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Portrait

King Hendrick

Soi-en-ga-ra-ta
 

Mohawk

 

Geboren um * 1680 im Staat New York/ † Gestorben am 8. September 1755 am Lake George, New York

 

"Wir danken euch, dass ihr die Kette des Bundes erneuert und wieder blank gemacht habt. Wir wollen diesen Wampum - Gürtel zu den Onondaga mitnehmen, wo unsere Beratungsfeuer ständig brennen, und ihn so sicher verwahren, dass weder Donner noch Blitz ihn zerstören können"

Einleitung

Der Vater von King Hendrick war ein Mahican und seine Mutter eine Mohawk Indianerin. King Hendrick selber sollte nicht nur zum mächtigsten Häuptling der Mohawk werden, er wurde sogar Colonel der britischen Kolonialarmee. Hendrick galt als intelligenter und furchtloser Krieger.

Der weitere Lebensweg

 

 

(King Hendrick)

 

Im Jahre 1710 war King Hendrick mit drei weiteren Irokesen Häuptlingen in London gewesen, um dort einen Beistandspakt zu unterzeichnen. Die Engländer sahen damals in den Irokesen ein " Bollwerk " gegen den damaligen Rivalen Frankreich. Ihre Bedeutung geht auch daraus hervor, dass die vier Häuptlinge mit großen Ehren empfangen wurden und eine Audienz bei Queen Ann hatten. William Johnson, ein britisch-irischer Händler (später wurde er Politiker und General in den britischen Kolonien in Nordamerika ) hatte sich im Mohawk -Tal niedergelassen und lebte dort als Farmer und Pelzhändler. Er war im Gegensatz zu vielen Europäern nicht der Meinung gewesen, dass die Indianer nur „unzivilisierte, barbarische Wilde“ waren. Er behandelte die Ureinwohner der Kolonien mit Respekt und baute zu ihnen eine gute Beziehung auf und er schützte sie so gut er konnte vor Übergriffen wie Diebstahl und illegalen Siedlungen. Durch seine korrekte und freundliche Art gewann er auch das Vertrauen von King Hendrick. Zwischen den beiden ( King Hendrick und William Johnson) ist ein besonderes Tauschgeschäft überliefert :
Johnson erzählte er hätte eine Lieferung schöner Kleider aus England bekommen, antwortete der schlaue Hendrick, er habe geträumt, Johnson hätte ihm eines der Kleider gegeben. Johnson konnte nun nicht mehr anders und schenkte King Hendrick eine Scharlachrote Uniform. Nun aber berichtete Johnson dem Häuptling er hätte ebenfalls geträumt , Hendrick hätte ihm 500 Acres des besten Landes im Mohawk - Tal geschenkt. Hendrick antwortete darauf " Es soll dir gehören, fortan will ich aber nicht mehr mit dir träumen" und damit war der Handel abgeschlossen. Zwischen den Engländern und den Franzosen kam es immer häufiger zu kleineren Gefechten; die beiden europäischen Kolonialmächte versuchten die Indianerstämme als ihre Verbündeten zu gewinnen um damit die Vorherrschaft in Nordamerika zu erlangen. Die meisten Stämme sahen keinen Vorteil für sich und blieben neutral, aber viele konnten es letztendlich nicht verhindern das ihre Krieger als Hilfstruppen auf beiden Seiten eingesetzt wurden. Johnson der von den Mohawk sogar zum Häuptling ernannt wurde, nutzte seinen Einfluss und die Mohawk waren dadurch bereit, ohne Zustimmung der anderen Stämme gegen die Franzosen zu ziehen. Johnson gelang es mit seiner Überredungskunst, dass auch die übrigen Stämme der " League of Iroquois " beitraten um mit ihm gegen die Franzosen zu kämpfen. 1746 verstarb Johnsons Frau nun wollte Johnson die Verbindung zu den Mohawk noch enger knüpfen und die Nichte King Hendricks heiraten.
Johnson war sich der politischen Bedeutung seines Schrittes bewusst, als er den Häuptling bat, ihm seine Nichte zur Frau zu geben. King Hendrick gab seine Einwilligung, er forderte allerdings, dass die Ehe gesetzmäßig sei; trotz der Proteste puritanischer Kreise, deren Religions- und Rassedünkel eine derartige Ehe nicht zuließ, heiratete Johnson die Nichte King Hendricks. Die enge Freundschaft zwischen King Hendrick und William Johnson bewirkte, dass das Mohawk - Tal von den Einwirkungen des " King George's Krieges" weitgehend verschont blieb, da die Franzosen inzwischen andere Ziele verfolgten. Der Friedensvertrag von Aix-la-Chapelle beendete zwar den Krieg, aber die Franzosen versuchten nun, Unfrieden zwischen den einzelnen Stämmen zu stiften, um damit die Engländer zu schwächen. Den Franzosen gelang dies zunächst und es kam zu einem Krieg, doch das Eingreifen Johnsons und die vernünftige Haltung Hendricks konnten diesen aber schnell beenden. Hendrick und andere Irokesenhäuptlinge forderten Gouverneur Clinton auf, Johnson neuerlich als Kommissar für die Indianer einzusetzen. Johnson lehnte allerdings ab, er war aber nach wie vor bemüht, seinen Einfluss in positiver Weise geltend zu machen.

