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Portrait

Red Jacket

Oc-ti-tiani "stets bereits"

Sa-go-ye-wat-ha "der die Menschen wach hält"

Red Jacket "Rote Jacke"

 

Seneca


Geboren * zwischen 1750 bis 1758 am Westufer des Cayuga Sees, New York/ † Gestorben 20. Januar 1830 in Buffalo, New York


 

"Mein Herz ist von Gram erfüllt, wenn ich um mich blicke und mein Volk in seiner gegenwärtigen Lage sehe.
Früher einig und voller Macht, jetzt gespalten und schwach.
Die Lage meines Volkes erfüllt mich mit Trauer."

Jugendzeit

 

 

( Red Jacket hält eine Rede )


Die Jugendjahre Red Jacket's liegen im Nebel der Geschichte und daher ist über diese Jahre nicht sehr viel bekannt. Während dieser Jahre trug er den Namen Oc-ti-tiani was übersetzt "stets bereit" bedeutet. Man kann davon ausgehen, dass Red Red Jacket schon in seiner Jugend ein gewandter und schlagfertiger Redner war. Seine Eltern waren einfache Seneca und hatten daher kaum einen Einfluss in der Gemeinschaft und daher waren es gerade seine Worte mit denen er später nicht nur bei den Seneca, sondern sich auch bei den weißen Siedlern sich Respekt verschaffte. Der Eindruck den Red Jacket mit seinen Reden hinterlassen sollte beschrieb später ein zeitgenössischer Bericht:
 

"Mit der Würde eines römischen Senators ließ er seinen Blick über die Menge schweifen.
Alles verstummte, nichts unterbrach die Stille, nur das sanfte Rauschen der Bäume, in deren Schatten sie saßen, war zu hören. Er beschrieb die Gutgläubigkeit seines Volkes und die Verbrechen, die die Weißen an ihm verübt hatten, mit so mitreißenden Worten, dass die Zuhörer sich entweder zur Rache aufgeputscht fühlten oder den Tränen nahe waren."



Red Jacket kämpfte im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg auf der Seite der Engländer und erhielt auch für seine Botendienste von einem englischen Offizier eine scharlachrote, reichbestückte Uniformjacke. Im Gegensatz zu Joseph Brant sah Red Jacket auch die Mitschuld seiner Verbündeten am Verlust und an der Verwüstung des einst blühenden Mohawk-Tales. Er machte Joseph Brant schwere Vorwürfe und dieses Zerwürfnis sollte auch später bei den gemeinsamen Ratsversammlungen bestehen bleiben. Red Jacket setzte sich ebenfalls in Widerspruch zu einem anderen Seneca Häuptling, Cornplanter. Joseph Brant und Cornplanter gelang es später, den Versuch Red Jackets zu verhindern, mit den Amerikanern Geheimverhandlungen aufzunehmen. Seitdem war Red Jacket Brants und Cornplanters erbittertster Feind und Rivale. Im Jahre 1780 nannte sich Red Jacket Sa-go-ye-wat-ha ( "der die Menschen wach hält"). Wenig später erhielt er den Namen "Red Jacket, weil er seine rote Uniformjacke bei jedem öffentlichen Anlass, auch mit einigem Stolz trug.

Der Redner

 

 

( Red Jacket nach einem Gemälde von S. Eastman)


1784 kam es zu Verhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und den Six Nations sowie den Ohio Stämmen in Fort Stanwix 1784. Red Jacket, war neben Cornplanter, bei den Verhandlungen anwesend während andere Stammesführer wie z.B. Joseph Brant aus Protest gegen das herausfordernde und brutale Auftreten der Amerikaner, die Konferenz verlassen hatten. Die Häuptlinge der früher mächtigen Six Nations Konförderation, sahen sich immer noch als die Beherrscher der Wildnis. Seine Haltung bei den Verhandlungen in Fort Stanwix machte Red Jacket weithin bekannt. Seine leidenschaftliche Rede, in der er den Vertrag verurteilte, nötigte sogar seinen Gegnern Respekt ab. Red Jacket unterzeichnete den "Vertrag von Fort Stanwix". In diesem Vertrag mussten die Irokesen auf die Gebiete westlich von Pennsylvania verzichten, außerdem wurde das gesamte von den Engländern an die Vereinigten Staaten abgetretene Indianerland zum Staatsgebiet der USA erklärt. Einige Zeit später wurde er zum Häuptling seines Stammes gewählt. Die Frauen der Irokesen, hatten ebenfalls bei der Wahl des Häuptlings ein Stimmrecht und waren mit in der Stammesorganisation eingebunden.

Ein weiteres Zitat von Red Jacket :
 

"Wer etwas Wichtiges vorhat, sollte keine langen Reden halten,
sondern nach ein paar Worten zur Sache kommen."

