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Das Thema

 

Blutorden
Medaille zur Erinnerung an den 9. November 1923
 

Der Blutorden, wie er im allgemeinen Sprachgebrauch und auch später offiziell genannt wurde, trug ursprünglich den Namen Medaille zur Erinnerung an den 9. November 1923 und war die höchste Parteiauszeichnung, die die NSDAP vergeben konnte.


Hintergrund

 

Hintergrund der Stiftung

Am 9. November 1923 versuchten Adolf Hitler, Hermann Göring, General Ludendorff und andere prominente NSDAP-Mitglieder die Macht im Freistaat Bayern zu übernehmen. Ziel des Marsches durch München war die Feldherrnhalle, als Vorbild diente den Putschisten der Marsch Mussolinis auf Rom.
Am Odeonsplatz schritt die bayrische Polizei schließlich ein und eröffnete das Feuer auf die Demonstranten. Bei dem darauf folgenden Handgemenge kamen 16 Putschisten und vier Polizisten ums Leben.
Was folgte war die Anklage gegen Hitler wegen Hochverrat und die anschließende Festungshaft in Landsberg.
Im Jahre 1933, nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten gedachte man alljährlich mit pompösen Feierlichkeiten den ersten Opfern und den „Blutzeugen“ der Bewegung.

 

 

(Veteranen des 9. November vor der Feldherrenhalle)


Verleihungskriterien

 

Verleihungskriterien

 

    Gesamtanzahl der Verleihungen: 6.000

 

    Vorrausetzung: Mitglied vor dem 1. Jan. 1932 (Der NSDAP, SA, SS, NSKK) - Kein Rechtsanspruch auf die Verleihung

Die Anträge, die der Parteigenosse selbst oder der zuständige Hoheitsträger stellen kann, werden von einer aus fünf Parteigenossen bestehenden Ordenskomission begutachtet, die vom Reichsschatzmeister berufen wird und deren Mitglieder Träger des Blutordens und des Goldenen Ehrenzeichens der Partei sind (die also eine Mitgliedsnummer unter 100.000 besaßen).
Der Beliehene erhält eine vom Reichsschatzmeister im Auftrag des Führers ausgestellte Verleihungsurkunde und als Ausweis eine ebenfalls vom Reichsschatzmeister unterzeichnete Besitzurkunde.

 

1. Für die aktive Teilnahme am 9. November 1923

    • - Angehörige der SA / Reichskriegsflagge / Bund Oberland (die in München eingesetzt waren)

 

    • - Angehörige der Wehrmacht und Polizei (die Angehörige der oben genannten Organisation waren, oder sich für die Partei eingesetzt haben bzw. danach die Seiten gewechselt haben)

 

- Angehörige der SA / Reichskriegsflagge / Bund Oberland (die zwar in Marsch gesetzt wurden, aber nicht daran teilnehmen konnten


2. An solche Parteigenossen, die im alten Reich und in der Ostmark im Kampf für die Bewegung

    • - zum Tode verurteilt bzw. dann zu lebenslänglicher Haft verurteilt wurden

 

    • - Freiheits- bzw. Kerkerstrafen für min. 1. Jahr verbüßt haben (auch in Österreich)

 

- besonders schwer verletzt wurden

Außerdem erhielten alle Fahnenjunker des Jahrgangs 1923/24 der Kriegsschule München den Orden.
 

Das Recht zum Tragen erlischt:

- beim Ausscheiden des Blutordensträgers aus der Partei
- bei rechtskräftiger Aberkennung der Fähigkeit zur Bekleidung eines Parteiamtes auf die Dauer der Aberkennung
- durch Verfügung des Reichsschatzmeisters im Einvernehmen mit dem Obersten Richter der Partei nach Anhören der Ordenskommission.

(In diesen Fällen sind die Ordensmedaillen und Besitzurkunden vom Ortsgruppenleiter einzuziehen und auf dem Dienstweg dem Reichsschatzmeister zuzuleiten. Nach dem Tode des Trägers muss der Orden nicht zurückgegeben werden, sondern verbleibt im Familienbesitz.)

