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Thema/Einleitung

 

Das Großkreuz zum Eisernen Kreuz
-Höchste Klasse der Kriegsorden des Eisernen Kreuzes-

 

 

 

"[...] 6. Das Großkreuz kann ausschließlich nur für eine gewonnene entscheidende Schlacht, nach welcher der Feind seine Position verlassen muss, desgleichen für die Wegnahme einer bedeutenden Festung oder für die anhaltende Verteidigung einer Festung, die nicht in feindliche Hände fällt, der Kommandierende erhalten. [...]"

 


(Blücherstern)

 


 
Die Zahlen für den Zweiten Weltkrieg
3.000.000 mal das EK2
450.000 mal das EK1
7.318 mal das Ritterkreuz
883 mal das Ritterkreuz mit Eichenlaub
159 mal das Ritterkreuz mit Eichenlaub und Schwertern
27 mal das Ritterkreuz mit Eichenlaub, Schwertern und Brillanten
1 mal das Ritterkreuz mit goldenem Eichenlauf, Schwerten und Brillanten
1 mal das Großkreuz

 

 



Das Eiserne Kreuz ist war einer der größten, wichtigsten und weit verbreitesten Orden in Deutschland. Dieser Orden wurde 1813 in den Befreiungskriegen vom damaligen preußischen König Friedrich Wilhelm III. für besondere Tapferkeit vor dem Feind gestiftet wurde (10.März 1813 in Breslau ). Dabei war dieser Orden ein Novum seiner Zeit, denn als erstes Ehrenzeichen seiner Art, konnte es auch an den einfachen Soldaten verliehen werden. Nicht umsonst ist das EK noch heute das Symbol der Bundeswehr.

 

 

(Links: Hindenburgstern / Rechts: Großkreuz des eisernen Kreuzes in der Ausführung von 1914)

 



Natürlich war es klar, dass ein solcher Orden, mit diesen Verbreitungspotenzial, die wohl besten Eigenschaften für mehrere Stufen haben würde. So war es nichts Besonderes, wenn der Orden aus den Stufen Eisernes Kreuz zweiter Klasse, Eisernes Kreuz erster Klasse und Großkreuz des Eisernen Kreuzes bestand. Dabei hatte man die Verleihung für jeden Soldaten, mit dem Großkreuz quasi umgangen, denn die Statuten für diese Stufe können, sollten und durften nur auf Kommandeure zutreffen. Somit war das Großkreuz in die Klasse der Kommandeurskreuze einzuordnen.
Dieses Großkreuz des Eisernen Kreuzes oder nur Großkreuz in der Umgangssprache, war von 1813 bis 1870 der höchste preußische und von 1871 bis 1945 der höchste deutsche Kriegsorden. Erstaunlich, denn mit dem Pour le Merité war ein ebenso prominenter Orden im Deutsche Reich von vielen Leuten verehrt und dessen Träger beneidet. Die Exklusivität machte diese Auszeichnung so Besonders und die kaum erreichbaren Statuten, rechtfertigten ihren Rang als höchster Orden. In vier Kriegen wurde es nur insgesamt 20-mal verliehen, wobei die Auszeichnung einmal aberkannt wurde.

 

Stiftungen und Statuten

 

 

 


 
Stufen des Eisernen Kreuzes 1939
A:
Großkreuz des Eisernen Kreuzes
B:
Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub
C:
Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit dem Eichenlaub mit Schwertern
D:
Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit dem Eichenlaub mit Schwertern und Brillanten
E:
Eisernes Kreuz 1. Klasse
F:
Eisernes Kreuz 2. Klasse
G:
Wiederholungsspange für das Eiserne Kreuz 1. Klasse 1914
H:
Wiederholungsspange für das Eiserne Kreuz 2. Klasse 1914
I:
Deutsches Kreuz in Silber*
J:
Deutsches Kreuz in Gold*
K:
Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes
L:
Eichenlaub mit Schwertern zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes
* = keine Stufen des EK!

 

Stiftung durch König Friedrich Wilhelm III. von Preußen am 10. März 1813

 


(Edwin Karl Rochus Freiherr von Manteuffel, preußischer Generalfeldmarschall, mit dem Großkreuz und Pour le Merité als Halsorden)

 

Das Großkreuz wurde im Zuge der Stiftung des Eisernen Kreuzes ins Leben gerufen. Diese besondere Ehrung eines Soldaten, wurde während der Freiheitskriege gegen Napoleon, fünfmal veranlasst. Dabei waren es vor allem die Feldherren, denen diese Ehre gebührte. Die gewonnene bzw. entscheidende Schlacht war der ausschlaggebende Aspekt für die Verleihung dieses Ordens, denn nur wenn der Feind seine Position verlassen musste, griffen die Statuten. Ebenfalls zählte die Eroberung einer bedeutenden Festung, oder die Verteidigung einer Festung, wobei es ein entscheidenden Einfluss auf den gesamten Krieg haben musste. Diese Umstände trafen auf einen Feldherren ganz besonders zu, Gebhard Leberecht von Blücher, Fürst von Wahlstatt - preußischer Generalfeldmarschall. Dieser Mann hat sich nicht nur in bedeutenden Schlachten hervorgetan, sondern vor allem mit seiner unverwechselbaren Führung mehrmals für diese besondere Ehrung empfohlen. So ist es seiner offensiven Truppenführung zu verdanken, dass er den populären Beinamen "Marschall Vorwärts", der ihm nicht von den Deutschen, sondern von den Russen verliehen wurde, bekam. Diese beharrliche Vorwärts-Strategie machte in der Schlacht oftmals den Unterschied aus und war für den König Beweise genug, dass dieser Kommandeur seiner Truppen sich die Ehre des Großkreuzes des Eisernen Kreuzes redlich verdient hatte. Mehr noch sogar, denn da er sich nach den Statuten mehr als nur einmal für diese Auszeichnung in Frage kam, wurde im eine besondere Ehre zuteil - einer besonderen Stufe des Eisernen Kreuzes. Dieser sogenannte Blücherstern durfte fortan nur von Ihm zum Großkreuz getragen werden. Dabei war die Ehrung dieser Stufe nicht genug, sondern Sie bekam auch seinen Namen. Ein in dieser Form einmaliger Vorgang.
Dieser Blücherstern, eigentlich als Eisernes Kreuz mit goldenen Strahlen in der Heraldik festgehalten, wurde leider bei einem Brand im Jahre 1820 auf Schloss Krieblowitz unwiederbringlich vernichtet, die Familie Blücher besitzt nur noch eine authentische Nachfertigung dieses Ordens.