Die 1790 er Jahre

 

 

( George Washington auf einer 5 $ Münze des Staates Liberia )

 

Im Jahre 1791 traf er sich als Mitglied einer Seneca Gesandtschaft mit George Washington und ein Jahr später im Jahr 1792 reiste er wieder als Teil einer 50 köpfigen Gesandtschaft nach Philadelphia die sich erneut mit Washington traf. Er erhielt von ihm eine Silbermedaille; eine amerikanische Offiziersuniform lehnte er aber mit der Begründung ab, er sei ein Friedenshäuptling. Als man ihm daraufhin einen einfachen Anzug geben wollte, zog er doch die Uniform vor, mit der Rechtfertigung, schließlich sei er in Kriegszeiten auch Kriegshäuptling. 1797 verkauften Red Jacket Cornplanter und weitere 50 Irokesen das Land der Seneca im Westen New Yorks für 100.000 Dollar an Robert Morris.
Red Jacket wollte zuerst den Verkauf nicht zustimmen und versuchte diesen sogar zu verhindern doch er ließ sich dann ebenfalls vom dem Spekulanten Morris durch Geld bestechen und unterzeichnete am 16.09.1797 den Vertrag von Big Tree, in dem die Seneca ihr gesamtes Land bis auf etwas mehr als 300 Quadratmeilen, die sie als Reservationen behielten, verkauften. Robert Morris seinerseits verkaufte das erworbene Land an die Holland-Landgesellschaft. Morris behielt nur die nach ihm benannte Morris Reserve bei Rochester, New York. Die Zukunft seines Volkes beschrieb Red Jacket damals folgendermaßen:

 

"Wie eine kleine Insel ragen wir aus dem Strudel eines großen Wassers. Der böse Geist reitet auf dem Wind und die Wasser werden aufgepeitscht.
Sie steigen stürmend gegen uns an, und wenn uns erst die Wogen verschlungen haben, so werden wir für immer verschwunden sein.

Wer wird unser Verschwinden beklagen?
Keiner !
Wer verhindert unsere Vernichtung?
Niemand !
Wir gehen in den Elementen unter."

 


1800- 1830

 

 

( Red Jacket von George Catlin, 1827 )

 

Dem Christentum stand Red Jacket ganzes Leben lang misstrauisch gegenüber. Nach seiner indianischen Denkweise konnte eine Religion nicht gut sein, die es nicht vermochte, ihre Anhänger zu besseren Menschen zu machen. Im Jahre 1805 traf er den neuenglischen Missionar Cram. Dieser bat Red Jacket im Stammesgebiet der Seneca seine Missionarstätigkeit aufnehmen zu können. Red Jacket erwiderte ihm:

 

"Bruder, du sagst es gibt nur eine Möglichkeit, den Großen Geist zu verehren um ihm zu dienen. Wenn es aber nur eine Religion gibt, warum seid ihr Weißen dann davon so weit entfernt?
Warum seid ihr nicht einig, wenn ich doch alle das Buch ( Die Bibel ) lesen könnt. Wir wissen, dass eure Vorfahren schon eine Religion hatten und dass sie vom Vater dem Sohn weitergegeben wurde. Auch wir haben eine Religion, die schon unsere Vorfahren hatten und die sie an uns, ihre Kinder, weitergegeben haben. Wir üben sie eben auf unsere Weise aus. Sie lehrt uns, dankbar für alle Gnaden zu sein, die wir empfangen, einander zu lieben und einträchtig zu sein.
Niemals streiten wir über Religion, denn sie ist eine Angelegenheit, die jeder Mensch für sich mit dem Großen Geist ausmachen muß. Bruder, wir wollen deine Religion nicht zerstören oder sie dir wegnehmen; wir möchten nur gerne unsere eigene behalten. Bruder, wir haben vernommen, dass du an diesem Ort auch den Weißen gepredigt hast. Diese Weißen sind unsere Nachbarn, wir kennen sie.
Wir werden abwarten und sehen, welche Wirkung deine Predigt auf sie hat. Wenn wir feststellen, dass sie gut wirkt, dass sie ehrlich werden und weniger danach streben, die Indianer zu betrügen, dann werden wir nochmals über deine Worte nachdenken."

