was laut Valentiner in einem wilden Chaos endete. Die meisten der Soldaten warteten aber gar nicht erst so lange, sondern sprangen einfach über Bord, um die marokkanische Küste schwimmend zu erreichen. Als sich das Schiff dann, kaum zehn Minuten später, kerzengerade aufrichtete, war das Deck wie leergefegt.
Nachdem der Dampfer mit rasender Geschwindigkeit versunken war, ereignete sich noch eine tragikomische Szene: einige der französischen Soldaten, die von den Booten nicht aufgenommen wurden, da diese ohne Rücksicht auf ihre Kameraden auf die marokkanische Küste zusteuerten, schwammen auf das Boot zu und schrien zu ihnen auf Deutsch "Kameraden, rettet uns! Wir sind Kameraden, rettet uns!" herüber. Daraus lässt sich schließen, dass sie vermutlich an der Westfront gedient und dort ein paar Worte Deutsch aufgeschnappt haben mussten. Da es aber ziemlich viele Soldaten waren, konnte man natürlich niemanden an Bord nehmen, da dies die Kapazitäten der Bootes bei weitem Überstiegen hätte.
Es erreichten aber trotzdem fast alle Schiffbrüchigen die marokkanische Küste. Kurz darauf wurde noch ein französisches Schiff, die Darha, die Korn geladen hatte, versenkt. Ebenfalls beim Cap de Fer befand sich auch eine Signalstation, die der Besatzung von U 38 zu ihrem nächsten Versenkungserfolg verhalf. Dies geschah so: die Ausgucks der Signalstation hatten das aufgetaucht fahrende Boot frühzeitig entdeckt, und gaben daher das Signal "Achtung! Unterseeboote!".
Dies veranlasste Valentiner dazu, auf Sehrohrtiefe zu gehen und zu sehen, wem dieses Signal galt. Bald darauf entdeckte er am Horizont ein Frachtschiff, das allerdings noch zu weit entfernt war, um das Signal lesen zu können, und deshalb näher kam. So lieferte es sich seiner Versenkung aus. Als die Ausgucks auf dem Dampfer das Signal erkennen konnten, versuchte er, sofort zu wenden. Dazu war es allerdings schon zu spät: Valentiner hatte bereits einen Torpedo abgefeuert, der das Schiff genau mittschiffs traf und es so schnell in die Tiefe riss, dass die Mannschaft kaum noch Zeit dazu hatte, in die Boote zu gehen. Nach dieser Versenkung nahm Valentiner Kurs auf Sizilien, wo zu dieser Zeit gerade Schlechtwetter war, was es natürlich um vieles schwerer machte, Schiffe aufzubringen. Am 8. November schließlich traf U 38 im dichten Nebel auf einem Dampfer. Valentiner ließ einen Warnschuss vor den Bug abfeuern, woraufhin das Schiff die italienische Flagge zeigte. Daraufhin hisste man auf dem Boot die österreichische Flagge (der Grund war, dass sich damals Deutschland mit Italien noch nicht im Kriegszustand befand, Österreich aber schon), worauf die Besatzung sofort in die Boote ging, und, die Passagiere alleine lassend, wie vom Teufel getrieben vom Schiff wegruderte. Dies ließ Valentiner vorsichtig werden, da er eine Falle vermutete. Da die Passagiere auch nach einem Schuss in den Bug immer noch nicht ausstieg, und die Brückenwache vermutete, ein Kriegsschiff am Horizont gesehen zu haben, entschloss er sich dazu, das Schiff mit einem Torpedo zu versenken. Er setzte den Torpedo in den Bug, um zu verhindern, dass das Schiff zu schnell sinken würde, und um, nach eigener Aussage, den Passagieren genug Zeit zum Aussteigen zu geben. Der Dampfer, die Ancona (wegen derer Versenkung er später als Kriegsverbrecher angeklagt worden war), sank tatsächlich erst nach 45 Minuten. Das vermeintliche Kriegsschiff, das am Horizont gesichtet worden war, entpuppte sich schließlich aber ebenfalls als ein Passagierdampfer, die Firenze, der gleich im Anschluss noch versenkt wurde. Nach diesen Versenkungen nahm Valentiner wieder Kurs auf sein eigentliches Ziel, die Bucht von Cattaro, wo sich der südlichste Hafen der österreichischen Marine befand. Die nämliche Bucht wurde allerdings von bewaffneten Fischerbooten abgeriegelt. Da man vor England damit schon unangenehme Erfahrungen gemacht hatte, entschied man sich dazu, die Bewacherkette großräumig zu umfahren. Dabei wurde das Boot allerdings entdeckt, woraufhin getaucht werden musste. Die Männer auf den Fischerbooten hatten jedoch, da das Boot Ostkurs gelaufen war, nicht erkennen können, ob das Boot in die Adria einlaufen oder sie verlassen wollte.
Sie vermuteten aber, dass es auslief, und formierten sich daher in einer langen Linie. An derselbigen fuhr das Boot mit Höchstfahrt getaucht vorbei, ohne belästigt zu werden. Nachdem dies geschehen war, ergab sich allerdings ein weiteres Problem: an der Küste entlang verlief eine Gebirgskette, bei der sich alle Berge ziemlich ähnlich sahen. Daher wusste Valentiner nicht, wo er hinsteuern sollte, um in den Hafen zu kommen. Nach mehreren vergeblichen Versuchen konnte aber eine Funkverbindung mit den im Hafen stationierten Österreichern geschaffen werden, die ihnen ein paar Torpedoboote schickten, die das Boot in den Hafen geleiteten. Nur 3000 Meter vor diesem ergab sich noch einmal eine lebensgefährliche Situation: Valentiner war aufgefallen, dass etwa 300 Meter seitlich von ihnen ein blanker Fleck entstand, dem ein aufwirbeln des Meeres vorausging. Das heißt im Klartext, dass ein gegnerisches Uboot einen Torpedo (in diesem Fall sogar zwei) auf U 38 abgefeuert hatte. Daher ließ Valentiner Kurs hart Backbord einschlagen, was ihnen auch das Leben rettete: die Torpedos gingen nur wenige Meter an ihnen vorbei. Inzwischen hatte die Geschützbesatzung wie wild auf den Fleck zu feuern begonnen, was natürlich nichts nützte. Das gegnerische Boot hatte aber genug gehabt. Es griff nicht noch einmal an. Das Boot lief danach unbehelligt im Hafen ein (die Feindfahrt hatte vom 20. Oktober bis zum 11. November 1915 gedauert).





