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Einleitung

Japanische militärische und zivile Orden

Orden des Heiligen Schatzes

(engl.: Order of the Sacred Treasure)

Kanji: 瑞宝章( Zuihō shō)

 

Der Orden des Heiligen Schatzes ist der dritthöchste japanische Orden für Zivilisten und Militärs und wird vergeben für lange und ehrenvolle Dienste um Japan.

Er symbolisiert die mythischen japanischen Kroninsignien aus dem shintoistschen Gründungsmythos. Danach trat die Sonnengöttin Amaterasu Omikami an den Kriegsherrn Jimmu heran und überreichte ihm einen acht Hände breiten Spiegel (Yata-no-Kagami, Symbol für Reinheit und Weißheit), ein Schwert (Ame-no-murakumo-no-Tsurugi, Symbol für Kraft, Stärke und Macht) und einen Satz Jade und Perlen (Yasakani-no-Magatama, Symbol für Liebe, Güte und Gehorsam). Diese sollten ihm zum Sieg verhelfen, im Gegenzug sollte er die Sonnengöttin auf ewig verehren. Seitdem gelten diese Gegenstände als Kronschatz des Kaisers. Es ist allerdings unklar, ob diese Gegenstände noch existieren oder jemals existierten. Der Spiegel wird in einem Schrein in Ise verehrt, das Schwert in Nagoya und die Schmucksteine im kaiserlichen Palast in Tokyo. Bei Krönungsfeierlichkeiten werden Sie nur verhüllt eingesetzt, vorgeblich weil kein Sterblicher (auch nicht der Kaiser) ihren Anblick ertragen könnte.

Mit dem Orden werden der Spiegel und die Schmucksteine symbolisiert. Das Schwert steht ausschließlich Kriegern und dem Kaiser zu und wurde im Orden des Goldenen Milan eingesetzt.

Gestiftet wurde der Orden durch Dekret des Meiji-Kaiser Mutsuhito am 04. Januar 1888. Er kann in 8 Klassen verliehen werden, an japanische Staatsangehörige und Ausländer. Seit 1919 können auch Frauen damit ausgezeichnet werden. Die Verleihung ist auch nach dem Tode noch möglich. Der Orden wird vergeben mit einem Ordensband und einer Verleihungsurkunde. Ab Klasse 2 wird zusätzlich eine Brosche ausgegeben.

 

 



Die Grundform besteht aus einem Achteck (für den Spiegel) mit polierter Oberfläche mittig auf einem achteckigen Stern mit Kugeln an den äußeren und inneren Spitzen. Der Rohling wird aus Silber geprägt. Auf der Rückseite sind alte Kanji-Schriftzeichen mit der Bedeutung „Ehrenmedaille am Band“ (kun-ko ki-sho) eingedruckt.

Klassen

Klasse 8: silberfarben, Durchmesser 37 mm
 

 

 

Klasse 7: Stern vergoldet, Durchmesser 37 mm

 

 

 

Klasse 6: Spiegel auf eine kreisförmige Silberplatte mit hohem Rand und anschließender Gravur geprägt, Kreisfläche um den Spiegel blau emailliert; Stern besteht aus aneinander und an den Silberkreis gelöteten Silberstreifen, Kugeln sind rot emailliert; vierstrahliger Stern mit jeweils fünf nach außen länger werdenden, weiß emaillierten Fingern mit silbernem Rand pro Strahl hinterlegt; Verbindung erfolgt mit 4 Nieten; Durchmesser 40 mm

 

 

 

Klasse 5: wie Klasse 6, äußerer Stern größer; Durchmesser 46 mm

 

 

 

Klasse 4: wie Klasse 5, Ring und Gravur um den Spiegel vergoldet; Durchmesser 46 mm

 

 

 

Klasse 3: wie Klasse 4, innerer Stern nun vergoldet; größer; Durchmesser 55 mm

 

 

 

Klasse 2: wie Klasse 3; zusätzlich eine größere Brosche in gleicher Form mit vier zusätzlichen Strahlen am unteren Stern, horizontale und vertikale Strahlen mit vergoldeten Rändern, diagonale Strahlen mit versilberten Rändern; Zwischenräume durch kürzere, blau emaillierte Strahlen mit Goldrand gefüllt; Durchmesser 76 mm

 

 

 

Klasse 1: wie Klasse 1, Ränder des äußeren Sterns vergoldet; Brosche wie Klasse 2; Durchmesser 76 mm

 

 



Das weiße Ordensband ist 47 mm breit mit je einem orange-goldenen, 3 mm breiten Streifen rechts und links. Bei den Klassen 8 bis 4 wird das Ordensband freieckig zusammengelegt. Klasse 4 hat zusätzlich eine 22 mm durchmessende Rosette auf dem Ordensband.
Die Klassen 8 bis 4 werden an der linken Brust getragen, die Klassen 3 und 2 am Hals. Klasse 1 wird unten an einer über die rechte Schulter zu tragende, 107 mm breiten Schärpe getragen. Die Brosche der Klasse 2 wird unter der rechten Brust, die der 1. Klasse unter der linken Brust getragen. Frauen tragen den Orden in den Klassen 6 bis 4 an Ordensband-Schleifen an der linken Schulter.


Neuordnung 2003

Neuordnung:

Im Jahr 2003 wurde der Orden grundlegend überarbeitet. Die Klassen 7 und 8 fielen weg. Zu den anderen Orden kam oben am Stern eine Plakette wie beim Orden der Aufgehenden Sonne hinzu. Diese bestand aus drei in Silber geprägten, weiß emaillierten Blauglockenbaum-Blättern mit Blattadern und drei Blauglockenbaum-Blütenständen mit weiß emaillierten Stängeln und dunkelblau emaillierten Blüten.

Klasse 6: Ränder und Blattadern silbern, die äußeren Blütenstände haben drei, der innere fünf Blüten.
 

 

 

Klasse 5: Ränder der Blütenstände und die drei inneren Finger der Strahlen des äußeren Sterns vergoldet

 

 

 

Klasse 4: äußere Blütenstände nun 5 Blüten, innerer sieben Blüten; alle Finger des äußeren Sterns sowie Blattadern vergoldet.

 

 

 

Klasse 3: wie Klasse 4

 

 

 

Klasse 2: wie Klasse 3, an der Brosche horizontale und vertikale Strahlen mit vergoldeten Rändern, diagonale Strahlen mit versilberten Rändern

 

 

 

Klasse 1: wie Klasse 2

 

 



Das Ordensband ist nun blau mit orange-goldenen Streifen.

Zu den mit diesem Orden ausgezeichneten Personen gehören neben japanischen Großindustriellen wie Takuma Dan (Mitsui), Morita Akio (Sony) und Toyoda Shōichirō (Toyota) auch Sportfunktionäre wie Avery Brundage und Richard Pound, Militärs wie Hugh Trenchard, Henry Oliver und Tsuji Masanobu und verschiedene Wissenschaftler und Politiker.


Quellen

Orders and Medals Society of America (letzter Zugriff 24.10.2009)
www.xavierb.org (letzter Zugriff 24.10.2009)
en.wikipedia.org (letzter Zugriff 24.10.2009)



Autor: tom!