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Portrait

James Earl „Jimmy“ Carter

 

 

James Earl „Jimmy“ Carter, Ehemann, Demokrat und 39. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Beim Fazit zu seinem politischen Leben kann man sagen, am Ende außenpolitisch zu zögerlich, wie auch Innenpolitisch nicht erfolgreich. Gerade im Inneren konnte Carter keine Wende in der drohenden Wirtschafts- und Gesellschaftskrise hervorrufen.

Kindheit und Jugend

 

Carter wurde am 01. Oktober 1924 in Plains im Bundestaat Georgia geboren. Seine Eltern James Earl Carter (1894–1953) und Bessie Lillian Gordy (1898–1983) hatten noch drei weitere Kinder: Gloria Carter Spann (1926–1990), Ruth Carter Stapleton (1929–1983) und William Alton "Billy" Carter (1937–1988). Somit war Carter das älteste von insgesamt 4 Kinder. Carter wuchs in bürgerlichen Verhältnissen auf. Sein Vater war gleichzeitig Farmer und Kaufmann, seine Mutter ausgebildete Krankenschwester. Schon damals interessierte Carter für genau drei Dinge: Basketball, Lesen und dem Dienst für die Kirche. Schon in jungen Jahren „arbeitete“ Carter in der Baptistenkirche und war aktiv beim Arbeiten mit Menschen.
Als er alt genug war ging er auf die Plains High School. Dort entwickelte er sich zu einem der angesehensten Basketballstars der Schule. Nach seinem Abschluss 1941 besuchte er kurzzeitig das Georgia Southwestern College. Im Jahre 1943 jedoch verließ er das College und wechselte zur Naval Academy in Annapolis. Dort studierte er Nuklearphysik. Nach seinem Abschluss dort im Jahre 1946 heiratete er Rosalynn Smith. Diese lernte er 1945 während seines Studiums auf der Naval Academy kennen.
 


Carters Ehefrau, mit welcher er bis heute verheiratet ist und vier Kinder zeugte.

 

Der Navy blieb Carter trotzdem erhalten. Die Navy verließ Carter erst im Jahre 1953, als sein Vater starb. Bis dahin erreichte den Rang eines Lieutenants und diente 1947 auf dem Testschiff USS Mississippi. Danach wurde er zur Atom-U-Boot Flotte versetzt und diente auf den U-Booten USS Barracuda und USS Seawolf. Der Tod seines Vaters zwang ihn schließlich das Familienunternehmen weiterzuführen. Somit wand sich Carter ganz dem Kaufmanns- und Landwirtschaftswesen zu. Die Haupteinnahmen des Unternehmens bestanden hauptsächlich aus dem Verkauf von Baumwolle und Erdnüssen. Unter seiner Führung trug er maßgeblich dazu bei, die Farm zu modernisieren.

 

 

Die ersten politischen Schritte

Schon als Carter noch die Farm seines Vaters führte, engagierte er sich auf politischer Ebene. Erst nur in seiner Heimatstadt Plains und später auch im Bundestaat Georgia. Dabei half ihm sein schon früh geübter Umgang mit Menschen. So war es nur ein kleiner Schritt in die Politik, die ihn 1962 zu den Demokraten brachte. Er sprach sich schon dort für mehr Bürgerrechte und gegen die Ausgrenzung von den Migranten in den Südstaaten aus. Somit kandidierte Carter 1966 für das Amt des Gouverneurs von Georgia. Doch scheiterte Carter bei der Wahl. Im Jahre 1970 kandidierte Carter erneute und offenbarte in seinem Wahlkampf seine liberalen Züge. Er sprach sich klar gegen die Rassentrennung aus, welche für viele Menschen (vor allem in den Südstaaten) in den Köpfen noch immer fest verankert war. Trotz der traditionellen Ausrichtung, schien die Haltung Carters den Bürgern zu gefallen. Somit stellte Carter in den Jahren 1971 bis 1975 den Gouverneur Georgias. Doch nicht nur in den Bundestaaten spielte Carter nun eine Rolle, sondern auch in nationalen Belangen. Die Kandidatur für das Amt als Präsidenten der Vereinigten Staaten kam schon bald danach. Im Jahre 1976 wurde er zum Spitzenkandidaten der Demokraten ernannt. Ein großes Thema in den Medien war immer noch die Watergate Affäre, obwohl Gerald Ford schon seit längerer Zeit den neuen Präsidenten stellte. Trotzdem schädigte die Watergate Affäre auch Fords Position. Dies kam Carter enorm zu Gute. Sein liberales Programm gegen die Rassentrennung und die Reorganisation der Regierung, stieß auch bei den Bürgern der USA auf großen Anklang. Somit gewann Carter 1976 die Wahl zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika.

Die Präsidentschaft

Nach dem Wahlsieg über den damaligen Präsidenten Gerald Ford, stellte Carter nun ab dem 20. Januar 1977 den 39. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika. Sein Vizepräsident war Walter Mondale.

 

 

 


Zu einer von Carters ersten Innenpolitischen Handlungen gehörte beispielsweise die Einführung eines neuen Bildungssystems und eine Reformierung der Öko-Politik. Auch trat er weiterhin gegen die Ausgrenzung von Migranten ein. Doch weitaus wichtiger sind Carters außenpolitische Taten, die in vielen den Eindruck einer schwächelnden Nation erweckten. Dabei wiesen gerade diese am Anfang seiner Präsidentschaft in eine ganz anderen Richtung und machte der Supermacht USA alle Ehre. So nahm Carter zuerst diplomatische Kontakte zu Israel und Ägypten auf. Dies sollte zur Beruhigung des Nahostkonflikts beitragen. Ein Jahr später wurde schließlich das Camp-David-Abkommen (Ein Friedensvertrag zwischen Israel und Ägypten) unterschrieben. Dieser basierte auf der UNO Resolution 242, welche besagt, dass Israel alle ägyptischen Territorien, welche beim Sechstagekrieg von Israel erobert wurden, an Ägypten zurückgegeben werden müssen. Nur so könne der Frieden im Nahen Osten gesichert werden.