 

U 38 in der Hauptstadt von Madeira

 

Bei seiner ersten Feindfahrt im Mittelmeer hatte Valentiner vor, sich einmal Madeira anzusehen. Da es jedoch mit den damaligen Ubooten nicht möglich war, von Pola aus bis nach Madeira und wieder zurück aus eigener Kraft zu fahren, wurde beschlossen, spätestens nach Gibraltar ein Schiff zu kapern, das die dann ins Schlepptau nehmen sollte. Zwischen Malta und Kreta versenkten sie dann die ersten beiden Frachter auf dieser Feindfahrt: es waren ein großes und ein kleines Schiff, umringt von sechs Torpedobooten, die zu deren Schutz abgestellt worden waren. Aufgrund dieser starken Sicherung konnte Valentiner das Boot nicht näher als 2000 Meter heranführen, und es blieb ihm so nichts anderes übrig, als aus dieser Entfernung einen Torpedo abzufeuern, was er auch tat. Nachdem der Torpedo die Laufzeit bereits um einige Sekunden überschritten hatte, und alle schon glaubten, dass er nicht getroffen hatte, ertönte "eine so tiefe und schwere Detonation, dass U 38 mächtig erschüttert wurde". Der Torpedo hatte nämlich den größeren Frachter, der wahrscheinlich Munition transportierte, so getroffen, dass er mit einer solchen Gewalt explodierte, dass er den kleineren Frachter gleich mit in die Tiefe riss. Im Uboot war der Schaden gering, es waren nur ein paar Gläser zersprungen (allerdings auch das des Kreiselkompasses, das wirklich dick ist), doch man hörte, obwohl das Boot auf 60 Metern Tiefe war, kleine Eisenteilchen auf den Bootskörper aufschlagen. Daher ahnte man schon, dass an der Wasseroberfläche etwas Schreckliches passiert sein musste. Fünf Minuten später ließ Valentiner auf Sehrohrtiefe gehen, um sich anzusehen, was passiert war. Beim Schauen durch das Periskop erhielt er dann endgültig die Bestätigung seiner Vermutung: er hatte zwei Frachter mit einem Torpedo, sozusagen mit einer "Doublette" versenkt, da außer den herum rasenden Torpedobooten nichts mehr zu sehen war.

