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Portrait

Black Beaver

Suck-tum-mah-kway

 

Delaware

 

 

Geboren * 1806 im heutigen Belleville, Illinois/ † Gestorben am 8. Mai 1880 in Andarko, Oklahoma

"Die Bisonherden werden immer seltener.
Wenn sie einmal ganz verschwunden sind, dann wird auch der Indianer verloren sein, wenn er nicht die Straße des weißen Mannes nimmt. "

Jugendjahre


 

Viel ist nicht aus der Jugendzeit von Black Beaver bekannt, aber gesichert ist er wurde in Belleville im heutigen Illinois geboren. Einige Jahre verbrachte er in den Rocky Mountains wo er einen sehr guten Ruf als Jäger und Trapper erhielt und er wurde damals einer der ersten sogenannten " Mountain Man". Später sollte seine gewonnene Ortskenntnis dazu führen, dass er an fast allen Expeditionen als Scout und Dolmetscher teilnahm. Als Mitunterzeichner eines an General Clark gerichteten Briefe, im Februar 1824, stand auch neben Chief Anderson und Natcoming die Unterschrift von Black Beaver. In diesem Brief wurde die Situation geschildert unter welchen Umständen die Delawaren leben mussten. Dieser Brief dürfte noch am besten die Jugendjahre von Black Beaver beschreiben.

Vorigen Sommer starben viele unserer Leute, weil sie nichts zu essen hatten ... Wir kamen in ein Land, wo wir das nicht vorfinden ,was man uns versprach ..., und wir bekommen auch nicht das zugestanden, was man uns im Vertrag von St. Marys versprochen hatte. Vater! Wir haben nicht geglaubt, dass diese großen Männer uns Dinge sagen würden, die nicht wahr sind. Wir haben ein ödes, hügeliges, und steiniges Land vorgefunden, und was das schlimmste ist, es gibt hier kein Wild, das wir erlegen könnten.
Vorigen Sommer stand es um das Getreide sehr gut, bis ein heftiger Regen über drei oder vier Tage das Wasser so hoch stehen ließ, dass wir gerade noch die Spitzen der Ähren in einigen Feldern sehen konnten; er zerstörte den größten Teil unserer Getreide-, Kürbis- und Bohnenernte.
Viele Angehörige meines Stammes kamen noch nach, und wir mussten unseren kleinen Vorrat mit ihnen teilen.
Letzten Sommer gab es hier einige Rehe und auch einige Wildschweine, doch wir wurden gezwungen, alle zu töten - auch einiges Wild was uns nicht gehörte-, doch in diesen Sommer gibt es überhaupt kein Wild ... und meine Leute und Kinder müssen leiden. Vater! Du weißt, es ist hart wenn man Hunger leiden muss, und sollst du es nicht wissen, wir armen Indianer wissen es.

Der weitere Lebensweg

 

 

( Black Beaver als Army- Scout ,dargestellt im Jahre 1850 )

 

Im Jahre 1834 begleitete Black Beaver mit Jesse Chisholm eine Expedition zu den Comanchen, Kiowa und Wichita im oberen Red-River-Gebiet. Berühmt wurde er dadurch, dass es ihm gelang ein Treffen mit diesen Stämmen zu erreichen. Diese Zusammenkunft fand am Red River statt und der Vertreter der Amerikaner war der Expeditionsleiter Colonel Richard Dodge, Black Beaver war der Dolmetscher für den Colonel gewesen. Dabei erwarb er sich so große Verdienste, dass er von diesem Zeitpunkt an in den Diensten der amerikanischen Regierung stand. Black Beaver wurde dann vor allem in der südlichen Prärie als Dolmetscher und Scout eingesetzt.
Im Jahre 1846 begann der Mexikanisch-Amerikanische Krieg und der inzwischen für sein Wissen über den fernen Westen und die Indianersprachen berühmt gewordene Black Beaver, stellte für den US General William S. Harney eine Kompanie aus Weißen und indianischen Scouts auf. 1848 war dieser Krieg beendet und leider ist über die Einsätze von Black Beaver und seiner Kompanie nichts bekannt. Im Jahre 1849 brach in den USA der kalifornische Goldrausch aus und Black Beaver, der inzwischen den Rang eines Captains der US Armee inne hatte, führte gemeinsam mit Captain Marcy einen großen Wagentreck mit Siedlern und Goldsuchern von Fort Smith in Arkansas aus über die "Rocky's" nach Kalifornien. Bei diesem Treck erreichten alle unbeschadet ihr Ziel. Dies war auch der Verdienst von Black Beaver und in der Folge wurde er häufig in offiziellen Meldungen und Expeditionsberichten lobend erwähnt. Er begleitete oft und meistens davon führte er auch amtliche Vermessungstrupps, wissenschaftliche und militärische Expeditionen und er beriet die Indianeragenten bei ihren Verhandlungen. Im Jahre 1851 half er Captain Stevenson bei der Errichtung von Fort Belknap in Texas und beteiligte sich mehreren Aktionen gegen umherziehende Indianer, darunter eine Aktion gegen die Comanchen ( 1854 ). Ein Jahr zuvor brach Leutnant Whipple von Fort Smith aus, um eine günstige Stelle für die transkontinentale Eisenbahn zu finden. Whipple wollte Black Beaver als Scout für seine Expedition gewinnen. Über das Zusammentreffen und die Verhandlungen berichtete der Begleiter der Expedition Heinrich Balduin Möllhausen, der später berühmt gewordene Abenteuerschriftsteller , in seinem Buch "Wanderungen durch die Prärien und Wüsten des Westlichen Nordamerika" :