 


(Helmuth Karl Bernhard Graf von Moltke, genannt Moltke, preußischer Generalfeldmarschall und Chef des Großen Generalsstabs mit dem Großkreuz im Profil)

Urkunde/Text

U r k u n d e
über die Stiftung des eisernen Kreuzes.


Wir F r i e d r i c h W i l h e l m, von Gottes Gnaden König von Preußen etc. etc.
In der jetzigen großen Katastrophe, von welcher für das Vaterland Alles abhängt, verdient der kräftige Sinn, der die Nation so hoch erhebt, durch ganz eigenthümliche Monumente geehrt und verewigt zu werden. Daß die Standhaftigkeit, mit welcher das Volk die unwiderstehlichen Übel einer eisernen Zeit ertrug, nicht zur Kleinmüthigkeit herabsank, bewährt der hohe Muth, welcher jetzt jede Brust belebt und welcher, nur auf Religion und auf treue Anhänglichkeit an König und Vaterland sich stützend, ausharren konnte.
Wir haben daher beschlossen, das Verdienst welches in dem jetzt ausbrechenden Kriege, entweder im wirklichen Kampf mit dem Feinde oder außerdem im Felde oder daheim jedoch in Beziehung auf diesen großen Kampf um Freiheit und Selbständigkeit, erworben wird, besonders auszuzeichnen und diese eigenthümliche Auszeichnung nach d i e s e m Kriege nicht weiter zu verleihen.


Dem gemäß verordnen Wir wie folgt:

      1. Die nur für d i e s e n Krieg bestehende Auszeichnung des Verdienstes Unserer Unterthanen um das Vaterland ist


      d a s e i s e r n e K r e u z


      von zwei Klassen und einem Groß-Kreuz.


      2. Beide Klassen haben ein ganz gleiches in Silber gefaßtes schwarzes Kreuz von Gußeisen, die Vorerseite ohne Inschrift, die Kehrseite zu oberst Unsern Namenszug F.W. mit der Krone, in der Mitte drei Eichenblätter und unten die Jahreszahl 1813. und beide Klassen werden an einem schwarzen Bande mit weisser Einfassung wenn das Verdienst im Kampf mit dem Feinde erworben ist, und an einem weissen Bande mit schwarzer Einfassung wenn dies nicht der Fall ist, im Knopfloch getragen; die erste Klasse hat neben dieser Dekoration noch ein Kreuz von schwarzem Bande mit weisser Einfassung auf der linken Brust; und das Großkreuz, noch einmal so groß als das der beiden Klassen, wird an dem schwarzen Bande mit weißer Einfassung um den Hals getragen.


      3. Die Militair-Ehrenzeichen erster und zweiter Klasse werden während der Dauer d i e s e s Krieges nicht ausgegeben; auch wird die Ertheilung des rothen Adler-Ordens zweiter und dritter Klasse so wie des Ordens pour le mérite, bis auf einige einzelne Fälle, in der Regel suspendirt. Das eiserne Kreuz ersetzt diesen Orden und Ehrenzeichen und wird durchgängig von Höheren und Geringeren auf gleiche Weise in den angeordneten zwei Klassen getragen. Der Orden pour le mérite wird in außerordentlichen Fällen mit drei goldenen Eichenblättern am Ringe ertheilt.


      4. Die zweite Klasse des eisernen Kreuzes soll durchgängig zuerst verliehen werden; die erste kann nicht anders erfolgen, als wenn die zweite schon erworben war.


      5. Daraus folgt, daß auch diejenigen, welche Orden oder Ehrenzeichen schon besitzen und sich in diesem Kriege auszeichnen, zunächst nur das eiserne Kreuz zweiter Klasse erhalten können.


      6. Das Großkreuz kann ausschließlich nur für eine gewonnene entscheidende Schlacht, nach welcher der Feind seine Position verlassen muß, desgleichen für die Wegnahme einer bedeutenden Festung, oder für die anhaltende Vertheidigung einer Festung die nicht in feindliche Hände fällt, der Kommandirende erhalten.


      7. Die jetzt schon vorhandenen Orden und Ehrenzeichen werden mit dem eisernen Kreuz zusammen getragen.


      8. Alle Vorzüge, die bisher mit dem Besitz des Ehrenzeichens erster und zweiter Klasse verbunden waren, gehen auf das Eiserne Kreuz über. Der Soldat, der jetzt schon das Ehrenzeichen zweiter Klasse besitzt, kann bei anderweitiger Auszeichnung nur zuerst das eiserne Kreuz zweiter Klasse erhalten; jedoch erhält er mit demselben zugleich die mit dem Besitz des Ehrenzeichens erster Klasse verbundene monatliche Zulage, die aber fernerhin nicht weiter vermehrt werden kann.


