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Portrait

Generalfeldmarschall Erhard Milch

 

 

 

"Er ist ein kluger, napoleonisch anmutender, kleiner Mann, der sehr umgänglich, aber ebenso giftig mit seiner Freundlichkeit auf seine Umgebung wirkt."
(Leon Goldensohn, 22. Januar 1946)

 

 

 

* 30. März 1892 in Wilhelmshaven
† 25. Januar 1972 in Wuppertal

Kaiserreich

Kaiserreich



Erhard Milch wurde am 30. März 1892 in Wilhelmshaven geboren. Sein leiblicher Vater war nicht der evangelisch getaufte, aus einer ursprünglich jüdischen Familie stammende Kaiserliche Marine-Apotheker und Ehegatte von seiner Mutter, Anton Milch sondern ein gewisser Carl Bräuer. Dieser war ein naher Verwandter der Mutter und pflegte mit ihr eine heimliche Liaison. Nach Besuch der Gymnasien in Wilhelmshaven, Gelsenkirchen und Berlin bestand Milch im Februar 1910 an dem traditionsreichen Joachimsthalschen Gymnasium das Abitur. Bereits wenige Tage später trat er als Fahnenjunker in das Fußartillerieregiment „von Linger" (Ostpreußisches Nr. 1) in Königsberg/Preußen ein. Bereits nach einem Jahr wurde Milch 1911, mit Patent vom 20. August 1909, zum Leutnant befördert. Während einer Abkommandierung zur Artillerieschule Jüterbog, beantragte er zum ersten Mal seine Versetzung zur jungen Fliegertruppe, was sein Regimentskommandeur aber ablehnte.
 


 
Karriere

Die Dienstflagge des Generalluftzeugmeisters
Fähnrich – 18. Oktober 1910
Leutnant – 18. August 1911
Oberleutnant – 18. August 1915
Hauptmann – 18. August 1918
Oberst (Eingliederung in die Wehrmacht)
28. Oktober 1933
Generalmajor – 24. März 1934
Generalleutnant – 28. März 1935
General der Flieger (Vorläufig) – 30. Januar 1936
General der Flieger – 20. April 1936
Generaloberst – 1. November 1938
Generalfeldmarschall – 19. Juli 1940

1. Weltkrieg

Erster Weltkrieg

 

Bei Kriegsausbruch im August 1914 wurde Milch Adjutant im II. Reservebataillon des Fußartillerieregiments 6, mit dem er Ende August 1914 ins Feld zog. In Ostpreußen nahm Milch an den Schlachten bei Tannenberg und an den Masurischen Seen teil. Mit seiner Einheit überschritt er schließlich auch die Grenze nach Russisch-Polen. Schon damals war Milch ein Mann, der vor „hohen Tieren" keine Angst hatte und sich nicht immer an den vorgeschriebenen Dienstweg hielt. Als er nach Erhalt eines Befehls zur Verlegung seines Verbandes vor die russische Festung Oswiecz (bei Bialystok) feststellte, dass für die drei Artilleriebataillone und ihre 2.000 Pferde keinerlei Proviant bereitgestellt war, rief Milch kurzerhand gleich beim zuständigen Armeeoberkommando an und verlangte den Chef des Stabes zu sprechen. Tatsächlich bekam er General Ludendorff selbst an den Apparat, trug ihm seine Sorgen vor und erreichte durch diesen regelwidrigen Vorstoß, dass die pünktliche Versorgung seiner Truppe nunmehr klappte. Am 1. Juli 1915 erhielt Milch die Kommandierung zur Ausbildung als Flugzeugbeobachter bei der Fliegerersatzabteilung in Döberitz, was seinem seit frühester Jugend vorhandenem Interesse an der Fliegerei entgegenkam. Hier erreichte ihn am 15. August 1915 auch die Beförderung zum Oberleutnant. Nach Abschluss dieses Lehrgangs wurde er zur Artilleriefliegerabteilung 204 an die Westfront versetzt, welche vor allem Aufklärungsflüge für die Artillerie durchzuführen und deren Feuer zu lenken hatte. Anfang März 1916, als alle anderen Flugzeuge aufgrund eines heftigen Sturmes nicht starteten, meldete sich Milch als einziger freiwillig zu einem Aufklärungsflug. Seine Ergebnisse spielten eine entscheidende Rolle bei der Eroberung von Fresne. Für seine aufklärerische Mitwirkung erhielt er im März 1916 das EKI.

