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Vorwort

Der Stern der Völkerfreundschaft
"Würdigung außerordentlicher Verdienste um die Deutsche Demokratische Republik, um die Verständigung und die Freundschaft der Völker und um die Erhaltung des Friedens"

 

 

 

    1. Klasse: Großer Stern der Völkerfreundschaft in Gold
    2. Klasse: Stern der Völkerfreundschaft in Gold
    3. Klasse: Stern der Völkerfreundschaft in Silber

 

 

 

(links: 2-3 Stufe - rechts: 1. Stufe)


Vorgeschichte

Vorgeschichte

 

 



Er wird vom Vorsitzenden des Staatsrates der DDR verliehen. Als Gründe für seine Einrichtung wird vermutet, dass der Staatssekretär im Auswärtigen Amt Walter Hallstein für diesen Orden mitverantwortlich ist. Natürlich nicht im wörtlich Sinne. Die nach der Moskaureise Adenauers im Jahre 1955 entwickelte Hallstein-Doktrin soll einer Anerkennung der DDR durch Drittstaaten entgegenwirken. Daraufhin versuchte die DDR, ihre Isolierung durch die Bundesrepublik zu unterlaufen. Neben Handelskontakten, bemühte man sich um die Aufnahme diplomatischer Beziehungen. Der "Große Stern der Völkerfreundschaft" zeichnet die DDR seit 1959 für besondere Verdienste um die Freundschaft und Zusammenarbeit der Völker und die Erhöhung ihres internationalen Ansehens aus. So setzte sie durch diesen Orden ein politisches Zeichen und kann zugleich einen wichtigen Orden, ohne militärischen Hintergrund, etablieren.
Der Orden der Völkerfreundschaft der Sowjetunion diente wohl als Vorlage für diese Auszeichnung.

Allgemein

Allgemein

 

Der am 20. August 1959 gestiftete Orden "Stern der Völkerfreundschaft" wurde für außerordentliche Verdienste um die Freundschaft und Zusammenarbeit der Völker verliehen. Vor allem aber zur Erhaltung des Friedens, sowie um die Stärkung und die Erhöhung des internationalen Ansehens der DDR.
Der Orden wird an Einzelpersonen und gesellschaftliche Organisationen verliehen. Eine Eigenheit, die nur in sozialistischen Länder bzw. Sowjetunion den Orden angerechnet werden. Das Kollektiv soll bei der Vergabe der Orden nicht hinten anstehen. So wurden auch befreundete Länder ausgezeichnet.
Er kann in der gleichen Stufe nur einmal verliehen werden und es gehört zur Verleihung des Ordens eine Urkunde.

 

 

 

großer Stern und kleiner Bruststern am Band

großer Stern mit Interimspange und kleiner Bruststern am Band mit Schärpe, ausgegeben 1978-89, im original Luxus Verleihungsetui (selten verliehen)

- in Gold, Material Bronze, ausgegeben 1973-89, mit Interimspange, im Verleihungsetui

- in Silber, Material Bronze, ausgegeben 1973-89, mit Interimspange, im Verleihungsetui

Aussehen

Aussehen

 

Der Orden "Stern der Völkerfreundschaft" ist ein versilberter oder vergoldeter Stern mit fünf Zacken mit einem Durchmesser von 55 mm. Wie bei allen wichtigen Orden, die auf höchster Ebene entschieden und vergeben wurden, war auf der Vorderseite, in der Mitte das Staatswappen der DDR eingeprägt (hier in farbiger Ausführung). In diesem Fall befand sich darüber das Symbol der Friedenstaube. Die Zacken des Sterns sind durch einen Eichenblätterkranz verbunden.

Die große Interimsspange (24 mm breit - für die Stufe 1-2), in traditioneller rechteckiger Form, ist mit einem senkrecht gestreiften, schwarzrotgoldenen Band bezogen. Wie bei allen wichtigen Orden, besonders diesem mit übergeordneter, internationaler und ideologischer Bedeutung, ist In der Mitte der Orden in Miniaturausführung aufgesetzt. Für die zwei unteren Stufen ist die Miniatur entsprechend gold- oder silberfarben.

 

 

 

1. Stufe "Großer Stern" mit allem Zubehör im Verleihungsetui

 

Beim "Großen Stern der Völkerfreundschaft" (Durchmesser: 74 mm - ohne Schulterband - 55 mm mit Schulterband) wird meist an einem roten Ordensband getragen.
Die Orden, ursprünglich aus Gold (erste und zweite Stufe) und Silber (dritte Stufe) sind seit 1973 vergoldet bzw. versilbert. 1978 wurde festgelegt, dass der Orden «Großer Stern der Völkerfreundschaft» am Schulterband getragen werden sollte, oder ohne.

 

 

 

(Links: 2. Stufe - GOLD / Rechts: 3. Stufe - SILBER mit Interimsspange)



Ohne Ordensband besteht der Orden aus einem vergoldeten Stern mit fünf Zacken, wie auch bei der Vorläuferstufe. Doch ist er auf einem Strahlenkranz aufgelegt (Eichenblätterkranz ebenso wie beim Vorgänger). Die gleichzeitig geschaffene Interimsspange ist 35 mm breit und von der Farbe der Vorgängerstufe gleich.
Er wird auf der linken oberen Brustseite getragen. Bei der ersten Stufe wird das Schulterband von der rechten Schulter zur linken Hüfte geführt.

Träger

Träger des Ordens

• 1964: Manfred Gerlach
• 1967: Hermann Matern
• 1968: Lothar Bolz
• 1969: Ernst Goldenbaum, Paul Scholz
• 1970: Franz Dahlem, Paul Wandel, Anna Seghers
• 1972: Greta Kuckhoff (Gold)
• 1974: Albert Norden, Carolos Contreras Labarca (Gold)
• 1975: Otto Winzer
• 1976: Paul Scholz, Hermann Budzislawski, Walter Hollitscher
• 1977: Franz Dahlem, Karl Mewis, Erwin Kramer, Harry Thürk
• 1978: Willy Rumpf, Kurt Seibt
• 1979: Albert Norden, Jürgen Kuczynski
• 1980: Käthe Kern
• 1982: Hilde Benjamin, Harald Hauser
• 1983: Kurt Seibt, Erich Arendt, Paul Roscher
• 1984: Wolfgang Junker, Alexander Schalck-Golodkowski
• 1985: Peter Florin, Alfred Lemmnitz, Dean Reed
• 1986: Eberhard Heinrich, Paul Verner
• 1987: Klaus Gysi
• 1988: Paula Acker, Lotte Ulbricht, Heinz Galinski
• 1989: Theo Adam

 

 

 

Verleihung des Großen Sterns der Völkerfreundschaft an Edgar Miles Bronfman durch Erich Honecker, 1988.

Zum Schluss

Schlussbemerkung



Ein Prestigeorden? Wohl eher ein zweckmäßiger mit politischem Hintergrund. Der Orden ist schön gearbeitet und vereint die sozialistischen "Ordensideale" in einem. Durch den Stern, die Staatssymbole und hochtrabenden Name wird ein bisschen der "Klassenhintergrund" verschleiert. Den Orden gab es nun mal in Klasse und die große Inszenierung der Verleihung spricht eher für bourgeoise Verleihungsrituale.