 

 

( Heinrich Balduin Möllhausen )

Si-ki-to-ma-ker, der Schwarze Biber, und John Bushman, sein Nachbar, haben sich als Führer weit und breit Ruf erworben, und es hatte sich daher unsere in Fort Arbuckle einkehrende Expedition vorgenommen, alles Mögliche aufzubieten, um wenigstens einen derselben zur Mitreise zu bewegen.
Als die unserem Zuge Vorausgeeilten über den geräumigen Hof schritten und bei den in der Sonne lagernden Weibern und Kindern nach dem Biber fragten, wurden sie nach dem kleinsten Blockhause gewiesen, wo unter einem einfachen Korridor ein Indianer mit untergeschlagenen Beinen auf rohgezimmerten Ruhebette saß und, ruhig seine Pfeife rauchend, den Besuch erwartete.
Er war ein hagerer Mann von mittlerer Größe, seine langen schwarzen Haare fassten ein kluges Gesicht ein, welches einen trüben Ausdruck von Krankheit und leiden trug, obgleich noch nicht mehr als vierzig Winter darüber hingezogen waren. Die Ankunft von Fremden unterbrach seine äußere Ruhe nicht im mindesten: doch die Leichtigkeit und Unbefangenheit, mit der er sich benahm, bewiesen genugsam, dass er vielfach im Verkehr mit den Weißen gewesen sein musste. Er sprach geläufig englisch, spanisch, französisch und vielleicht noch acht verschiedene indianische Sprachen.
Nach den ersten Bewillkommnenden und Begrüßungen wurde also dem Biber der verlockende Vorschlag gemacht, mit an den stillen Ozean zu reisen.

Die Augen des Indianers leuchteten einen Augenblick in ihren gewohnten Feuer, nahmen aber gleich wieder den trüben Ausdruck an, als er antwortete:

Siebenmal bin ich an sieben verschiedenen Stellen am stillen Meer gewesen; ich habe die Amerikaner in drei Kriegen begleitet und habe von meinen Jagdzügen mehr Skalpe mit heimgebracht, als einer von Euch mit einem Male zu heben vermag; ich möchte das große Salzwasser zum achten Male wiedersehen, aber ich bin krank.
Ihr bietet mir mehr Geld, als man mir jemals angeboten, doch kann ich nicht fort, ich bin krank; ich leide keine Not, denn mein Neger muss die Tauschgeschäfte besorgen, und meine Verwandten helfen ihm; ziehe ich mit Euch, so sterbe ich, und wenn ich sterben soll, will ich von den Meinigen bestattet werden.