 

 

 

(Die Generalfeldmarschälle Erhard Milch und Albert Kesselring grüßen den Reichsmarschall Hermann Göring)



Während der englischen Sommeroffensive 1916 flogen die deutschen Artillerieaufklärer der Abteilung 204 zeitweilig bis zu drei Einsätze am Tag und das bei einer alliierten Luftüberlegenheit von 20 zu 1. Im Winter 1916/17 wurde Milch Adjutant des Schulkommandeurs Eduard Zimmermann der Artillerieflugzeugbeobachterschule in Groß-Auz/Kurland. Als fähiger Organisator konnte er sich bereits beim Aufbau dieser Schule bewähren, zu der insgesamt über 100 Flugzeuge, rund 4.000 Mann Flug-, Lehr-, Boden- und Wachpersonal gehörten und wo jeweils mehr als 100 Beobachter gleichzeitig ausgebildet wurden. Der Kommandeur ließ dabei dem erst 25jährigen Oberleutnant weitgehend freie Hand. Doch bereits Mitte Juli 1917 kam Milch wieder an die Westfront und wurde hier stellvertretender Abteilungsführer der Fliegerabteilung 5, die zur 6. Armee gehörte. Am 1. April 1918 wurde er als Anwärter für die Generalstabsausbildung auserwählt und hatte daher auch wieder Heereseinheiten zu führen. So war Milch unter anderem bei Arras als Kompanieführer im ostpreußischen Infanterieregiment 41 und danach für eine Weile als Batterieführer im Feldartillerieregiment 273 eingesetzt. In seiner Funktion als Nachrichtenoffizier wurde er am 19. Juli 1918 in den Stab des Kommandeurs der Flieger der 17. Armee kommandiert und am 18. August 1918 zum Hauptmann befördert. Am 20. September 1918 wurde ihm die Führung seiner alten Fliegerabteilung 204 anvertraut. Kurz vor Kriegsende, am 1. Oktober 1918, wurde ihm noch die Führung der Jagdgruppe 6 übertragen. Bereits einen Monat später, im November 1918, wurde sie in Graudenz demobilisiert. Der anstehende Generalstabskurs war damit wegen der Ereignisse obsolet geworden.

Weimar

Weimarer Republik

 

Milch stellte sich nunmehr dem Grenzschutz Ost als Führer der Freiwilligenfliegerabteilung 412 zur Verfügung, bis er am 31. Januar 1920 als Führer der „Polizeifliegerstaffel Königsberg" zur Polizei übertrat. Als die Bestimmungen des Versailler Diktats auch die Abschaffung der Polizeifliegerei erzwangen, quittierte Milch Ende März 1921 den Polizeidienst und wechselte als Geschäftsführer der Danziger Luftpost GmbH zur zivilen Luftfahrt über. Bei der Lloyd Ostflug GmbH wurde er Flugleiter der Strecke Berlin-Schneidemühl-Danzig-Königsberg. Auch bei dieser Tätigkeit kam ihm nicht nur seine fliegerische Begabung zugute, sondern ebenso sein ungewöhnliches Talent auf technischem und organisatorischem Gebiet, seine unverwüstliche Energie, sein gesunder Ehrgeiz und seine nie ermüdende Einsatzbereitschaft. Es war bezeichnend für Milch, dass er es seinerzeit in Danzig fertigbrachte, mit zwei Monteuren und einem Laufburschen ein ganzes Flugfeld in Ordnung zu halten. Den Höhepunkt seiner zivilen Laufbahn erreichte Milch mit 33 Jahren, als er zum technischer Direktor in den dreiköpfigen Vorstand der neuen Einheitsgesellschaft, der Deutschen Luft Hansa AG, berufen wurde.

