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Portrait

  • George Herbert Walker Bush

 


George Herbert Walker Bush. Ölmulti, harter Politiker, ehemaliger Präsident der USA, vierfacher Vater und liebender Ehemann. Doch wer ist dieser Mann? Der Mann, welcher als Präsident der USA den Fall der Berliner Mauer und den Zusammenbruch der Sowjetunion erlebte?

Frühe Jahre

Bush wurde am 12. Juni 1924 in Milton, Massachusetts geboren. Er wurde nach seinem älteren Bruder Prescott Bush Jr. Als zweites von vier Kindern geboren. Seine jüngeren Geschwister heißen Nancy Bush, Jonathan Bush und William H.T. Bush. Seine Eltern heißen namentlich Dorothy Walker Bush und Prescott Sheldon Bush. Seinem Vater wird übrigens bis heute vorgeworfen mit den Nationalsozialisten in Deutschland gemeinsame Sache gemacht zu haben.
Aber zurück zu Herbert! Kurz nach seiner Geburt zog die Familie Bush nach Greenwich, Connecticut. Dort besuchte er dann auch seine erste Schule (Greenwich Country Day School). Im Jahre 1936 besuchte Bush schließlich die Phillips Academy in Andover. Schon dort gab er sein Führungspotential preis. Er hatte zu dieser Zeit einige hohe Positionen in der Schule inne, darunter auch die Position als Kapitän des Baseball Teams.


Der kleine „Walker“ im Jahre 1925

 

Nachdem er seinen Abschluss gemacht hatte, verpflichtete sich Bush Ende 1941 dem Dienst bei der US Navy. Wie es scheint wollte Bush sein Vaterland verteidigen, denn der Angriff auf Pearl Harbor lag nicht mal einen Monat zurück. 1943 wurde Bush auf die USS San Jacinto versetzt. Er flog als Navy Pilot dort einige hervorragende Manöver. Doch flog Bush nicht nur Aufklärungsflüge, er nahm als damals jüngster Pilot der Navy, aber auch an Luftkämpfen gegen die Japaner teil. In solch einem Luftkampf im Jahre 1944 entkam Bush nur knapp dem Tode. Er wurde auf Grund der japanischen Angriffe gezwungen Notzuwassern. Bush wurde jedoch von der USS Clarence K. Bronson geborgen und gerettet. Kurz darauf wurde Bush zum Lieutenant Junior Grade befördert, zudem erhielt Bush das Distinguished Flying Cross. Nach weiteren erfolgreichen Einsätzen erhielt Bush auch die Presidential Unit Citation. 1945 wurde Bush dann schließlich nach Norfolk versetzt. Nach dem Ende des 2. Weltkriegs wurde er ehrenhaft aus der Navy entlassen.

 

Bush als Pilot einer Grumman TBF Avenger

 

Wieder zurück in der Heimat heiratete er am 6. Januar 1945 seine langjährige Freundin Barbara Pierce. Diese lernte er damals während eines Weihnachtsballs auf der Phillips Academy kennen. Mit Barbara ließ er sich dann in einem Ort namens Trenton im Bundesstaat Michigan nieder. Mit Barbara zeugte er insgesamt sechs Kinder. George Walker Bush (1946; 43. Präsident der USA), Pauline Robinson Bush (1949; 1953 an Leukämie gestorben), "Jeb" Bush (1953; War von 1998 bis 2007 Gouverneur von Florida), Neil Mallon Bush (1955), Marvin Pierce Bush (1956) und Dorothy Bush (1959).
Doch nicht nur das. Kurz nach seiner Rückkehr in die USA begann er auch mit seinem Studium in Yale. Dort trat er der bis heute zwielichtigen Verbindung Skull and Bones bei. Bis heute halten sich unendlich viele Gerüchte zu dieser Studentenverbindung. Dennoch brachte diese Verbindung viele der „Größen“ in den USA hervor.

 

(Tauschkarte welche von Yales Baseballteam angefertigt wurden)


In Yale wurde Bush außerdem in ein spezielles Programm eingegliedert, welches ihm erlaubte sein Studium auf zweieinhalb Jahre zu verkürzen. Zudem lebte Bush auch seine sportlichen Interessen dort aus. Er war nämlich Kapitän von Yales Baseballteam. Im Jahre 1948 schloss er schließlich sein Studium mit einem Bachelor of Arts in Wirtschaftswissenschaft ab.

