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Das Thema

Das Eiserne Kreuz

Historie/Trageweise/Bedeutung

 

Form und geschichtliche Herkunft

In Form und Aussehen des Ordens wurde bewusst die Anlehnung an das Balkenkreuz des Deutschen Ordens gesucht – ein schwarzes Tatzenkreuz mit den typischen, sich verbreiternden Balkenenden auf einem weißen Mantel, wie ihn die Deutschritter schon seit dem 14. Jahrhundert trugen.

Der Entwurf stammte von Friedrich Wilhelm III. selbst, die endgültige Ausführung nahm Karl Friedrich Schinkel vor. Hergestellt wurden die Orden von der Königlich Preußischen Eisengießerei. Obwohl die auf den Geburtstag Königin Luises (10. März) rückdatierte Stiftungsurkunde von 1813 ausdrücklich die einmalige und ausschließliche Verleihung für die Befreiungskriege vorsieht, wurde es in späteren Kriegen immer wieder neu gestiftet.

Im Gegensatz zu allen anderen üblichen Militärorden weltweit wurde beim Eisernen Kreuz bewusst auf wertvolle Materialien verzichtet. Die Auszeichnung aus einfachem schwarzen, mit Silber eingefassten Gusseisen stand symbolisch für die ritterliche Pflichterfüllung und Zurückhaltung eines preußischen Soldaten. Es ist sogar bekannt, dass die ersten Formen des Eisernen Kreuzes aus überkreuz genähtem Ordensband (schwarzweiß) bestanden.

Das Material Eisen entsprach zudem dem Zeitgeschmack. Der preußische Staat sammelte zur Finanzierung der Armee gegen Napoleon von betuchten Bürgerinnen und Adeligen Goldgeschmeide im Tausch gegen einfachen Eisenschmuck (Motto: „Gold gab ich für Eisen“ oder „Gold zur Wehr, Eisen zur Ehr“).

Das Großkreuz war ungefähr doppelt so groß wie die Kreuze von EK I und EK II. Bei ihm war die silberne Fassung des Eisenkernes aber vergoldet. Die Form des Großkreuzes wurde 1939 für das Ritterkreuz übernommen, allerdings mit wiederum silberner Fassung.

Das Eiserne Kreuz trug stets reliefartig das Stiftungsdatum (1813, 1870, 1914 und 1939) im unteren Kreuzarm des Kreuzes. 1813 zierten den oberen Kreuzarm die Initialen des Königs Friedrich Wilhelm III. (FW), die Mitte ein Eichenlaub. 1870 und 1914 rückten das Initial der Monarchen Wilhelm I. bzw. Wilhelm II. in die Mitte und eine stilisierte preußische Königskrone in den oberen Strahl. Die ursprüngliche Gestaltung (FW - 1813) rückten auf die Rückseite. Adolf Hitler verzichtete bei der erneuten Stiftung 1939 auf seine Initialen als Führer und Oberbefehlshaber der Wehrmacht, die auf ihn persönlich vereidigt war. Stattdessen wurde das Hakenkreuz, das Symbol des nationalsozialistischen Staates, in die Mitte des traditionsreichen Ordens eingefügt.

Trageweise

Das EK II wurde seit seiner Erststiftung vollständig am Bande stets nur am Verleihungstage im zweiten knöpfbaren Loch der Uniformjacke getragen. Anschließend ist das Ordensband als Zeichen der Trägerschaft an gleicher Stelle mit dem Stoff der Jacke vernäht worden. Oftmals wurden auf dem Band zum EK II auch andere Ehrenzeichen angebracht. Nach dem ersten Weltkrieg kam das Tragen von großen und kleinen Ordensspangen auf, bei denen im Normalfall ebenfalls nur das Band auf einem Messing- oder Blechträger am Zivilanzug getragen wurde.
Das EK I, das Ritterkreuz und das Großkreuz wurden stets in der Originalform an der linken Brust bzw. am Halsband getragen.


Bedeutung

Die höheren Klassen des Eisernen Kreuzes waren seit 1813 die höchsten preußischen und seit 1870 auch die höchsten deutschen Kriegsauszeichnungen. Einen ähnlichen Rang besaß nur noch die bis 1918 verliehene Militärklasse des Ordens Pour le mérite (franz: für das Verdienst; Spitzname „Blauer Max“), der aber ausschließlich Offizieren vorbehalten blieb.