      9. In Rücksicht der Art des verwirkten Verlusts dieser Auszeichnung hat es bei den in Ansehung Unserer übrigen Orden und Ehrenzeichen gegebenen Vorschriften sein Bewenden.

      Urkundlich unter Unserer allerhöchsteigenhändigen Unterschrift und beigedrucktem Königlichen Insiegel.

    Gegeben Breslau, den 10ten März 1813.

F r i e d r i c h W i l h e l m

 

 

Erneuerung durch König Wilhelm II. von Preußen am 5. August 1914



Unter einem anderen preußischen König, der zudem auch den Titel des Kaisers des Deutschen Reiches trug, wurde diese Auszeichnung quasi entstaub und mit neuem Leben versehen. Dabei ist es vor allem der Krieg, die wichtigsten, blutigsten und größten allen voran, die der Heraldik und dem Ordenswesen zu neuen Blüten verhelfen. Der Ersten Weltkrieg war da Anlass genug, dieses besondere Ehrenzeichen in neuen Glanz zu hüllen. Wie auch im letzten großen, für das Deutsche Reich folgenschweren Krieg, wurde das Großkreuz im modernen Kriege mit denselben strengen Auflagen versehen. So kann auch im 20. Jahrhundert ausschließlich eine gewonnene bzw. entscheidende Schlacht, den kommandierenden Offiziere für das Großkreuz empfehlen. Auch der Nachfahre des Stifters übernahm dieses so wichtige Statut und zwar fast Wort wörtlich!
Wilhelm II. verlieh das Großkreuz fünfmal, sich selber eingeschlossen. Dabei bedachte er wie schon sein Urahn, einen besonderen Feldherren mit einer Sonderstufe. Mag er es dem damaligen preußischen Herrscher nachmachen wollen, oder auch einfach nur der Umstand gewesen sein, dass er in seinen Reihen eine solche Persönlichkeit gab, so waren die Umstände der Verleihung doch nachvollziehbar. Der Held von Tannenberg, der große Feldherr und siegreiche Feldmarschall an der Ostfront, Paul Ludwig Hans Anton von Beneckendorff und von Hindenburg, deutscher Militär und späterer Politiker, wurde diese Ehre zuteil. Wie auch bei Blücher, trug "seine" Sonderstufe auch den Namen seine ersten und einzigen Trägers. Er erhielt den Hindenburgstern als Sonderstufe des Eisernen Kreuzes für seine Verdienste im Kriege und für das Vaterland. Leider ist der Hindenburgstern ist in den Wirren des Zweiten Weltkrieges aus dem Preußischen Armeemuseum verschwunden und gilt seitdem als verschollen.

 

Statuten

S t a t u t
des wiederbelebten Eisernen Kreuzes



Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden König von Preußen etc.
Angesichts der ernsten Lage des Vaterlandes und in dankbarer Erinnerung an die Heldentaten unserer Vorfahren in den großen Jahren der Befreiungskriege, wollen Wir das von Unserem in Gott ruhenden Vater gestiftete Ordenszeichen des Eisernen Kreuzes in seiner ganzen Bedeutung wieder aufleben lassen. Das Eiserne Kreuz soll, ohne Unterschied des Ranges oder Standes, verliehen werden als eine Belohnung für das Verdienst, welches entweder im wirklichen Kampfe mit dem Feinde, oder daheim, in Beziehung auf diesen Kampf für die Ehre und Selbständigkeit des theuren Vaterlandes, erworben wird.
Demgemäß verordnen Wir, was folgt:

      1. Die für diesen Krieg wieder ins Leben gerufene Auszeichnung des Eisernen Kreuzes soll, wie früher, aus zwei Klassen und einem Großkreuz bestehen. Die Ordenszeichen sowie das Band bleiben unverändert, nur ist auf der glatten Vorderseite das W mit der Krone und darunter die Jahreszahl 1870 anzubringen.


      2. Die zweite Klasse wird an einem schwarzen Bande mit weißer Einfassung, wenn das Verdienst im Kampf mit dem Feinde erworben ist, und an einem weißen Bande mit schwarzer Einfassung, wenn dies nicht der Fall ist, im Knopfloch, die erste Klasse auf der linken Brust und das Großkreuz, noch einmal so groß als das der beiden Klassen, um den Hals getragen.


      3. Die zweite Klasse des Eisernen Kreuzes soll zuerst verliehen werden; die erste Klasse kann nicht anders erfolgen, als wenn die zweite schon erworben war, und wird neben der letzteren getragen.


      4. Das Großkreuz kann ausschließlich nur für eine gewonnene entscheidende Schlacht, nach welcher der Feind seine Position verlassen mußte, desgleichen für die Wegnahme einer bedeutenden Festung oder für die anhaltende Vertheidigung einer Festung, die nicht in feindliche Hände fallen läßt, der Commandirende erhalten.


      5. Alle Vorzüge, die bisher mit dem Besitz des Militär-Ehrenzeichens erster und zweiter Klasse verbunden waren, gehen, vorbehaltlich der verfassungsmäßigen Regelung einer Ehren-Zulage, auf das Eiserne Kreuz erster und zweiter Klasse über.


      6. Ich behalte Mir vor, darüber Bestimmungen zu treffen, ob und inwieweit die jetzt bestehenden Kriegsorden und Militär-Ehrenzeichen auch in diesem Kriege zur Ausgabe gelangen sollten.

      Urkundlich unter Unserer Höchsteigenhändigen Unterschrift und beigedrucktem Königlichen Insiegel.

    Gegeben Berlin, den 19. Juli 1870.

