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Das Thema

 

Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes

 


"Auf das Ritterkreuz mit Eichenlaub folgte, wenn nicht ein äußeres Ereignis die Fortführung der Zerreißprobe unterbrach, immer der Tod. Heldentum dieser Art ist zum Schluß immer identisch mit dem Nichtzutreffen der Wahrscheinlichkeitsrechnung."
Joachim Fernau


(Walter von Boltenstern wird mit dem Ritterkreuz von General Joachim Lemelsen ausgezeichnet)


Einführung

Einführung

Das Eiserne Kreuz ist durch eine Verordnung vom 1. September 1939, dem Gedenktag der Schlacht bei Sedan, durch den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler erneuert worden. Er berief sich in der Neustiftung auf den Freiheitskrieg der Preußen gegen Napoleon (1. März 1813) und belebte damit ein Ehrenzeichen, das als erster Orden überhaupt in Europa auch an den einfachen Gefreiten genauso wie den adligen Offizier verliehen werden konnte. Damit stellte sich Hitler in die Tradition des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III. Im Zusammenhang mit dem Einmarsch in Polen und der Eröffnung des Zweiten Weltkrieges, gibt der Führer diesem Orden seinen ganz eigenen, kriegsbezogenen Anstrich. Doch wie auch bei so vielen anderen Vorlagen aus der Vergangenheit, wollte Hitler auch in diesem Fall mit seinen Vorgängern nicht nur gleichzuziehen, sondern Sie übertreffen. Erstmals nach 1813, 1870 und 1914 ist dieser Orden nicht nur mehr eine preußische Kriegsauszeichnung, sondern eine Auszeichnung des Reiches und unmittelbar an alle Soldaten des Reiches (und an ausländische Personen) bzw. im Namen des Reiches zu verleihen. Dabei spielte es keine Rolle welchen Rang dieser Soldat inne hatte bzw. welcher Teilstreitkraft er angehörte. Er musste nur die Statuten erfüllen und sich im Krieg bewiesen haben. Das Ritterkreuz ragt dabei aus den Statuten hervor, musste doch für die Verleihung „ein eigener, selbstständiger Entschluss, hervorragende, persönliche Tapferkeit und ausschlaggebende Erfolge für die Kampfführung im Großen“ nachgewiesen werden bzw. waren hierbei die Voraussetzung für die Verleihung. Ebenso erweiterte Hitler den Orden um mehrere Stufen und ersetzt damit die alte Ordnung von EK II, EK I und Großkreuz des Eisernen Kreuzes als persönliche Ausnahme zur besonderen Hervorhebung bei entscheidenden Schlachten bzw. kriegsentscheidenden Taten eines Feldherrn. Mit der neuen Verordnung führt Hitler eine siebenfache Einteilung für das Eiserne Kreuz ein:

Verleihungsbestimmung

Eichenlaub mit Schwertern und Brillanten

Richtlinien für die Verleihung des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes (OKH/PA) vom 3. Juni 1941

 

 

I. Voraussetzung für die Verleihung des Ritterkreuzes

 

Das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes kann verliehen werden für besondere kampfentscheidende Tapferkeitstaten. Hierbei sind Voraussetzung: Eigener, selbständiger Entschluß, hervorragende persönliche Tapferkeit und ausschlaggebende Erfolge für die Kampfführung im Großen gesehen.
Bei Soldaten vom Schützen bis zum Komp.- usw. Führer einschließlich sind der Dienstgrad und die Dienststellung des Betreffenden insoweit zu berücksichtigen, als auch Einzelleistungen von bedeutendem örtlichen Erfolg als Vorteil für das Ganze gewertet und für einen Vorschlag zum Ritterkreuz in Betracht gezogen werden können. Wenn das E.K. II oder I noch nicht verliehen ist oder für dieselbe Tat verliehen wurde, für die das Ritterkreuz vorgeschlagen wurde, ist besonders zu begründen, warum das Ritterkreuz darüber hinaus beantragt wird.

 

Außer dem Ritterkreuz kommen noch folgende weitere Auszeichnungen in besonderen Ausnahmefällen bei hervorragender persönlicher Tapferkeit in Frage (auch für bereits mit dem Ritterkreuz beliehene Soldaten, die sich erneut besonders auszeichnen): Nennung im Heeresbericht, besonderes Anerkennungsschreiben durch den Oberbefehlshaber des Heeres, Vorschlag zur Besserung im Rangdienstalter bzw. Beförderung zum nächsthöheren Dienstgrad. Beförderung in erster Linie für Offiziere im Range eines Leutnants bis einschl. Hauptmanns, für Uffz. und Mannschaften bis zum höchsten Uffz.-Dienstgrad (Oberfeldw.), in Ausnahmefällen auch zum Leutnant.

