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Portrait

Joseph “Fighting Joe” Hooker

 

Geboren 13. November 1814 in Hadley, Massachusetts, gestorben 31. Oktober 1879 in Garden City, New York


Lebenslauf

Joseph Hooker wurde am 13. November 1814 in Hadley, Massachusetts geboren. Seine Schulzeit verbrachte er in der ortsansässigen Hopkins Academy. 1934 im Alter von 20 Jahren gelang Hooker die Zulassung in der renommierten US Militärakademie West Point welche er im Jahre 1837 mit einem mittleren Ergebnis (Platz 29 von 50 Absolventen) als 2nd Lieutenant verließ. Seinen ersten Militäreinsatz hatte Hooker als Offizier der 1. US-Artillerie während des 2. Seminole Krieges in Florida. Im Anschluss diente er im Amerikanisch-Mexikanischen Krieg sowohl unter Winfield Scott als auch unter Zachary Taylor.
Aufgrund seiner hervorragenden Führungseigenschaften im Gefecht sowie seiner weithin bekannten Ritterlichkeit in mehr als drei Schlachten wurde Hooker mit einer Feldbeförderung zum Hauptmann sowie drei Tapferkeitsauszeichnungen beehrt. Dieses war auch die Zeit, in der sein späterer Ruf als Frauenheld entstehen sollte. Von den einheimischen Damen in Mexico wurde Joe Hooker mit dem Spitznamen „handsome captain“, dem „schönen Hauptmann“ versehen. Und Hooker sollte in seinem späteren Leben diesem Ruf durchaus alle Ehre machen.

 

 


Nach Ende des Krieges nahm Hooker die Stelle als Adjutant des Generals der Pazifik Division an, kündigte allerdings überraschend bereits im Jahr 1853, nachdem sein militärischer Ruf erheblich nach einer Zeugenaussage während eines Kriegsgerichtsverfahrens gegen seinen früheren Kommandanten General Scott gelitten hatte.
Hooker zog sich zurück und ließ sich als Farmer in Sonoma City, Kalifornien nieder. Sein Hang zu Glückspiel und Alkohol ließ ihn jedoch seine Landwirtschaft vernachlässigen, sodass es keine Überraschung war, dass er als Farmer scheiterte. Ein weiterer Versuch sich im Privatleben zu beweisen scheiterte ebenfalls, als er in seinem Wohnort sich auf ein politisches Amt zur Wahl stellte, diese aber gegen seinen Mitbewerber James Benett verlor. Unzufrieden mit seinem Privatleben schrieb Hooker 1858 an den Secretary of Defense John B. Floyd und bat darum seinen Namen auf eine Liste für Kandidaten für ein Amt als Lieutenant-Colonel zu setzen und dieses Anliegen Präsident Buchanan vorzulegen. Seine Anfrage wurde jedoch nicht beantwortet.
So kam es, dass Hooker von 1859 bis 1861 den Rang eines Obristen in der kalifornischen Miliz innehatte. Wie auch bei einigen anderen Generalen (z.B. W.T. Sherman) war es durchaus üblich einen höheren Rang innerhalb der Miliz oder Freiwilligen Korps gegenüber einem niedrigeren Rang in der regulären Armee zu haben.

Bürgerkrieg

Zu beginn des Krieges ersuchte Hooker um ein Kommando, seine erste Bewerbung wurde allerdings auch abgelehnt. Grund hierfür war eventuell die persönliche Abneigung des derzeitigen Generalstabschefs Winfield Scott ihm gegenüber, welchen er seinerzeit während der Gerichtsverhandlung schwer belastet hatte.
Nach der für die Union fatalen Niederlage während der ersten Schlacht von Bull Run, schrieb Hooker einen Brief an Abraham Lincoln persönlich in dem er die Unfähigkeit und die Fehlentscheidungen des Militärs anprangerte und zugleich seine hervorragenden Qualifikationen hervorhob. Erneut bat er um die Übernahme eines eigenen Kommandos. Im August 1961 wurde er wieder in den Dienst berufen und bereits am 17. Mai übernahm er das Kommando einer freiwilligen Brigade in der Nähe von Washington D.C. im Rang eines Brigadegenerals. Ziel seiner Aufgabe war die Organisation und das Training diverser Divisionen bei der Aufstellung der „Army of the Potomac“ unter Major General George B. McClellan, dem seinerzeitigen Oberbefehlshaber der US Streitkräfte. In der Zeit konnte Hooker sich einen ausgezeichneten Ruf als besonnener und führsorglicher Kommandant seiner Divisionen machen, besonders während der Belagerung von Yorktown. Ein weiterer, jedoch nicht so erfreulicher Ruf eilte Ihm indes ebenso nach, seine immer noch starke Zuneigung zum Alkohol. Von seinen Männern wurde Hooker sogar in einem bekannten Lied mit folgenden Zeilen parodiert:
 

Die Zeilen:

McClellan's our leader, He's gallant and
Joe Hooker's our leader, He takes his whiskey strong
 

 

Hookers durchaus erfolgreiche Einsätze führten ihn im Range eines Major General der Volunteer Army, den freiwilligen Hilfstruppen unter anderem in die Schlacht bei Seven Pines, sowie die zweite Schlacht von Bull Run. Einen kleineren Erfolg konnte Hooker bei der Rückeroberung des Malvern Hill von den Konföderierten verbuchen.
Nachdem er das Kommando über ein Korps im Maryland-Feldzug übernommen hatte, kämpfte er bei South Mountain und wurde in den frühen Morgenstunden während der berühmten Schlacht von Antietam (Sharpsburg)am Fuß verletzt. Drei tage später wurde er in den Rang eines Brigadier General der regulären Armee befördert. Zurück im Dienst, kommandierte er kurz das 5. Korps, bevor er nach der Reorganisation durch General Burnside das Kommando über die Hauptmacht der „Grand Division“, einem Zusammenschluss zweier Korps, übernahm.