W i l h e l m

 

Adolf Hitler

Erneuerung durch Adolf Hitler am 1. September 1939



Der Zweite Weltkrieg steht für eine Ordenspracht, die selbst das verschwundene Kaiserreich in den Schatten zu stellen vermochte. Vor allem die Parteiorden und - Ehrenzeichen prangten an allen möglichen Uniformen. Neben dem Heer, der Marine und Luftwaffe, kamen nun die schwarze Kluft der SS, die braune der SA und die eigenwillige EigenkreationHermann Görings dazu. Alle sind fortan mit den unterschiedlichsten Orden gespickt. Doch war es das Eiserne Kreuz, dass seinem Träger Adolf Hitler, zu dessen Neustiftung und Ausweitung veranlasste. Dieser altehrwürdige preußische Orden, Kriegs- und Weltkriegserprobt, steht es für Ehre, Tapferkeit und Mut für dem Feind. Es stand für Siege und ein Deutsches Reich, das im preußischen Glanze strahlte. So wurde neben der wiederholten Stiftung des Großkreuzes des Eisernen Kreuzes, auch Neustiftungen wie das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes vorgenommen.

 

(Links: Blücherstern / Mitte: Hindenburgstern 1914 / Rechts: Großkreuz 1939)
Das Hakenkreuz beim letzten Stern wurde mit Absicht nicht entfernt, es soll die Reihe der Sterne, dessen Formgebung und Bedeutung noch herausheben. Auf die Verwendung des HK bei den Orden des Dritten Reiches wird im Text eingegangen und die politische/ideologische Instrumentalisierung in dessen Zusammenhang erklärt.



Das Ritterkreuz und seine vielen Stufen, als Großkreuz für den kleinen Manne zu bezeichnen, wäre von Grund auf der falsche Ansatz, aber es ist nicht von der Hand zu weisen. Das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes, mit seinen Stufen bis zum Goldenen Eichenlaub mit Schwertern und Brillanten, welches nur zwölfmal verliehen werden sollte, war eine Auszeichnung vor allem für den "höchstbewährten" Einzelkämpfer. Somit ehre es den einfachen Manne in einer ganz neuen Weise. Fakt ist, dass bei den Massenheeren des zwanzigsten Jahrhundert so eine Auszeichnung durchaus nachvollziehbar ist und auch in die Ideologie des NS-Reiches passt, aber es ersetze das Großkreuz nicht. Sein Stifter verlieh sich mit dem Großkreuz, dessen Verleihung des Großkreuzes er sich für überragende Taten, die den Verlauf des Krieges entscheidend beeinflusst, vorbehielt, einen Trumpf in der Hand. Es mag komisch klingen, doch passte diese Neuformulierung des Statutes in eine eher schwammig klingende Umstände für die Verleihung eines Großkreuzes, doch war es ganz typisch die Führerlinie. Adolf Hitler behielt sich bei allen Entscheidungen immer das letzte Wort und Veto als Recht vor, das betraf Entscheidungen jeder Art und er provozierte damit den Neid und vor allem die Anbiederung an seine Person in vielerlei Hinsicht. So fiel der höchste Orden im NS-Staat allein in die Befugnisse und Rechte des Führers. Verlieh er also dieses Großkreuz an einen seiner Generale oder anderweitige Personen, denn genau das ist nicht festgelegt, und dies für einen Grund, den er für wichtig hielt, war dem Träger der Neid der anderen sicher und Hitler rückte selber in den Mittelpunkt jedweder Untertänigkeit von Personen, die auch gern für diese besondere Ehrung des Führers in Frage kommen wollten. Somit entstand hier ein Vergaberecht von Orden, welches nur von absoluten Herrschern jemals in dieser Form ausgeübt wurde. Der Umstand, dass dieses Großkreuz nur einmal, am 19. Juli 1940 an Hermann Göring, der gleichzeitig damit zum Reichsmarschall ernannt wurde, vergeben worden ist, stützt diese These. Da das Großkreuz in der Rangfolge noch über den Verleihungsstufen des Ritterkreuzes stand, war Göring damit der am höchsten ausgezeichnete deutsche Soldat des Zweiten Weltkrieges. Dazu war er Hitlers Nachfolger, Parteimitglied der ersten Stunde und treuer Anhänger Hitlers. Das Großkreuz war somit zu einem Machtinstrument und politisch unterlegten Orden geworden, den Rang einer Tapferkeitsauszeichnung hat das Großkreuz des Eisernen Kreuzes 1939 allerdings nicht erhalten. Es wurde während der vielen Schlachten des Zweiten Weltkrieg nie an einen anderen verdienten Heerführer verliehen, kein Generalfeldmarschall des Deutschen Reiches hat für eine Leistung ähnlich denen andere Träger des Großkreuzes diese Auszeichnung erhalten und es mag einige solcher Umstände bzw. Verleihungsgründe gegeben haben.
Das traurige Ende dieser bedeutenden und höchsten Auszeichnung des Deutschen Reiches seit 1813, wurde im Führerbunker in den letzten Stunden des NS-Staates erreicht. Erstmalig in der Geschichte des Großkreuzes wurde diese Auszeichnung einem Träger aberkannt und dies nicht aus militärischen Gründen, wie sollte es auch anders sein, sondern aus persönlichen Gründen. Am 23. April 1945 wurde Göring die Auszeichnung aberkannt, weil Hitler sich von ihm verraten fühlte (Siehe politisches Testament Hitlers). Der Träger war dem Führer nicht mehr genehm und somit entzog er ihm sein Vertrauen wie seine Fürsprache, dass dafür das Großkreuz, in seiner politischen wie ideologischen Position und Funktion im NS-Staat, herhalten muss, wird seiner Geschichte und Bedeutung nicht gerecht. Ein weiteres Stück deutscher Geschichte, dass uns der Nationalsozialismus geraubt hat und die Heraldik bis heute belastet.
 