 

 

 


Aber auch den Abschluss SALT II Verträge zwischen der Sowjetunion und den USA, zur Begrenzung und Abrüstung von nuklearen Waffen, konnte Carter erfolgreich einleiten. Außerdem wurde unter Carter auch der Panama-Kanal unter die Verwaltung Panamas gestellt. Zudem konnte Carter auch erfolgreich diplomatische Beziehungen zur Volksrepublik China aufnehmen. Im Jahre 1979 begann schließlich die Präsidentschaft von Carter zu bröckeln. Alles was vor dem Jahre 1979 passierte kann man maßgeblich als Erfolg in seiner Präsidentschaft anerkennen, doch das Jahr 1979 ist wohl ausschlaggebend dafür, dass Carter nicht wiedergewählt wurde. Man kritisierte Carter öffentlich dafür, dass er trotz des Massengenozids in Osttimor, ausgelöst durch Indonesien, weiterhin dieses Regime unterstützte. Außerdem warf man ihm eine zu große Rücksichtnahme gegenüber der Atom-Industrie der Vereinigten Staaten vor. Einen großen Höhepunkt im Jahre 1979 bildete die Geiselnahme von Teheran, bei welcher 52 Diplomaten der USA knapp 444 Tage lang (4. November 1979 bis zum 20. Januar 1981) als Geiseln im Iran gehalten wurden. Die Schuldigen dafür waren 400 iranische Studenten, welche die Auslieferung des ehemaligen iranischen Shahs in den Iran forderten. Dieser emigrierte zuvor in die USA, nachdem die Shah Regierung von den Mullahs gestürzt worden war. Die USA versuchten im Jahre 1980 einen militärischen Einsatz (Operation Eagle Claw) im Iran durchzuführen, um die Geiseln zu befreien. Dieser scheiterte jedoch. Erst am 20. Januar 1981 wurden die Geiseln nach Verhandlungen mit dem Iran freigelassen. Das Ansehen von Carter jedoch sank nach dieser „Niederlage“ drastisch. Weiteres erfolgte am 27. Dezember 1979 der Einmarsch der Sowjetunion in Afghanistan. Dem Einmarsch in Afghanistan folgte der Carter-Doktrin, welcher besagt, dass jeder kriegerischer Akt gegen Gebiete im Persischen Golf auch ein kriegerischer Akt gegen die USA sei. („Jeder Versuch einer auswärtigen Macht, die Kontrolle über den Persischen Golf zu erlangen, wird als Angriff auf die vitalen Interessen der USA betrachtet und ... mit allen erforderlichen Mitteln, einschließlich militärischer, zurückgeschlagen werden“) Auch wenn er mit dieser Doktrin versuchte Härte zu zeigen, erfolgte kein militärischer Schlag in Afghanistan. Auch sein damaliger Sicherheitsberater Zbigniew Brzeziński, versuchte diesen harten Kurs einzuschlagen. Beispielsweise riet er Carter dazu die Olympischen Spiele 1980 in Moskau zu boykottierten. Dieser harte Kurs, welcher an sich überhaupt keiner war, traf bei der Bevölkerung erst recht nicht auf Anklang. Man unterstellte Carter sich vom Volk entfremdet zu haben. Nicht nur seine politischen Gegner, sondern auch seine eigenen Landsleute in der Demokratischen Partei, hielten nicht mehr an Carter fest. Somit gewann Ronald Reagan im Präsidentschaftswahlkampf 1980 klar und bekleidete ab dem 20. Januar 1981 das Amt des Präsidenten. Doch eines muss man Carter extrem hoch anrechnen. Er war der erste Präsident der USA, seit dem zweiten Weltkrieg, unter dem die USA in keine offene kriegerische Auseinandersetzung verwickelt war.

 

 

 

Nach der Präsidentschaft

Schon direkt nach seiner Präsidentschaft engagierte Carter sich für viele humanitäre Projekte in der Dritten Welt. Zudem gründete er selber das „Carter Center“ welches sich bis heute für humanitäre Hilfe und Sicherung in der Dritten Welt engagiert. Außerdem arbeitete er als Vermittler und Wahlbeobachter in den lateinamerikanischen Staaten. Im Jahre 1994 engagierte er sich stark für die Länder Haiti und Bosnien Herzegowina, womit er auch großen Anklang in den Medien fand. Im Jahre 1998 benannte man noch zu Lebzeiten ein Atom U-Boot der Seawolf Klasse nach ihm. Die USS Jimmy Carter (SSN-23).

 


(Carter mit einem Modell, des nach ihm benannten U-Bootes)


Im Jahre 2002 besuchte er als erster ehemaliger Präsident der Vereinigten Staaten, seit 1959, den Kubanischen Staat und traf sich mit Fidel Castro. Noch im gleichen Jahr erhielt Carter für seine Bemühungen um die Menschenrechte den Friedensnobelpreis. Wenige Jahre später veröffentlichte Carter schließlich ein Buch mit dem Namen: „Palestine: Peace, Not Apartheid“ (2006). In diesem Buch gibt er Israel die Hauptschuld für den noch immer ungelösten Palästinakonflikt.
Im Jahre 2010 reiste er laut Angaben der US-Regierung privat nach Nordkorea um dort die Freilassung des nach Nordkorea illegal eingereisten Amerikaner Aijalong Mahli Gomes zu erreichen.