 

Red Jacket wollte nachdem er sich mit dem Missionar unterhalten hatte ihm die Hand zum Abschied reichen doch Reverend Cram sprang von seinem Stuhl auf und lehnte den Handschlag ab. Cram erklärte seine Ablehnung damit, dass es keine Gemeinschaft zwischen der Religion Gottes und dem Werk des Teufels geben könnte. Als die Indianer die übersetzten Worte hörten lächelten diese nur und verließen friedlich den Ort des zusammentreffens. Red Jacket verfiel immer mehr dem Alkohol und im Jahre 1810 informierte er den Indianeragenten das der Shawnee Häuptling Tecumseh versuchte die Seneca in einem großen Indianerbund mit einzubeziehen. 1812 begann der "Britisch-Amerikanische Krieg" und Red Jacket bot den Amerikanern seine Hilfe an welche aber abgelehnt wurde. Einer Dame die ihn fragte ob er Kinder habe antwortete er :

 

"Red Jacket war einmal ein großer Mann und stand in der Gunst des Großen Geistes. Er war eine hochaufgeschossene Kiefer unter vielen kleineren Bäumen des Waldes. Doch nach vielen Jahren des Ruhmes entwertete er sich selbst, indem er das Feuerwasser des weißen Mannes trank.
Der Große Geist hat in Zorn auf ihn herabgeblickt, und sein Blitz die Kiefer von ihren Zweigen entblößt."

 

Red Jacket bedauerte zutiefst mit dem Trinken begonnen zu haben und betrauerte den Tot seiner Kinder die an Krankheiten gestorben waren. Aber nicht nur der Alkohol war ein Problem inzwischen hatte Cornplanter seinen Einfluß dazu genutzt das Red Jacket wegen Zauberei angeklagt wurde. Red Jacket gelang es die Anklage mit seiner Verteidigungsrede die drei Stunden dauerte zu entkräften. Auch eine Absetzung durch 26 dem Christentum nahestehende Häuptlinge konnte er ebenfalls durch seine Redegewandtheit rückgängig machen. Dem Christentum stand Red Jacket weiterhin kritisch gegenüber.

 

"Die christliche Partei ist gegen das Gesetz unserer Vorfahren vorgegangen.
Ach! Mein Herz ist voll Gram erfüllt, wenn ich um mich blicke und mein Volk in seiner gegenwärtigen sehe.
In den alten Zeiten einig und voller Macht, jetzt gespalten und schwach. Die Lage meines Volkes erfüllt mich mit Trauer.
Wenn der Große Geist mich wegruft und ich erst in die andere Welt gegangen sein sein werde, wer aus meinem Volk kann meinen Platz einnehmen ?"

 

Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte Red Jacket in Buffalo, New York. Seine erste Frau hatte er verlassen weil diese ihm untreu war. Seine zweite Frau trat im Jahre 1827 zum Christentum über, warauf er sich von ihr trennte. Später versöhnte er sich wieder mit ihr. In seiner letzen Rede vor seinem Tod fand er noch mahnende Worte :

 

"Ich werde euch nun bald verlassen, und wenn ich weggegangen bin, werdet ihr weder meine Warnungen hören noch sie befolgen; vielmehr werden Verschlagenheit und Habsucht der Weißen überhandnehmen."



Am 20. Januar 1830 verstarb er im Alter von ungefähr 78 Jahren.

Nach seinem Tod

 

 

( Karl May am Grab Red Jackets )

 

Im Jahre 1884 wurden seine sterblichen Überreste auf dem Forest-Lawn-Friedhof in Büffalo überführt. 1908 besuchte der Schriftsteller Karl May auf seiner USA - Reise Buffalo und das Grab Sa-go-ye-wat-has. Karl May schrieb in seinem Buch Winnetou IV ( S. 57 f.)

 

"Ich habe eine ganz besondere Zuneigung und Hochachtung grad für diesen großen Mann, den man noch heutigentags als den "strong and peerless orator" (Gewaltigen und unvergleichlichen Redner) aller Seneca-Indianer bezeichnet.
Dieser "Gottesacker" ist schön, fast einzig schön... Es war ein schöner, klarer, sonnenwarmer Tag.
Als wir die Blumen an dem Häuptlingssteine niedergelegt hatten, setzten wir uns auf die unterste Kante des Postamentes, auf welchem sein Standbild bis hoch in die Wipfel der umstehenden Bäume ragt."



Die Universität von Buffalo benannte ein Schlafgebäude nach dem Häuptling der Seneca.

Quellen



Buch

Siegfried Augustin, Die Geschichte der Indianer. Von Pocahontas bis Geronimo 1600-1900, Nymphenburger in der F.A.Herbig Verlagsbuchhandlung GmbH München
ISBN 3-485-00736-6

I-Net
 

Zugriff 13.05.2012
http://karl-may-wiki.de/index.php/Sa-go-ye-wat-ha
http://de.wikipedia.org/wiki/Red_Jacket
http://www.mesoamerica.de/na-portraitga ... jacket.htm
http://www.magena.de/articles.php?article_id=100
http://www.indianer-wiki.org/Red_Jacket
http://www.indian-skeptic.org/html/gwup/seneca.htm
Zugriff 19.05.2012
http://de.wikipedia.org/wiki/Fort_Stanwix
http://colnect.com/de/coins/coin/25582- ... 10-Liberia

 

Autor: Hasso von Manteuffel