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Allgemein

Epauletten und Abzeichen

 

Allgemeine Einführung

 

 

 

Epauletten und Abzeichen dienen seit langem dazu, den Dienstgrad, die Einheit, die Waffengattung, die Dienstzeit oder eine besondere Spezialisierung des Trägers zu signalisieren.

Teil I

Eine Epaulette (frz. épaulette, zu épaule „Schulter“) ist ein Schulterstück einer Uniform. Im Deutschen bezeichnet man so, üblicherweise eine spezielle Form, die sich von der einfachen „Schulterklappe“ unterscheidet. Meistens werden Epauletten mit dem Offizierskorps in Verbindung gebracht. Sie wurden jedoch auch von anderen Dienstgradgruppen getragen, um die Uniform zu schmücken, einen besonderen Status anzuzeigen, aber auch um die Schultern gegen Säbelhiebe zu schützen. Diese Epauletten in engeren Sinn bestehen aus den Halbmonden, dem Feld und dem Schieber, meist auch Raupen oder Fransen. Gehalten werden sie durch die Passanten.
 

 

 

(Parade-Waffenrock für einen Oberleutnant im Kaiser Alexander Garde-Grenadier-Regiment Nr. 1, (Berlin/Königreich Preußen - 1905). Der Kragen weist feine Goldstickerei auf, die vergoldeten Monde der Epauletten haben, auf weißen Feldern, steilkantige massive vergoldete Namenszüge mit Krone.)

 

Ursprünglich wurde eine einzelne Epaulette getragen, bevor man für die andere Schulter die sogenannte Konter-Epaulette ohne Behang einführte.

 

 

 

Heute werden sie nur noch ganz alltäglich und offiziell in Frankreichs Fremdenlegion getragen. Die Mannschaften der Fremdenlegion tragen sogenannte Stoffepauletten und zwar nicht wie sonst heut noch teilweise üblich in der Paradeuniform, sondern in der gängigen Dienstuniform integriert.
Heute werden Epauletten ebenfalls in der Mode zur Betonung der Schulter verwendet.
(Im Schach gibt es das Epaulettenmatt. Hier stehen an beiden „Schulterseiten“ des Königs eigene Figuren und versperren Fluchtfelder.)

Ende des 18. Jahrhunderts waren Epauletten gewöhnlich mit Fransen und Kantillen behangen und wurden paarweise getragen. Die auf den Epauletten befindlichen Dienstgradabzeichen zeigten meist Sterne und Kronen, die aus den verschiedensten Materialen bestehen konnten, von der Metallausführung bis zur Handstickerei.

 

 

 

(Epauletten für einen Generalmajorz. D. (1912 - Königreichen Preußen)
Felder mit Silber belegt, vergoldete Monde, die Schiebertresse mit 3 grünen Durchzügen.
Starre silberne Kantillen. Vergoldete Knöpfe der besonderen Form für Generale und vergoldete Haken.)

 

 

 

(Epauletten für einen Hauptmann der See-Bataillone (1910 - Deutsches Kaiserreich)
Weiße Tuchfelder, aufgelegt vergoldete gekreuzte Anker unter Kaiserkrone, vergoldete Monde.)


Teil II

Die Epauletten bestehen in der Grundform immer aus einer Halbmondform außen, welche in den verschiedensten Ausführungen Rang, Stellung und Ansehen widerspiegelt. Dieser Halbmond, mit innewohnender jeweiliger Symbolik für die Ränge (Initialen, Kronen, Metallschuppen, Sterne, Ruhmestrophäen usw.), schließ sich an dem auf der Schulter aufliegenden Schieber an. Dieser Schieber trägt meist die Farbe des Halbmondfutters und besteht oben aus feinem Stoff bzw. meist feiner Tresseneinfassung. Unterhalb des Schiebers befindet sich, bei den neueren Varianten, eine Unterlage und Feststellzunge. Der Knopf dient in diesem Fall nur der Dekoration. Bei den älteren bzw. niedrigen Rängen/ Ausführungen der Epauletten, befindet sich entgegengesetzt zum Halbmond, an der Innenseite der Schulter, ein Knopf zum befestigen der Epaulette.

Bei den modernen Streitkräften befinden sich diese Abzeichen häufig auf einer Aufschiebeschlaufe, die über die Schulterklappen geschoben werden kann. Tätigkeits-, Formations- und Dienstgradabzeichen können natürlich auch auf den Ärmeln des Uniformrockes gezeigt werden. Teilweise werden die Dienstgrad- und Einheitsabzeichen auch auf der Kopfbedeckung oder am Kragen getragen.
 

 

 

Die Schulterstücke waren mit der Waffenfarbe unterlegt. Hatten ebenso ein Knopfloch zur Befestigung und bei den höheren Offiziersrängen waren sie geflochten (zumeist in Silber, generell in Gold bei Generalsrängen). Als Hinweis auf den genauen Offiziersrang wurden sehr oft und länderübergreifend (Dienstgrad-) Sterne verwendet. Die Mannschaften erhielten ein nur sehr gestaltetes Schulterstück, meist aus einfachem Stoff in der Farbe der Uniform. Die Rangabzeichen wurden dabei auf „unspektakuläre“ Weise mit nur kleinen Symbolen angezeigt.

In Preußen gab es zudem Auszeichnungsbandeaus, die als Anerkennung für bestimmte Gefechte verliehen wurden und auf dem Helmbeschlag getragen wurden.
Die 4. Batterie des Garde- Fußartillerie-Regiments etwa konnte ihre Herkunft auf die Artillerie der pommerschen Festung Kolberg zurückzuführen, die die Stadt zwischen 1806 und 1807 - bis zum Waffenstillstand von Tilsit - erfolgreich gegen die Truppen Napoleons verteidigte. Im Jahr 1852 verlieh ihr der preußische König daher das Auszeichnungsbandeau „Colberg 1807“, genau wie den restlichen an der Verteidigung beteiligten Batterien.

 

 

 

 

 

Dieses Bandeau ist den Helm- und Mützenabzeichen zuzurechnen. Meist spiegeln sich in diesen Abzeichen das Hoheitszeichen, Wappentier oder traditionelle Symbole wieder.

 

 

 

Schirmmützenabzeichen der Gebirgsjäger - das Edelweiß ist dabei tief in der Tradition und Geschichte der Truppe verwurzelt

 

Die Tätigkeitsabzeichen sind meist auf der Vorderseite der Uniform angebracht und geben in ihrer Symbolik und Form den Aufgabenbereich, Waffengattung und Nationalität (zumeist) wieder. Bei den Formationsabzeichen verhält es sich ähnlich. Sie werden meistens am Ärmel angebracht und spiegeln die Einheit des Soldaten wieder. Das wohl berühmteste Zeichen ist die rote 1 (Big Red One) der amerikanischen Infanterie.

 

 

 

 

 

Oben das Formationsabzeichen der 1. Allied Airborne und unten das Tätigkeitsabzeichen der bundesdeutschen Luftwaffe - Tornadopilot.



Soweit die kleine allgemeine Erläuterungen der Uniformkategorie Epauletten und Abzeichen. Jedes dieser Uniformmerkmale hat eine ganz eigene Geschichte.
Solche Entstehungsgeschichte und mit Traditionen verknüpfte Einzelheiten sollten dann in einem speziellen Beitrag zu finden sein.


Quellen

Buch: Luise Tucker (Hrsg.), Uniformen und Rüstungen. Ein Bildlexikon, 2006. (Zugriff 21.10.2009)
http://de.academic.ru/dic.nsf/dewiki/397359 (Zugriff 21.10.2009)



Autor: Freiherr von Woye