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Das Thema

Japanische Medaillen


China 1931-34-Ehrenmedaille
(Shina Showa roku-nen naishi kyu-nen jihen jugun kisho)

 

Die japanischen Ehrenmedaillen sind grob mit den Ärmelbändern und -schilden der Wehrmacht zu vergleichen.


Die Medaille

Die Medaille:

Mit kaiserlichem Edikt Nr. 255 vom 23. Juli 1934 wurde für die Teilnehmer an verschiedenen Operationen der japanischen Streitkräfte im Norden Chinas und in Shanghai eine Ehrenmedaille geschaffen. Diese wurden in Bronze geprägt und hatte einen Durchmesser von 30 mm. An der Medaille ist oben eine Spange für das Medaillenband angelötet. In diese sind die Buchstaben Kanji jugun kisho = Ehrenmedaille eingeprägt.

 

Auf der Medaille ist vorn ein Milan mit nach vorn oben geöffneten Schwingen auf dem Oberteil eines Samurai-Turmschildes sitzend dargestellt. Zwischen den Schwingen ist die stilisierte Chrysanthemenblüte angeordnet, von der dünne Strahlen ausgehen. Auf der Rückseite ist ein Armee- und Marinehelm über einer ebenen Plakette auf kleinen Kirschblüten eingeprägt. In der Plakette stehen Kanji für Showa roku-nen naishi kyu-nen jihen = Showa 6 - 9 (1931-34) Jahr Vorfall.

Das Medaillenband aus Seide ist 37 mm breit und in den Farben dunkelbraun, hellbraun, gold, rotbraun, gold, hellbraun, dunkelbraun gestreift, wobei die äußeren Streifen nur 2,5 mm breit sind.


Hintergrund

Hintergrund:

1931 kontrollierte Japan neben Taiwan und Korea auch die Küstengebiet Nordost-Chinas um Port Arthur/Dalian. Darüber hinaus war freier Zugang zu den mandschurischen Schienenstrecken vereinbart worden, über die die in mandschurischen Bergwerken gewonnenen Rohstoffe in die Häfen transportiert wurden. Dazu wurde eine eigene Armeegruppe (Kwantung-Armee) gebildet, die den Schutz der Bahnlinien sicherstellen sollte. Die Streitkräfte arbeiteten bei Forschung, Entwicklung und Bau von Rüstungsgütern weitgehend Hand in Hand mit den großen, streng hierarchisch organisierten Industriekonglomeraten (Zaibatsu), die dadurch wiederum Einfluss auf das Militär hatte.

Zu diesem Zeitpunkt wurde die Rohstofflage für die stark expandierende japanische Industrie immer schwieriger. Dies führte zu einem Erstarken stark nationalistischer Gruppen, die vom einigermaßen demokratisch gewählten Parlament immer schärfer einen militärischen Zugriff zur Übernahme der mandschurischen Rohstoffe forderten. Das Parlament konnte sich mit seiner auf internationale Zusammenarbeit ausgerichteten Politik aber zunächst durchsetzen.

Daraufhin begannen nationalistische Kräfte innerhalb des mittleren Offizierskorps der Armee, mit den ihnen unterstellten Truppen lokale Kriegsherren, von deren Wohlwollen die inzwischen gebildete chinesische Nationalregierung angewiesen war, mit bewaffneten Zwischenfällen zu reizen. Diese Versuche gipfelten am 18. September 1931, als ein Teil der Südmandschurischen Eisenbahn bei Mukden (Shengyang) gesprengt wurde, höchstwahrscheinlich von jungen japanischen Offizieren. Die hinzueilenden chinesischen Soldaten einer nahen Garnison wurden offiziell beschuldigt, den Sabotageakt begangen zu haben. Dies nahm die Führung der Kwantung-Armee zum Anlass, ohne Auftrag des japanischen Parlaments einen lange geplanten Angriff auf die chinesischen Garnisonen in der Mandschurei zu beginnen. Bis zum Abend des 20. September waren die Chinesen überrumpelt und alle wichtigen Schlüsselpunkte besetzt. Weitere Gefechte gegen lokale Kriegsherren zogen sich bis Januar 1932, dann war die gesamte Mandschurei endgültig unter japanischer Oberherrschaft. Das japanische Parlament hatte zwar mehrfach das Ende der Operationen und eine unabhängige Prüfung des Vorfalls gefordert, die Truppenführer auf dem Festland hatten dies jedoch weitestgehend ignoriert. Notfalls wurde ein weiterer Angriff der Chinesen provoziert. 1932 wurde dann in der Mandschurei der Staat Manchukoku gegründet mit einer pro-japanischen Marionettenregierung.