Auch wenn es viele andere Kriegsauszeichnungen auch anderer Teilstaaten des Deutschen Reiches für die Teilstreitkräfte oder Waffengattungen gab, so reichten diese von der persönlichen Bedeutung und der gesellschaftlichen Anerkennung zu keiner Zeit an die Verleihung eines Eisernen Kreuzes.

Das Eiserne Kreuz war der erste europäische Kriegsverdienstorden, der ohne Ansehen von Stand und Dienstrang vergeben wurde, was zu seiner Popularität enorm beitrug. Vielleicht lässt sich der einzigartige Ruf des Ordens in seiner Zeit auch mit seiner betonten Schlichtheit und auffälligen Einmaligkeit unter den Kriegsorden erklären.


Stiftung


Stiftungsdatum 1813, 1870 und 1914

Als höchste Auszeichnung im Krieg gegen das französische Kaiserreich unter Napoleon (Befreiungskriege) wurde das Eiserne Kreuz am schwarzen Band mit weißer Einfassung verliehen. Zu Beginn des Deutsch-Französischen Krieges wurde die Stiftung durch den preußischen König Wilhelm I. (den späteren Kaiser Wilhelm I.) am 19. Juli 1870 erneuert. Im Preußisch-Österreichischen Krieg von 1866 wurde das Eiserne Kreuz nicht verliehen, da dieser Krieg als „Bruderkrieg“ angesehen wurde.
Von 1813 bis 1918 unterschied man aufsteigend drei Stufen:

Eisernes Kreuz 2. Klasse (EK II) (mit schwarz-weißem Band)
Eisernes Kreuz 1. Klasse (EK I) (Steckkreuz)
Großkreuz des Eisernen Kreuzes

Für Nicht-Kombattanten gab es 1813, 1870, 1914 das EK am weißen Bande mit schwarzer Einfassung.

Die preußischen Generalfeldmarschälle Blücher und Hindenburg erhielten für ihre außergewöhnlichen Verdienste jeweils eine eigentlich nicht vorgesehene Stufe, die eigens für sie geschaffen wurde. Dieses Eiserne Kreuz wurde auf einem goldenen achtstrahligen Stern dargestellt. Da diese Kreuze nur zweimal verliehen wurden, wurden sie nach ihren Trägern benannt, nämlich „Blücherstern“ bzw. „Hindenburgstern“.

Zu Beginn des Ersten Weltkrieges erneuerte der deutsche Kaiser Wilhelm II. am 5. August 1914 die Stiftung des Eisernen Kreuzes. In den folgenden Kriegsjahren wurde das EK – insbesondere das EK II – so oft verliehen, dass es sein hohes Renommee einbüßte. Schätzungsweise 5 Millionen EK II und 218.000 EK I wurden während des Ersten Weltkrieges verliehen.

Als Sonderform gilt das EK am weißen Bande. Es wurde für Leistungen verliehen, die mit dem Krieg in Beziehung standen, aber nicht unbedingt mit Kampfhandlungen zu tun hatten. Es konnte auch an Zivilisten verliehen werden, die sich um die Kriegsführung verdient gemacht hatten. Da es sich hierbei oft um Personen aus der Rüstungsindustrie oder der Logistik handelte, kam der pejorative Name „Schieberkreuz“ auf. Diese Klasse des EK wurde nach 1918 nicht wieder eingeführt, an seine Stelle trat 1939 das Kriegsverdienstkreuz.


Stiftungsdatum 1939

Im Zweiten Weltkrieg führte Hitler das Eiserne Kreuz als Kriegsauszeichnung wieder ein. Etwas dicker gefertigt, erhielt es die Jahreszahl 1939 auf die Vorderseite, (1813 kam auf die Rückseite) und in die Mitte das Hakenkreuz. Es wurde nun nicht mehr wie nach preußischer Tradition am schwarz/weißen Band, sondern an einem von außen nach innen gehendem schwarz-weiß-roten Band getragen. Für Soldaten, die bereits im Ersten Weltkrieg mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet wurden, wurde die Wiederholungsspange geschaffen. Diese Wiederholungsspange wurde für das EK II 1914 auf dem Band und für das EK I 1914 über dem EK I (d.h. auf die Brusttasche gesteckt) getragen. Die Spange selbst ist silberfarben und besteht aus dem damaligen Hoheitszeichen (stilisierter Adler mit ausgebreiteten Schwingen), darunter die Jahreszahl 1939.