 


II. Voraussetzung für die Verleihung des Ritterkreuzes mit dem Eichenlaub

 

Die Verleihung des Eichenlaubes zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes hat sich der Führer persönlich vorbehalten. Vorschläge zur Verleihung des Eichenlaubes sind daher nicht vorzulegen. Führen im Verlaufe von Kampfhandlungen Einheiten, die durch Ritterkreuzträger geführt werden, entscheidende Handlungen durch, so sind diese besonderen Leistungen unter Angabe des Truppenteiles und des Ritterkreuzträgers auf dem Dienstwege mit Stellungnahme des Zwischenvorgesetzten OKH/PA 1. Staffel unverzüglich (möglichst durch Fernschreiben oder Kurier) zur Vorlage an den Führer zu melden.

 


III. Ritterkreuzvorschläge für Soldaten, die bereits früher zum Ritterkreuz eingegeben, aber nicht beliehen wurden

 

Wird ein Soldat, der das Ritterkreuz nach Vorschlag durch die Truppe bisher nicht verliehen erhalten hat, auf Grund erneuter besonderer kampfentscheidender Tapferkeitstaten zum Ritterkreuz vorgeschlagen, so ist im Vorschlag die Tatsache der erstmaligen Vorlage mit Erwähnung der damaligen Tapferkeitstaten mitzumelden. Sind diese Tatsachen der vorschlagenden Stelle nicht bekannt, wird OKH die bei PA befindlichen Vorgänge von sich aus für die Entscheidung zur Vorlage an den Führer und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht mitberücksichtigen.

 


IV. Einreichung der Verleihungsvorschläge

 

Die Vorschläge für die Verleihung des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes sind über die zur Zeit der betr. Kampfhandlungen zuständigen und übergeordneten Dienststellen, die zum Vorschlage Stellung zu nehmen haben, OKH/PA 1. Staffel vorzulegen. Die Begründung ist knapp, klar und sachlich zu halten. Soweit möglich, ist ein Gefechtsbericht mit erläuternder Skizze dem Vorschlag beizufügen. In besonders gelagerten Fällen kann ein Vorschlag durch Fernschreiben OKH/PA 1.Staffel vorgelegt werden, nachdem die Zustimmung des übergeordneten A.O K und H.Gr.Kdo. herbeigeführt ist, z.B. wenn der Vorgeschlagene sich in Lebensgefahr befindet oder schwer verwundet ist oder wenn infolge zu großer räumlicher Entfernung die Vorlage der Vorschläge nicht gerechtfertigte Verzögerungen erleiden würde.

Als Anhalt zur Aufstellung eines Ritterkreuzvorschlages kann gelten: Kurze Würdigung der bisherigen Verwendung und etwaiger besonderer Leistungen, kurze Schilderung des Auftrages mit genauer Angabe von Truppe, Ort und Zeit. Schilderung der Durchführung, bei welcher der eigene selbständige Entschluss klar zum Ausdruck kommen muss. Als Ergebnis der Durchführung muß der ausschlaggebende Erfolg für die Kampfführung geschildert werden. Für die Verleihung des Ritterkreuzes ist erste Voraussetzung hervorragende persönliche Tapferkeit des Vorgeschlagenen, nicht die tapfere Haltung der Truppe. Vorschläge für hervorragende Verdienste in der Truppenführung sind nur für den verantwortlichen Truppenführer selbst vorzulegen. Sie kommen bei Führungsgehilfen nur dann in Frage, wenn der vorzuschlagende Offizier bei Abwesenheit des verantwortlichen Führers selbständig einen schlachtentscheidenden Entschluss gefasst hat.

 


Die Vorschlagslisten sind in doppelter Ausfertigung genauestens auszufüllen und haben grundsätzlich zu enthalten

 

    • 1. den Namen des Vorgeschlagenen,

    • 2. seinen Vornamen (Rufnamen),

    • 3. genauen Geburtsort und -tag,

    • 4. Dienstgrad und Truppenteil zur Zeit der Tapferkeitstat,

    5. kurze Begründung und Stellungnahme der Zwischenvorgesetzten.


Außer diesen grundsätzlichen Punkten sind folgende Angaben mitzumelden: In welchem Dienstverhältnis der Vorgeschlagene steht (Truppen-Offz., E.-Offz.d.Res., d.Ldw.z.V., usw.), bei aktiven Soldaten der Friedenstruppenteil des Vorgeschlagenen, bei Soldaten d. B., z.V. usw. das zuständige W.Bez.Kdo., das Rangdienstalter, wann und welche Auszeichnung dem Vorgeschlagenen im gegenwärtigen Kriege verliehen worden sind, Privatanschrift des Vorgeschlagenen bzw. der nächsten Angehörigen (Ehefrau, Eltern oder Geschwister), bei Uffz. und Mannschaften Lebenslauf (beifügen bzw. nachreichen). Dem Vorschlage sind - wenn vorhanden - 4 Lichtbilder des Vorgeschlagenen beizufügen. Stehen Lichtbilder des Vorgeschlagenen nicht zur Verfügung, so sind sie unverzüglich nach Bekanntgabe der erfolgten Verleihung des Ritterkreuzes OKH/PA 1. Staffel unmittelbar zu übersenden.

