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Portrait

Metacom

Metacomet / King Phillip

Wampoanok

 

*Geboren um 1635 in Massachusetts / † Gestorben 12. August 1676 bei Mount Hope, Rhode Island

"Noch haben wir einen Rest des Besitzes unserer Vorfahren. Ich bin entschlossen, nicht so lange zu warten, bis ich gar kein Land mehr habe."

Vorgeschichte

 

Metacom war der 2. Sohn des Häuptlings "Massasoit". Massasoit erwarb sich durch seine Politik des Friedens, zwischen den Weißen und den Indianern, einen guten Ruf. Massaoit hatte die Engländer freundlich empfangen und deren Aufbau der Kolonie Plymouth bis zu seinem Tode unterstützt. John Smith ( siehe auch Powhatan und Pocahontas ), der ein zweites Mal nach Amerika zurückkehrte ( 1614 -1616 ), bezeichnete die Wampanoag als Pokanoket. Die Wampanoag lebten in der Gegend von Rhode Island und Massachusetts, dessen heutiger Name Neu England von John Smith herrührt. Metacom machte schon als Kind erste Erfahrungen mit der Expansionslust der weißen Siedler, die sich Stück für Stück das Land der Indianer aneigneten. Nachdem man ihm getauft hatte, ging er in eine Schule der weißen Siedler. Als Massasoit im Jahre 1661 fühlte, das sein Leben zu Ende gehen würde , begab er sich mit seinen beiden Söhnen Wamsutta und Metacom nach Plymouth, um ihnen vom Gouverneur als Freundschaftsbeweis englische Namen geben zu lassen. In Anlehnung an die beiden berühmten makedonischen Könige erhielt Wamsutta den Namen Alexander und Metacom den Namen Phillip. Die Beiden Brüder heirateten die Töchter des Häuptlings Pocasset, Wamsutta heiratete Wetammoo und Metacom heiratete Wootonekauske. Im Mai 1661 verstarb Massasoit und Wamsutta wurde sein Nachfolger als Oberhäuptling der Wampoanog - Metacom wurde Kriegshäuptling. Mit Sorge verfolgten sie, wie sich die weißen Siedler immer mehr ausbreiteten, bis letztlich nur mehr die beiden Halbinseln Bristol - mit der indianischen Hauptstadt Pokanoket - und Tiverton an der Ostküste der Narraganset Bay den Indianern gehörten - übrig blieb. Das bislang einigermaßen friedliche Verhältnis zwischen den weißen Siedlern und den Indianern wurde durch das sich immer stärker bemerkbar machende gewissenlose Gesindel unter den Kolonisten empfindlich gestört. Als die Siedler merkten ,dass Wamsutta ihnen nicht mehr so freundlich gesinnt war wie sein Vater, erdreisteten sie sich, ihn wegen geplanten Aufruhrs vor Gericht anzuklagen. Wamsutta weigerte sich selbstverständlich vor diesem für ihn lächerlichen Tribunal zu erscheinen. Er wurde deshalb in rücksichtsloser Weise verhaftet und starb wenige Tage später im Sommer 1662 unter ominösen Umständen. Soweit vermutet, war es Gift seiner mit Recht misstrauischen Stammesbrüder.

Häuptling

 

 

Philip, King of Mount Hope, 1772, durch Paul Revere nach einer Originalzeichnung des Augenzeugen Benjamin Church

 