Kurz vor Gibraltar wurde dann noch ein weiteres Schiff versenkt: ein amerikanischer Frachter mit ca. 2000 BRT, der Kriegsmaterial für Italien geladen hatte. Nach dem üblichen Warnschuss hielt der Kapitän das Schiff sofort an, und bestieg ein Boot, um Valentiner die Schiffspapiere zu bringen. Sein Zustand war aber alles andere als gut - um es zu präzisieren, er war sternhagelvoll. Die Versenkung des Dampfers wäre U 38 aber fast zum Verhängnis geworden: er hatte unter anderem sogenannte "blasting caps" geladen, auf die sich Valentiner keinen Reim machen konnte (der Kapitän konnte es ihm aufgrund seines Zustandes auch nicht sagen). Daher wurde das Schiff ganz vorschriftsmäßig mit ein paar Schüssen auf die Wasserlinie versenkt. Bereits beim dritten Schuss stellte sich allerdings heraus, was "blasting caps" waren. Die Explosion war derart stark, dass Valentiner, der auf der Brücke stand, auf das Deck geschleudert wurde.

Danach wurde die Fahrt durch Gibraltar vorbereitet. Da die Briten allerdings seit ihrer ersten Durchquerung einiges dazugelernt hatten, musste man die Meerenge diesmal aufgetaucht bei Nacht durchqueren (aufgrund der starken Strömung in das Mittelmeer hinein war es nicht möglich, getaucht zu fahren). Dies wurde allerdings dadurch erschwert, dass die Engländer inzwischen große Scheinwerfer auf beiden Seiten angebracht hatten. Trotzdem konnte Gibraltar ohne Komplikationen und ohne entdeckt zu werden passiert werden (auch wenn Valentiner später meinte, dass sie an einigen Schiffen so nahe vorbeigekommen waren, dass er glaubte, dass sie sie gesehen haben mussten). Kurz nach Gibraltar konnte ein Norweger, die Solvang, aufgebracht werden, der das Boot in Richtung Madeira schleppen sollte. Als Sicherheit wurde der Kapitän des Schiffes, ein gewisser Kapitän Gotthaas, der ein wahrer Hüne war und immer von einer großen Tafel Kautabak, die man erst für eine Tafel Schokolade gehalten hatte, abbiss, an Bord genommen. In einer Sturmnacht riss sich das Schiff allerdings von der Schleppleine los, sodass der Kapitän an Bord bleiben musste. Im Hafen von Funchal, der Hauptstadt Madeiras, versenkte Valentiner noch drei Schiffe: den französischen Kreuzer Surprise, der gerade Kohlen bunkerte, den britischen Tanker Datia, und das ebenfalls britische Uboot-Mutterschiff Kangaroo (Valentiner nennt es in seinem Buch Känguruh, es darf aber angenommen werden, dass es einen englischen Namen hatte). Nachdem man aus dem Hafen wieder ausgelaufen war, lieferte man sich mit der Hafenartillerie allerdings noch ein Gefecht, da das Periskop des Bootes beim Eindringen in den Hafen bereits von einem Fischerboot gesichtet worden war (aufgrund der Tatsache, dass Sonntag war, war die Artilleriebesatzung des Forts allerdings nicht gleich bereit). Nachdem, auf dem Rückmarsch, kurz vor Gibraltar der Kapitän Gotthaas an einen norwegischen Frachter mit Ziel Bergen, seiner Heimatstadt, "abgegeben" wurde, steuerte man wieder Pola an, das ohne Komplikationen erreicht werden konnte.