Japanische Panzerwagen in Mukden 1931

Ein weiterer Vorfall in diesem Zusammenhang war der Shanghai-Zwischenfall. Mitte Januar wurden mehrere japanische Mönche in Shanghai von Chinesen verprügelt, nachdem diese mitten auf einer von Chinesen bevölkerten Straße Lobeshymnen auf den japanischen Sieg in der Mandschurei sangen. Als Racheakt wurde von Agenten aus der japanischen Niederlassung in Shanghai eine in der Nähe des Überfalls liegende Fabrik angezündet und herbeieilende chinesische Polizisten angegriffen, ein Polizist starb. Wegen der daraufhin beginnenden schweren anti-japanischen Proteste wurden bis Ende Januar vor Shanghai Schiffe und Truppen zusammengezogen, angeblich zum Schutz der Niederlassung. Obwohl die chinesische Verwaltung in Verhandlungen Kompensationen angeboten und sich entschuldigt hatte, griffen am 28. Januar 1932 japanische Bomber der Flugzeugträger Kaga und Hosho die Stadt an. Zugleich versuchten 3.000 angelandete Marinesoldaten, Schlüsselpunkte in der Stadt zu besetzen. Die Chinesen hatten mit einer Eskalation gerechnet und sich in den Straßen und Häusern verschanzt. Beide Seiten verstärkten ihre Truppen kontinuierlich. Am 12. Februar schließlich landete die 9. Japanische Infanteriedivision und die 24. Gemischte Brigade und schwere Gefechte begannen. Vermittlungsgespräche der Europäer, die in ihren Niederlassungen ebenfalls dem Krieg ausgesetzt waren, wurden von japanischer Seite heraus gezögert. Am 20. Februar erklärte sich schließlich die japanische Armee auf Druck der Regierung in Tokyo bereit, abzuziehen, wenn die Chinesen die Stadt und eine 20 Kilometer breite Sicherheitszone um die Stadt demilitarisieren würden. Dies hätte faktisch eine Übernahme der Macht in der Stadt durch die Japaner bedeutet. Daher lehnten die Chinesen ab. Die japanischen Truppen begannen daraufhin die zweite Phase des Angriffs. Dabei wurden seitens der japanischen Luftstreitkräfte völkerrechtswidrig rein zivile Wohngebiete systematisch bombardiert und zerstört. Die Kämpfe am Boden gingen mit aller Härte weiter.

 

Erst am 04. März 1932 konnte sich der Völkerbund zu einer Resolution aufraffen, die ein Ende der Kämpfe forderte. Aber selbst die Ankunft einer Delegation am 14. März konnte die Kriegsparteien nicht zu einem Ende der Kämpfe bewegen. Erst am 05. Mai 1932 konnte auf Druck der Briten, Franzosen und Amerikaner, die um Ihre profitablen Niederlassungen in Shanghai fürchteten, ein Vertrag geschlossen werden. Danach mussten beide Seiten ihre Truppen abziehen und durften nur noch eine kleine Sicherungstruppe bzw. Polizeitruppe unterhalten. Die Zahl der Verluste betrug etwa 5.000 (800 Tote) auf Seiten der Japaner und 13.000 (4.000 Tote) auf Seiten der Chinesen. Es starben allerdings auch mindestens 15.000 Zivilisten. Im Ergebnis war dies ein weitestgehendes Zurückdrängen des chinesischen Einflusses in einer der wichtigsten Städte des Landes. Und das japanische Parlament war erneut international blamiert.

Ab Mitte 1932 stieß dann die Kwantung-Armee im Rahmen einer „Banditen-Bekämpfung“ tief nach Nordchina vor gegen den Widerstand lokaler Kriegsherren. Diese wurden aus allen Teilen Chinas unterstützt, da sie die verhassten Japaner bekämpften. Die Kämpfe zogen sich über 2 Jahre hin und endeten erst 1934. Japan beherrschte nun Nordost-China bis Beijing. Das japanische Parlament war nicht mehr in der Lage, sich gegen die Streitkräfte durchzusetzen. Durch geschickte Propaganda wurden die widerspenstigen Offiziere sogar noch zu Helden stilisiert. Damit war der Boden für die totale Machtübernahme durch die Militärs Ende der 30er Jahre bereitet.


Quellen

Orders and Medals Society of America (letzter Zugriff 29.10.2009)
www.xavierb.org (letzter Zugriff 29.10.2009)
en.wikipedia.org (letzter Zugriff 29.10.2009)
Nambu World (letzter Zugriff 29.10.2009)

Autor: tom!