Die sogenannte 1957er Version der Spange zum EK besteht aus der durch eine EK-Miniatur geteilte Jahreszahl 1939.

In der Zeit von 1939 bis 1945 unterschied man aufsteigend vier Stufen:

Eisernes Kreuz 2. Klasse (EK II) (mit schwarz-weiß-rotem Band)
Eisernes Kreuz 1. Klasse (EK I) (Steckkreuz)
Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes und dessen höhere Stufen
Großkreuz des Eisernen Kreuzes

Man schätzt die Verleihung von etwa 2,5 Millionen EK II und 300.000 EK I allein im Heer. Insgesamt werden die Verleihungszahlen auf 3 Millionen EK II (darunter bis zu 39 Frauen, 19 davon amtlich bestätigt) und 450.000 EK I (darunter bis zu zwei Frauen: Flugkapitän Hanna Reitsch und DRK-Schwester Else Grossmann, nicht bestätigt) geschätzt. Interessant ist die Verleihung an drei Juden in der finnischen Armee, Major im Sanitätsdienst Leo Skurnik, Hauptmann Salomon Klass und Dina Poljakoff, die die Auszeichnung allerdings ablehnten.

Das Ritterkreuz, 1939 gestiftet, wurde an einem breiten Band um den Hals getragen (das Ordensstatut sah vor, dass der Orden auf dem flachgebundenen Krawattenknoten liegen muss) und übernahm faktisch die Rolle des bis 1918 verliehenen preußischen Pour le Mérite, der nur an Offiziere vergeben wurde (für Mannschaften und Unteroffiziere wurde bis 1918 das Goldene Militär-Verdienst-Kreuz vergeben). Im Verlauf des Krieges traten als Steigerung der Auszeichnung bei weiteren Verdiensten nacheinander Eichenlaub (816 Verleihungen), Schwerter (157 Verleihungen) und Brillanten (27 Verleihungen) zum RK hinzu, die auf dem Tragering des Ordensbandes angebracht wurden. Es gab noch eine weitere Steigerung, nämlich das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit goldenem Eichenlaub, Schwertern und Brillanten. Dieses Kreuz wurde jedoch nur ein einziges Mal verliehen und zwar am 1. Januar 1945 an den Stuka-Piloten Hans Ulrich Rudel, da dieser über 500 sowjetische Panzer vernichtete, sowie andere herausragende Leistungen vorzuweisen hatte (unter anderem die Versenkung des sowjetischen Schlachtschiffs Marat). 1942 ordnete Hitler an, dass Träger des Ritterkreuzes als Auszeichnung von allen militärischen Dienstgraden (auch Generalen) unabhängig vom Dienstgrad des Trägers zuerst zu grüßen seien.


Die letzte Steigerung war das Großkreuz. Dieser Orden wurde in der Zeit von 1939–45 ebenfalls nur einmal verliehen, an Hermann Göring, Oberbefehlshaber der Luftwaffe und Reichsmarschall. Die Auszeichnung wurde ihm aber von Hitler noch am 23. April 1945 wieder aberkannt (testamentarische Verfügung, nach der Hermann Göring mit sofortiger Wirkung seiner politischen, parteiinternen und militärischen Ämter für verlustig erklärt wurde. Siehe hierzu Abdruck des „Testamentes“ im Buch von Werner Maser Adolf Hitler).

Die US Army beschlagnahmte am Ende des Krieges in Österreich eine Sonderstufe des Großkreuzes – mit Stern – ähnlich dem Blücherstern. Diese Auszeichnung ist nicht zur Verleihung gekommen, für wen sie vorgesehen war, ist ebenfalls unbekannt. Das Großkreuz Hermann Görings sowie der nie verliehene Stern befinden sich in den Archiven der US-Militärakademie West Point.

Laut Ordensgesetz vom 26. Juli 1957 ist das Tragen des EK aus dem Zweiten Weltkrieg ausschließlich ohne Hakenkreuz und mit Nachweis seines berechtigten Erwerbes erlaubt. Veteranen können sich hierzu „entnazifizierte“ Orden – auch als Miniatur – anfertigen lassen, auf denen das Hakenkreuz durch Eichenlaub ersetzt ist, wie es auch schon das erste Eiserne Kreuz von 1813 zierte. Abzeichen mit nationalsozialistischen Emblemen dürfen nicht getragen, verkauft oder sonst in Verkehr gebracht werden.