 

 

(Ordensspange des Blutordens)

„Aus dieser ganzen Not ist unsere Bewegung entstanden, und sie hat daher auch schwere Entschlüsse fassen müssen vom ersten Tage an. Und einer dieser Entschlüsse war der Entschluss zur Revolte vom 8./9. November 1923. Dieser Entschluss ist damals scheinbar misslungen, allein, aus den Opfern ist doch erst recht die Rettung Deutschlands gekommen.“

ADOLF HITLER: Rede vom 9. November 1939 im Bürgerbräukeller
Zum Zeitpunkt der Stiftung war der Blutorden die höchste Parteiauszeichnung, die die NSDAP vergeben konnte. Die ausgezeichneten bildeten später die Riege der „Alten Kämpfer“

 


Aussehen

 

Aussehen

Der Blutorden ist eine silberne Medaille von vier Zentimeter Durchmesser, deren Vorderseite das seitliche Bild eines auf einem Eichenkranz sitzenden Adlers mit gehobenen Schwingen zeigt. Im Eichenkranz ist das Datum "9. November" aufgeprägt und daneben steht "München 1923-33".
Die Rückseite zeigt in erhabener Prägung die Feldherrnhalle, darüber schwebend das Hakenkreuz, hinter dem die Strahlen der aufgehenden Sonne hervorbrechen, darüber die Schrift: "Und ihr habt doch gesiegt". Jeder Orden trägt auf der Rückseite eingeprägt die Parteinummer des Trägers. Das Band ist rot mit schwarz-weißen Rand.
Der Blutorden wird im Knopfloch der rechten Brusttasche des Braunhemdes oder des Dienstrockes, bei der Wehrmacht an der Bluse im Knopfloch der rechten Brusttasche, am Waffenrock im zweiten Knopfloch getragen.


Träger

 

Bekannte Träger des Ordens

 

Adolf Hitler - ohne Nummer (Führer der NSDAP)
Ernst Röhm
Rudolf Hess

Himmler Heinrich (Bund. Reichskriegsflagge d. Inf.-Zug i)
Josef Seydel (Bund. Reichskriegsflagge - Stammabteilung)
Fritz Krausser + 30-june 1934
Dr. Emil Ketterer (Reichskriegsflagge - Stammabteilung)
Wilhelm Brückner (Stab der SA)
Adolf Hünhlein (Stab der SA)
Josef Berchtold (Führer der Stoßtrupp Hitler)
Sepp Dietrich (Bund Oberland, Satb)
Günther Korten. (Reichswehr)
Wilhelm Röder. (Landespolizei)
Fürholzer, Ludwig (Reichskriegsflagge - Stammabteilung)
Helfer Wilhelm (SA Regiment München, Kompanieführer der 5. Kp.)
Hans Bunge (Stoßtrupp Hitler)

(Aufgezählt sind die ersten 15 Träger - Hitler hatte keine Nummer, die anderen dann abwärts 1-15)

(Der „Blutorden“ gehört zu den nationalsozialistischen Orden, deren Führung in Deutschland nach dem Gesetz über Titel, Orden und Ehrenzeichen von 1957 in keiner Form zulässig ist.)


Quellen

http://de.wikipedia.org/wiki/Medaille_z ... ember_1923 (Letzter Zugriff 17.03.2010)
http://home.foni.net/~adelsforschung/blut.htm (Letzter Zugriff 17.03.2010)
http://www.dhm.de/lemo/objekte/pict/mi007861/index.html (Letzter Zugriff 17.03.2010)
http://www.militaria-fundforum.com/show ... hp?t=51211 (Letzter Zugriff 17.03.2010)
http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/wbb ... ostid=8945 (Letzter Zugriff 17.03.2010)
http://forumarchiv.balsi.de/orden/224168/index.html (Letzter Zugriff 17.03.2010)
http://forum.axishistory.com/viewtopic.php?t=9509 (Letzter Zugriff 17.03.2010)

Autor: Gebirgsjäger / Freiherr von Woye