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Das Thema

Kriegsabzeichen
für Minensuch-, U-Boot-Jagd- und Sicherungsverbände

 

 

 

 
 
Stifter OBM Großadmiral Dr. Erich Raeder
Stiftungsdatum 31. August 1940
Teilstreitkräfte Kriegsmarine
Trageweise Steckabzeichen auf der linken Brustseite
Größe (Höhe x Breite) ca. 5,5 cm x 4,5 cm
Material Zink, Buntmetall
Gewicht 27,4 Gramm
Verleihungszahl ca. 4.300


Sitftungserlass

Stiftungserlass vom 11. September 1940

 

Der harte und gefahrvolle Dienst der Minensuch- U-Boot-Jagd- und Sicherungsverbände, die mit ihren kleinen Fahrzeugen im Kampf gegen U-Boot, Minen und Fliegergefahr dauernd den Unbilden der Witterung ausgesetzt sind, verlangt von jeden Mann an Bord vollen Einsatz und hohe Nervenanspannung. Der Dienst ist besonders entsagungsvoll und zermürbend, da der Verwendungszweck es dem Einzelnen in den meisten Fällen nicht ermöglicht, sich im unmittelbaren Kampf gegen den Feind persönlich vor seinen Kameraden auszuzeichnen. In Anerkennung der verantwortungsvollen und erfolgreichen Tätigkeit dieser Streitkräfte ordne ich die Einführung eines Kriegsabzeichens für Minensuch-, U-Boot-Jagd- und Sicherungsverbände an.


Aussehen

Aussehen

Der künstlerische Entwurf stammt von den Berliner Graphikern und Bildhauern Paul Casberg und Otto Placzek. Das hochovale Abzeichen zeigt mittig eine explodierende Seemine inmitten des Meeres. Die dabei entstehende Wasserfontäne wurde stilisiert wiedergegeben. Das so angebrachte Symbol der Minensuchboote wird dabei von einem goldenen Eichenkranz umschlossen und zeigt an seiner oberen Seite das Hoheitsabzeichen der Kriegsmarine, ein Adler mit ausgebreiteten Schwingen, der in seinen Fängen ein auf dem Kopf stehendes Hakenkreuz hält. Bei der Brillantstufe dieser Auszeichnung wurde das bestehende Hakenkreuz durch ein größeres Hakenkreuz mit zwölf eingesetzten Brillanten ersetzt. Ansonsten ist das Abzeichen mit der Standardausführung identisch.


Verleihungskriterien

Verleihungsbedingungen

I. Allgemeine Bedingungen

  • Würdigkeit, gute Führung, keine Arreststrafe in den letzten 6 Monaten

II. Besondere Bedingungen

  • a) Teilnahme an drei Gefechten oder
  • b) besondere Auszeichnung bei Fahrten im Operationsgebiet oder sonstiger hervorragender Einzeltat oder
  • c) Teilnahme an einer hervorragenden Unternehmung nach Entscheidung des Flottenchefs bzw. Kommandierenden Admirals

III. Die mit der Verleihung beauftragten Befehlshaber werden ermächtigt, gegebenenfalls im Einvernehmen mit dem entsprechenden Befehlshaber des anderen Bereichs an Stelle der vorstehend bezeichneten besonderen Bedingungen gleichwertige, der Eigenart des betreffendes Verbandes angepaßte Bedingungen einzusetzen, z.B. für Minensuchverbände:

  • 60 Tage in See zur Erfüllung der dem betreffenden Verband obliegenden Kriegsaufgaben oder Räumen von scharfen Sperren an 10 verschiedenen Tagen oder
  • Teilnahme an 25 Stichfahrten in minengefährlichem Gebiet oder
  • 25 Tage Geleitzugdienst (Norwegen, Kattegat und Skagerrak und außerhalb Terschelling-Horns Riff) oder
  • Legen von 10 Minensperren usw.

IV. Ferner kann das Abzeichen verliehen werden:

  • a) an Überlebende eines Bootes, dass durch Feindeinwirkung verlorengegangen ist oder
  • b) in besonderen Fällen an Verwundete (mit gleichzeitiger Verleihung des Verwundetenabzeichens)

 

 

 

Kriegsabzeichen für Minensuch-, U-Boot-Jagd- und Sicherungsverbände mit Brillanten

Nach Verleihung des Eichenlaubes zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes war es in der Kriegsmarine üblich, das zuvor verliehene entsprechende Kampfabzeichen mit Brillanten zu verleihen. Folgt man dieser offiziellen Verleihungspraxis, so wäre das Kriegsabzeichen für Minensuch-, U-Boot-Jagd- und Sicherungsverbände mit Brillanten an folgende vier Personen verliehen worden:

  • Fregattenkapitän Karl-Friedrich Brill (Eichenlaubverleihung 22. Oktober 1944 (330. Verleihung posthum), Brillantstufe wurde der Witwe ausgehändigt)
  • Kapitän zur See Gerhard von Kamptz (Eichenlaubverleihung 14. April 1943 (225. Verleihung), Brillantstufe nie erhalten)
  • Fregattenkapitän Fritz Breithaupt (Eichenlaubverleihung 10. Februar 1944 (387. Verleihung), Brillantstufe nie erhalten)
  • Fregattenkapitän Karl Palmgren (Eichenlaubverleihung 11. Juli 1944 (523. Verleihung), Brillantstufe nie erhalten)