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Das Thema

 

Infanterie-Sturmabzeichen
 

Tapferkeitsauszeichnung des deutschen Heeres im Zweiten Weltkrieg

 

Stifter: Walther von Brauchitsch (Oberbefehlshaber des Heeres)

Datum: 20. Dezember 1939, Abschnitt B Nr. 28 der Heeres-Dienstvorschrift 122 (Erweiterungen 1. Januar 1940)

Statut: Eine Anerkennung des im Sturmangriff bewährten Infanteristen, zugleich als Ansporn zu höchster Pflichterfüllung Infanteristen

Trageweise: Als Steckabzeichen auf der linken Brusttasche.

Entwurf und Hersteller: Berliner Firma C.E. Juncker

Besonderheit: Angehörige der Waffen-SS, Ordnungspolizei und Angehörige anderer Truppenteile wurden Später in das Statut mit aufgenommen, wobei die Panzertruppe ein vergleichbares Panzerkampfabzeichen hatten.


(1957 Version)


Geschichte

 

Geschichte

Das Infanterie Sturmabzeichen gehört zu den Symbolen der Wehrmacht und der Infanterie. Interessant ist, dass er erste Prototyp für das Infanterie-Sturmkampfabzeichen abgelehnt wurde. Das Vorlagestück für die Ordenskanzlei war den Behörden nicht genehm und heutige Exemplare sind von großer Seltenheit und Exklusivität.
Das Stück wird weiterhin als zeitgenössisches Original mit einer ähnlichen Beschreibung bei einem renommierten Militaria-Fachhändler zum Kauf angeboten. Hier beruft sich auf das Buch "For Führer and Fatherland" von Angolia, das die Originalität und Existenz eines derartigen Stückes bestätigt. Andere Berichte deuten darauf hin, dass es möglicherweise ein Entwurf für die Angehörigen der Flugabwehr-Kompanien sein könnte (Änderung des Statutes am 25.02.1941).


Erlass

E r l a ß
über die Stiftung des Infanterie-Sturmabzeichens
vom 20. Dezember 1939
(Fassung vom 1. Mai 1943)

Als sichtbares Zeichen der Anerkennung des im Sturmangriff bewährten Infanteristen, zugleich aber auch als Ansporn zu höchster Pflichterfüllung, ordne ich hiermit die Einführung des Infanterie-Sturmabzeichens für Schützenkompanien der Infanterie an.

Artikel 1:

Das Infanterie-Sturmabzeichen kann an Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften der Grenadierregimenter, Grenadierregimenter (mot), Jägerregimenter (Batle.), Gebirgsjägerregimenter verliehen werden, die ab 1.6.40 beteiligt gewesen sind
a) an 3 Sturmangriffen,
b) in vorderster Linie,
c) mit der Waffe in der Hand einbrechend,
d) an 3 verschiedenen Kampftagen.
Erfolgreiche gewaltsame Erkundungen, Gegenstöße und Gegenangriffe sind als Sturmangriff zu werten, sofern sie zum Nahkampf geführt haben. Der persönliche Einsatz bei der Erledigung feindlicher Kampfwagen im Nahkampf mit Nahkampfwaffen oder Nahkampfmitteln gilt gleichfalls als Sturmangriff.
Eine Anerkennung von Sturmangriffen vom 1.1. bis 31.5.40 erfolgt nur für die Angehörigen der früheren Schützenkompanien nichtmotorisierter Infanteriedivisionen und Gebirgsjägerkompanien.
Für Sanitätsoffiziere, Sanitätsunteroffiziere und Sanitätsmannschaften gilt Ziffer 1.c) als erfüllt, wenn sie, unter gleichen Kampfbedingungen wie die stürmende Infanterie, im Nahkampfraum Verwundete versorgen und bergen.

Artikel 2:
An die Angehörigen der Grenadierregimenter (Füsilierregimenter), der Jägerregimenter (Batle.) und der Gebirgsjägerregimenter wird das Infanterie-Sturmabzeichen in Silber, an die Angehörigen der Grenadierregimenter (mot.) und Füsilierregimenter (mot.) wird das Infanterie-Sturmabzeichen in Bronze verliehen.

Artikel 3:
Das Infanterie-Sturmabzeichen besteht aus einem Gewehr mit aufgepflanztem Seitengewehr, das von einem ovalen Eichenlaubkranz umgeben ist, der auf dem oberen Teil das Hoheitszeichen der Wehrmacht trägt.

Artikel 4:
Das Infanterie-Sturmabzeichen wird durch den Regimentskommandeur verliehen.

Berlin, den 20. Dezember 1939.