In die Besitzurkunde zur Verleihung des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes wird der Dienstgrad am Tage der Tat, für die die Auszeichnung erfolgt, eingetragen.
Stimmt dieser nicht mit dem Dienstgrad des zu Beleihenden bei Vorschlag zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes überein, so ist in Spalte "Dienstgrad" der Vorschlagsliste ein Vermerk einzusetzen: "Dienstgrad für die Urkunde".

 


V. Allgemeines

 

Für eine Liste aller Ritterkreuzträger, die für den Führer und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht bereitzuhalten ist, melden die Div., Gen.Kdo., AOK's (von AOK zusammengefasst) und H.Gr.Kdo. (unmittelbar) laufend alle Veränderungen der ihnen unterstellten Ritterkreuzträger unter Angabe der Dienststellung und des Truppenteiles an OKH/PA.
Für die Zeit zwischen Vorlage eines Vorschlages und dem Tage der Verleihung des Ritterkreuzes melden die vorschlagenden Dienststellen jede Veränderung des Vorgeschlagenen (Beförderung, Versetzung usw.) OKH/PA unmittelbar.
Die Träger des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes sind nicht als "Ritter", sondern als "Inhaber" zu bezeichnen. Nach Verleihung des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes wird die Urkunde dem betreffenden Inhaber an die gemeldete Privatanschrift übersandt.

 

Die Urkunde hat die Größe 45 x 37 cm und ist für die Übersendung durch die Feldpost nicht geeignet. Der Tod eines Ritterkreuzträgers ist OKH/PA unverzüglich durch Fernschreiben zu melden.

 

 

 
Stufen des Eisernen Kreuzes
 
Eisernes Kreuz - 2. Klasse
Eisernes Kreuz - 1. Klasse


Ritterkreuz
des Eisernen Kreuzes

 
mit Eichenlaub / mit Eichenlaub und Schwertern / mit Eichenlaub, Schwertern
und Brillanten


Ritterkreuz
mit goldenen Eichenlaub, Schwertern und Brillanten


Großkreuz


Ritterkreuz und Heldentum

Ritterkreuz und Heldentum

Eine der wichtigsten Änderungen bei Erneuerung dieser traditionellen preußischen Auszeichnung, war wohl das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes als eine eigene Klasse. In Voraussicht auf einen harten, andauernden und Kräfte zerrenden Krieg, wurde diese Klasse gestiftet. Man wusste schon früh um die moralische Wirkung dieses Ordens und plante mit dem „brauchbaren“ Heldentum, durch die Träger dieser hohen und höchsten Auszeichnung des Deutschen Reiches. Mit der Sonderstufe des goldenen Eichenlaubes, besaß am Ende des 2.Weltkrieges das Eiserne Kreuz insgesamt 8 Klassen.
Die Verleihungsberechtigung des Ritterkreuzes war eindeutig geregelt und nur Soldaten, die im Kampf sich durch herausragende Tapferkeit und erfolgreiche Kampfführung auszeichnete. Dabei ließ es sich Hitler nicht nehmen, die Verleihungen persönlich durch Unterschrift bzw. bei den höchsten Stufen durch die eigene Hand vorzunehmen.


Jagdflieger Rudel als frischgebackener Eichenlaubträger

Ganz der Tradition des Eisernen Kreuzes aus dem Jahre 1813 folgend, wurde auch dieser Orden und seine Stufen unabhängig vom Dienstgrad verliehen. Die alleinige Voraussetzung war der Besitz des Eisernen Kreuzes 2. und 1. Klasse. So wurde dieser Auszeichnung im Zweiten Weltkrieg insgesamt 7.377 Mal an Angehörige von Wehrmacht und Waffen-SS verliehen. Der Ritterkreuzträger nahm von nun eine gesonderte Stellung in der Hierarchie der Militärs ein. So ordnete Hitler im Jahre 1942 an, im Bewusstsein die Bedeutung unter den Orden und das Ansehen der Träger evident zu erhöhen, dass Träger des Ritterkreuzes vor allen militärischen Dienstgraden (auch Generälen), unabhängig vom Dienstgrad des Trägers, zuerst zu grüßen seien. So entstand der Mythos des Ritterkreuzträgers als Elite in der Elite, eine Bruderschaft von Trägern, die sich im Kampf ausgezeichnet hatte und durch ihre Tapferkeit aus der gesamten Masse von Soldaten herausragten. So kam es im weiteren Kriegsverlauf auch zur Verleihung von weiteren Stufen dieser Tapferkeitsauszeichnung, was das Ritterkreuz zum Symbol der ausgezeichneten Fähigkeiten deutscher Soldaten machte.