Nach dem Tod des älteren Bruders wurde Metacomet sein Nachfolger als Oberhäuptling der Wampanoag und der Anführer des Pokanoket-Bundes - die Weißen nannten ihn King Philip. Als Stammeshäuptling wollte auch er mit den Siedlern weiter im Frieden leben. Er nahm sogar den Namen Philip als seinen eigenen an und er kleidete sich wie die weißen Siedler. Die Situation verschlimmerte sich, da die Anzahl der Siedler immer größer wurde und deren Forderungen gegenüber den Indianern weiter zunahmen. Ein weiteres Problem ergab sich dadurch, dass die Irokesen ihr Stammesgebiet vergrößerten und so wurden feindliche Stämme in das Gebiet der Wampanoag getrieben. Das unaufhörliche Vordringen der Engländer, ihre unerträgliche Anmaßung in einem Land, dessen rechtmäßige Herren sie nicht waren, Recht sprechen zu wollen, und der ominöse Tod Wamsuttas ließen in Metacom den Entschluss reifen, die verhassten Eindringlinge zu vertreiben oder selbst unterzugehen. Dabei wollte er aber den verhängnisvollen Fehler vermeiden, den andere Häuptlinge bei ähnlichen Versuchen gemacht hatten, nämlich ohne ausreichende Kriegsvorbereitung auf eigene Faust zu kämpfen. Im geheimen schloss er Bündnisse mit Nachbarstämmen, sammelte Waffen und Munition, legte Vorratslager an und schulte seine Krieger in der Handhabung von Feuerwaffen, während er die Weißen durch ständige Friedens - und Freundschaftsbeteuerungen in Sicherheit zu wiegen suchte. Die zwar ruhige, aber unheilschwangere Atmosphäre erfüllte die Siedler alsbald mit Misstrauen und Angst.

 


Im Jahre 1671 begannen die Engländer einen Feldzug gegen den Stamm der Narrangansset um diese zu unterwerfen. Die Engländer zwangen die Narraganset die Vorherrschaft von Plymouth anzuerkennen und drohten mit einem Krieg. Metacom zwang man einen Tribut von 100 Pfund zu bezahlen, dieser erklärte sich sofort einverstanden um damit Zeit für seine Kriegsvorbereitungen herausholen zu können. Im selben Jahr (1671) hatten die Siedler wieder die Frechheit den Häuptling nach Taunton vorzuladen, um ihn dort zur Rede zu stellen. Metacom erschien mit seiner Leibwache und brachte seine Anliegen mit derartigem diplomatischen Geschick vor, dass die Engländer seinen Friedensbeteuerungen Glauben schenken mussten. Ohne mit der Wimper zu zucken, unterschrieb Metacom, der noch Zeit gewinnen wollte, einen neuen Friedensvertrag, in dem er sich verpflichtete, alle Waffen abzuliefern. Demonstrativ legten er und seine Leibwache ihre Waffen ab. Als er wieder in seiner Residenz in Mount Hope war, dachte er natürlich nicht daran, weitere Waffen auszuhändigen; im Gegenteil, er setzte seine Kriegsvorbereitungen nur noch intensiver fort.
Die größeren Siedlerzahlen sorgten auch dafür, dass immer mehr Siedlungen auf eigentlich eindeutig deklariertes Indianergebiet entstanden. Dadurch konnten die Ureinwohner weniger Tiere jagen und weniger Felle verkaufen. Das führte dazu, dass die Ureinwohner aus dieser Not ihr Land gegen Waffen und Geräte verkauften.
Das der große Häuptling der Neu-England-Indianer und grimmige Kriegsheld auch seine kleinen Schwächen hatte, zeigt der folgende Brief, den Metacom durch einen Boten an Captain Hopestill Forks in Dorchester schickte :

Sehr geehrter Herr !
Haben Sie die Güte, sich zu erinnern, dass Sie mir, als ich Sie zuletzt am Wading River sah, sechs Pfund verschiedener Waren versprochen haben.
Ich fordere nun von Ihnen, dass Sie mir durch diesen Indianer fünf Yards hellgefärbten Wollstoff für einen Mantel und ein gutes holländisches, bereits fertiges Hemd sowie ein Paar guter indianischer Hosen schicken lassen; all das brauche ich.
Deshalb bitte ich Sie, sehr geehrter Herr, nicht zu verabsäumen, mir dies unter Nennung der einzelnen Preise zu schicken; dazu Seide, Knöpfe und sieben Yards Borten zum Aufputzen.
Ich möchte Sie nun nicht mehr weiter belästigen und verbleibe King Philip, his Majesty, P.P.