Kriegsmöglichkeit

 

 

(Portrait von King Hendrick)

 

Im Jahre 1753 schickten die Franzosen eine große Streitmacht den St.-Lorenz Strom hinauf und versuchten ,das Ohio Gebiet mit Hilfe der Errichtung von Forts unter ihre Kontrolle zu bringen. Die wütenden Irokesen sendeten King Hendrick nach New York, dort angekommen drohte King Hendrick, die gesamte Irokesen Nation werde sich auf die Seite Frankreichs stellen und über die englischen Kolonien herfallen, wenn England nicht die Rechte der Irokesen schützte. Wieder einmal musste Johnson vermitteln und es gelang ihm diese für die Engländer unangenehme Situation zu bereinigen. Vor einer großen Versammlung sprach er von den "Five Nations" und konnte so die Irokesen davon abbringen sich auf die Seite Frankreichs zu stellen. Natürlich wollten auch die Engländer dieses Gebiet zu einem Teil ihrer Kolonie machen. Im Winter 1753/54 des Jahres wurde eine junger Milizoffizier und Inspekteur von Virginia gesendet um die Franzosen dazu zu bewegen den Bau der Forts einzustellen und das Gebiet zu verlassen. Die Franzosen lehnten ab, da sie die Sorge hatten ob man sich auf die indianischen Verbündeten verlassen kann und sie schätzten die Lage auch so ein das es bei den Engländern nicht anders ist. George Washington traf sich auch mit einen Seneca-Häuptling den die Franzosen vorher schwer beleidigt hatten und dieser versprach den Engländern die Freundschaft seines Stammes, zu einer Bündniszusage kam es jedoch nicht. Auch weitere Versuche der Franzosen scheiterten. Als Washington nach Virginia zurückkehrte äußerte er seine Besorgnis, die Franzosen könnten Indianer aus Kanada und dem Westen rekrutieren, während die Irokesen und die von ihnen kontrollierten Stämme England nicht zu Hilfe kommen würden. Im April 1754 kehrte Washington abermals ins Ohio Tal zurück und er hatte den Auftrag eine Gruppe zu beschützen die ein Fort errichten sollte. Doch bevor Washington seinen Auftrag erfüllen konnte, tauchte eine 500 Mann starke französische Einheit auf und Washington war gezwungen gewesen das Fort aufzugeben. Die Franzosen nutzen diesen Vorfall aus und leiteten damit später den Französisch-Indianischen oder Siebenjährigen Krieg aus. Bei Great Meadows errichtete Washington das Fort Necessity ,doch wie sich später herausstellen sollte wurde der Platz für dieses Fort schlecht gewählt .
Am 19. Juni 1754 wurde in Albany eine große Versammlung abgehalten. Der neue Gouverneur von New York ,de Lancey hatte den Vorsitz. King Hendrick war der Hauptredner der Irokesen; er wurde nicht nur wegen seines hohen Alters mit größter Aufmerksamkeit behandelt. Nach der Eröffnungsrede de Lanceys, in der dieser die Erneuerung des Bündnisses beschworen hatte, sprach der grauhaarige Mohawk Häuptling King Hendrick :