 

Sonstiges

 

Sonstiges

Die Symbolik des Eisernen Kreuzes wurde ab 1813, nach dem Aufruf von Prinzessin Marianne von Preußen an alle Frauen Preußens, ihren Goldschmuck abzugeben, auch für ehrende Schmuckstücke, meist mit der Aufschrift „Gold gab ich für Eisen“, verwendet.
Der Aufruf wurde im Ersten Weltkrieg wiederholt. Trauringe, Broschen und Schmuckringe (zum Teil die Symbolik des Eisernen Kreuzes unmittelbar aufgreifend) wurden an die spendenwilligen Bürger und Bürgerinnen als Gegengabe für ihren Goldschmuck ausgegeben.
Das Deutsche Rote Kreuz sammelte an verschiedenen Orten während des Krieges jeweils Spenden mit einer übergroßen hölzernen Replik (190 x 190 cm und 14 cm dick), in die eiserne oder silberne Nägel entsprechend der Spendenhöhe eingeschlagen werden konnten (Darmstadt, Heidelberg). Dieses „Kreuz in Eisen“ diente als „vaterländische Attraktion“, um Spender gleichzeitig für diese Spenden zu gewinnen und durch die öffentliche Form wiederum als Spender auszuzeichnen.

Ganz nebenbei gab das Eiserne Kreuz 1921 auch dem Berliner Stadtteil Kreuzberg seinen Namen (nach der Gründung Groß-Berlins 1920 hieß der Bezirk zunächst Hallesches Tor). Der Name rührt vom Eisernen Kreuz auf der Spitze des von Karl Friedrich Schinkel geschaffenen Denkmals (zur Erinnerung an den Sieg gegen Napoleon, erbaut 1818–21) auf dem 66 Meter hohen „Kreuzberg“ her, der bis 1821 „Tempelhofer Berg“ genannt wurde.

Die Gemeinde Großbeeren unmittelbar an der südlichen Stadtgrenze Berlins führt das Eiserne Kreuz im Wappen. Dies ist im Zusammenhang mit der für Preußen 1813 siegreich beendeten Schlacht bei Großbeeren zu sehen.

 


Verleihungszahlen

 

Verleihungszahlen

Mit Ausnahme des 2. Weltkriegs wurde das Kreuz immer in 3 Klassen verliehen. Dabei wurde das Großkreuz 1870/71 achtmal und 1914/18 viermal verliehen. Neben den ordnungsgemäßen Trägern im 1. Weltkrieg (Hindenburg, Mackensen, Prinz Leopold von Bayern und Ludendorff) trug es auch der Kaiser zu besonderen Anlässen. Die beiden unteren Klassen wurden wie folgt verliehen:
EK I - 1870/71 - 1295x; 1914/18 - 218.000x
EK II - 1870/71 - 41.702x; 1914/18 - 5.196.000x

Im 2. Weltkrieg kamen zu den 3 Klassen noch weitere 6 hinzu:

Ritterkreuz
Ritterkreuz mit Eichenlaub
Ritterkreuz mit Eichenlaub und Schwertern
Ritterkreuz mit Eichenlaub, Schwertern und Brillanten
Ritterkreuz mit Goldenem Eichenlaub, Schwertern und Brillanten

Dabei wurden das Großkreuz (Göring) und das Goldene Eichenlaub (Rudel) jeweils nur einmal verliehen. Das Eiserne Kreuz 1939 erhielten am 13.09.1939 erstmals Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften. Dabei waren der General der Flieger Löhr und der Generalmajor Loerzer die ersten Offiziere der Wehrmacht, die das EK II bzw. die Spange dazu erhielten.

Genaue Zahlen zu den Verleihungen der beiden unteren Klassen des Eisernen Kreuzes im II. Weltkrieg sind leider nicht mehr verifizierbar. Tatsache ist jedoch das diese weitaus spärlicher erfolgten als im I. Weltkrieg. Insgesamt wurden im II. Weltkrieg nämlich nur ca. 2,5 Millionen Kreuze verliehen.