 

 

„Nachdem ich mich entschlossen habe, das deutsche Volk zu Abwehr gegen die ihm drohenden Angriffe zu den Waffen zu rufen, erneuerte ich eingedenk der heldenmütigen Kämpfe, die Deutschlands Söhne in den früheren Kriegen zum Schutz der Heimat bestanden haben, den Orden des Eisernen Kreuzes.“
Adolf Hilter - Verordnung vom 1. September 1939 (Ergänzung 3. Juni 1940)

Das Ritterkreuz mit Eichenlaub (883 Trägern), welches zuerst an Eduard Dietl verliehen wurde. Das Ritterkreuz mit dem Eichenlaub und Schwertern (159 Träger), welche in der Zeit des Bestehens dieser Auszeichnung meist von Hitler oder hohen Generälen persönlich verliehen wurde. Das Ritterkreuz mit Eichenlaub, Schwertern und Brillanten (27 Träger), welche nur selten verliehen wurde und die Träger nicht nur als Helden stilisiert, sondern vor allem von jedweder Fronthandlung ferngehalten wurden. Dies traf aber in den meisten Fällen nur für die Träger höherer Stufen des Ritterkreuzes zu, die "einfachen" Träger bekamen das Heldenimage in einer anderen Weise zu spüren. Ihnen wurden der Heldenmut und besondere soldatische Fähigkeiten nachgesagt, die Sie aber leider nur zu oft und mehr noch als ihre Kameraden, in Sondereinsätzen unter Beweis stellen sollten. So wiesen Ritterkreuzträger niederer Dienstgrade eine überdurchschnittlich hohe Sterblichkeitsrate auf und Sie „überstrapazierten“ ihr Soldatenglück bzw. ihre Fähigkeiten. Man beförderte die ausgezeichneten Manschaftsgrade umgehend und schickte sie anschließend auf Himmelfahrtskommandos, wo Sie ihre Fähigkeiten abermals unter Beweis stellen, als Vorbild und/oder als moralische Stütze fungieren sollten. Die höheren Stufen, vor allem bei Soldaten mit hohem Bekanntheitsgrad, wollte man als Helden für die Propaganda bewahren und ihre „Unsterblichkeit“, welche Sie auch in den gefährlichsten Situationen unter Beweis gestellt haben, nicht erschüttern. Eines diese bekannten Gesichtern unter dem Ritterkreuzträgern war Oberstleutnant Rudel. Er bekam das Ritterkreuz mit goldenen Eichenlaub, Schwertern und Brillanten. Diese Auszeichnung war nur für 12 Träger insgesamt vorgesehen, ganz im Sinne von Hitler sollten nur die 12 „besten Soldaten des Reiches“ gewürdigt werden. Diese Krönung des Ritterkreuzes wurde nur einmal verliehen und ihr Träger nicht nur populär, sondern sein Abschuss wäre für die Propaganda nur schwer zu verkraften gewesen.
Vorschläge zur Verleihung des Ritterkreuzes erfolgen durch den jeweiligen Divisionskommandeur oder Vorgesetzten im Range eines Divisionskommandeurs. Die Verleihungsbefugnis behielt sich Adolf Hitler persönlich vor. Bei der nächsten Stufe, die von Hitler mit dem Eichenlaub zum Ritterkreuz eingeführt wurde, sollten es gar keine Zwischeninstanz bei der Verleihung zwischen dem Führer und dem sich ausgezeichneten Soldat mehr geben. Die Vorschläge waren von nun an direkt auf dem Dienstweg an Adolf Hitler zu richten, sofern ein Ritterkreuzträger entscheidende Kampfhandlungen durchführte. Der Vorgesetzte durfte bzw. sollte zwar eine Stellungnahme beifügen, war dennoch bei der Entscheidung zur Verleihung gänzlich ausgeschlossen. Der Bericht war unverzüglich per Fernschreiben dem O.K.H./PA 1. Staffel vorzulegen oder per Kurier an Adolf Hitler zu melden.

 

Bei den Verleihungen sind die Zahlen vielerorts verschieden und diskutiert. Dabei sind gerade die Verleihungen in den letzten Kriegsmonaten nicht offiziell bestätigt worden und beim RK mit Eichenlaub, Schwertern und Brillanten zwar 27 mal verliehen, aber nur 24 Stück wirklich übergeben worden. Hans Joachim Marseille fiel vor der offiziellen Verleihung,Hermann Bernhard Ramcke bekam Schwerter und Brillanten am gleichen Tag verliehen ging aber vor der Verleihung in Gefangenschaft und Dietrich von Saucken bekam es nach dem Kriegsende verliehen. Inwiefern die letzten beiden Personen den Orden noch überreicht bekommen haben, ist nicht bekannt
Das Eichenlaub und alle weiteren Stufen sollten fortan das äußere Zeichen außergewöhnlichen Heldentums sein, wobei gerade die Verleihungspraxis bis heute ein schlechtes Licht auf die Träger dieser Auszeichnung wirft. Vor allem die Übergabe durch den Führer selbst spielt dabei eine große Rolle, auch konnte das Eichenlaub für Führungsverdienste „mit persönlichem Heldentum geprägt“, verliehen werden. So wurde für Hitler das Ritterkreuz der höheren Stufen auch ein persönlicher Treuebeweis, der genauso auch "verpflichtend" zurückgegeben werden sollte. Die Soldaten hingegen sahen dies in den meisten Fällen nicht so, sondern erkannten das Ritterkreuz und seine Stufen in einem nie dagewesenen Krieg, als eine dafür geeignete Auszeichnung für soldatische Mut, Leistungsbereitschaft und Führungsqualitäten in besonders herausragenden Maße. Dennoch dürfen an dieser Stelle nicht die Ausnahmen vergessen werden, die mit dem Ritterkreuz um den Hals in der Heimat empfangen wurden und auf Reden genau diesen, von Hitler geforderten Treuebeweis, auch an das Volk weitergaben. Dort wurden die Ritterkreuzträger oft zu Reden und offiziellen Anlässen geschickt, in den letzten Kriegstagen vor allem in die Schulen, zur Bewahrung der kriegswilligen Stimmung an der „Heimatfront“ und als Vorbild für die zu rekrutierenden Jugendlichen.