 
(Verleihungsurkunde des Führers Adolf Hitler an Hermann Göring, Generalfeldmarschall der Luftwaffe und Reichsmarschall)



Interessant ist außerdem, dass die US Army am Ende des Krieges in Österreich eine Sonderstufe des Großkreuzes - mit Stern - beschlagnahmte. Diese Sonderstufe, anscheinend ganz im Sinne der Tradition dem Blücherstern und dem Hindenburgstern nachempfunden, sollte wohl ein besonderen Zweck erfüllen.. Zur Verleihung dieser Auszeichnung ist es allerdings nicht gekommen bzw. ist dies nicht nachzuweisen. Dass es sich um einen Göringstern handeln soll, halte ich persönlich für unwahrscheinlich, dafür hat sich Göring Luftwaffe in den letzten Kriegstagen zu stark blamiert bzw. ist beim Führer in Ungnade gefallen. Wahrscheinlicher ist, dass solch eine Sonderstufe schon bei der Stiftung vorgesehen war, bereits produziert wurde und auf eine mögliche Verleihung wartete. Eine Einhaltung der Tradition in Bezug den Namen dieses Stern bzw. Namensgebung durch den Träger an sich, passt nicht so Recht ins Konzept des Führers, der einen solchen Personenkult, wie er um Hindenburg bzw. Blücher herrschte, niemals neben seinem geduldet hätte. Soviel steht zu mindestens fest, die Verleihung war nach dem Krieg vorgesehen. Der aufgewundete und namenlose Stern befindet sich in West Point. Dazu gibt es mehrere Exemplare des Großkreuzes, die alle von C.E. Juncker, Berlin hergestellt wurden.

 

V e r o r d n u n g
über die Erneuerung des Eisernen Kreuzes
(Fassung vom 29. Dezember 1944)


Nachdem ich mich entschlossen habe, das Deutsche Volk zur Abwehr gegen die ihm drohenden Angriffe zu den Waffen zu rufen, erneuere ich eingedenk der heldenmütigen Kämpfe, die Deutschlands Söhne in den früheren großen Kriegen zum Schutze der Heimat bestanden haben, den Orden des Eisernen Kreuzes.

Artikel 1:
Der Orden des Eisernen Kreuzes ist wie folgt eingeteilt:

- das Eisernes Kreuz 2. Klasse,
- das Eisernes Kreuz 1. Klasse,
- das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes,
- das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub,
- das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit dem Eichenlaub mit Schwertern,
- das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit dem Eichenlaub mit Schwertern und Brillanten,
- das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit dem Goldenen Eichenlaub mit Schwertern und Brillanten,
- das Großkreuz des Eisernen Kreuzes.

Artikel 2:
(1) Das Eiserne Kreuz wird ausschließlich für besondere Tapferkeit vor dem Feinde und für hervorragende Verdienste in der Truppenführung verliehen.
(2) Die Verleihung der 1. Klasse setzt den Besitz der 2. Klasse, die des Ritterkreuzes den Besitz der 1. Klasse, die des Großkreuzes den Besitz des Ritterkreuzes voraus.
(3) Das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit dem Goldenen Eichenlaub mit Schwertern und Brillanten wird nur zwölfmal verliehen, um höchstbewährte Einzelkämpfer, die mit allen Stufen des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet sind, vor dem Deutschen Volke besonders zu ehren.

Artikel 3:
Die Verleihung des Großkreuzes behalte ich mir vor für überragende Taten, die den Verlauf des Krieges entscheidend beeinflussen.

Artikel 4:
(1) Das Eiserne Kreuz 2. Klasse und das Eiserne Kreuz 1. Klasse gleichen in Größe und Ausführung denen des Weltkrieges mit der Abweichung, dass auf der Vorderseite das Hakenkreuz und die Jahreszahl 1939 angebracht sind. Die Rückseite des Eisernen Kreuzes 2. Klasse trägt die Jahreszahl 1813. Die 2. Klasse wird an einem schwarz-weiß-roten Bande im Knopfloch oder an der Schnalle, die 1. Klasse ohne Band auf der linken Brustseite getragen.
(2) Das Ritterkreuz ist größer als das Eiserne Kreuz 2. Klasse. Es wird an einem schwarz-weiß-roten Bande am Halse getragen.
(3) Das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes besteht aus drei silbernen Eichenblättern, die auf der Bandspange aufliegen.
Das Eichenlaub mit Schwertern zeigt unter den drei silbernen Blättern zwei gekreuzte Schwerter.
Bei dem Eichenlaub mit Schwertern und Brillanten sind die drei silbernen Blätter und die Schwertgriffe mit Brillanten besetzt.
Bei dem Goldenen Eichenlaub mit Schwertern und Brillanten sind die drei Blätter und die Schwerter in Gold ausgeführt und wie bei dem silbernen Eichenlaub mit Brillanten besetzt.
(4) Das Großkreuz ist etwa doppelt so groß wie das Eiserne Kreuz 2. Klasse. Es wird an einem breiteren schwarz-weiß-roten Bande am Halse getragen.

Artikel 5:
Ist der Beliehene schon im Besitz einer oder beider Klassen des Eisernen Kreuzes des Weltkrieges, so erhält er an Stelle eines zweiten Kreuzes eine silberne Spange mit dem Hoheitszeichen und der Jahreszahl 1939 zu dem Eisernen Kreuz des Weltkrieges verliehen; die Spange wird beim Eisernen Kreuz 2. Klasse auf dem Bande getragen, beim Eisernen Kreuz 1. Klasse über dem Kreuz angesteckt.