Öl und Wahlen

Nachdem Bush sein Studium in Yale abgeschlossen hatte, zog er nach West Texas. Dort stieg er in das Ölgeschäft ein. Er wurde Mitbegründer der Zapata Petroleum Corp. und der Zapata Off Shore Corp. Später wurde er Präsident der Firmen, und verdiente Millionen im Ölgeschäft. Der Unternehmergeist in der Familie Bush scheint aber nicht von ungefähr zu kommen. Beispielsweise war sein Vater Prescott selbst Unternehmer, später auch Senator. Ab 1964 agierte Bush nur noch als Chairman der Firmen, da er sich immer weiter der Politik zuwandte. Denn schon im Jahre 1962 startete er seine politische Karriere in der republikanischen Partei. Denn zu diesem Zeitpunkt war Bush schon Vorsitzender der republikanischen Partei in Harris County. Anschließend wollte Bush sich zum Senator wählen lassen, verlor die aber gegen seinen demokratischen Konkurrenten Ralph Yarborough. Danach folgte die erste erfolgreiche Wahl. Nämlich im Jahre 1966. In diesem Jahr wurde Bush zum Abgeordneten des 7. Texanischen Distrikts und somit ins Repräsentantenhaus gewählt. Schließlich wurde er 1986 wiedergewählt. 1970 unternahm Bush wieder den Versuch Senator zu werden, dieses Mal mit der Unterstützung Nixons. Jedoch scheiterte Bush wieder.

 

 


Dennoch begann nach dieser Niederlage Bushs „goldene“ Zeit, bevor er zum Präsident wurde. In den Jahren 1971-1973 war Bush nämlich US-Botschafter in der UNO, zwischen den Jahren während Nixons Präsidentschaft wurde Bush zum Vorsitzenden des Republican National Committees gewählt. Nachdem Nixon auf Grund des Watergate Skandals zurücktrat und sein Vize, Gerald Ford das Amt des US-Präsidenten übernahm, wurde Bush zum Diplomaten. Denn in den Jahren 1974/1975 war Bush der Leiter des amerikanischen Verbindungsbüros in Peking. Danach übernahm Bush wohl das zwielichtigste Amt, nämlich das Amt des CIA Direktors (1976/1977). Im selben Jahr noch bekleidete Bush schließlich das Amt als Direktors des Council on Foreign Relations (Rat für auswärtige Beziehungen).Dann war es soweit, im Jahre 1980 versuchte es Bush das erste Mal, Präsident der Vereinigten Staaten für die Republikaner zu werden. Doch schied Bush in den Vorwahlen gegen seinen republikanischen Kollegen Ronald Reagan aus. Dieser jedoch gewann die Wahl und wurde am 20. Januar 1981 vereidigt. Reagan bot Bush jedoch die Vizepräsidentschaft an, welche er auch annahm. Auch die zweite Amtszeit Reagens verbrachte Bush im Amt des Vizepräsidenten.

 

 

 

Präsidentschaft

 

Im Jahre 1988, als Reagens Zeit als Präsident sich zum Ende neigte, „bewarb“ sich Bush als Nachfolger. Sein schlagkräftigstes Versprechen, welches sich auch bis ans Ende seiner Präsidentschaft gehalten hatte, war das folgende: „Read my lips: no new taxes“ (Lest es von meinen Lippen: Keine neuen Steuern). Dieses konnte er niemals einhalten. Doch das Versprechen an sich gefiel den Bürgern der USA. So trat Bush in den Vorwahlen gegen seinen Republikanischen Kollegen Dan Quayle an, welcher später, nach gewonnener Wahl Bushs auch sein Vize wurde. Im gleichen Jahr trat Bush dann bei den Präsidentschaftswahlen an, gegen den Demokraten Michael Dukakis. Bush gewann glasklar mit 426 Stimmen gegen 111 Wahlmännerstimmen. Dennoch behielten die Demokraten im Kongress die Mehrheit. Am 20. Januar 1989 wurde Bush schließlich zum 41. Präsidenten der USA vereidigt. Innenpolitisch steuerte Bush in eine etwas stürmische Zeit hinein. Zwar war er als Republikaner Präsident der Vereinigten Staaten, doch hatten die Demokraten im Kongress die Mehrheit. Bushs Ziel war es das Haushaltsdefizit zu reduzieren und Kürzungen bei den Steuern zu erreichen. Die Demokraten dagegen strebten jedoch Steuererhöhungen an um die Schulden der USA zu minimieren. Im Oktober 1990 musste er sich jedoch dem Willen der Demokraten beugen. Er stimmte den Wünschen der Steuererhöhungen zu um eine nahende Zahlungsunfähigkeit der USA zu verhindern. Damit jedoch brach er sein Wahlversprechen. Anstatt weniger Steuern gab es nun noch mehr. Somit viel er auch bei den Bürgern der USA in Missgunst. Im gleichen Jahr noch unterzeichnete den Bush den so genannten „Cleen Air Act“ um den Ausstoß von schädlichen Abgasen in den USA zu regulieren.
Genau wie es Innenpolitisch eine stürmische Zeit war, zog sich dieser „rote Faden“ auch durch die Außenpolitik Bushs. Dennoch war Bush einer der wenigen Präsidenten mit außenpolitscher Erfahrung. Schließlich war er zuvor Diplomat in China. Zum Beginn seiner Präsidentschaft ging man davon aus, dass die Sowjetunion eigentlich keine große Gefahr mehr darstelle und der Kalte Krieg so gut wie beendet sei. Grund dafür war Gorbatschows Reformpolitik. Um jedoch die immer besser werdende Zusammenarbeit zwischen der Sowjetunion und den USA zu bewahren, reagierte Bush beim Fall der Berliner Mauer 1989 recht verhalten. Er versuchte nicht provokativ gegenüber der Sowjetunion zu Wirken. Als eine Journalistin fragte ob er denn nicht nach Berlin reisen und auf der Mauer tanzen wolle antworte er nur, dass er kein emotionaler Mensch sei. Dennoch unterstützte der die Wiedervereinigung Deutschlands bei dem Gipfelgespräch auf Malta, mit Gorbatschow. Dieses fand zwischen dem 2. und 3. Dezember 1989 statt. Noch im gleichen Jahr rief Bush die Operation „Just Cause“ aus. Amerikanische Streitkräfte marschierten in Panama ein, um den damaligen de facto Machthaber Manuel Noriega zu fassen. Die US-Streitkräfte schafften es innerhalb von 4 Tagen Noriega zu fassen (20. Dezember 1989 bis zum 24. Dezember 1989). 1992 wurde Noriega unter anderem wegen Drogenhandels, Schutzgelderpressung und Verschwörung verurteilt.

