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Das Thema

 

Ehrentafelspange der Deutschen Kriegsmarine

(1957 Version)
Bekanntgabe des Marine-Personal-Amts des Oberkommandos der Kriegsmarine vom 23. Februar 1943:
Es wird bekannt gegeben, dass "Der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine die Einführung einer Ehrentafel, ähnlich dem ''Ehrenblatt des Deutschen Heeres'' und der ''Ehrenliste der deutschen Luftwaffe'', befohlen hat."

Verordnung des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine (Dönitz) vom 13. Mai 1944:
Angehörige der Kriegsmarine "erhalten zur äußerlichen Kennzeichnung die in der Ehrentafel der Deutschen Kriegsmarine genannten Soldaten, die nicht Inhaber des Ritterkreuzes, des Eisernen Kreuzes oder des Deutschen Kreuzes in Gold sind, die Ehrentafel-Spange."

 

Stifter: Großadmiral Dr. h. c. Raeder

    • (Oberbefehlshaber der Kriegsmarine) /

Großadmiral Dönitz

    • (Oberbefehlshaber der Kriegsmarine)

Datum:23. Februar 1943 (Stiftung der Ehrentafel) / 13. Mai 1944 (Stiftung der Ehrentafel-Spange)

Trageweise: Die Ehrentafel-Spange der Deutschen Kriegsmarine wurde nur im Knopfloch von Bluse oder Rock getragen, nicht jedoch an der kleinen oder großen Ordensschnalle. Das Gleichzeitige tragen des Bandes des Eisernen Kreuzes 2. Klasse von 1914 mit Wiederholungsspange 1939 und des Bandes des Eisernen Kreuzes 2. Klasse von 1939 mit Ehrentafel-Spange war nicht zulässig.


Geschichte

 

Geschichte

Als Urheber dieser Auszeichnung gilt Namensnennung im Wehrmachtbericht durch den Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst von Brauchitsch. Diese besondere Auszeichnung sollte auch in einer anderen Form bald den besonders hervorzuhebenden Soldaten entgegen gebracht werden.
Die Einführung der Ehrentafel der Deutschen Kriegsmarine war nachvollziehbar, weil die Marine den anderen Waffengattungen nicht nachstehen wollte. In der geschaffenen Ehrentafel wurden alle Ritterkreuzträger sowie die Träger des Deutschen Kreuzes in Gold genannt. Besondere Ausnahmen wurde für ausgewählte Persönlichkeiten der Marine gemacht, welche das EK I besaßen und deren Tat nicht ganz für das Ritterkreuz oder Deutsche Kreuz in Gold ausreichte. Weil dies natürlich nicht auf den ersten Blick ersichtlich war, ist man auch den Weg der anderen Waffengattungen gegangen und hat am 13.5.44 die Ehrentafelspange gestiftet, welche auch rückwirkend verliehen wurde. War diese Ehrentafelspange nun Ordenswut und Ehrung für außergewöhnliche Männer? Für eine Ordenswut sprechen die insgesamt 21 erschienen Ehrentafelbeilagen zum Marineverordnungsblatt, in denen 1.254 Soldaten genannt wurden. Das allerdings von den Trägern 149 mit dem Ritterkreuz und 1.081 mit dem Deutschen Kreuz in Gold ausgezeichnet wurden, spricht für eine Sammelauszeichnung verdienter Seefahrer, im Gegensatz zu einer neuen Auszeichnung. erstaunlich, das 24 Soldaten der dort verzeichneten Träger, keine der beiden Auszeichnungen besaßen und daher mit der Ehrentafelspange dekoriert worden sind. Also eine seltene Auszeichnung und eine auflistende Institution. Fünf weitere Namen waren für die Ehrentafel vorgesehen, die jedoch gegen Ende des Krieges nicht mehr veröffentlicht wurden. Insgesamt kommt man also auf 29 Namen:


Träger

Träger

Bitterer, Wilhelm (* 12.03.1911 in Wien)
Nennung am 11.01.45 / Verleihung am 09.12.44
als OLt. (W), Leiter eines Sprengkommandos, Sperrwaffeninspektion

Cordesmeier, Paul (* 23.11.1914 in Schöttmar/Lippe)
Nennung am 09.10.44 / Verleihung am 26.10.44
als OLt.(V) (KrO), Flottillenverwaltungsoffizier 7.Vorpostenflottille