Artikel 6:
Der Beliehene erhält eine Besitzurkunde.

Artikel 7:
Das Eiserne Kreuz verbleibt nach dem Ableben des Beliehenen als Erinnerungsstück den Hinterbliebenen.

Artikel 8:
Die Durchführungsbestimmungen erlässt der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht im Einverständnis mit dem Staatsminister und Chef der Präsidialkanzlei.


Berlin, den 1. September 1939.


Der Führer
A d o l f H i t l e r

 

Gesetz (1957)

Gesetz über Titel, Orden und Ehrenzeichen vom 26. Juli 1957 (Auszug)



Welche Bedeutung des Eiserne Kreuz für die deutsche Geschichte hat und die Tatsache, dass auch der NS-Staat daran nichts ändern konnte, wird im deutschen Ordensgesetz vom 26. Juli 1957 ersichtlich. Dort wird das Tragen des EK aus dem Zweiten Weltkrieg erlaubt, mit der Auflage, dass es ausschließlich ohne Hakenkreuz und mit Nachweis seines berechtigten Erwerbes öffentlich gezeigt werden darf. Dabei besann man sich auf die weitreichende Bedeutung und sah von dem Hakenkreuz auf dem Symbol Preußens ab, denn nur dieses Hakenkreuz stand zwischen dem Orden und dieser traurigen Epoche deutscher Geschichte. So dürfen sich Veteranen "entnazifizierte" Orden - auch als Miniatur - anfertigen lassen, auf denen das Hakenkreuz durch Eichenlaub ersetzt ist, wie es auch schon das erste Eiserne Kreuz von 1813 zierte. Man würdigt damit die Träger und mit dem Verbot der Abzeichen mit nationalsozialistischen Emblemen, ächtet man den politischen und ideologischen Hintergrund aus der NS-Zeit. Natürlich ist der Besitz von Originalen weiterhin erlaubt, doch ist bei Verwendung und Handel immer §86 und §86a StGB zu beachten, wo die nationalsozialistischen Propaganda mit diesen Ehrenzeichen verboten und Verwendung für kulturhistorische Sammlungen und/oder wissenschaftliche Zwecke erlaubt sind.

 

G e s e t z
über Titel, Orden und Ehrenzeichen


Zweiter Abschnitt: Besondere Vorschriften für früher verliehene Orden und Ehrenzeichen

§ 6: Früher verliehene Auszeichnungen

(1) Außer den nach Maßgabe dieses Gesetzes verliehenen Orden und Ehrenzeichen dürfen getragen werden
1. Orden und Ehrenzeichen, die von einem Landesherrn, dem Kaiser, einer Landesregierung, der Reichsregierung, dem Reichspräsidenten und dem Bundespräsidenten oder mit deren Genehmigung gestiftet worden sind, sowie das Schlesische Bewährungsabzeichen (Schlesischer Adler) und das Baltenkreuz. Soweit die Auszeichnungen in der Zeit vom 30. Januar 1933 bis zum 8. Mai 1945 mit nationalsozialistischen Emblemen verliehen worden sind, dürfen sie nur in der ursprünglichen Form getragen werden;
2. Orden und Ehrenzeichen, die vom 1. August 1934 bis zum 31. August 1939 [...] gestiftet worden sind, sowie die in dieser Zeit gestifteten staatlichen Dienstauszeichnungen und Treudienstehrenzeichen. Sie dürfen nur ohne nationalsozialistische Embleme getragen werden; für ihre Form sind die von der Bundesregierung bestimmten und im Bundesministerium des Innern verwahrten Muster maßgebend;
3. Orden und Ehrenzeichen, die vom 1. September 1939 bis zum 8. Mai 1945 von den zuständigen deutschen Stellen für Verdienste im zweiten Weltkrieg gestiftet worden sind, einschließlich der Waffenabzeichen und des Verwundetenabzeichens. Nummer 2 Satz 2 gilt entsprechend;
4. Orden und Ehrenzeichen, die von einem ausländischen Staatsoberhaupt oder einer ausländischen Regierung verliehen worden sind, wenn die Annahme genehmigt worden ist. Das gleiche gilt für Auszeichnungen ehemals verbündeter Länder für Verdienste im ersten und zweiten Weltkrieg, auch soweit eine Genehmigung zur Annahme nicht erteilt oder widerrufen worden ist.

(2) Orden und Ehrenzeichen, die in Absatz 1 nicht aufgeführt sind, sowie Abzeichen mit nationalsozialistischen Emblemen dürfen nicht getragen werden. Sie dürfen weder hergestellt noch angeboten, feilgehalten, verkauft oder sonst in Verkehr gebracht werden.


Dritter Abschnitt: Besitznachweis

§ 10: Sonderbestimmungen für vor dem 8. Mai 1945 verliehene Auszeichnungen

(1) Als Besitznachweis für Orden und Ehrenzeichen, die vor dem 8. Mai 1945 verliehen worden sind, gilt auch die ordnungsgemäße Eintragung der Verleihung in den Militärdienstzeitbescheinigungen, Wehrpässen und Soldbüchern sowie in anderen Militärpapieren mit Beglaubigungsvermerk. [...]

(2) Sind Verleihungsurkunden, Besitzzeugnisse oder andere in Absatz 1 genannte Besitznachweise für Orden und Ehrenzeichen , die vor dem 8. Mai 1945 verliehen worden sind, verlorengegangen, so dürfen diese Auszeichnungen auch ohne Besitzzeugnis getragen werden, wenn die Verleihung in anderer Weise nachgewiesen werden kann.


