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Portrait

Canonchet

Nanuntenoo, Quanachit

Narraganset

 

Geboren *um 1630 nahe New Haven Connectticut / † Gestorben 10. April 1676 bei Bridgeport, Connectticut

"Ich werde sterben, ehe mein Herz weich geworden ist oder ehe ich etwas gesagt habe, was meiner unwürdig wäre"

Die Narranganset

 

Der Stamm der Narranganset gehörte der großen Algonkin-Sprachfamilie an und lebte zu Beginn der Kolonisation an der Atlantikküste von Neu-England. Rund 30 Dörfer gehörten dem Stamm an, die auf das Gebiet der heutigen US-Bundesstaaten Connecticut und Rhode Island verteilt waren. Die Narranganset waren ein so mächtiger Stammesbund, dass andere benachbarte Stämme ihnen Tribut zahlen mussten. Jedes Dorf der Narranganset war eine politische Einheit, die ein Häuptling anführte. Zu dem Zeitpunkt, an dem die Engländer die Siedlung Plymouth gründeten, führte der Häuptling Canonicus und seine Neffen den großen Stamm der Narranganset. Der Stamm musste 1633 während ihrer Regierungszeit einen schweren Schicksalsschlag hinnehmen, denn die weißen Siedler brachten bei ihrer Ankunft die schwarzen Blattern mit und diese Krankheit tötete rund 700 Narranganset. Im Jahre 1636 begann der Stamm der Pequot mit seinem Häuptling Sassacus einen Krieg gegen die Engländer, weil diese immer weiter in ihr Stammesgebiet eindrangen. Die Engländer verbündeten sich mit Häuptling Canonicus, dieser sendete rund 1.000 Krieger um die Engländer zu unterstützen.
Im Juni 1637 war der Krieg gegen die Pequot endgültig gewonnen und nun gingen die Engländer gegen ihre ehemaligen Verbündeten vor. Im Jahre 1647 verstarb Canonicus und sein ältester Sohn Mriksah wurde Häuptling. Als auch dieser verstarb (wann ist leider unbekannt), wurde Canonchet, der Sohn vom Miantonomos, Oberhäuptling der Narranganset.

Häuptling

Canonchet war ebenso wie sein Vater ein Freund von Roger Williams, dieser wurde wegen seiner Toleranz und seines Freiheitssinn von den Puritanern in die Wildnis verstoßen. Als Canonchet von Metacoms Kriegsplänen erfuhr, die weißen Siedler von dem Siedlungsgebiet der Indianer zu verjagen, trat Canonchet diesem Bündnis bei obwohl Roger Williams versuchte ihn davon abzubringen. Als Metacom den sogenannten "King Philips Krieg" mit dem Angriff auf die Ortschaft Swansea am 20 Juni 1675 begann, befanden sich die Narranganset noch mitten in ihren Kriegsvorbereitungen. Die Engländer nutzten diese Schwäche aus und fielen in das Stammesgebiet der Narranganset ein. Canonchet wurde nach einer Niederlage von den Weißen zu einem Vertrag gezwungen, den er unterschrieb um die Weißen zu täuschen. Canonchet blieb aber weiterhin ein treuer Verbündeter der Wampanog. Auch ein auf Metacom ausgesetztes Kopfgeld konnte Canonchets Bündnisstreue nicht erschüttern.

Die Sumpf Schlacht

Nach einem gnadenlosen Vernichtungskrieg bei dem viele Orte und Farmen vernichtet wurden, gelang es den Siedlern Metacoms zum Rückzug zu zwingen. Canonchet nahm ihn und seine Krieger bei sich auf. Zusammen errichteten beide eine starke Festung mitten in einem Sumpfgebiet, nahe der heutigen Städte Kingstown in Rhode Island. In dieser Festung befanden sich ca. 500 Hütten, die kugelsicher gebaut wurden. Es gab nur einen einzigen Zugang zu dieser Festung, einen Baumstamm der über einen Wassergraben führte. 3000 Krieger hatten Metacom und Canonchet unter ihren Kommando. Am 19. Dezember 1675 starteten die Engländer einen Überraschungsangriff auf diese Sumpffestung , ein Verräter unter den Narraganset hatte ihnen die genaue Lage beschrieben. Drei Stunden dauerte die Schlacht, die bei bitterer Kälte und einem Schneesturm ausgefochten wurde. Captain Church gelang an einer rückseitigen Stelle der Festung der Durchbruch und sofort befahl er die Wigwams anzuzünden. Die Indianer waren jetzt gezwungen gewesen sich in die Sümpfe zurückzuziehen und mussten mit ansehen wie Frauen , Kinder und Greise bei lebendigen Leib verbrannten oder niedergemacht wurden. Metacom verlor bei diesem Gemetzel fast eintausend Leute und suchte Zuflucht bei den Nipmuc im Inneren von Massachusetts, wo er den Winter verbrachte. Im Frühjahr 1676 begann der Krieg erneut. Eine Indianeroffensive raste über die Kolonien. Die Städte Lancaster, Medfield, Weymouth, Groton und Marlboro sanken in Schutt und Asche. Am Ende konnten die Engländer dank ihrer besseren Ausrüstung die Initiative zurück erlangen und die Indianer zurückschlagen. Im April 1676 wurde Canonchet von den Engländern gefangen genommen. Man bot ihm an sein Leben zu verschonen, wenn er Metacom verrät ,doch Canonchet antwortete nur :