Dort wurde Valentiner via Funk mitgeteilt, dass ihm der Pour le Mérite verliehen worden sei (er hatte bis dahin ca. 100 Schiffe mit insgesamt 300.000 BRT versenkt). Er wurde daraufhin nach Berlin befohlen, da der Kaiser darauf bestanden hatte, ihn ihm persönlich zu überreichen. Gleich darauf fuhr er zu seiner Freundin nach Koblenz, mit der er sich gleich darauf verloben ließ.

 

Weitere Feindfahrten




Valentiner machte weiters noch eine Feindfahrt zu den Senussis, einem Araberstamm, wo er als "Passagiere" noch den früheren deutschen Konsul in Fes, Dr. Pröpster, den türkischen Major Djemal (vermutlich der Djemal, den T.E. Lawrence in seinem Werk "Die sieben Säulen der Weisheit" Djemal Pascha nennt) und zwei Beduinenscheichs an Bord hatte. Gleich nachdem er diese abgeliefert hatte, lief er laut Befehl Konstantinopel an. Dort lag das Boot erst einmal ein paar Tage still, bis er den Befehl erhielt, ein paar Männer der sogenannten "georgischen Legion", die aus Kaukasiern bestand, und den türkischen Truppen im Kampf gegen die Russen helfen sollte. Nachdem sie die Männer abgeliefert hatten liefen sie wieder nach Konstantinopel zurück, um wenige Tage später wieder auszulaufen. Diesmal lautete der Auftrag, alle von Sewastopol und Odessa auslaufenden Truppentransporter zu versenken, da die russische Kaukasusarmee eine große Offensive plante und auf diesem Weg Truppen nachholte. Die Tage der Lauer waren laute Valentiner für sie eine der Schlimmsten des ganzen Krieges: das Boot musste den ganzen Tag getaucht bleiben, um nicht entdeckt zu werden, entsprechend verbraucht war dann auch die Luft. Die einzige Erleichterung war, wenn des Nächtens aufgetaucht wurde, und die Männer im Meer baden gehen konnten. Es wurden einige Dampfer versenkt, auch einer Wasserbombenverfolgung durch einen britischen Zerstörer auf der Heimfahrt konnte sich U 38 erfolgreich entziehen. Zurück in Konstantinopel bat Valentiner um die Rückverlegung seines Bootes ins Mittelmeer, da ihm laut eigener Aussage das Schwarze Meer nicht sehr zusagte.
Er unternahm noch einige Fahrten im Mittelmeer (dort verlor er auf eine traurige Weise seinen LI, Kögler, der mit den Nerven völlig fertig war; er wurde später in eine Irrenanstalt überwiesen, wo er bereits nach drei Monaten mit einem schrillen Schrei verstarb (laut Aussagen der Pfleger hatte er immer an einer unsichtbaren Schalttafel herumhantiert und sich Wasserbombenangriffen ausgesetzt gesehen).