Da half kein Zureden, es halfen keine Anerbietungen; der Indianer blieb bei seinem Vorsatz, der aus der Idee entsprang, dass diese Reise die Ursache zu seinem Tode sein würde.
Dieser Gedanke schien von seiner Frau herzurühren, die abwechselnd mit ihrem einzigen Sohne und einem jungen schwarzen Bären spielte, nebenbei auch ihre für uns unverständlichen Worte an den kranken Gatten richtete.
Es lag am Tage, dass sie ihn nicht wollte ziehen lassen, wohl voraussehend, dass, wenn derselbe erst unterwegs, er auch in langer Zeit nicht zurückkehren würde.
Seine Kränklichkeit schlau benutzend, hatte sie ihm so viel von bösen Ahnungen und Träumen erzählt, dass zuletzt aller Frohsinn und Lebensmut den erprobten Krieger verlassen hatte, der jetzt seine Waffen nur noch gebrauchte, um seinen Bedarf an Haustieren damit zu schlachten.
Drei Tage gingen vergebens mit den Bemühungen hin, den Schwarzen Biber dem Einfluss der Seinigen zu entziehen.
War er am Abend überzeugt, dass, einmal zurückgekehrt in sein Element, er wieder genesen und in den vollen Besitz seiner Kräfte gelangen würde, und war er dann halb entschlossen, uns durch die Steppen zu begleiten, so fand man ihn am nächsten Morgen wieder in seinen Starrsinn zurückgesunken, und es blieb zuletzt nicht weiter übrig, als die wenige Zeit zu benutzen, den Ratschlägen des klugen Indianers zu lauschen, um dieselben späterhin in Anwendung bringen zu können.

 

Black Beaver gab während dieser Verhandlungen nicht nur Ratschläge welcher Weg der günstigste ist, sondern er schilderte auch die Gefahren der Wildnis wie feindliche Indianer oder wilder Tiere:

Die Goldmountains in Neu-Mexico, an denen Eure Straße vorbeiführt, sind noch voller grauer Bären ( Ursus ferox Lewis-Clark ); vermeidet aber denselben anzugreifen, wenn Ihr nicht zu Zweien oder Mehreren seid. Wem der Anblick eines solchen riesenhaften Burschen neu ist, der kann leicht etwas von der nötigen Ruhe verlieren: er wird sein Ziel verfehlen und eine leichte Berührung von den Krallen seines wütenden Feindes reicht hin, um ihm jede Jagdlust auf ewig zu vertreiben. Der Bär, wenn er wütend, verliert ganz und gar sein ehrliches Äußeres, die Ohren verschwinden, die kleinen Augen sprühen Feuer, und man glaubt nichts zu sehen als lauter Blitze und Zähne, und seine Geschwindigkeit übertrifft die eines Pferdes.
Als ich vor einigen Jahren mit mehreren Weißen durch die Felsengebirge zog, hatte ich einen solchen unerfahrenen Jäger bei mir, der sich hoch und teuer verschwor, den ersten grauen Bären, den er sehen würde, anzugreifen.
Er hat Wort gehalten, aber kann nicht genug von Glück sagen, dass er mit dem Leben davon gekommen ist, und ich bin überzeugt, dass er bei der nächsten Gelegenheit bedenken tragen wird, so rasch und unbesonnen einer solchen Bestie entgegenzutreten. Wir hatten nämlich unserer Pferde wegen unser Nachtquartier auf einer grünen Wiese nahe dem Fuße eines Berges aufgeschlagen, so dass wir wohl tausend Schritte gehen mussten, um an eine Quelle zu gelangen, von welcher wir in Schläuchen den Bedarf an Wasser zu unserer einfachen Küche heranholen mussten.
Zu diesem Zwecke nun war ich mit dem jungen oder vielmehr grünen Jäger an den Bach gewandert.
Im Begriff, von dem klar rieselnden Bache zu schöpfen, bemerkten wir plötzlich einen dieser silbergrauen Bären, der, wahrscheinlich durch unsere Pferde angelockt, dem Lager zutrabte.
Ich trug nur eine lange Dragoner-Pistole im Gürtel, während mein junger Kamerad seine Büchse mitgenommen hatte.
Trotz meiner Gegenrede stellte er sich so hin, dass der riesige Geselle, der sich mit dem Winde näherte, auf sichere Schussweite an ihm vorüber musste.
Ich beobachtete beide aus nächster Nähe. Der Schuss fiel, der Bär krümmte sich zusammen, stürzte aber augenblicklich dem unglücklichen, fliehenden Schützen nach; wenige Schritte von mir erreichte er sein Opfer, warf es zu Boden und riss ihm mit den Zähnen die halbe Schulter fort.
Als er zum zweiten Male zufassen wollte, sprang ich hinter ihn, setzte ihm die Mündung der Pistole auf das Genick, und auf die Gefahr hin, den am Boden Liegenden mit zu verwunden, gab ich Feuer; der Bär stürzte tot zusammen, mein Kamerad war gerettet, befand sich aber in einem so elenden Zustande, dass wir mehrere Wochen warten mussten, ehe er wieder sein Pferd besteigen konnte.