(Mit dem Ritterkreuz ausgezeichneter U-Bootkommandant feiert seine Auszeichnung mit einer passenden Torte)

Um das Heldentum noch weiter hervorzuheben bzw. die Ritterkreuzträger als Vorbilder der deutschen Wehrkraft zu präsentieren, forderte Hitler am 10.12.1942, dass mehr Vorschläge für die Ritterkreuzverleihung und seiner Stufen für untere Dienstgrade vorzulegen seien. Diese Aufforderung wurde nochmals am 08.03.1943 wiederholt. Ob dieser Aufforderung in dieser Weise nachkommen wurde, kann nicht nachgewiesen werden. Fakt ist, die Verleihungszahlen änderten sich nicht merklich nach der Aufforderung des Führers.
Ursprünglichen sollte mit dem Ritterkreuz und dessen Stufen, auch eine Verleihungsurkunde aus Pergamentpapier an die ausgezeichneten Soldaten verliehen werden. Eingeführt wurde eine Ledermappe mit aufwendiger Prägung, die aber jedoch nur sehr wenige hundert Beliehene überreicht bekommen haben. Hitler hatte sich vorgenommen, sämtliche Verleihungsurkunden eigenhändig zu unterschreiben, auch dies war, aufgrund der vielen Verleihungen, nicht zu schaffen. Nur die Verleihungsurkunden der drei höchsten Stufen wurden später von Hitler persönlich unterschrieben. Diesem Umstand gezollt, konnte diese Verleihungspraxis nicht auf Dauer umgesetzt werden. So musste der Führer schon früh Hitler das Ritterkreuz und seine Verleihungen aus der Hand geben. Die Soldaten erhielten also vorläufige Besitzzeugnisse, aus einfachem Papier. Ausgestellt wurden sie vom Oberbefehlshaber des Heeres, Generalfeldmarschall von Brauchitsch, ab Januar 1942 wurden die Urkunden vom Chef des Heerespersonalamts, Generalleutnant Burgdorf unterzeichnet. Der Prestigeorden für Hitler, der sich bei den Übergaben immer gern von den Heldentaten erzählen ließ und danach sich in Schwärmereien zum Heldenmythos seines geliebtes Wagners erging, wurde in der Verleihungspraxis zum Ende des Krieges von anderen Personen aus Hitlers Kreis übergeben. Die Belastungen der Gesamtkriegslage bzw. wohl auch dem gesundheitlichen Zustand Adolf Hitlers geschuldet, wurde die Verleihungsbefugnis an den Chef des O.K.W., Generalfeldmarschall Keitel übergeben. Dennoch trug Hitler dafür Sorge, dass die hohen Tapferkeitsauszeichnungen, ab dem Eichenlaub und der goldenen Nahkampfspange, durch Parteigrößen bzw. im entsprechenden ideologischen Rahmen vollzogen wurden. So übertrug Hitler dem Reichsführer-SS Heinrich Himmler die Verleihung der höchsten Stufen des Ritterkreuzes. Dabei verschwammen in den letzten Kriegstagen Ideologie, Heldenmut und Aussichtslosigkeit bei der Verleihung des Ritterkreuzes.

 