"Wir danken euch, dass ihr die Kette des Bundes erneuert und wieder blank gemacht habt. Wir wollen diesen Wampumgürtel zu den Onondaga mitnehmen, wo unsere Beratungsfeuer ständig brennen, und ihn so sicher verwahren, dass weder Donner noch Blitz ihn zerstören können. Aber verstärkt euch selbst und bringt so viele Soldaten, wie ihr nur könnt, in dieses Bündnis mit. Seht euch die Franzosen an! Sie sind Männer, sie errichten überall Befestigungen; ihr aber, wir müssen es euch wohl oder übel sagen, ihr seid wie Weiber, nackt und wehrlos; nirgends habt ihr Befestigungen gebaut. Es ist nur ein Schritt von Kanada hierher; die Franzosen können ohne Mühe kommen und euch hinauswerfen.

Obwohl der Gouverneur die warnenden Worte gehört hatte blieben seine Anstrengungen zum Schutz der englischen Siedlungen nur gering. Ohne eine Kriegserklärung beider Seiten begannen neuerlich Kampfhandlungen zwischen England und Frankreich. Der Auslöser zum "French and Indian War", war der Angriff und die Eroberung von Fort Necessity.

Der French and Indian War

 

 

(Die Schlacht im Wald in der Nähe des Monongahela River)

 

Es war der 4. Juli 1754 als eine französische Armee von 650 Mann bestehend aus französischen Soldaten und Indianern das Fort Necessity angriff. Die verbündeten Indianer rekrutierten die Franzosen bei den Wyandot, Ojibway, Abenaki, Nipissing, Odawa, Algonkin und den Irokesen die in der Nähe der französischen Missionare lebten. Die Kämpfe zogen sich einen ganzen Tag lang hin ohne einen Sieger. Die Indianischen Verbündeten der Franzosen teilten ihrem Kommandeur mit ,dass sie am nächsten Tag nicht mehr an den Kämpfen teilnehmen würden und nach Hause gehen. Die Franzosen boten sofort Washington eine ehrenvolle Kapitulation an die Washington annahm . Washington wusste das er keine Chance hatte das Fort dauerhaft zu verteidigen und übergab es schließlich den Franzosen und kehrte nach Virgina zurück. Eine weitere Niederlage mussten die Engländer bei der Schlacht um Fort Duquesne ( 9. Juli 1755 ) einstecken. Den verbündeten Indianern der Franzosen (Odawa, Ojibway, Miami, Potawatomi, Menominee, Shawnee, Huronen, Delaware und profranzösische Seneca) gelang es General Edward Braddocks Grenadiere aus den Wald in der Nähe des Monongahela River zu vertreiben. Als die Franzosen kurz darauf mit einer Armee von insgesamt 1400 Mann an der South Bay eine Landungsaktion durchführten und im Eilmarschtempo gegen Fort Edwards vorrückten, mussten die Engländer ihrerseits schnell handeln. Unverzüglich wurde Anfang September eine Armee von 1.000 Mann unter Colonel Ephraim William ausgesandt, um Fort Edwards zu schützen. Am Anfang beteiligten sich nur 50 Irokesen-Krieger, unter der Führung von King Hendrick. Später aber wuchs ihre Zahl auf etwa 250 Mann. Als der Angriffsplan geäußert wurde, eine kleine Abteilung sollte gegen die Franzosen vorrücken, lehnte der kampferfahrene und alte Mohawk Häuptling dies mit folgenden Worten ab :

" Wenn sie kämpfen sollen, sind es zu wenige, wenn sie sterben sollen sind es zu viele"

Einen weiteren Vorschlag, die Truppe solle sich in drei Abteilungen aufteilen, lehnte er ebenfalls ab. Er ergriff drei Holzstöcke und erwiderte :

Haltet sie zusammen, so könnt ihr sie nicht zerbrechen; nehmt ihr sie einzeln, so könnt ihr sie leicht zerbrechen."