 


Seit 1945

 

Seit 1945

Als Kriegsauszeichnung oder Verdienstorden wird das Eiserne Kreuz seit 1945 nicht mehr verliehen. Im Gegensatz zu anderen NATO-Mitgliedern verleiht die Bundesrepublik Deutschland gegenwärtig keine Tapferkeitsmedaillen oder Kombattanten-Auszeichnungen an ihre Soldaten. Neben Schieß-, Tätigkeits-, Sonder- und Leistungsabzeichen werden allerdings die Einsatzmedaille (drei Stufen) für Teilnahme an Auslandseinsätzen der Bundeswehr und das Ehrenzeichen der Bundeswehr (vier Stufen) verliehen.

Aufgrund seiner identitätsstiftenden Tradition ist das Eiserne Kreuz 1955 von der Bundeswehr in zahlreiche andere Verwendungen übernommen worden. So stellt es in allen drei Teilstreitkräften das Hoheitszeichen dar (z.B. an gepanzerten Fahrzeugen und an Luftfahrzeugen).
Die Truppenfahnen der Bundeswehr tragen in ihrer Spitze ein durch goldenes Eichenlaub umfasstes Eisernes Kreuz. Auch das Ehrenzeichen der Bundeswehr (Ehrenmedaille, Ehrenkreuz in Bronze, Silber oder Gold) trägt das Eiserne Kreuz als Symbol für Freiheitsliebe, Ritterlichkeit und Tapferkeit auf der Vorderseite. Ebenso wird es auf Briefen, Visitenkarten und im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit als „Logo“ der Bundeswehr verwendet.

Eventuelle Zukunft / die heutige Form

-> Petition an den Deutschen Bundestag zur Wiedereinführung des Eisernen Kreuzes

-> Resultat der Petition ist das am 10. Oktober 2008 das Ehrenkreuz der Bundeswehr für Tapferkeit gestiftet wurde.
{tab=}Stiftungserlass 1813

Als sich Preußen zum Widerstand gegen die napoleonischen Besatzer entschloss, reichte Oberst von Gneisenau beim König eine Denkschrift ein, die auf eine Auszeichnung für die Milizen hinwies. Der König notierte dazu einige Randbemerkungen und griff den Gedanken erst Ende Februar 1813 wieder auf. Dabei bemerkte er:

„Ein neuer Orden zu stiften, bloß für die Dauer des Krieges unter der Benennung das Eiserne Kreuz.“

Der König selbst entschied sich also für diese Bezeichnung und entwarf auch die ersten Skizzen dazu. Diese zeigten zwei rechtwinklig übereinander gelegte gleichlange Stücke des schwarz-weißen Bandes der preußischen Verdienstmedaille. Damit glich die Zeichnung in ihrer Grundform dem alten Mantelkreuz des Deutschen Ordens. Der König beauftragte daraufhin seinen Kriegsrat Einsiedel einen Entwurf des Ordens auf der Grundlage der königlichen Skizzen anzufertigen. Diesen Entwurf beanstandete jedoch der König und so war es der Baumeister Friedrich Schinkel, der dem Eisernen Kreuz die künstlerische Form gab.
Die Stiftung erfolgte am 10.03.1813, dem Geburtstag der verstorbenen Königin Luise.

Das Eiserne Kreuz II. Klasse wurde am Band im Knopfloch getragen, wobei die Vorderseite keinerlei Inschrift aufwies. Die Rückseite zeigte am Kopf die preußische Krone mit den königlichen Initialen, drei gekreuzten Eichenlaubblättern und die Jahreszahl 1813. Die Symbolik der Eichenlaubblätter geht ebenfalls auf König Friedrich Wilhelm III. zurück. Die Zacken der Blätter sollten demnach auf die Zahl seiner Kinder hinweisen, währen die gekreuzten Endlinien der Blätter in Verbindung mit den Zacken den Sterbetag der Königin ergaben. In späteren Zeiten wurden den drei Blättern die Bedeutung den Wehr-, Lehr- und Nährstandes als Träger der unüberwindlichen Kraft des deutschen Volkes beigelegt.

Das Eiserne Kreuz sollte nur für Verdienste im Krieg verliehen werden. Damit sollte der erwiesenen Tapferkeit vor dem Feind Rechnung getragen werden. Dabei konnte es aber auch Männer verliehen werden, die nicht unbedingt als Soldaten an der Front standen. Die Erneuerung des Eisernen Kreuzes von 1939 bezog sich dagegen nur auf Verdienste an der Front.