 

 

 

(Adolf Hitler im Gespräch mit Generalfeldmarschall Erhard Milch und Reichsminister Albert Speer)

 

Von vorher 38 deutschen Luftfahrtunternehmen der Nachkriegszeit, hatten sich Mitte 1925 die beiden noch übriggebliebenen Luftfahrtgesellschaften Junkers und Aero-Lloyd zu ihr zusammengeschlossen. Dass diese Gesellschaft schon vor 1933 im freien Wettbewerb bald Weltgeltung erlangte, ist eine flug- und verkehrsgeschichtliche Meisterleistung des Managers Milch, der im September 1929, in prekärer wirtschaftlicher Lage, die Gesamtleitung des Unternehmens übernahm. Unter ihm, der zahlreiche Auslandskontakte persönlich knüpfte, pflegte und ausbaute, entwickelte sich die Luft Hansa zu einem Großunternehmen, das im freien Konkurrenzkampf alle anderen damals aufblühenden Flugunternehmen schlug. Während der Zeit bei Luft Hansa kam Milch mit dem damaligen Reichstagsabgeordneten Hauptmann außer Dienst Hermann Göring in Kontakt und näherte sich politisch dem Nationalsozialismus.

 

 

NS-Zeit

Nationalsozialismus

 


(Ernst Udet und Erhard Milch)



Am 30. Januar 1933 schlug Göring dem Reichskanzler Adolf Hitler vor, den Luft Hansa-Direktor Milch zum Staatssekretär und stellvertretenden Reichskommissar für die Luftfahrt zu ernennen. Göring war der Meinung: „Wir brauchen Leute, die ihr Geschäft verstehen. Und einen Mann, der sein Geschäft besser versteht als Milch, können wir nicht finden!" Daraufhin bat Hitler ihn, die angebotene Position zu übernehmen: „Deutschland will Sie haben für diese Stelle!" So folgte Milch am Tag der nationalsozialistischen Regierungsübernahme dem Politiker Göring in das neugeschaffene Reichskommissariat für die Luftfahrt und wurde dort als Staatssekretär sein Stellvertreter. Das war mehr als eine nominelle gelegentliche Stellvertretung, da Göring durch seine zahlreichen Ämter stark in Anspruch genommen war und Arbeit zu delegieren wusste. So ist es kein Wunder, dass fast alle entscheidenden Verfügungen aus den Anfangszeiten der neuen Luftwaffe nicht Görings, sondern Milchs Unterschrift trugen. Bereits am 15. Mai 1933 wurde aus dem Reichskommissariat ein Reichsluftfahrtministerium, in dem auch eine militärische Abteilung eingerichtet war. Göring wurde nun als General der Infanterie reaktiviert und am 28. Oktober 1933 trat Milch mit dem Rang eines Obersten wieder in die Reichswehr ein. Er erhielt dabei das Recht, die Uniform des Artillerieregiments 1 zu tragen. Schon im März 1934 wurde Milch Generalmajor. Noch im selben Jahr erlernte er mit Hilfe seines Fluglehrers Ernst Udet das Fliegen. 1935 avancierte Milch zum Generalleutnant und trat am 20. April 1936 zur Luftwaffe über. Bereits am 30. Januar 1937 beförderte man ihn zum General der Flieger.
 

 

 

(Reichsminister für Rüstung und Kriegsproduktion Prof. Albert Speer, Generalfeldmarschall Erhard Milch und Prof. Willy Messerschmitt bei der Inspektion im Mai 1944)



