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Einleitung

Vaterländischer Verdienstorden

 

 

 

 

 

Einleitung

 

Von den 6 Orden der DDR wurden 4 vom Vorsitzenden des Staatsrates oder in seinem Namen verliehen. Der Vaterländische Verdienstorden war einer dieser 4 Orden und gehörte damit zu den wichtigsten bzw. bedeutendsten Auszeichnung der Deutschen Demokratischen Republik.

 

 

 

Stiftung: 21. April 1954

Verleihung: Durch den Vorsitzenden des Staatsrates (einmalig) auf Empfehlung des Ministerrates . Am 1. Mai, dem Internationalen Kampf- und Feiertag der Werktätigen, und des 7. Oktober, dem Tag der Republik, oder aus besonderem Anlass.

Zweck: Für ausgezeichnete Bürger und Institutionen der DDR, die nach Meinung der DDR-Führung hervorragende Leistungen auf allen Gebieten des gesellschaftlichen Lebens erbracht haben.

Stufen: 3 Stufen (Bronze, Silber, Gold ) und am 15. April 1965 kam die zusätzliche Stufe der Ehrenspange zum Vaterländischen Verdienstorden in Gold dazu.

Adressaten: Einzelpersonen, Kombinate, Betriebe, Einrichtungen, sozialistische Genossenschaften und gesellschaftliche Organisationen oder an Teile von ihnen, an Verbände, Truppenteile und Einrichtungen der bewaffneten Organe sowie an Städte und Gemeinden verliehen.

Zusatz: Zur Verleihung des Ordens gehört eine Urkunde und mit Ausnahme der Träger der Ehrenspange erhielten alle Preisträger Geldzuwendungen.

 

 

 

Für besondere Verdienste


• im Kampf der deutschen und internationalen Arbeiterbewegung und im Kampf gegen den Faschismus,
• beim Aufbau, bei der Festigung und Stärkung sowie beim Schutz der Deutschen Demokratischen Republik,
• im Kampf um die Sicherung des Friedens sowie bei der Erhöhung des internationalen Wirkens der Deutschen Demokratischen Republik

 

 

 

Bis 1974 (einschließlich 31. Dezember 1973) wurde folgendes jährliches Ehrengeld an die Träger bezahlt:

• für Bronze 250 Mark
• für Silber 500 Mark
• für Gold 1.000 Mark

Danach gab es nur noch eine einmalige Prämie:

• für Bronze 2.500 Mark
• für Silber 5.000 Mark
• für Gold 10.000 Mark

Bei der Verleihung an Kollektive (bis zu 10 Personen):

• für Bronze 500 Mark
• für Silber 1.000 Mark
• für Gold 2.000 Mark

 

 



Dieser Orden nimmt ein besonders hohen Platz unter den DDR- Orden und Ehrenzeichen ein. Sie wurde für hervorragende Verdienste im Kampf der deutschen und internationalen Arbeiterbewegung, beim Aufbau, bei der Stärkung und beim Schutz der DDR, sowie im Kampf um die Sicherung des Friedens vergeben.

Träger

Träger

 

Insgesamt 174 Personen wurden z.T. mehrfach ausgezeichnet. Die beiden höchsten Stufen wurden deutlich seltener vergeben.

 

 

 

Ehrenspange zum Vaterländischen Verdienstorden in Gold: 23
Verdienstorden in Gold: 45
Vaterländische Verdienstorden in Silber: 90
Vaterländischer Verdienstorden in Bronze: 100

 

Ausgewählte Träger der Stufen Gold / Silber / Bronze

Ehrenspange

Die Ehrenspange

 

 

 

Die Ehrenspange wurde eingeführt am 15. April 1964 eingeführt. Anfangs in Gold (900) mit zwei Brillanten. Diese Ausführung wurde dann von 1965 bis 72 ausgegeben. Später war sie dann aus Bronze in goldfarbener Ausführung und mit synthetischer Spinelle versehen. Diese "einfachere" Ausführung wurde dann von 1973 bis 1989 ausgegeben.

