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Das Thema

Die Medaille für Teilnahme an den bewaffneten Kämpfen der deutschen Arbeiterklasse
in den Jahren 1918-1923


Allgemein

 

Allgemein

Die am 15.August 1957 gestiftete Medaille wurde als staatliche Auszeichnung durch den Vorsitzenden des Ministerrats der DDR an die Geehrten verliehen.
Die Medaille existiert aus historischen Gründen und im Zusammenhang des begrenzten Statuts nur in einer Klasse. Sie konnte auch nur einmalig verliehen werden und dies auch nur an Einzelpersonen.

 

Diese Medaille wird aus einem historisch fixierten Grund verliehen und bildet somit mit Orden gleicher Art eine gewisse Sonderform unter den Ehrenzeichen. So wird sie an alle Personen verliehen, die an den bewaffneten Kämpfen der deutschen Arbeiterklasse gegen Reaktion und Militarismus, für Frieden, Demokratie und Sozialismus in den Jahren 1918 bis 1923 aktiv teilgenommen haben oder die als aktive Kämpfer gegen den Ersten Weltkrieg 1914 bis 1918 aufgetreten sind. Weiteres Kriterium für die Verleihung ist ein Beibehalten einer antireaktionäre und antifaschistische Gesinnung der Anwärter sowie die Zugehörigkeit zur Arbeiterklasse.
Aufgrund der sehr eingeschränkten Verleihungskriterien, vor allem was die zeitliche Komponente angeht, sind die möglichen Verleihungen abgeschlossen bzw. gibt es keine Anwärter mehr auf diese Medaille.


Träger

 

Träger

Zu den berühmten Trägern gehört unter anderem Alexander Abusch (1920-1982). Er zeichnete sich als Mitglied der Freien Sozialistischen Jugend (FSJ) 1916 und Mitglied der KPD (ab 1918). 1946 kehrte Abusch nach Deutschland zurück und trat in die SED ein. Auf dem Höhepunkt seiner politischen Karriere war er Mitglied der Volkskammer (1958 bis 1982) und als stellvertretender Vorsitzender des Ministerrates für Kultur und Erziehung (1961 bis 1971) zuständig.
So beteiligte er sich von 1918 bis 1923 an den revolutionären Kämpfen in Mitteldeutschland und wurde 1920 und 1922 wegen Hochverrats angeklagt. Seit 1921 war er Redakteur verschiedener kommunistischer Zeitungen. Von 1930 bis 1932 war er Chefredakteur der Roten Fahne.

 

 

(Alexander Abusch wurde die Medaille 1958 verliehen)


Aussehen

 

Aussehen
 

Die Medaille ist rund, versilbert und hat einen Durchmesser von 32 mm. Auf der Vorderseite ist eine Hand, die ein Gewehr hält, an dem eine rote Fahne befestigt ist, dargestellt. Als Umschrift stehen die Worte "KÄMPFER GEGEN DIE REAKTION 1918-1923". Auf der Rückseite befinden sich das Staatswappen der DDR und die Umschrift "FÜR FREIHEIT, FRIEDEN UND SOZIALISMUS".
Die Interimsspange entspricht der Medaillenspange. In der Mitte des Bandes (rechteckig) sind die Jahreszahlen "1918-1923" weiß eingewebt. Sie ist mit 28 mm breitem rotem Band bezogen ist (Interimsspange ebenso). Nach 1958 betrug die Band- und damit auch die Spangenbreite nur noch 24 mm.

 

Die Medaille wird auf der linken oberen Brustseite getragen. Zur Verleihung der Medaille gehört eine Urkunde.


Zum Schluss

 

Zusatz/Schlussbemerkung

Diese Medaille nimmt neben den Orden und Ehrentitel auch deshalb eine Sonderstellung ein, weil sie wie keine anderer das Selbstbewusstsein der DDR-Bewohner stärken sollte. Zur Schaffung einer kleinbürgerlichen Etikette für blechbewußte Genossen.
Der reiche Titelsegen, quer durch die Republik ausgeteilt, war symptomatisch für die Anstrengungen der SED. Diese Auszeichnung, die hier vorgestellte Medaille vorne weg, sollten aus den Uniformen Heer der Werktätigen eine Hierarchie von ausgezeichneten "Ordens-Brüdern" und "blechbewußten Titelträgern" machen.
So darf die hierarchische Gliederung des SED-Staats und die dazugehörige umfangreiche Titel und Ordensvergabe seiner Eliten nur zum Teil als Anlehnung an das sowjetische Vorbild gesehen werden. Es gehörte nach und nach zu den wesentlichen gesellschaftlichen Bereichen der DDR war über die Jahre hin unverkennbar auch deutsche Sitten bürgerlicher Provenienz restauriert worden. Die Orden und Ehrenzeichen lehnen sich an sowjetische Vorbilder wie auch an Vorbilder deutscher Vergangenheit. So werden große Namen deutscher Geschichte verwendet, geschickt eingebaut und zum Teil auch verklärt. So sollte der Hammer- und Zirkel-Staat durch Tradition eine nationale Würde und Größe durch die schwarz-rot-goldene Fahne erhalten. Natürlich griff man da auf Gehabtes zurück, wo immer es noch zu haben war.
Diese hier vorgestellte Medaille ehrt die Vergangenheit, bindet an diese und verwendete sie als Baustein einer eigenen Staatskultur mit deutscher Ordenstradition bzw. bürgerlicher aufstrebender "ausgezeichneter" Zirkel.


Quellen

http://www.hobost.de/Forschung/Kader/zo ... klasse.htm (Letzter Zugriff 26.01.2010)
http://de.wikipedia.org/wiki/Medaille_f ... 8_bis_1923 (Letzter Zugriff 26.01.2010)
http://www.dhm.de/magazine/orden/katalog7.htm (Letzter Zugriff 26.01.2010)
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-42762763.html (Letzter Zugriff 26.01.2010)
http://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_Abusch (Letzter Zugriff 26.01.2010)

Autor: Freiherr von Woye