Vierter Abschnitt: Ehrensold

§ 11:

(1) Träger (Ritter und Inhaber) der in dem Erlaß vom 27. August 1939 und den hierzu ergangenen Durchführungsvorschriften bezeichneten höchsten deutschen Kriegsauszeichnungen des ersten Weltkrieges [...] erhalten einen Ehrensold [...].

[Dies sind gemäß den Erläuterungen zum Gesetz:
Preußische Auszeichnungen: Orden Pour le Mérite, Militärverdienstkreuz, Kreuz der Inhaber des Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern
Bayerische Auszeichnungen: Militär-Max Joseph-Orden, Militär-Sanitäts-Orden, Goldene Tapferkeitsmedaille, Silberne Tapferkeitsmedaille, Goldene Verdienstmedaille, Silberne Verdienstmedaille
Sächsische Auszeichnungen: Militär-St. Heinrichs-Orden, Goldene Militär-St. Heinrichs-Medaille
Württembergische Auszeichnungen: Militär-Verdienstorden, Goldene Militär-Verdienstmedaille
Badische Auszeichnungen: Militär-Karl Friedrich-Verdienstorden, Militärische Karl Friedrich-Verdienstmedaille
Österreichische Auszeichnungen: Militär-Maria Theresia-Orden, Goldene Tapferkeitsmedaille]


Fünfter Abschnitt: Gemeinsame Bestimmungen

§ 12: Tragweise

(1) Orden und Ehrenzeichen sowie sonstige Auszeichnungen, die am Bande zu tragen sind, werden an der Ordensschnalle auf der linken Brustseite von rechts nach links in folgender Reihenfolge angebracht:
1. Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland,
2. Rettungsmedaille am Band,
3. Eisernes Kreuz 1914,
4. Eisernes Kreuz 1939,
5. Orden und Ehrenzeichen für Verdienste im ersten Weltkrieg in der Reihenfolge ihrer Verleihung,
6. Ehrenkreuz des ersten Weltkrieges,
7. Kriegsverdienstkreuz 1939,
8. sonstige Auszeichnungen für Verdienste im zweiten Weltkrieg in der Reihenfolge ihrer Verleihung,
9. weitere deutsche Auszeichnungen in der Reihenfolge ihrer Verleihung,
10. staatlich genehmigte Auszeichnungen in der Reihenfolge ihrer Verleihung,
11. ausländische Auszeichnungen in der Reihenfolge ihres Klassenverhältnisses.

(2) Für die Trageweise von Orden, Ehrenzeichen sowie sonstigen Auszeichnungen, die nach dem Stiftungserlaß am Schulterband, am Hals oder ohne Band an der Brust getragen werden, bleiben die Bestimmungen der Stiftungserlasse maßgebend.

(3) Orden und Ehrenzeichen dürfen auch in verkleinerter Form getragen werden.


Sechster Abschnitt: Bußgeld- und Schlußbestimmungen

§ 19: Inkrafttreten

Das Gesetz tritt am Tage nach seiner Verkündung [Verkündet am 26. Juli 1957], § 11 mit Wirkung vom 1. Oktober 1956 in Kraft.


Der Bundespräsident
T h e o d o r H e u s s

Hersteller

 
Träger

(Ordensband des Großkreuzes 1939)
 
Befreiungskriege (1813 bis 1815)
Gebhard Leberecht von Blücher (31. August 1813)
Friedrich Wilhelm Bülow von Dennewitz (15. September 1813)
Kronprinz Karl Johann von Schweden (Herbst 1813)
Bogislav Friedrich Emanuel von Tauentzien (26. Januar 1814)
Johann David Ludwig Graf Yorck von Wartenburg (31. März 1814)
 
Deutsch-Französischer Krieg (1870 bis 1871)
Helmuth Graf von Moltke (22. März 1871)
August Karl von Goeben (22. März 1871)
Prinz Friedrich Karl von Preußen (22. März 1871)
Kronprinz Albert von Sachsen (22. März 1871)
August Karl von Werder (22. März 1871)
Edwin von Manteuffel (22. März 1871)
Kronprinz Friedrich Wilhelm von Preußen (22. März 1871)
König Wilhelm I. von Preußen (16. Juni 1871)
Großherzog Friedrich Franz II. von Mecklenburg-Schwerin (4. Dezember 1871)
Erster Weltkrieg (1914 bis 1918)
Paul von Hindenburg (9. Dezember 1916)
Wilhelm II. (11. Dezember 1916)
August von Mackensen (9. Januar 1917)
Leopold von Bayern (4. März 1918)
Erich Ludendorff (24. März 1918)
Zweiter Weltkrieg (1939 bis 1945)
Hermann Göring (19. Juli 1940 - Im Zuge der Ernennung zum Reichsmarschall)

 

(Gebhard Leberecht von Blücher, preußischer Generalfeldmarschall und Träger des Großkreuzes, wie des nach ihm benannten Blüchersterns)

 