 

 

Nach der Niederlage bei Fredericksburg und dem fürchterlichen „Mud March“, dem Marsch durch den Schlamm wurde Burnside abgesetzt und Hooker zum neuen Kommandanten der „Army of the Potomac“ berufen. Lincoln selbst lobpreiste Hookers Fähigkeiten in einem Brief, war er Hooker durchaus zugeneigt, dennoch befürchtete er, dass die Antipathie einiger Generale, bedingt durch die unsägliche Gerichtsverhandlung seinerzeit zu größeren Spannungen führen könnte. Hookers loses Mundwerk machte Lincoln zusätzlich sorgen, befürchtete er, dieser würde sich damit um Kopf und Kragen reden.
Entsprechend seines Rufes wurden direkt nach der Übernahme Hookers sein Hauptquartier von vielen als eine Mischung von Kneipe und Bordell bezeichnet. Als Hooker überraschend beschloss zu Beginn des Feldzuges gegen Lee dem Alkohol abzuschwören war zunächst nicht klar, ob dieses nun als gut oder schlecht zu bewerten sei.
Obwohl Hooker anfänglich, durch geschickte Manöver Lees Truppen umgehen konnte, verlor er die Nerven und zog sich in die Wilderness zurück. Dort erwartete er Verstärkungen aus Fredericksburg und war überzeugt, dass Lee auf dem Rückzug wäre. Umso mehr wurde er von Jacksons Truppen bei einem Flankenangriff überrascht. Zu allem Übel wurde Hooker während eines Artillerieangriffes von einem Granatsplitter getroffen und ordnete halb verwirrt, halb verletzt, den Rückzug an. Er hatte die Kontrolle über sein Kommando verloren. Zwar noch im Amt führte er die Truppen nordwärts hin zu den Anfängen der Gettysburg-Kampagne, quittierte aber den Dienst als Kommandeur am 28. Juni 1863. Ihm wurde für seine Bemühungen zu beginn der Kampagne durch den Kongress der Dank ausgedrückt.

In den folgenden Jahren wurde er zeitweilig zu Unterstützungs- Missionen unter Grant herangezogen. Seine, wenn auch durchaus passablen Leistungen, wurden jedoch zunehmend von denen des aufstrebenden Generals Sherman überdeckt. Im darauf folgenden Frühling übernahm Hooker noch einmal das Kommando zweier zusammengelegter Korps, dem „neuen“ 20. Korps und führte dieses im Atlanta Feldzug an. Nachdem jedoch McPherson kurz vor der Stadt getötet wurde und Howard das Kommando über die Army of Tennessee übernahm bat Hooker um eine Versetzung. Er verrichtete den Rest seines Dienstes an ruhigen Bereichen in Michigan, Ohio, Illinois und Indiana. Der Krieg war somit für Hooker im Prinzip zu Ende gegangen. Im Jahr 1866 wurde er ausgemustert und zwei Jahre später als Major General in den Ruhestand geschickt.

 

 



Obwohl Hooker immer sehr beliebt bei seinen Männern war, so mangelte es doch oft an der Unterstützung seiner Untergebenen Offiziere. Die häufigen Streits mit seinen Vorgesetzten erschwerten ihm das Kommando zusätzlich. Seinen Spitznahmen „Fighting Joe“, welchen er übrigens nie schätzte, entsprang einem Zeitungsartikel, in welchem die Ereignisse des Peninsula Feldzuges (Halbinsel-Feldzug) detailliert beschrieben wurden. „Fighting“ wurde fortan seinem Namen hinzugefügt. Eine unbestätigte Legende ist, dass Hooker seinen Spitznamen von Prostituierten eines berüchtigten Stadtviertels in Washington erhielt. Die Tatsache, dass der Begriff „Hooker“ als Synonym für Prostituierte in der englischen Sprache benutzt wird, gibt, zusammen mit dem durchaus bestätigten Lebenswandel, jedoch Anstoß für gewisse Überlegungen und Theorien.

Am 31. Oktober 1879 starb Joseph Hooker in Garden City kurz vor seinem 65. Geburtstag. Er wurde in Cincinnati begraben.


Quellen

Quellen:

 

"Fighting Joe Hooker" - Walter H. Hebert (ISBN-13: 978-0803273238)
http://www.civilwarhome.com/hookbio.htm (Stand 07.02.2010)
http://www.spartacus.schoolnet.co.uk/USACWhooker.htm (Stand 07.02.2010)
http://www.britannica.com/EBchecked/top ... eph-Hooker (Stand 08.02.2010)

http://www.militarymuseum.org/Hooker.html (Stand 08.02.2010)

http://clients.oznet.com/cedarcrest/hooker.html (Stand 08.02.2010)
http://www.biography.com/people/joseph-hooker-9343219 (Stand 08.02.2010)


Autor: Gastronaut