Da Leutnant zur See Wendlandt von Bord gegangen war, um selbst ein Boot zu übernehmen, hatte Valentiner einen neuen I. WO, Oberleutnant zur See Rieß, der ein ausgebildeter Artillerist war, bekommen. Dies sollte sich noch als nützlich erweisen: in der Nähe der italienischen Küste (bei der Fahrt nach Pola) überraschte eine feindliche Bewacherkette das aufgetaucht fahrende U 38 und eröffnete ein wildes Feuer (allerdings wussten sie aufgrund der vielen Einschläge scheinbar selbst nicht, wohin genau sie schossen, daher konnten keine Treffer erzielt werden). Diese war allerdings bald wieder verschwunden, da die deutsche Artillerie ein Boot nach dem anderen lahmschoss, sodass diese in den Hafen zurückkehren mussten.
Allerdings musste noch eine zweite Kette überwunden werden, um in den Hafen zu kommen. Diese konnte allerdings ohne Probleme überwunden werden. Diese Straße von Otranto, die sie gerade durchquert hatten, sollte ihnen allerdings noch Probleme bereiten: bei der Ausfahrt aus der Straße wurde das Boot, kaum eine halbe Stunde, nachdem die Torpedoboote es verlassen hatten, von den italienischen Bewachern unter Wasser gedrängt, wo es in einer Netzsperrre hängen blieb. Daraufhin wurde U 38 teuflisch genau mit Wasserbomben beschossen (da in das Netz auch Leuchtkörper eingeflochten waren, konnten die Schiffe oben das Boot genau erkennen. Das Boot hatte durch den Wassereinbruch eine große Lastigkeit erhalten, sodass es trotz äußerster Pumpenleistung immer tiefer sank. Bei 65 Metern Tiefe (das Boot war nur für 50 Meter gebaut) entschloss sich Valentiner schließlich, das Boot mit Hilfe von Pressluft an die Oberfläche zu bringen, und seine Haut so teuer wie möglich zu verkaufen. Das Boot konnte schließlich ausbrechen, da die Italiener anderweitig beschäftigt wurden (der österreichisch-ungarische Kapitän zur See Horthy hatte einen Entlastungsangriff gestartet, um das Boot zu retten). Während in der Nordsee gerade die Skagerakschlacht tobte, heiratete Valentiner seine Verlobte. Valentiner führte "sein" Boot noch bis Ende 1917. Es stellte sich allerdings heraus, dass sich das Boot langsam aber sicher "verbrauchte" (aufgrund dessen, dass das Boot nicht mehr ordentlich lief, wäre es beim Angriff auf einen Geleitzug fast versenkt worden. Daher bekam Valentiner das Angebot, den U-Kreuzer S.M. U 157 (eigentlich U-Bayern), ein umgebautes U-Handelsschiff (siehe mehr hierzu im ArtikelU-Deutschland) zu übernehmen, was er schließlich auch tat.

Dieses Boot hatte wiederum eine völlig neue Mannschaft, er konnte also nur seinen Burschen, Hiller, und seinen Steuermann Schretzmeyer, der schon auf S.M. U 3 unter ihm gefahren war, mitnehmen. Auch mit diesem Boot, das wesentlich größer war als U 38 (er meinte später, im Vergleich wäre U 157 ein Schloss und U 38 nur eine Arbeiterwohnung), unternahm er noch einige Feindfahrten, unter anderem auch eine, die ihn bis an den Äquator führte (diese war mit gut vier Monaten, genau genommen 139 Tage, die längste Fahrt eines Uboots während des Ersten Weltkriegs). 1918 gab er auch dieses Boot ab, und unterrichtete bis zum Kriegsende an der Marineschule in Kiel.

Nachkriegszeit

Nachkriegskarriere

 

Da Valentiner von den Siegermächten (England, Frankreich, Italien) nach dem Krieg wegen „grausamer und unmenschlicher Behandlung der Menschheit“ als Kriegsverbrecher angeklagt worden war, floh er nach Berlin, wo er sich aus der Liste der Marineoffiziere löschen und eine neue Identität geben ließ. Er ging danach unter dem Namen Karl Schmidt nach Ostpreußen, wo er einige Zeit in Kadinen (heute Kadyny) lebte. Nach der Unterzeichnung des Vertrags von Versailles kehrte er nach Kiel zurück, wo er schließlich freigesprochen und nachträglich zum Korvettenkapitän befördert worden war. Später gründete er eine Firma, die mit Ersatzteilen und Maschinenteilen handelte, um schließlich Reeder bei der Drägerwerke AG in Lübeck und bei den Ardeltwerken AG in Eberswalde zu werden. Am 1. September 1934 wurde er von der Reichsmarine mit seinem alten Dienstgrad reaktiviert und zunächst zum Allgemeinen Marineamt des Reichswehrministeriums versetzt. Nach der Umbenennung der Reichsmarine in Kriegsmarine kam er zur Statistischen Abteilung (BStat) im Oberkommando der Marine.
Anfang 1940 übernahm er die U-Boots-Abnahmekommision (UAK) in Danzig-Kiel, in der er bis März 1945 blieb. Am 1. Januar 1941 wurde er noch zum Kapitän zur See ernannt, und Ende März 1945 aus der Kriegsmarine entlassen. Er starb am 19. Juli 1949 im Krankenhaus von Sønderberg an einer Lungenkrankheit, die er sich aufgrund von giftigen Dämpfen auf seinen ersten Booten (S.M. U 3 und S.M. U 10) zugezogen hatte.