Am 1. November 1938 wurde er zum Generaloberst befördert und schließlich am 1. Februar 1939 auch zum Generalinspekteur der Luftwaffe ernannt. Milch, der auch noch ehrenamtliches Vorstandsmitglied der Luft Hansa blieb, unterstanden damit, die gesamte deutsche militärische und zivile Luftfahrt in personeller, technischer und finanzieller Hinsicht, der Luftsport und die Luftfahrtindustrie. Gemeinsam mit dem Reichsbankpräsidenten und späteren Reichswirtschaftsminister Dr. Hjalmar Schacht sorgte er als Geschäftsführer der Metallurgischen Forschungsgesellschaft (MEFO) für die Finanzierung der deutschen Nach- und Aufrüstung. Allein rund drei Milliarden Reichsmark jährlich wurden bis zum Kriegsbeginn für die Luftwaffenrüstung ausgegeben. Milch hatte sich das Ziel gesetzt, die Kapazität der deutschen Luftfahrtindustrie, die 1932 rund 3.000 Facharbeiter beschäftigte, zu vervielfachen. Bereits Ende 1933 beschäftigte die damals noch geheime Luftwaffe an die zwei Millionen Menschen mit dem Bau und dem Betrieb von Flugplätzen und Luftrüstungsfabriken. Obwohl Milch seine eigentliche Aufgabe in der Wiederaufrüstung sah, zögerte er nicht, vor einem Krieg zu warnen.

2. Weltkrieg

Zweiter Weltkrieg

 

 

 

"Das Deutschland diese Länder besiegte, hatte mit besserer Planung und weniger mit besserer Vorbereitung zu tun."
(Zum Journalist Leon Goldensohn, 13. März 1946, "The Nuremberg Interviews"/Leon, Goldensohn 2004)



Bei Kriegsbeginn im September 1939 besaß Deutschland mit 2.721 Frontflugzeugen und 552 Transportern die stärkste Luftwaffe Europas, ohne die die siegreichen Blitzkriege in Polen, im Westen und auf dem Balkan nicht denkbar gewesen wären. Daran hatte Milch ganz entscheidenden Anteil gehabt. Bei Vorgesetzten und Untergebenen war er nicht beliebt, denn in seiner rigorosen Art verstand Milch es immer wieder, seinen Willen und das, was er für richtig hielt, nach oben und unten durchzusetzen. Milch nahm auch Hitler und Göring gegenüber kein Blatt vor den Mund, wenn er ihre Vorstellungen und Forderungen für falsch oder unrealistisch hielt. Dabei kam es allerdings auch zu manchen, für die weitere Kriegsführung verhängnisvollen Fehlentscheidungen, vor allem in technischer und konzeptioneller Hinsicht. Am Norwegenfeldzug beteiligte sich Erhard Milch als Oberbefehlshaber der Luftflotte 5 und erhielt dafür am 4. Mai 1940 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Auch im folgenden Westfeldzug führte er persönlich an die 40 Frontflüge durch. Die Beförderung zum Generalfeldmarschall am 19. Juli 1940 bedeutete die Krönung seiner soldatischen Laufbahn. Damit nahm Milch unter den deutschen Generalfeldmarschällen eine Sonderstellung ein. Waren doch bisher ein selbständig geführter Feldzug, eine gewonnene Schlacht oder eine eroberte Festung Voraussetzung für das Erreichen dieses Titels. Seine Tätigkeit aber beschränkte sich im Wesentlichen auf die organisatorischen und wirtschaftlichen Angelegenheiten der Luftwaffe. Nach Ernst Udets Freitod 1941 übernahm er auch noch die Aufgaben des Generalluftzeugmeisters. Angesichts der angespannten Zustände in der Luftwaffe, die unter anderem auf die mangelnden Fähigkeiten Udets als Organisator zurückzuführen waren, erhielt Milch den Auftrag „auszumisten". Tatsächlich gelang es ihm, trotz immer geringer werdender Hilfsquellen die Flugzeugproduktion von 1941 bis 1944 mehr als zu verdreifachen. Am 14. Januar 1943 wurde er von Hitler mit einer Sonderaufgabe betraut, die kaum lösbar war. Milch wurde zum Befehlshaber des Sonderstabes „Stalingrad" ernannt und an die Ostfront geschickt, um das Transportproblem bei der eingeschlossenen 6. Armee in Stalingrad doch noch zu lösen. Als er am 16. Januar im Hauptquartier der Luftflotte 4 in Taganrog eintraf und sich alle Lufttransporteinheiten unterstellte, stellte Milch fest, dass zwar etwa 280 Transportmaschinen auf verschiedenen Flugplätzen standen, aber nur 70 davon einsatzfähig waren. Daher vermochte die Luftwaffe auch nicht annähernd das an Nachschub nach Stalingrad einzufliegen, was Göring versprochen und die 6. Armee gefordert hatte. Noch in der Nacht vom 1. auf den 2. Februar warfen Transportgeschwader 98 Tonnen Verpflegung und Munition über dem Kessel ab. Um 11 Uhr am Morgen des 2. Februar musste Milch die Kapitulationserklärung des IX. Armeekorps telefonisch an das Führerhauptquartier weiterleiten. Am 3. Februar 1943 meldete er im Führerhauptquartier: „Auftrag nicht erfüllt." Eine bemerkenswerte Gegenrede folgte: „Doch, Milch", sagte Hitler, „Sie haben Ihren Auftrag erfüllt, aber ich habe Sie zu spät gerufen." Hitler gab am Untergang der 6. Armee Göring die Schuld, denn er habe „auf dessen Versprechen vertraut".
 