Eggers, August (* 11.11.1909 in Friedrichstadt/Eider)
Nennung am 18.11.44 / Verleihung am?.?.44
als KLt., Kdt. K 4 (1.Sperrbrecherflottille)

Fischer, Klaus (* 28.06.1913 in Blumenthal/Weser)
Nennung am ?.?.45 / Verleihung am 13.02..45
als OLt.(MA) d.R., Führer eines Begleitkommandos 4./MAA 613

Graf, Kurt (* 13.12.1920 in Memel)
Nennung am 18.11.44 / Verleihung am 25.10.44
als MatrObergefr., Gefechtsrudergänger S 26 (1.Schnellbootsflottille)

Hetz, Karl (* 11.05.1910 in Hanau)
Nennung am ? / Verleihung am 01.02.45
als KKpt., Kdt. Z 34

Kayser, Günther (* 25.01.1897 in Krakow)
Nennung am 10.10.43 / Verleihung am 06.09.44
als KLt.d.R., Kdt. M 1102 (11.Minensuchflottille)

Kirchhoff, Joost (* 02.03.1914 in Dyksterhusen)
Nennung am 11.01.45 / Verleihung am ?.?.45
als Lt.z.S. (KrO), Kdt. RA 3830 u. Gruppenfhr.i.d. 38.Minensuchflottille

Knauth, Karl-Heinz (* 11.01.1915 in Darmstadt)
Nennung am 08.11.43 / Verleihung am 06.09.44
als OLt.z.S., WO Minenschiff Roland

Kronejung, Günter (* 12.06.1917 in Solingen)
Nennung am 17.12.44 / Verleihung am 11.11.44
als OLt.(MA) d.R., Batteriechef 3./20.Marinebordflakabt.

Kruse, Richard (* 27.08.1915 in Borstel/Schleswig-Holstein)
Nennung am 08.11.43 / Verleihung am 06.09.44
als Bootsmannsmaat a.K., Kdt. eines Sonderfahrzeuges i.d. Schnellbootsschulflottille

Lerch, Kurt (* 20.10.1912 in Stralsund)
Nennung am 08.11.43 / Verleihung am 06.09.44
als KLt. u. Sonderführer, Kdt. eines Minenschiffes

Müller, Heinz (* 29.01.1911 in Leer/Ostfriesland)
Nennung am ? / Verleihung am 10.01.45
als OLt.z.S.d.R., Kdt. Flj.23 (11.Vorpostenflottille)

Nordt, Otto (* 12.01.1902 in Dreschwitz/Rügen)
Nennung am 08.11.43 / Verleihung am ?.?.44
als KLt., Kdt. M 476 und Gruppenfhr. i.d. 26.Minensuchflottille
(später Ritterkreuzträger)

Offermann, Franz (* 21.10.1908 in Wesel/Rhein)
Nennung am 11.01.45 / Verleihung am 13.12.44
als KLt.(MA), Chef 2./MArtAbt.286

Pampuch, Alois (* 16.06.1920 in Wäldchen/Oppeln)
Nennung am 18.11.44 / Verleihung am 25.10.44
als Oberbootsmannsmaat, Seem.Nr.1 u.Flakführer UJ 2101 (21.U-Jagd-Fl.)

Paul, Karl (* 19.03.1908 in Kiel)
Nennung am ? / Verleihung am 01.02.45
als Kdt. Z 31

Paulshen, Ottokar (* 11.10.1915 in Charlottenburg/Berlin)
Nennung am 09.10.44 / Verleihung am 26.10.44
als KKpt., Kdt. U 557

Rademaker, Hans (* 23.03.1915 in Bonn)
Nennung am 31.12.43 / Verleihung am 06.09.44
als OLt.(MA) d.R., Bttr.-Chef i.d. MArtAbt.242

Rössger, Ruprecht (* 30.08.1915 in Leipzig)
Nennung am 18.11.44 / Verleihung am ?.?.44
als KLt., Chef 21.Räumbootsflottille

Rübel, Gustav (* 29.06.1898 in Dortmund)
Nennung am 08.11.43 / Verleihung am ?.?.44
als KKpt.d.R., Kdt. Minenschiff Brandenburg

Schmalenbach, Paul (* 21.08.1909 in Schalksmühle/Altena)
Nennung am ? / Verleihung am 11.04.45
als KKpt., I.AO Prinz Eugen