 

 

"Nicht ein einziger Wampanoag noch der Span des Nagels eines Wampanoag wird ausgeliefert."

Mit Stolz erhobenen Haupt wurde er erschossen.

 

 

Das letzte Kapitel

 

 

 

Es ist nur zu verständlich ,dass Metacoms den Tod seines Freundes und Kampfgefährten sehr nahe ging. Alles schien sich gegen ihn zu wenden. Nahrungsmittel und Munition gingen langsam zu Ende. Die sich Christen nennenden Weißen hatten die Ernten der Indianer vernichtet. Es bestand keine Möglichkeit, neuen Mais zu sähen. Entmutigt durch diese Schwierigkeiten, legten einige Stämme die Waffen nieder oder traten auf die Seite der Kolonisten, zu dessen Oberkommandierenden Captain Church ernannt wurde. Wie ein Bluthund heftete sich Church auf Metacoms Fährte. Am 1. August 1676 griff er Metacoms an, tötete 130 seiner Leute und nahm Frau und Sohn des Häuptlings gefangen. Church verkaufte beide als Sklaven nach Westindien. Nach der Vernichtung der Narranganset und nach dem Abfall vieler Verbündeter, waren die Wampoanog weitgehend auf sich selbst angewiesen. Inmitten eines fast unzugänglichen Sumpfes, errichtete Metacom sein letztes Hauptquartier. Wieder war es Verrat, der Church den richtigen Weg wies :

Ein Krieger hatte Metacom geraten sich zu ergeben. Er überlegt sich dieses Ansinnen und Ende ließ der Häuptling den Krieger töten. Der Bruder des Getöteten lief daraufhin zu den Engländern über und verriet die Lage des Verstecks. Church lies es umzingeln, zwei Schüsse fielen und Canonchets Freund Metacom war tödlich getroffen. Metacoms Kopf wurde in Plymouth 20 Jahre lang öffentlich zur Schau gestellt.

Zum Schluss

Am Ende waren 13 Städte und 600 Häuser der Weißen vernichtet, die sich die Verluste allerdings selber zuzuschreiben hatten. Ihrer Habgier und ihrem puritanischen Hochmut, der in den Indianern nicht den Nächsten ,sondern heidnisches Ungeziefer sah, das auszurotten nur ein Verdienst sei. Es ist nur verständlich, dass auf beiden Seiten mit äußerster Erbitterung gekämpft wurde. Zur Ehre Metacoms sei aber gesagt, dass seine Hauptcharakterzüge, Edelmut und Dankbarkeit, auch in der schrecklichen Zeit des Krieges zum Ausdruck kamen und auf seinen Befehl niemals Grausamkeiten an Gefangenen verübt wurden. Mit seinen und Canonchets Tod war der Widerstandswille der Algonkinstämme Neu-Englands gebrochen. Geblieben ist nur die Erinnerung an die größten indianischen Führer, denen später selbst weiße Geschichtsschreiber Respekt und Anerkennung nicht versagen konnten.

Quellen

Buch

Siegfried Augustin, Die Geschichte der Indianer. Von Pocahontas bis Geronimo 1600-1900, Nymphenburger in der F.A.Herbig Verlagsbuchhandlung GmbH München
ISBN 3-485-00736-6

I-Net

( Zugriff 25.06.2011)

http://www.indianerwww.de/indian/haeupt ... ansett.htm
http://www.page3lakota4.de.tl/CANONCHET ... NSSETT.htm ( Der selbe Textihalt wie beim Buch )

( Zugriff 30.06.2011)

http://www.mondoraro.org/?p=1557
http://theoccasionalceo.blogspot.com/20 ... mbers.html
http://www.kaiserinwetter.de/html/historisches.html



Autor : Hasso von Manteuffel