Am 07.03.1945 wurde bekannt gegeben, dass ab diesem Datum jeder Soldat, der mit der Panzerfaust oder mit behelfsmäßigen Nahkampfmitteln sechs feindlich Panzer vernichtete, mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet wird. Dabei kann hier nicht unbedingt von einem Verfall und Herabwürdigung der letzten Verleihungen des RKs gesprochen werden. Solche Kriterien und Verleihungspraxis wurden schon früher angewendet. Gemeint ist in diesem Fall die Verleihungen in Luftwaffe und Kriegsmarine. Bei dessen Kriegseinsatz galten natürlich andere Parameter und herrschten andere militärische Abläufe bzw. Bewertungen. Die Auslegung der Statuten in Bezug mit dem „eigenen, selbstständigen Entschluss, hervorragender persönlicher Tapferkeit und ausschlaggebenden Erfolg für die Kampfführung im Großen gesehen“ wurde anders ausgelegt. So war es bei den Jagdfliegern üblich, die Verleihung des Ritterkreuzes von der Anzahl der abgeschossenen Feindflugzeuge abhängig zu machen. Es wurde quasi mit anderem Maß gemessen wurden, war genauso bei den U-Boot Kommandanten galt, bei denen die versenkten Bruttoregistertonnen feindlichen Schiffsraumes gewertet wurden. Fakt ist auch, so kann man an den Begründungen für die Verleihungen herauslesen bzw. an den Stellungnahmen der jeweiligen Vorgesetzten erkennen, dass hier unterschiedliche Anforderungen der Statistiken zusätzlich zur Geltung kamen. Man unterschied erzielte Abschüsse der Jagdflieger an der Westfront als höher wertig, weil schwieriger zu erreichen bzw. gegen besser ausgebildet Feindkräfte errungen, mehr als solche von der Ostfront. Im besonderen Maße wurde hier die Statistik des Oberstleutnant und Stuka-Flieger Hans-Ulrich Rudel für die Verleihungen gewertet, die schwer zu glaubenden Zahlen 2.530 Feindflüge, 519 abgeschossenen sowjetische Panzern, einem versenkten Schlachtschiffes, Kreuzers, Zerstörers und 70 Landungsbooten, dazu noch 150 zerstörte Flak- und Pakstellungen, 6 geretteten Luftbesatzungen, 9 Siege im Luftkampf und 30 überlebten Abschüssen der eigenen Maschine, ließen ihn schnell nacheinander die verschiedenen Stufen des Ritterkreuzes durchlaufen. Die besonders schwere Verletzung eines amputierten Unterschenkels hätte seine Karriere wahrscheinlich beendet, doch die hochdekorierten Jagdflieger, vor allem solche mit den höchsten Stufen des Ritterkreuzes, durften sich einer besonderen Behandlung sicher sein. So ein Held war den Organen der Partei nur Recht und die Wehrmacht wollte ebenso nicht auf ihn verzichten. So bekam der Mann, der alleine mit einem Flugzeug ähnliche Zahlen wie ganze Verbände der Wehrmacht vorbringen konnte, am 29.12.1944 das goldene Eichenlaub mit Schwertern und Brillanten verliehen.


(Erhard Raus gratuliert dem mit dem Ritterkreuz ausgezeichneten Otto Rodewald, der sich von einer Verletzung erholt)

Ein negativer Aspekt dieser Bewertung bzw. dieser Auslegung der Statuten, war ein übersteigerter Ehrgeiz bei den Fliegern und vor allem U-Bootfahrer, die nur zu gern Risiken eingingen um ihre Zahlen möglichst bald auf „Ritterkreuz Niveau“ zu bringen. In der Fachliteratur, den Biographien von Soldaten und auch in den Zeitzeugenberichten, wird nur zu gern darauf hingewiesen, dass riskante Unternehmungen zur Erringung von Orden, vielen Soldaten das Leben kosteten. Im Jargon der Landser hatte ein Offizier, der seinen Kragen gerne mit einem Ritterkreuz verziert haben wollte, Halsschmerzen und galt als potenziell gefährlich. Gerade bei den U-Bootfahrern, einer verschworenen Gemeinschaft, die oft Monate in ihren Booten eingezwängt zusammen verbrachten, machte sich so ein Kommandant nicht gerade beliebt. So gehörte es in den ersten Jahren der Atlantikschlacht bald zum guten Ton, dass man nach gewisser Zeit auf See und mehren Feindfahrten, das Ritterkreuz im Offizierskasino feierte. Manch eine Bootscrew hatte diesen Ehrgeiz mit ihrem Leben zu bezahlen, vor allem als das Risiko stieg und bei steigenden U-Bootzahlen, neben der "Alten Gare", eine neue "nassforsche" Generation von ideologisch geschulten Kommandanten ans Ruder trat. Auch bei den Jagdfliegern, welche im Ersten Weltkrieg den überwiegenden Teil der Pour le Mérite Träge stellten, gab es solch einen Trend. Doch wurden hier übereifrige Piloten schon bald abgestraft, waren Sie doch dort oben allein in ihren fliegenden Kisten unterwegs.


Verleihungen

 


Unbekannter U-Bootkommandant legt sich das frisch verliehene Ritterkreuz um den Hals

 

 
Verleihungen des Ritterkreuzes
 
Ritterkreuz - 7377 (offiziell verliehen)

Ritterkreuz - 863
mit Eichenlaub

Ritterkreuz - 160
mit Eichenlaub und Schwertern

- 77 Soldaten des Heeres (offiziell verliehen)
- 24 Soldaten der Waffen-SS
- 5 Angehörige der Kriegsmarine
- 53 Soldaten der Luftwaffe
- 1 Angehöriger einer anderen Nation

Ritterkreuz - 27
mit Eichenlaub, Schwertern und Brillanten

- 11 Soldaten des Heeres
- 2 Soldaten der Waffen-SS
- 2 Angehörige der Kriegsmarine
- 12 Soldaten der Luftwaffe

Ritterkreuz - 1 (12 Verleihungen insg. geplant)
mit goldenen Eichenlaub, Schwertern und Brillanten

Großkreuz - 1 (Stern dazu nicht verliehen)