Schütz, Ulrich (* 18.02.1915 in Lehe/Stade)
Nennung am 11.01.45 / Verleihung am 02.12.44
als OLt.z.S.d.R., Führer einer Marinefährprahm-Gruppe i.d. 15.Landungsflottille

Schwarz, Paul (* 04.12.1905 in Rädnitz/Oder)
Nennung am 28.06.43 / Verleihung am 06.09.44
als OLt.(Ing.) (KrO), Lecksicherungsoffizier Gneisenau

Weilkes, Friedrich (* 06.12.1906 in Essen)
Nennung am 11.01.45 / Verleihung am 09.12.44
als Oberwaffenwart(Spr.), Sprengsonderkdo., Sperrwaffeninspektion

Weiss, Günther (* 03.10.1918 in Kiel)
Nennung am 08.11.43 / Verleihung am 06.09.44
als Bootsmannsmaat, Kdt. eines Sonderfahrzeuges i.d. 10.Landungsflottille

Wilhelm, Herbert (* 12.11.1916)
Nennung am 11.01.45 / Verleihung am 09.12.44
als Obermechanikermaat (Spr.), Sprengsonderkdo., Sperrwaffeninspektion

Wolf, Alfred (* 11.07.1903 in Berlin)
Nennung am 11.01.45 / Verleihung am 02.12.44
als Sonderführer (OStrm.), Kdt. Netzleger Rau 7

Wolf, Emil (* 12.12.1893 in Siegen)
Nennung am 06.09.44 / Verleihung am 21.09.44
als OLt.z.S.d.R., Kdt. UJ 2144 (21.U-Jagd-Flottille)


Geschichte II

Das Abzeichen bestand aus einem umlaufenden hohlgeprägten Eichenlaubkranz, in dessen sich ein klarer Anker befand, der von einem Hakenkreuz überlagert war. Dieses Abzeichen war vergoldet. Alle in den Ehrenblättern genannten Soldaten erhielten durch den entsprechenden Oberbefehlshaber eine Anerkennungsurkunde und sind so auch ohne Ehrenblattspange persönlich geehrt worden und nicht nur dort aufgelistet.

Die Soldaten des Heeres der Deutschen Wehrmacht und Angehörigen der Waffen-SS wurden bereits vorher mit einem „Ehrenblatt des Deutschen Heeres“. Mannschaften und Unteroffiziere wurden mit der Verleihung der Ehrenblattspange auch zur Beförderung vorgesehen. Es sind insgesamt ca. 4.547 - davon 167 an die Waffen-SS - Verleihungen bekannt. Bis zum Schluss wurde diese Ehrenblattspangen vergeben und noch im März und April 1945 fand eine letzte Verleihung fand statt.

 

Bestimmungen vom 23. Februar 1943 über die Aufnahme in die Ehrentafel

a)

    • die mit dem Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz beliehenen Soldaten,


b)

    • die mit dem Deutschen Kreuz in Gold beliehenen Soldaten,


c)

Soldaten, die sich nach der Verleihung des Eisernen Kreuzes 1. Klasse durch eine einmalige besondere Tapferkeitstat ausgezeichnet haben, die aber für einen Vorschlag zur Verleihung des Deutschen Kreuzes in Gold oder des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes nicht ausreicht.


"Die Tapferkeitstat des Vorgeschlagenen muss sich in ganz besonderem Maße über jede durchschnittliche Leistung erheben. Auch die Beseitigung einer schweren Störung im Schiffsbetrieb, wenn sie die Gefechtsbereitschaft des Schiffes berührt, kann Anlass zu einem Vorschlag für die Nennung in der Ehrentafel sein. Angehörige der Kriegsmarine, die bei der Tapferkeitstat gefallen sind, können zur Aufnahme in die Ehrentafel vorgeschlagen werden."


Quellen

http://www.wehrmacht-lexikon.de/kriegsm ... el/ets.php (Letzter Zugriff 5.12.2010)
http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Orden/km-ets.html (Letzter Zugriff 5.12.2010)
http://www.deutsches-marinearchiv.de/Ar ... spange.htm (Letzter Zugriff 5.12.2010)
http://www.auszeichnungen-online.de/Sei ... nblatt.htm (Letzter Zugriff 5.12.2010)
http://57er-orden.de/marine/m_ehrentafe ... lspan.html (Letzter Zugriff 5.12.2010)
http://de.wikipedia.org/wiki/Ehrenblattspange (Letzter Zugriff 5.12.2010)

Autor: Freiherr von Woye