 

Träger der Ehrenspange zum Vaterländischen Verdienstorden in Gold:

Heinz Abraham
Grace Arnold
Walter Bartel
Lene Berg
Alfred Drögemüller
Ludwig Einicke
Egbert von Frankenberg
Werner Hartke
Oskar Hinckel
Ernst Hoffmann
Heinrich Homann
Jürgen Kucynski
Rudolf Lindau
Walter Markow
Hans Mottek
Karl Obermann
Erich Paterna
Heinrich Scheel
Albert Schreiner
Karl-Heinz Schulmeister
Leo Stern
Hans Teubner
Hanna Wolf

 

 

 

Staatsratsvorsitzender Walter Ulbricht (l.) zeichnet Otto Nagel 1964 mit dem Vaterländischen Verdienstorden in Gold aus.



Knapp die Hälfte aller mit der "Ehrenspange zum Vaterländischen Verdienstorden in Gold" Ausgezeichneten kamen erneut von den beim Zentralkomitee der SED angebundenen Parteieinrichtungen, deren ideologischen zuverlässige Kader auf diese Art und Weise besonders hervorgehoben und dekoriert wurden.

Aussehen

Aussehen

 

 

 

Der Orden hat die Form eines zehnspitzigen strahlenförmigen Sternes (50,5 mm). Das Medaillon in der Mitte (22 mm) sticht durch die eingeprägten Symbolen von Hammer, Zirkel und zwei Ähren, den Staatssymbolen, hervor.
Bei den Stufen in Gold und Silber ist der Ring mit grüner und das Mittelfeld mit roter Emaille ausgelegt. Die ersten Ausführungen bis etwa 1960 wurde die Goldstufe aus echtem Gold gestempelt. Bis 1973 kam dann nur noch vergoldetes Silber bzw. Silber und Bronze zum Einsatz und danach wurden nur noch "minderwertige Materialen" verwendet. So wurde er bis zum Ende der DDR nur noch aus vergoldetem, versilbertem oder bronzefarbenem Hartmetall hergestellt. Der enorme Wertverfall hat nichts mit der Bedeutung des Ordens zu tun, sondern eher mit der Rohstoffknappheit bzw. knappen Devisen der DDR. Die vergoldete Ehrenspange wurde noch bis 1973 aus Gold hergestellt. Sie hat die Form zweier gekreuzter Lorbeerzweige (43 mm) mit aufgelegten Brillanten.

 

 

 

Ehrenspange

 

 

 

Ordensspangen von Links:
Bonze / Silber / Gold



Die rechteckige Ordensspange (28,5 mm) ist mit waagerecht Schwarzrotgold gestreiftem Band bezogen. Unter der Spange ist ein Gebilde bzw. freistehender Bügel aus vier Eichenblättern in der Farbe der Stufe angelötet.
Mit der Stiftung der Ehrenspange wurde die Aufhängung der Stufe in Gold verändert und als lösbare Hakenverbindung ausgeführt, die auch etwa seit 1975 bei den anderen Stufen verwendet wird. Die Interims- entsprechen den Ordensspangen, die Ehrenspange ist zugleich Interimsspange.

Quellen

Lothar Mertens, Priester der Klio oder Hofchronisten der Partei?, V&R Unipress 2006.

http://www.militaria-lexikon.de/katalog ... r_vat.html (Letzter Zugriff 01.02.2010)
http://de.wikipedia.org/wiki/Vaterl%C3% ... ienstorden (Letzter Zugriff 01.02.2010)
http://archiv.ddr-im-www.de/Themen/Auszeichnungen.htm (Letzter Zugriff 01.02.2010)
http://www.ddrtechnik.de/DDR/Staatsober ... icht_.html (Letzter Zugriff 01.02.2010)
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13507985.html (Letzter Zugriff 01.02.2010)
http://www.medals.pl/de/ddr.htm (Letzter Zugriff 01.02.2010)
http://www.mdr.de/damals/lexikon/180200 ... l#absatz28 (Letzter Zugriff 01.02.2010)
http://www.orden-andersen.de/ddr_n2_sta ... nungen.htm (Letzter Zugriff 01.02.2010)
http://www.nadir.org/nadir/periodika/ju ... 41/15a.htm (Letzter Zugriff 01.02.2010)



Autor: Freiherr von Woye