Ritterkreuz und Heldentum II

Die Heldenverehrung ist für den bis heute anhaltenden Kult dieser Auszeichnung, deren Trägern und den unterschiedlichsten Veröffentlichungen zum Thema, den Lebensläufen und Hintergründen der Verleihungen verantwortlich. Die NS-Propaganda wurde nicht müde den Ritterkreuzträgern als Vorbild für deutsche Tapferkeit und selbstlosen Kampfeinsatz zu huldigen. Das Ministerium für Volksaufklärung und Propaganda ließ sogar Autogrammkarten drucken, im Volk verteilen und steigerte somit das Ansehen und Popularität der Personen enorm. Ein einzigartiger Vorgang in der Militärgeschichte, der auf Seiten der Roten Armee, durch den Orden „Held der Sowjetunion“ in einem ähnlichen Ausmaß versucht wurde, aber nicht gelungen ist. Bei den alliierten Streitkräften ist das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes in seinen höchsten Ausführungen mit der Medal of Honor und das Ritterkreuz an sich mit dem Victoria Cross der britischen Armee zu vergleichen. In der deutschen Militärtradition und Ordenshierarchie, hat das Ritterkreuz faktisch die Rolle des bis 1918 verliehenen preußischen Ordens Pour le Mérite, der nur an Offiziere vergeben wurde, für Mannschaften und Unteroffiziere wurde bis 1918 das Goldene Militär-Verdienst-Kreuz vergeben, eingenommen. Der Orden "Pour le mérite" und das Goldene Militärverdienstkreuz des Königreiches Preußens oder auch der Militär-Max-Joseph-Orden, wie die Tapferkeitsmedaille des Königreiches Bayern, gelten als Vorreiter des Ritterkreuzes. Der Pour le Mérite, als Auszeichnung des Kaiserreiches, konnte natürlich in dieser Form nicht vom Führer weitergeführt werden, stand es doch nicht in der ideologischen Linie des Nationalsozialismus, obwohl viele Träger des Ersten Weltkrieges sich in der Anfangszeit der NS Ideologie angeschlossen hatten. So war es wohl weniger die Herkunft als die Stiftung durch den Kaiser, an dem sich Adolf Hitler störte. Er wollte seine eigene Tradition begründen, dies fängt bei der Politik, Ideologie, Staatsform und Kriegsführung an, geht über die eigene Ordenskultur der Partei und dem Ritterkreuz, welches aber nie ganz vom ideologischen Hintergrund vereinnahmt werden konnte, bis zum Führerkult als eigene Religion und der eigenen Architektur.


(Leutnant Adrian von Foelkersam am Tage der Verleihung des Ritterkreuzes - 14. September 1942)

 

„Einfache Landser haben es mit dieser Auszeichnung besonders schwer. Jeder sieht in ihnen nicht den zufälligen Helden, sondern den schneidigen Draufgänger, der in jeder Kampfsituation ohne Angst ist und mutig voranstürmt. Armer Gustav! Wenn sie dich als Vorbild eines heldenhaften Landsers herumgereicht haben, wirst du knallhart wieder an die Front geschickt. Aber deine Chancen zu überleben werden diesmal weit geringer sein als vorher. Denn alle deine Vorgesetzten werden Dich als besonders kühnen Helden überall dort einsetzen, wo es besonders brenzlig ist und wo sie sich von einem Helden den größten Nutzen versprechen. Wahrscheinlich ist das der Grund, warum nur wenige einfache Landser ihr Ritterkreuz überlebten.“
Bertrand Michael Buchmann

 


(Johannes Manitius wird mit dem Ritterkreuz von Theodor Scherer ausgezeichnet)

Die letzte Steigerung des Eisernen Kreuzes stand wieder ganz im Zeichen der Tradition - dem Großkreuz des Eisernen Kreuzes. Diese Ordensklasse wurde in der Zeit von 1939–45 nur einmal verliehen, an Hermann Göring, Oberbefehlshaber der Luftwaffe und Reichsmarschall. Seine Führung der Luftwaffe im Westfeldzug sollen Ausschlag für die Würdigung gewesen sein. Glaubt man aber den Quellen und berücksichtigt man den Hintergrund der Beförderungen von Generälen dieses Feldzuges zu Feldmarschällen, wollte Hitler seinem eitlen Paladin wohl ein besonderes Geschenk machen. Die Beförderung in einen eigens geschaffenen militärischen Rang, dem des Reichsmarschalls mit weißem Stab, reichten nicht aus. Bekamen viele Generäle für ihre Führung das Ritterkreuz, nach dem Polenfelzug bereits an Göring verliehen, sollte er diesmal nicht nur die nächst höhere Stufe des Ritterkreuzes, sondern als Vertrauensbeweis, so scheint es, das Großkreuz vom Führer erhalten. Eine Auszeichnung, die doch nur den bedeutenden Feldmarschällen der preußischen Geschichte zugestanden wurde. Ein Auszeichnung, die so sehr mit dem Vertrauen des Führer verbunden war, dass nach dem Fall Görings, in den letzten Tagen des Reiches, von Hitler mit sofortiger Wirkung seiner politischen, parteiinternen und militärischen Ämter für verlustig erklärt wurde. Hitler verfügte ebenfalls, per testamentarischer Verfügung am 23. April 1945, dass auch dieser Orden ihm aberkannt werden sollte. So kam es auch nicht mehr zur Verleihung des Sterns zum Großkreuz des Eisernen Kreuzes kommen. Diese Auszeichnung, ähnlich dem 1813 und 1914 verliehenen Blücher- bzw. Hindenburgstern, sollte wahrscheinlich an Göring im Falle einer erfolgreichen Wende im Osten gehen. Ob der Name Göringstern dafür Verwendung gefunden hätte ist unklar. Das Großkreuz Görings sowie der nie verliehene Stern befinden sich in den Archiven der US-Militärakademie in West Point.