Bürgerkrieg und die Zeit danach

 

 

 

Als im Jahre 1861 der Bürgerkrieg ausbrach wurde Black Beaver wieder zum Army Scout und er bewährte sich wieder einmal aufs Neue, im selben Jahr gelang es ihm die Besatzungen der Unionsforts: Fort Smith,Washita, Arbuckle und Cobb sicher durch unionsfeindliches Gebiet nach Fort Fort Leavenworth in Sicherheit zu bringen. Von ihm persönlich sollte der Krieg ebenfalls sein Opfer fordern , die Konförderierten zerstörten sein Haus am Washita River ,bei dem Brand wurde eine Kopie des berühmten Vertrages von Shakamaxon, der 1682 zwischen seinem Stamm und William Penn geschlossen wurde, ein Raub der Flammen. Kurz nach dem Ende des Bürgerkrieges war Black Beaver
wieder als Dolmetscher bei den Verhandlungen mit den Plainsstämmen beteiligt. 1867 fand in der Medicine Lodge, Kansas ein große Versammlung statt; auf der einen Seite die Regierungskommissare und auf der indianischen Seite waren die Häuptlinge der Arapaho, Cheyenne, Comanchen, Kiowa und den Prärie-Apachen anwesend. Diese Konferenz hatte das Ziel einen dauerhaften Frieden in den Plains und Prärien zu schaffen und zu erhalten. Bei diesem Gipfeltreffen in der die Stämme noch einmal mit all ihrem Stolz und ihrer Farbenpracht auftraten waren auch einige der berühmtesten Scouts anwesend darunter auch der " große alte Mann" Black Beaver. Die Verhandlungen wurden komplizierter als es sich die beteiligten erhofft hatten ,besonders Black Beaver verfolgte die Verhandlungen mit einem düsteren Blick und unbewegten Gesicht. Die Regierungsvertreter und Unterhändler machten wie so oft schon bei früheren Verhandlungen ,die gleichen Versprechungen und redeten dieselben Phrasen, wie sie die Delawaren im Verlauf von über achtzig Jahren sich anhören mussten. Trotz aller Versprechungen und Verträgen hatte man die Delawaren gejagt und gehetzt , wieso sollte es jetzt den Plainsindianern anders ergehen ?
Nachdem die Indianer am 25. Juni 1872 eine Beratung veranstaltet und besucht hatten fand ein erneutes Treffen mit den Vertretern der amerikanischen Regierung am Leepers Creek in der Nähe der Washita Agentur statt. Black Beaver war wieder als Vermittler hinzugezogen worden. Ein Reporter des " New York Herald " berichtete, dass der Sccout "ein alter,weißhaariger Mann" am äußersten Rand des Kreises der Häuptlinge gesessen sei. Die Comanchen und die Kiowa weigerten sich, in Reservationen zu leben, und so endete die Beratung ohne greifbare Ergebnisse. Black Beaver wusste nur zu genau schon aus der traurigen Erfahrung seines Volkes, dass dies nur eine zeitliche Verschiebung um einige Jahre bedeutete. Seine letzten Lebensjahre verbrachte der alt gewordene Black Beaver unter den Lenni Lenape bei Andarko. Er wurde was die politischen Angelegenheiten betraf deren Führer und Sprecher. Er starb am 8. Mai 1880 nahe dem heutigen Anadarko (Oklahoma).
Das Ansehen Black Beavers bei den Indianern war damals sehr unterschiedlich; teils wurde er als Weiser, teils als Verräter betrachtet. Die Wertschätzung, die die Amerikaner dem Delawaren entgegenbrachten, war allerdings unbestritten und wird durch die Tatsache dokumentiert, dass ein amerikanscher Offizier, Major Vore, die Lebensgeschichte Black Beavers niederschrieb.