Mount Hope, am 15 Mai 1672

King Phillip's Krieg

Der King Philip's Krieg

 

 

 

Die Lage spitzte sich weiter (1675) zu als John Sassamon, ein getaufter Wampanoag, der einige Zeit bei den Engländern gelebt hatte und Privatsekretär Metacoms war, die Pläne seines Häuptlings an die Engländer verriet. Diese sicherten ihm Stillschweigen zu, worauf er Metacom verließ und als Prediger nach Middlesborough zurückkehren wollte. Wenig später fand man ihn tot unter dem Eis eines Weihers bei Plymouth. Das schlechte Gewissen ließ die Weißen das richtige vermuten :
Ein indianischer Zeuge sorgte dafür, dass man drei Krieger verhaftete, darunter Tobias, einen Berater Metacoms. Alle drei wurden zu Tode verurteilt und hingerichtet - sie wurden gehängt.
Die Indianer, die das als Missachtung ihrer Souveränität ansahen, griffen ein Dorf der Siedler mit der Zustimmung Metacoms an und töteten einige Bewohner.

" Brüder, ihr seht dieses weite Land vor uns , das der Große Geist unseren Vätern und uns gegeben hat; ihr seht Hirsche und Büffel, von denen wir leben.
Brüder, ihr seht unsere Frauen und Kinder, die ohne uns hungern und frieren müssten.
Ihr seht jetzt auch den Feind, der immer dreister und frecher wird, der unsere alten Sitten ignoriert, unsere und unserer Väter Verträge bricht und uns alle aufs schwerste beleidigt ....
Vor unseren Augen werden unsere Brüder hingeschlachtet, und ihre Seelen fordern uns auf, sie zu rächen.
Brüder, diese Menschen aus einer fremden Welt werden unsere Bäume fällen, unsere Jagdgründe und Felder zerstören und uns und unsere Kinder von den Gräbern unserer Väter und von unseren Ratsfeuern vertreiben; sie werden unsere Frauen und Kinder zu Sklaven machen! "

Die weißen Siedler wollten nun ihrerseits mit Metacom abrechnen. Am 28. Juni starteten die Engländer einen Vergeltungsangriff und zerstörten eine Siedlung der Wampanoag. Die Kämpfe zwischen den Weißen und den Indianern nahmen weiter zu. Neben den Wampanoag wurden auch die Pocumtuc, Narraganset und Nipmuck in die Kämpfe mit hineingezogen. Metacom verbündete sich mit den Narraganset, dessen Oberhäuptling Canonchet war, mit den Pequot und weiteren Stämmen. Die verbündeten Stämme griffen zwölf Siedlungen und einige Farmen an. Den Indianern gelang es, die weißen Siedler in die größeren Städte zurückzudrängen, doch ihre Vorräte reichten nicht für einen lange zu führenden Krieg aus. Der Erfolg, den Metacom bei seiner Offensive hatte, veranlasste ein paar weitere Stämme dazu dem Indianerbündnis beizutreten. Erst im September des Jahres 1675 konnten die Engländer unter dem Kommando von Joshua Winslow eine schlagkräftige Truppe aufstellen. Den Engländern war es gelungen dem Mohegan Häuptling Uncas mit seinen 500 Kriegern als Verbündeten zu gewinnen. Die Indianer, die zum Christentum konvertierten, wurden ebenfalls Verbündete der Engländer.
Bei der Gegenoffensive wurde das Winterlager der Narraganset überfallen. Die Kämpfe gingen weiter, beide Seiten führten diesen Krieg erbarmungslos. Nur das Glück rettete am Ende die Siedler und ihre Verbündetsten vor einer Niederlage. Metacomet wollte die Mohawk ebenfalls in das Bündnis holen ,doch diese waren durch die Überfälle der Weißen so geschwächt, dass sie den Wampanoag nicht einmal mehr Lebensmittel zur Verfügung stellen konnten. Die Munition ging den kriegführenden Stämmen ebenfalls aus und damit sank die Kampfkraft weiter ab. Ein Indianerlager nach dem anderen wurde angegriffen und zerstört, oft wurden auch Frauen und Kinder einfach niedergemacht. Viele Indianer, die in ihre Wigwams flüchteten, starben weil die weißen Siedler diese in Brand steckten.

