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Einleitung

Verdienter Militärflieger
der DDR

 

 

 

"Gespannt blicken Angehörige des NVA-Jagdfliegergeschwaders Schmidt der Offiziershochschule Franz Mehring in den grauverhangenen Herbsthimmel. Eine IL-28 ist im Anflug. Geflogen wird sie vom Verdienten Militärflieger der DDR, Oberstleutnant Gerhard Oswald (Bild oben), der nach der Landung von seinen Genossen mit Blumen und Beifall empfangen wird."
Fliegerrevue 1983 (Heft 1, S. 1)

 


Ordensband zum Ehrentitel



Der Orden des Verdienten Militärfliegers der Deutschen Demokratischen Republik, gestiftet am 1. August 1974, wurde als Ehrentitel vergeben. Man trug die Auszeichnung als Abzeichens. Verliehen wurde es an solche Flieger und Angehörige der Luftwaffe der DDR, die hervorragende und besondere Verdienste in der fliegerischen Tätigkeit nachgewiesen werden. Auch wurden bei der Verleihung ausgezeichnete Ergebnisse in der politischen und militärischen Ausbildung berücksichtigt. Es damit kein reiner „Fliegerorden“, sondern eine allgemeine Auszeichnung der Luftwaffe, die für große Verdienste bei der Erhöhung der Gefechtsbereitschaft der Nationalen Volksarmee vergeben werden kann bzw. keine Voraussetzung von Flugtauglichkeit, Flugerfahrung oder Einsatz in Fliegerstaffeln voraussetzt. Die Anzahl der Höchstverleihungen war pro Jahr auf nur 10 Ehrentitel begrenzt und wurde mit einmalig 5000 Mark vergütet.

Stiftung

Der eigentliche Grund für die Stiftung liegt aber in der zunehmenden Konkurrenz zur Bundeswehr, welche eine gestiegene "Aggressionsbereitschaft an den Tag legte“. In diesem Zuge wurde durch das oberste Kommando-Organ der bewaffneten Kräfte der DDR beschlossen, den Ehrentitel "Verdienter Militärflieger der DDR" einzuführen. Gerade der Luftwaffe, deren Funktion beim Grenzschutz und Aufgabe als „Schwert der Lüfte des Sozialismus“ sollte somit deutlich gemacht werden. Einer der Träger dieses Ordens war Sigmund Jähn, Sohn eines Sägewerkarbeiters im Vogtland, der die Offiziershochschule der DDR-Luftstreitkräfte sowie die Militärakademie "Juri Gagarin" in der Nähe von Moskau besuchte. Für seine Tätigkeit in der Luftwaffe und der Raumfahrt, wurde ihm der Titel "Verdienter Militärflieger der DDR" und ebenso der DDR-Orden "Verdienter Fliegerkosmonaut" verliehen. Als deutscher Pilot bzw. Kosmonaut, durfte er ein sowjetisches Raumschiff begleiten und war der erste Deutsche im Weltall.
 



Das vergoldete Abzeichen hat die Form eines auf der Spitze stehenden Fünfecks mit einer Breite von 31,5 mm und Höhe von 41,5 mm. An der unteren Spitze ist das Hoheitsabzeichen der Luftfahrzeuge der NVA zu sehen, eine auf dem Kopf stehende Flagge der DDR, die farbig emailliert ist. Den Großteil des Abzeichens nimmt eine MiG-23 oder MiG-21 ein, die vor einer strahlenden aufgehenden Sonne steil in den Himmel fliegt. Darauf die schräg liegenden Worte VERDIENTER MILITÄRFLIEGER, welche ebenso in der Version von 1976-1989 verwendet wurde. Die Versionen unterscheiden sich nur durch das Material. Getragen wurde das Abzeichen auf der linken oberen Brustseite.