Aussehen

Aussehen
 

In Form und Gestaltung glich das Ritterkreuz den beiden ersten Klassen, in der Abmessung jedoch fiel es etwas größer aus (Größe: 48,2 – 48 mm ohne Öse / Gewicht: ca. 32,9 g). Getragen wurde es als Halsorden am Band, in den alten monarchischen Reichsfarben Schwarz-Weiß-Rot. Das Ritterkreuz, 1939 gestiftet, wurde an einem breiten Band um den Hals getragen. Ebenso in den Statuten festgelegt, musste der Orden auf dem flachgebundenen Krawattenknoten liegen. Die unterste Klasse eines Ordens wurde ursprünglich als Ritterkreuz bezeichnet, dazu am Band und nicht um den Hals getragen. Die Kommandeurskreuze waren die typischen Halsorden, so hat das Ritterkreuz die deutsche Ordenswelt nachhaltig geprägt.
Alle Klassen des Eisernen Kreuzes - und somit auch das Ritterkreuz - trugen im 2. Weltkrieg das Hakenkreuz als Symbol, dennoch handelt es sich nicht um einen nationalsozialistischen bzw. politischen Orden. Das Kreuz selbst besteht aus einem 2 teiligem silbernem Rand, welcher miteinander verlötet ist. Die Zarge hat einen erhöhten, innen liegenden, 2-mal abgestuften Rand, von dem der Innenrand halbrund und fein quer schraffiert ist. Das Innenkreuz aus geschwärztem Eisen ist ganz der Tradition des Eisernen Kreuzes nachempfunden. Aufgrund der Kriegslage, vor allem in den letzten Monaten, wurden die Innenkreuze oftmals aus Nichteisenmetall gefertigt, diese sind dann ungestempelt verliehen worden. Oben über dem Kreuz befindet sich eine, mit der Zarge mitgeprägte quer stehende Öse, mit länglichem Sprungring. Darauf die Silberpunze 800. Auf der Rückseite unter der Öse der Silberstempel 800 und L/12 für den Hersteller Juncker. Die nichtmetallischen Kreuze sind meist ohne Herstellerprägung verliehen worden. Auf dem Eisenkern thront das schräg gestellte Hakenkreuz, darunter die Jahreszahl 1939 und auf der Rückseite die Jahreszahl 1813, als Datum der Erststiftung. Das Material war in der Regel Silber und Eisen, auch weil die Auszeichnung so hoch angesehen war. Die Erweiterungen wie das Eichenlaub und die Schwerter aus Silber, je nach Stufe das Eichenlaub vergoldet bzw. mit Brillanten verziert.


(Hitler überreicht Ritterkreuzes an die siegreichen Generäle aus dem Polenfeldzug)

Das Schlichte Kreuz aus Eisen galt und gilt als preußisch- deutsche Tapferkeitsauszeichnung und die Bundeswehr trägt dieses Symbol als Ausdruck der Verbundenheit zum Volke und zur soldatischen Tradition auf ihren Kampffahrzeugen. Das Ritterkreuz als Symbol und Orden wird heute von der Ordensgemeinschaft der Ritterkreuzträger gepflegt, leider nicht nur in ihre militärische bzw. soldatischen Tradition, weil sich oftmals politische Organisationen an ihre Treffen heften, in der Hoffnung vom Ruhm und Mythos zu zerren. So gibt es auch einige Ritterkreuzträger, die diesem Mythos erliegen und sich in die politische Propaganda einbinden lassen bzw. nur zu gern das Ritterkreuz für die Verbreitung einer neonationalsozialistischen Ideologie verwenden. Dennoch sind dies zum Glück nur die Ausnahmen und viele Träger mahnen heute mit ihrer Auszeichnungen vor dem Krieg bzw. nutzen das Prestige der Auszeichnung zur Aufklärung. Im Endeffekt haben wir es hier mit einer soldatischen Auszeichnung zu tun, die von der Ideologie zur eigenen Verbreitung versucht wurde einzusetzen, dennoch nur in Ausnahmefällen aus politischen Erwägungen verliehen wurde. Diese Ausnahmen lassen sich leicht durch die Forschung identifizieren und solche mit rein militärischen Hintergrund, aufgrund des strengen Statuts und erforderlichen Begründung, beweisen.