 

 

(Von Links Sepp Dietrich, Erhard Milch und Ernst Udet, 16.12.1933)



Milchs Karriere endete, als er 1944 das neue Düsenflugzeug Me 262 nicht als Jagdbomber, sondern ausschließlich als Jagdflugzeug für die Reichsverteidigung bauen und einsetzen wollte. Er musste seine Kompetenzen für die Rüstung der Luftwaffe im Juni 1944 an Reichsminister Albert Speer abtreten und legte seine Ämter als Staatssekretär und Generalluftzeugmeister am 20. Juni 1944 nieder. Als Generalinspekteur der Luftwaffe fungierte Milch jedoch noch bis Ende 1944. Am Mittag des 4. Mai 1945 geriet er auf Schloss Sierhagen/Schleswig-Holstein in Kriegsgefangenschaft. Von Angehörigen einer britischen Kommandoeinheit wurde der in Neustadt festgehaltene Generalfeldmarschall Milch brutal misshandelt. Beim Verhör wurde sein Interiemsstab von einem britischen Generalmajor zerbrochen, der ihm damit lange und heftig auf den Kopf geschlagen hatte. Danach bearbeitet man ihn mit einer Champagnerflasche weiter, obwohl er bereits aus mehreren Wunden an Kopf und Hals stark blutete. Weitere Misshandlungen über den Tag hinweg folgten und auch sein Gepäck wurde aufgebrochen und beraubt. Dabei verschwand auch sein Marschallstab.

Nachkriegszeit

Nachkriegszeit

 


(Milch und sein Anwalt bei den Milchprozess)

 

"There is no reason to believe that Milch was not absolutely sincere in his idealistic belief in Imperial Germany. Its destruction, however, caused a fundamental change in him: idealism in Erhard Milch was extinguished forever. From this period on, Milch became more and more the slave of his own ruthless ambition."
(Samuel W. Mitcham, "Eagles of the Third Reich," 2007)

 

Milch wurde zuerst nach England und später nach Nürnberg gebracht. Dort sollte er als Zeuge der Anklage gegen Hermann Göring auftreten. Das lehnte Milch jedoch ab und erklärte in seiner gewohnt deutlichen Sprache: „Wenn Sie alle Deutschen für Verbrecher halten, wäre es wohl das Beste, alle miteinander aufzuhängen und meinetwegen können Sie mit mir gleich anfangen." Im April 1947 wurde er zu lebenslänglicher Haft verurteilt. Ende des Jahres 1948 übermittelte ein Gesandter König Georges VI. dem in Nürnberg Inhaftierten eine Entschuldigung für das Verhalten jener britischen Soldaten in Neustadt. Anfang 1951 wurde Milch zu 15 Jahren Freiheitsentzug begnadigt und am 23. Juni 1954 vorzeitig aus der Haftanstalt Landsberg entlassen. Danach wohnte Erhard Milch zurückgezogen als Industrieberater in Ratingen/Rheinland, bis er am 25. Januar 1972 verstarb.