Kurz vor der Schlacht stieg Hendrick auf eine Kanonenlafette und hielt eine Ansprache an seiner Krieger. Er forderte sie auf tapfer zu kämpfen und ihren Verbündeten die Treue zu halten. Später berichtete ein englischer Offizier, dass er zwar kein Wort verstanden habe, doch allein die Stimme, der Blick und die Gebärden des alten Recken seien so gewaltig und voller Begeisterung gewesen, dass jene Rede ihn tiefer ergriffen habe als irgendeine andere, die er jemals gehört habe. Die englische Vorausabteilung kam am 8. September 1755; bis auf wenige Meilen an das Lager der Franzosen heran. Baron Dieskau, der Anführer der Franzosen und ihrer Verbündeten hatten bereits am Morgen einen Hinterhalt aufgestellt nachdem seine Späher ihm das vorrücken der Engländer gemeldet hatten. Seine Franzosen nahmen eine Stellung auf der Straße ein, die Kanadier und die Indianer versteckten sich an der Flanke in den Wäldern. Die Briten die nicht mit den Franzosen gerechnet hatten liefen ohne es zu ahnen in die Falle. Die Überraschung gelang, die Engländer und Irokesen gerieten in einen Hagel aus Kugeln und Pfeilen. Colonel William und King Hendrick ,die einzigen die zu Pferde unterwegs waren starben zuerst unter der ersten Salve. William bekam einen Kopfschuss wo King Hendrick tödlich getroffen wurde ist leider unbekannt ,beide waren sofort tot. Nach den Aussagen von Dieskau brach die englische Gefechtsformation "wie ein Kartenhaus zusammen".Die geschlagene Abteilung zog sich zunächst panikartig zurück, konnte sich aber wieder neu formieren und in einem geordneten Rückzug zum Lake George absetzen. Die durch den Lärm der Kämpfe alarmierten Truppen unter William Johnson bauten so gut es ging eine Barrikade aus Wagen, Booten und Baumstämmen und es gelang mehrere Angriffe der Franzosen mit Hilfe der Artillerie abzuwehren.
 

 

 

(Benjamin West's depiction of William Johnson sparing Baron Dieskau's life after the battle)

 

Der Angriff der Franzosen brach verlustreich zusammen und Dieskau erlitt eine schwere Verwundung; Johnson wurde durch einen Schuss ins Bein verletzt. Am Nachmittag starteten die Briten einen Gegenangriff, dabei gelang es ihnen Dieskau gefangen zu nehmen und die Franzosen zum Rückzug zwingen. Eine 300 Mann starke Verstärkungstruppe der Franzosen konnte ebenfalls in der Nähe des Sees abgefangen und vernichtet werden. Die Verluste auf beiden Seiten waren fast gleich gewesen - Die Engländer und ihre Verbündeten verloren in dieser Schlacht 262 Mann ,die Franzosen nach ihren Angaben 228 Mann, Johnson sprach sogar von 500-600 Verlusten der Franzosen. Mit der Schlacht am Lake George hatten die Engländer zum ersten Male eine klaren Sieg errungen obwohl Johnson es versäumte den Angriff fortzusetzen, er gab sich damit zufrieden durch den Bau des Fort William Henry die Gegend zu sichern. Die schlechte Verfassung seiner Armee ( die ungünstige Ernährungslage, schlechte Unterbringung und das Wetter ) sorgte dafür das sich die Einheit auflöste.

Als der Sohn von King Hendrick vom Tod seines Vaters erfuhr, legte er seine Hand auf Herz und sagte :

"Mein Vater lebt hier noch immer. Nun ist der Sohn der Vater und steht hier zum Kampf bereit."

Der große Mohawk Häuptling King Hendrick war tot. Seine Krieger kehrten nach Hause zurück und trauerten; unter ihnen befand sich ein 13 jähriger Junge, dieser sollte später den Ruhm des Toten noch weit Übertreffen.
Der Name des Jungen : Joseph Brant.

Quellen

Buch

Siegfried Augustin, Die Geschichte der Indianer. Von Pocahontas bis Geronimo 1600-1900, Nymphenburger in der F.A.Herbig Verlagsbuchhandlung GmbH München
ISBN 3-485-00736-6


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Autor : Hasso von Manteuffel