Aussehen

 

Aussehen

Das Abzeichen bestand aus einem Karabiner mit aufgepflanztem Seitengewehr, das von einem ovalen Eichenlaubkranz umgeben war, der auf dem oberen Teil das Hoheitszeichen der Wehrmacht trug. Es war 6,2cm hoch und 4,7cm breit und wurde je nach Kriegsstand aus (versilberter) Bronze, Zinkblech oder Feinzink hergestellt. Verliehen wurde das Abzeichen mit Besitzzeugnis und an der linken Brustseite getragen. Das Infanterie Sturmabzeichen war ein im Zweiten Weltkrieg ein häufig verliehenes Ehrenzeichen. Dabei wurde das sog. Infanteriesturmabzeichen („ISA“) von unterschiedlicher Hersteller mit insges. 90 Varianten produziert (Herstellermarkierungen auf dem Abzeichen). Die produzierten Stücke sind in Gewicht, Maße, Prägeart, Material und spezielle Merkmalen unterschiedlich. Bei keinem anderen Ehrenzeichen bis heute ist eine derartige Vielfalt zu erkennen!


(Mögliche Entwurf eines Sturmabzeichens - Abgelehnt)


Richtlinien

 

Richtlinen

Es gab eine Bronze-Ausführung, sie konnte Angehörigen der Infanterie-Regimenter (mot.) sowie der Maschinengewehr-, Infanteriegeschütz- und Panzerabwehr-Kompanien der Infanterie- bzw. Gebirgsjäger-Regimenter verliehen werden. Wobei das silberne Infanterie-Sturmabzeichen nur Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften der Schützenkompanien nicht motorisierter Infanteriedivisionen und Gebirgsjägerkompanien vorbehalten waren. Dies wurde nach der Stiftung am 1. Januar 1940 den Statuten hinzugefügt.

 

* an drei Sturmangriffen
* in vorderster Linie
* mit der Waffe in der Hand einbrechend
* persönliche Einsatz bei dem Niederkämpfen von Panzerkampfwagen durch Einzelkämpfer
* an drei verschiedenen Kampftagen beteiligt
* (gewaltsame Erkundungen, Gegenstöße und Gegenangriffe wurden als "Sturmangriffe" gewertet)

 

Bekannt ist, dass die ersten Verleihungen im Juni 1940 an einen Leutnant und einen Gefreiten erfolgte. Als Verleihungsgrund sind über 25 Einsätzen als Späh- und Stoßtruppführer angeben und damit auch der Hintergrund für zukünftige Verleihungen gelegt worden. Insgesamt hat es ca. 950.000 Verleihungen gegeben - eine genau Zahl ist gerade in letzten Kriegsmonaten, aufgrund von verloren gegangenen Unterlagen, nicht möglich. Die Bedeutung des Abzeichen ist an der Trageweise zu erkennen, so wird es rechts versetzt unterhalb des Eisernen Kreuzes 1. Klasse getragen bzw. hat sich so beim Heer durchgesetzt und unterstreicht dessen Bedeutung für den Soldaten. Sie Szene aus dem Film Stalingrad, bei dessen Anfang bei einem Appell 4 Sturmpioniere mit dem Sturmabzeichen ausgezeichnet wurden, unterstreicht die feste Verankerung dieses Abzeichens im Leben eines Infanteristen!


Quellen

http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Ord ... eichen.htm (Letzter Aufruf 5.12.2010)
http://www.christian-schmidt.com/produc ... ts_id=4642 (Letzter Aufruf 5.12.2010)
http://de.wikipedia.org/wiki/Infanterie-Sturmabzeichen (Letzter Aufruf 5.12.2010)
http://www.militaria-datenbank.com/foru ... php?f=1066 (Letzter Aufruf 5.12.2010)
http://www.auszeichnungen-online.de/inf ... urmabz.htm (Letzter Aufruf 5.12.2010)
http://www.ww2awards.com/award/95 (Letzter Aufruf 5.12.2010)
http://www.ehrenzeichen.de/katalog/wk2/ ... fante.html (Letzter Aufruf 5.12.2010)
http://www.wehrmacht-forum.de/showthread.php?t=597 (Letzter Aufruf 5.12.2010)
http://www.army-book.de/raritaeten-sond ... eichen.htm (Letzter Aufruf 5.12.2010)
http://www.wilhelm-radkovsky.de/istabzstift.htm (Letzter Aufruf 5.12.2010)
http://www.militariainfo.de/50126096000 ... 00406.html (Letzter Aufruf 5.12.2010)

Autor: Freiherr von Woye