 

 

 


Im August des nächsten Jahres marschierte der damalige Diktator des Iraks, Saddam Hussein in Kuwait ein. Man versuchte den Konflikt erst diplomatisch zu lösen, indem man dem Irak ein Ultimatum setzte. Dieses scheiterte jedoch, sodass Bush mit Saudi Arabischer Hilfe Amerikanische Streitkräfte auf die Halbinsel versetzte. Da der Irak auch auf weitere diplomatische Verhandlungen nicht reagierte, veranlasste Bush mit Hilfe von 28 weiteren Staaten Luftschläge gegen den Irak. Dieser Schritt ist bekannt unter dem Namen Operation Desert Shield. Am 28. Februar 1991 stimmte der Irak den Verhandlungen der UNO um einen Frieden zu. Der Irak zog alle Truppen aus Kuwait ab. Hussein blieb jedoch an der Spitze des Iraks. Obwohl die Möglichkeit bestanden hätte den Krieg aus Seiten der USA weiter zu führen, zogen sich auch die USA zurück. Man hoffte mehr, dass Hussein in der Nachkriegszeit gestürzt werden würde. Somit lieferte Bush Senior mit dem Verbleib Husseins an der Spitze die Vorlage für den Irak-Krieg bei dem sein Sohn George Walker Bush als Präsident in den Irak einmarschierte und Hussein „absetzte“.


Der "Zweite Golfkrieg" in Bildern

 

Im gleichen Jahr unterzeichnete Bush außerdem die START-I mit Gorbatschow. Diese Verträge regulierten die geplante Abrüstung beider Staaten. Im Jahr 1993, nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion, unterschrieb er schließlich gemeinsam mit dem neuen russischen Präsidenten Boris Jelzin die START II Verträge.
Nach den Kriegen gegen Panama und Irak stieg Bushs Popularität zwar rasant wieder an. Doch hatten einige den Eindruck, dass Bush sich nicht mehr mit den Problemen des Volkes abgeben wollte. Außerdem hing den Bürgern der USA immer noch der Bruch seines Wahlversprechens in den Kopf. Dies ist wohl der Hauptgrund, weshalb Bush nicht wiedergewählt wurde und gegen den Demokraten Bill Clinton verlor. Somit endete Bushs Präsidentschaft am 20. Januar 1993, mit der Vereidigung Clintons.

Die Zeit danach

Nach seiner Präsidentschaft zog Bush mit seiner Familie mit seiner Familie nach Houston, Texas. Dort lebt er heute noch. Zudem verbringt er seine Sommer meist in seinem Sommersitz nahe Walker’s Point. Bis heute tritt Bush auch wie viele andere ehemalige Präsidenten als Redner auf. Beispielsweise hielt er am 9. November 1999, gemeinsam mit Kohl und Gorbatschow eine Rede im deutschen Bundestag. Genau wie zum zwanzigsten Jahrestag im Jahre 2009. Im Jahre 1999 wurde Bush außerdem zum Ehrenbürger der Stadt Berlin ernannt. Im Jahre 2006 wurde derweil auch der zehnte Flugzeugträger der Nimitz Klasse nach ihm benannt. Die USS George H.W. Bush. Zudem wurde ihm am 15. Februar 2011 die Presidential Medal of Freedom, welche die höchste zivile Auszeichnung der USA ist, persönlich vom Präsidenten Barack Obama verliehen.