Mit der Herstellung der Kreuze wurde die Königliche Kanonengießerei in Gleiwitz beauftragt. Da es jedoch an geeignetem Fachpersonal mit entsprechenden Stanzmaschinen fehlte, wurden bis Mitte Mai 1813 erst 300 Kreuze fertig gestellt. Wobei jedes davon 2½ Taler kostete.
Das erste Eiserne Kreuz II. Klasse von 1813 erhielt am 18.04.1813 der Major von Borcke, Kommandeur des Füsilier-Bataillons im 1. Pommerischen Infanterie-Regiment Nr. 2 für ein Gefecht bei Lüneburg. Der erste Träger des Eisernen Kreuzes II. Klasse von 1813 aus dem Mannschaftsstand war der Füsilier Lemke des gleichen Bataillons, der die Auszeichnung für das gleiche Gefecht erhielt.

Der erste Träger des Eisernen Kreuzes I. Klasse von 1813 wurde der Oberstleutnant von Helwig, Kommandeur des 9. Husaren-Regiments. Als erster Unteroffizier wurde am 06.09.1813 der Unteroffizier Sielaff vom 1. Pommerischen Infanterie-Regiment Nr. 2 mit dem Eisernen Kreuz I. Klasse ausgezeichnet. Während der Befreiungskriege wurde das Eiserne Kreuz in seinen 3 Klassen wie folgt verliehen:

Großkreuz - 4x
Eisernes Kreuz I. Klasse - 668x
Eisernes Kreuz II. Klasse - 16.151x

Als Besonderheit gilt die Verleihung des Eisernen Kreuzes an August Lübeck alias Friederiecke Krüger, Musketier(in) im 9. Infanterie-Regiment, die in der Schlacht um Laon schwer verwundet wurde. Erst im 2. Weltkrieg wurde das Eiserne Kreuz wieder an Frauen verliehen, dabei erhielt Hanna Reitsch als einzige Frau in der Geschichte das Eiserne Kreuz I. Klasse.

Die Träger des Eisernen Kreuzes erhielten vom König einen Ehrensold und konnten auch dann, wenn sie nicht mehr Soldaten waren, mit militärischen Ehren beigesetzt werden. Die Auszeichnung hob den Träger also ganz bewusst aus der Gemeinschaft des Volkes heraus, womit das schlichte Kreuz zum Symbol des deutschen Soldatentums wurde und dabei auch im Ausland hoch geachtet.

König Wilhelm von Preußen erneuerte am 19.07.1870, dem 60. Todestag der Königin Luise, den Orden. Gleichzeitig erfolgte an diesem Tag die Übergabe der Kriegserklärung Frankreichs an Preußen.

Am 05.08.1914 befahl Kaiser Wilhelm II. die abermalige Verleihung des Kreuzes und Hitler unterschrieb am 01.09.1939 die "Verordnung über die Erneuerung des Eisernen Kreuzes".

Die Stiftung des Eisernen Kreuzes 1918

Am 10.03.1918 unterzeichnete der damalige preußische König Friedrich Wilhelm III. in Breslau die „Urkunde über die Stiftung des Eisernen Kreuzes“. Dieses Dokument beginnt mit folgenden Worten:
„In der jetzigen großen Katastrophe, von welcher für das Vaterland alles abhängt, verdient der kräftige Sinn, der die Nation so hoch erhebt, durch ganz eigentümliche Monumente geehrt und verewigt zu werden. […] Wir haben daher beschlossen, das Verdinest, welches in dem jetzt ausbrechenden Kampf mit dem Feind oder außerdem im Felde oder daheim in jeder Beziehung auf diesen großen Kampf um Freiheit und Selbstständigkeit erworben wird, besonders auszeichnen. […] Die nur für diesen Krieg bestehende Auszeichnung des Verdienstes Unserer Untertanen um das Vaterland ist das EISERNE KREUZ von zwei Klassen und einem Großkreuz.“

Damit entstand ein Orden, der heute durchweg als der deutscheste Orden überhaupt bezeichnet wird. Er steht für soldatische Pflichterfüllung mehrerer Generationen.

Zwar gab es immer wieder Zeitgenossen, die den Orden beschimpften, oder nach wie vor beschimpfen, doch das Ordensgesetz vom 26.07.1957 erlaubte das Tragen des 1939 neu gestifteten Eisernen Kreuzes. Damit wurde der Orden an sich als Zeichen deutschen Soldatentums anerkannt und ist damit Bestandteil unserer deutschen Geschichte.