 

Valentiner und das Tauchen




Valentiner hatte schon immer eine starke Neigung zum Wasser und zum Tauchen gehabt, was er auch mehrmals unter Beweis stellte (hier denke man unter anderem auch an die Sache mit der Bojenleine oberhalb Schottlands). Er stellte auch Experimente mit Tauchrettern an (die schon damals in jedem Boot vorhanden waren) und kam zu der Erkenntnis, dass es wahrscheinlich auch möglich wäre, noch aus 60 Metern Tiefe das Boot mit Tauchrettern zu verlassen, sofern die Luke richtig geöffnet wurde (da sonst das Boot zu schnell vollliefe). Auch ließ er von den Drägerwerken in Lübeck eine Art Unterwasserschlitten bauen, der Testweise von der Vulkan über den Meeresboden gezogen wurde, was prächtig funktionierte. Später ließ er, ebenfalls von der Vulkan, eine Taucherglocke, die vier Mann fasste, bis zu 20 Meter ins Wasser hinablassen, um die Tauchretter zu testen. Dies ging so von statten: die Vulkan senkte die Taucherglocke, in der sich immer drei Besatzungsmitglieder und Valentiner selbst befanden, ins Wasser hinab. Dass sie sich in der richtigen Tiefe befanden merkten sie daran, dass ihnen das Wasser ca. bis zur Brust ging. Danach schnallten alle bis auf Valentiner, der sich ja wieder mit der Tauchglocke hochziehen ließ, den Tauchretter an, und krochen dann aus der Glocke heraus, wo sie dann ihre Gewichte lösten, sodass sie spielend leicht an die Oberfläche kamen.

Lebenslauf


 

 
Lebenslauf
1883:
Geburt in Tønder
1902:
Eintritt in die Kaiserliche Marine
1902:
Verleihung der Preußischen Rettungsmedaille am Band
1905:
Beförderung zum Leutnant zur See
1907:
Versetzung auf das Linienschiff SMS Braunschweig
1908:
Beförderung zum Oberleutnant zur See
1908 - 1910:
Kompaniechef für die 1. Matrosen-Artillerie-Abteilung in Kiel
1911:
Versetzung auf die SMS Vulkan
1911:
Mithilfe bei der Bergung von S.M. U 3
1911:
Versetzung zu den Ubooten
1914:
Beförderung zum Kapitänleutnant
1914:
Feindfahrt auf U 3 im Finnischen Meerbusen
1914:
Übernahme von S.M. U 38
1915:
Versetzung ins Mittelmeer und Versenkung der Ancona
1916:
Verleihung des Pour le Mérite
1917:
Übernahme von S.M. U 157 (eigentlich U-Bayern)
1918:
Kriegsende und Beförderung zum Korvettenkapitän
1934:
Reaktivierung in der Reichsmarine (später Kriegsmarine)
1941:
Beförderung zum Kapitän zur See
1945:
Kriegsende
1948:
Tod im Krankenhaus von Sønderborg


Auszeichnungen

 
Orden
Preußische Rettungsmedaille am Bande im Jahre 1902
Preußischer Kronenorden IV. Klasse im Jahre 1911
Eisernes Kreuz (1914) II. und I. Klasse
Ritterkreuz des Königlichen Hausordens von Hohenzollern mit Schwerter im Jahre 1916
Pour le Mérite am 26. Dezember 1916


Quellen

Wikipedia Deutsch - Max Valentiner (19/08/2010)
Todesgefahr über uns, U38 im Einsatz, Max Valentiner, Ullstein Verlag ©1934, ISBN 3-548-25436-5





Autor: talesofvalor