Alleiniger Hersteller des Großkreuzes nach der letzten Neustiftung war die Firma C.E. Juncker, Berlin. Diese stellten die Großkreuze nach der neuen Verordnung her und gestalteten diese etwa doppelt so groß wie das EK I. Diese Vorgaben, wie auch die vergoldete Einfassung wurde nicht so umgesetzt. Warum das Großkreuz Hitlers nur ca. 62 - 64 mm groß, statt der geplanten 88 mm, und auch nicht vergoldet war, ist nicht genau geklärt. Nur die Probestücken wiesen eine vergoldete Einfassung auf. Damit unterschied sich das Großkreuz nur unwesentlich vom Ritterkreuz.
Es wurden insgesamt 100 Stück gefertigt, wobei nur eines verliehen worden ist und die anderen zu Ausstellungszwecken geplant waren und die anderen eingelagert wurden, bis es zu einer Verleihung kommt.
Hermann Göring bekam sein Großkreuz am 19.07.1940 verliehen. Er übersprang dabei 4 Stufen des Ritterkreuzes (Eichenlaub, Schwerter, Brillanten und Gold), das ihm nach den Erfolgen der Luftwaffe beim Polenfeldzug verliehen worden ist. So bekam er gleich das Großkreuz als Auszeichnung im Anschluss, mit der Begründung, dass seine Verdienste im Westfeldzug, insbesondere der Sieg über Frankreich und die Vertreibung des britischen Expeditionskorps vom europäischen Festland (welches eigentlich ein militärisches Desaster für die Luftwaffe war, weil nicht ansatzmäßig so viele Schiffe und Einheiten an der Küste zerstören konnte wie geplant.)
Göring erhielt bei seiner Verleihung ein in Silber gefasstes Modell des Großkreuzes mit geschwärztem Eisenkern. Also nicht den eigentlich Entwurf. Dazu ließ er sich noch zwei Großkreuze aus Platin fertigen, bei denen der Kern aus dem Halbedelstein Onyx gefertigt war. Die Jahreszahlen 1939 und 1813 waren bei diesen Exemplaren graviert - der Hersteller konnte nicht ermittelt werden und auch gibt es keine Fotos, auf denen er eines dieser Kreuzes getragen hat.

 

Verleihung des Großkreuzes des Eisernen Kreuzes an den Generalfeldmarschall v. Hindenburg
Generalfeldmarschall von Hindenburg

 


(Hindenburg mit Paradeuniform und vollem Ornament)


(Hindenburg in Zivil und nur mit Hindenburgstern)


 

Berlin, 9. Dezember. (Amtlich.)
Seine Majestät der Kaiser hat heute dem Generalfeldmarschall v. Beneckendorff und v. Hindenburg das Großkreuz des Eisernen Kreuzes mit nachstehendem Allerhöchsten Handschreiben verliehen.




Mein lieber Feldmarschall.

Der rumänische Feldzug, der mit Gottes Hilfe schon jetzt zu einem so glänzenden Erfolge führte, wird in der Kriegsgeschichte aller Zeiten als leuchtendes Beispiel genialer Feldherrnkunst bewertet werden. Von neuem haben Sie große Operationen mit seltener Umsicht in glanzvoller Anlage und mit größter Energie in der Durchführung mustergültig geleitet und Mir in vorausschauender Fürsorge die Maßnahmen vorgeschlagen, die den getrennt marschierenden Heeresteilen zu vereintem Schlagen den Weg wiesen. Ihnen und Ihren bewährten Helfern im Generalstabe gebührt dafür aufs neue der Dank des Vaterlandes, das mit stolzer Freude und Bewunderung die Siegesnachrichten vernommen und mit sicherer Zuversicht und mit vollem Vertrauen auf solche Führer der Zukunft entgegensieht. Ich aber habe den Wunsch, Meinem tiefempfundenen Dank und Meiner uneingeschränkten Anerkennung dadurch besonderen Ausdruck zu geben, dass Ich Ihnen als erstem Meiner Generale das Großkreuz des Eisernen Kreuzes verleihe.

 

Ihr dankbarer und stets wohl auktionierter König

gez. Wilhelm R.

Großes Hauptquartier, den 9. Dezember 1916.


Zum Schluss

Schlussbemerkung




Das Eiserne Kreuz wurde mit dem Großkreuz zusammen 1813 gestiftet. Entworfen wurde es vom König selbst, wobei die letzten Ausführungen vom Architekten Karl Friedrich Schinkel getätigt wurden. Das einfache, geschwärztes Eisen umfasst von einer silberne Zarge stand symbolisch für die ritterliche Pflichterfüllung und Zurückhaltung des Soldaten. In Form und Aussehen der Dekoration wurde bewusst Anflehung an das Kreuz des Deutschen Ordens gesucht - dem Tatzenkreuz.
Das Großkreuz stellte dabei eine besondere Stufe dieser Auszeichnung dar, auch es sollte ohne Unterschiede des Standes oder Dienstgrade verliehen werden, auch wenn dies die Statuten ausschließen.
Das Eiserne Kreuz, als typisches Symbol des deutschen Heers, wird seit 1945 nicht mehr als Ehrenzeichen oder Verdienstorden verliehen. Gleichwohl ist das Eisernen Kreuz aus Gründen der Tradition 1956 von der Bundeswehr übernommen worden und stellt in allen drei Teilstreitkräften das Hoheitszeichen. Die Truppenfahnen der Bundeswehr tragen in ihrer Spitze ein durch goldenes Eichenlaub eingefasstes Eisernes Kreuz als Symbol für Freiheitsliebe, Ritterlichkeit und Tapferkeit.

Quellen

http://www.twschwarzer.de/stiftung.htm (Letzter Aufruf 24.11.2010)
http://www.wer-weiss-was.de/theme138/article762669.html (Letzter Aufruf 24.11.2010)
http://users.telenet.be/eisernes_kreuz/grosskreuz.html (Letzter Aufruf 24.11.2010)
http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fk ... en_Kreuzes (Letzter Aufruf 24.11.2010)
http://www.stahlgewitter.com/16_12_09.htm (Letzter Aufruf 24.11.2010)




Autor: Freiherr von Woye