 

 

 


Als die Weißen abermals ein Ultimatum stellten, wollten sie das Metacom seine Schandtaten, die er begangen haben sollte, eingesteht. Man forderte wieder einmal, dass seine Krieger die Waffen abgaben. Metacom war nun gezwungen gewesen sich in die Sümpfe von Pocasset zurückzuziehen. Die Engländer griffen Metacom in den Sümpfen an, aber dort mussten diese noch einmal noch einmal eine vernichtende Niederlage einstecken. Der Sieg Metacoms in den Sümpfen von Pocasset sorgte dafür, dass auch andere Stämme sich an dem Krieg beteiligen wollten.

Metacom plante eine Entscheidungsschlacht, die für das Frühjahr 1676 festgesetzt wurde. Im ganzen Land sollte zum gleichen Zeitpunkt losgeschlagen werden, um den gegenseitigen Nachschub der Engländer unmöglich zu machen. Mit Ausnahme der Mohegan und der Reste der Pequot, die fast ausgerottet waren, standen jetzt alle Stämme Neu-Englands auf der Seite Metacoms. Einen weißen Freund, der versuchte, ihn von seinen Kriegsplänen abzubringen antwortete er :

" Als die Engländer erstmals dieses Land betraten, waren sie nur eine Handvoll heruntergekommener, verzweifelter Leute.
Mein Vater hat ihnen geholfen, wo er nur konnte.
Es kamen aber immer mehr.
Die Ratgeber meines Vaters begannen, sich Sorgen zu machen, und baten ihn, die Engländer rechtzeitig zu vernichten, bevor sie zu stark würden.
Dann nämlich könnten sie den Indianern ihr Land rauben und ihnen Gesetze vorschreiben.
Mein Vater hörte nicht darauf und blieb ihr Freund.
Leider hat die Erfahrung bestätigt, wie recht seine Ratgeber hatten. "

Sein Ende

 

 

 

Die geplante Entscheidungsschlacht brachte die weißen Siedler an den Rand einer Niederlage. Aber wieder einmal war das Kriegsglück auf ihrer Seite. Die verbündeten Irokesen kamen ihnen zu Hilfe und besiegten Metacom. Einige, den Engländern freundlich gesinnten Stämmen, wurde es gestattet die Wampanoag zu überfallen und alle erbeuteten Waren durften diese behalten. Im Sommer 1676 hielt Metacom zum letzten Mal einen Kriegsrat ab, aber die neue Kriegslage war für eine weitere Offensive zu schlecht gewesen und die Engländer setzten ein Kopfgeld auf Metacom aus.
Am 12 .August 1676 wurde Metacom bei einem Gefecht getötet. Eine Quelle sagt aus, es handelte sich um einen Veräter, eine andere Quelle gibt an, dass Metacom bei einem Gefecht von dem Indianerprediger John Alderman getötet wurde. Metacoms Leiche wurde enthauptet und sein Kopf wurde über zwanzig Jahre vor Fort Plymouth aufgespießt präsentiert. Sein achtjähriger Sohn und seine Frau wurden gefangen genommen und man verkaufte sie als Sklaven nach Bermuda. Mit dem Ende Metacoms war die Vorherrschaft der Ureinwohner in Neu-England endgültig vorbei.

Quellen


Buch

Siegfried Augustin, Die Geschichte der Indianer. Von Pocahontas bis Geronimo 1600-1900, Nymphenburger in der F.A.Herbig Verlagsbuchhandlung GmbH München
ISBN 3-485-00736-6


I-Net

( Zugriffsdatum 21.06. 2011 )

http://www.indianerwww.de/indian/king_philip.htm
http://de.wikipedia.org/wiki/Metacomet
http://wapedia.mobi/de/Metacomet
http://www.indianer-nordamerikas.keepfr ... 718_jh.htm

( Zugriffsdatum 22.06. 2011 )

http://www.nativevillage.org/Messages%2 ... %20War.htm
http://www.dipity.com/EMeyer/American-History/

( Zugriffsdatum 24.06. 2011 )

http://www.quaintnewengland.com/?s=King+Philip




Autor : Hasso von Manteuffel