Stiftungserlass des Eisernen Kreuzes 1939

Stiftungsdatum: 1.9.1939
Stifter: A. Hitler
Stiftungsverordnung:
(Reichsgesetzblatt vom 2. September 1939 Nr. 159 Seite 1573)
 

Verordnung über die Erneuerung des Eisernen Kreuzes.

Nachdem ich mich entschlossen habe, das Deutsche Volk zur Abwehr gegen die ihm drohenden Angriffe zu den Waffen zu rufen, erneuere ich eingedenk der heldenmütigen Kämpfe, die Deutschlands Söhne in den früheren großen Kriegen zum Schutze der Heimat bestanden haben, den Orden des Eisernen Kreuzes.

Artikel 1

Das Eiserne Kreuz wird in folgender Abstufung und Reihenfolge verliehen:

Eisernes Kreuz 2. Klasse,

Eisernes Kreuz 1. Klasse,

Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes,

Großkreuz des Eisernen Kreuzes.

Artikel 2

(1) Das Eiserne Kreuz wird ausschließlich für besondere Tapferkeit vor dem Feind und für hervorragende Verdienste in der Truppenführung verliehen.
(2) Die Verleihung einer höheren Klasse setzt den Besitz der niedrigeren Klasse voraus.

Artikel 3

Die Verleihung des Großkreuzes behalte ich mir vor für überragende Taten, die den Ablauf des Krieges entscheidend beeinflussen.

Artikel 4

(1) Die 2. und die 1. Klasse des Eisernen Kreuzes gleichen sich in Größe und Ausführung den bisherigen mit der Maßgabe, daß auf der Vorderseite das Hakenkreuz und die Jahreszahl 1939 angebracht sind.

(2) Die 2. Klasse wird an einem schwarz-weiß-roten Bande im Knopfloch oder an der Schnalle, die 1. Klasse ohne Band auf der linken Brustseite getragen.

(3) Das Ritterkreuz ist größer als das Eiserne Kreuz 1. Klasse und wird am Halse mit schwarz-weiß-rotem Bande getragen.

(4) Das Großkreuz ist etwa doppelt so groß wie das Eiserne Kreuz 1. Klasse, hat an Stelle der silbernen eine goldene Einfassung und wird am Halse an einem schwarz-weiß-rotem Bande getragen.

Artikel 5

Ist der Beliehene schon im Besitz einer oder beider Klassen des Eisernen Kreuzes des Weltkriegs, so erhält er an Stelle eines zweiten Kreuzes eine silberne Spange mit dem Hoheitszeichen und der Jahreszahl 1939 zu dem Eisernen Kreuz des Weltkriegs verliehen, die Spange wird beim Eisernen Kreuz 2. Klasse auf dem Bande getragen, beim Eisernen Kreuz 1. Klasse über dem Kreuz angesteckt.

Artikel 6

Der Beliehene erhält eine Besitzurkunde.

Artikel 7

Das Eiserne Kreuz verbleibt nach Ableben des Beliehenen als Erinnerungsstück den Hinterbliebenen.


Artikel 8

Die Durchführungsbestimmungen erlässt der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht im Einverständnis mit dem Staatsminister und Chef der Präsidialkanzlei.

Berlin, den 2. August 1939
Der Führer und Reichskanzler
Adolf Hitler

Der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht
Keitel

Der Reichsminister des Inneren
Frick

Der Staatsminister und Chef
der Präsidialkanzlei des Führers und Reichskanzlers
Dr. Meißner"


 

Bildverzeichnis



Eisernes Kreuz 1918

 





Eisernes Kreuz 2. Klasse (1939) in der Ausführung nach dem Ordengesetz von 1957

 





Spange zum EK 2. Klasse von 1918

 





Eisernes Kreuz 1. Klasse (1939)

 





Spange zum EK 1. Klassse von 1918
 





Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes (1939)

 





Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub (1939)





Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub und Schwerter (1939)
 





Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub und Schwerter und Brillanten (1939)

 





Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit Goldenem Eichenlaub und Schwerter und Brillanten (1939)

 





Großkreuz des Eisernen Kreuzes (1939)

 





Stern des Eisernen Kreuzes


Quellen

wiki (Zugriff 13.09.09)
sammler.com (Zugriff 13.09.09)
bundeswehr.de (Zugriff 13.09.09)



Autor: GhOsT