 


(DER SPIEGEL 16/1957 - Untertitel: "Stummer Protest aus Prades")

 

 
Auszeichnungen
 
Eisernes Kreuz (1914) II. Klasse am 4. Oktober 1914
Eisernes Kreuz (1914) I. Klasse am 19. Oktober 1915
Preußisches Militär-Flugzeugführer-Abzeichen
Preußisches Flugzeugbeobachter-Abzeichen am 23. Juni 1916
Flieger-Erinnerungsabzeichen im Jahr 1919
Italienischer St. Mauritius- und Lazarus-Orden II. Klasse (Großoffizierskreuz mit Stern)
im April 1933
Bulgarischer Zivilverdienstorden, II. Klasse (Großoffizierskreuz mit Stern) am 31. Mai 1933
Griechischer Phönix-Orden, I. Klasse (Großkreuz mit Stern) im Mai 1934
Stern des Ehrenzeichens des Deutschen Roten Kreuzes am 27. Juli 1934
Ehrenkreuz für Frontkämpfer am 15. Dezember 1934
Gemeinsames Flugzeugführer- und Beobachterabzeichen der Wehrmacht am 30. März 1935
Bulgarisches Militär-Verdienstkreuz, I. Klasse mit Schwertern am 27. Mai 1935
Finnischer Orden der Weißen Rose, II. Klasse am 6. Juni 1935
Jugoslawischer St. Sava-Orden, I. Klasse am 30. Juni 1935
Hausorden des Herzogs Carl Eduard von Sachsen-Coburg und Gotha (Großkreuz mit Schwertern)
am 15. August 1935
Königlich Ungarisches Verdienstkreuz, I. Klasse im Oktober 1935
Ehrenzeichen für Verdienste um die Olympischen Spiele 1936, I. Klasse am 16. August 1936
Wehrmacht-Dienstauszeichnung IV. bis I. Klasse am 2. Oktober 1936
Goldenes Parteiabzeichen der NSDAP am 30. Januar 1937
Chilenischer Verdienstorden, II. Klasse (Komturkreuz) am 3. März 1937
Französisches Flugzeugführerabzeichen am 29. September 1937
Orden der Italienischen Krone, II. Klasse (Großkreuz am Band) im September 1937
Japanischer Orden des Heiligen Schatzes, I. Klasse im Dezember 1937
Orden der Jugoslawischen Krone, I. Klasse im Januar 1938
Luftschutz-Ehrenzeichen I. Stufe am 20. April 1938
Chinesischer Jade-Orden, I. Klasse im Juni 1938
Jugoslawisches Flugzeugführerabzeichen im Juni 1938
Medaille zur Erinnerung an den 13. März 1938
Medaille zur Erinnerung an den 1. Oktober 1938 mit Spange „Prager Burg”
Medaille zur Erinnerung an die Heimkehr des Memellandes
Spange zum Eisernen Kreuz II. und I. Klasse
Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes am 4. Mai 1940
Flugzeugführer- und Beobachterabzeichen in Gold mit Brillanten

Quellen

Peter Stockert, Die deutschen Generalfeldmarschälle und Großadmirale 1936-1945, Pour le Mérite, ISBN 978-3-932381-47-8

http://de.wikipedia.org/wiki/Erhard_Milch Zugriff am 10.11.11
http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Per ... Erhard.htm Zugriff am 10.11.11
http://www.time.com/time/covers/0,16641 ... 26,00.html Zugriff am 10.11.11
http://en.wikiquote.org/wiki/Erhard_Milch Zugriff am 10.11.11
http://en.wikipedia.org/wiki/Erhard_Milch Zugriff am 10.11.11
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-41121012.html Zugriff am 10.11.11
http://www.nachfolgeprozesse.nuernberg. ... esse3.html Zugriff am 10.11.11
http://collections.yadvashem.org/photos ... 48636.html Zugriff am 10.11.11
http://www.trzeciarzesza.info/milch-erhard-r155.htm Zugriff am 10.11.11



Autor: Kurt Ralle