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Daten

Medaille für vorbildlichen Grenzdienst

 Medaille für vorbildlichen Grenzdienst

„vorbildliche und persönliche Einsatzbereitschaft bei der zuverlässigen Sicherung der Staatsgrenze“

 

Stiftung: 1954
Zweck: Für vorbildlichen Grenzdienst der Angehörigen der Grenztruppen der DDR.
Klassen: Eine
Verleihung: Wurde an Einzelpersonen verliehen, die sich durch vorbildlichen Grenzdienst hervorgetan haben.

Kriterien

Die Verleihung erfolgte von einem Stellvertreter des Ministers für Staatssicherheit. Neben der Medaille erhielten die Ausgezeichneten eine individuelle Prämie und eine Urkunde. Eine Besonderheit ist, dass die Medaille auch an Personen verliehen werden konnte, die nicht zu den Grenztruppen gehörten. Die genauen Richtlinien und Vorgaben für eine solche Verleihung sind leider nicht genau definiert. Häufig wurde die Medaille nach einem verhinderten Fluchtversuch, auch an Todesschützen an der Mauer, vergeben. Damit hat diese Ehrung einen sehr negativen Hintergrund erhalten.

 

DDR-Grenztruppen verhindern Fluchtversuch am 3. Dezember 1984.
Infolge dessen kommt es zur Erschießung von Michael Schmidt.


"Die beiden Todesschützen, die noch am Ereignistag mit der "Medaille für vorbildlichen Grenzdienst" und Geldprämien ausgezeichnet worden sind, werden vom Berliner Landgericht am 5. Februar 1992 zu Bewährungsstrafen von einem Jahr und sechs Monaten bzw. von einem Jahr und neun Monaten wegen gemeinschaftlichen Totschlags verurteilt."

 

Von den Absolventen der Hochschule des Ministeriums für Staatssicherheit trugen etwa 13 Prozent die Medaille. Ein Prozentsatz, der auch bei anderen Verdienstmedaillen um den Schutz der Deutschen Demokratischen Republik erreicht wurde. Damit kann man natürlich auf einen ideologischen bzw. politisch motivierten Verleihungsgrund schließen (in dieser Form natürlich nicht zu beweisen oder aus den Akten explizit herauszulesen).

 

Eine niedriger angesetzte Auszeichnung war das „Leistungsabzeichen der Grenztruppen“.

 

Leistungsabzeichen der Grenztruppen

 

Die Medaille wurde an einem grünen Band getragen (bis 1959, mit dunklem Stoff bezogen) und trug in der Mitte den Schriftzug "FÜR VORBILDLICHEN GRENZDIENST". Der Schriftzug wurde von einem ungeschlossenen Ehrenkranz umgeben. Oberhalb der Medaille, als Zusammenschluss der beiden Ehrenkränze, stand das Kürzel "DDR" als Stifter der Medaille.

 

Medaille für vorbildlichen GrenzdienstMedaille für vorbildlichen Grenzdienst

Rechts:Von Ehrentitle - Eigenes Werk, CC BY 3.0
(Links: Erste Ausführung / Rechts: Letzte Ausführung)

 

Die Medaille wurde später noch einmal neu aufgelegt und von Design verändert. So stand in der neuen Version ein bewaffneter Grenzer in der Mitte der Medaille und links hinter ihm war ein Grenzpfahl zu sehen. Gekrönt wurde diese Medaille mit dem Schriftzug oberhalb: "FÜR VORBILDLICHEN GRENZDIENST". Das grüne Band, wenn auch leicht verändert, blieb weiterhin das Trageband der Medaille.

 

DDR-Grenztruppen verhindern Fluchtversuch am 4. April 1975.
Infolge dessen kommt es zur Erschießung von Herbert Halli.


"Für seine "vorbildliche Einsatzbereitschaft und Pflichterfüllung" erhält der Todesschütze vier Tage später eine "Medaille für vorbildlichen Grenzdienst"; über die tödlichen Folgen seines Schusses wird er nicht informiert."

Quellen

Günter Förster, die juristische Hochschule des Ministeriums für Staatssicherheit, LIT Verlag Berlin 2001.

http://de.wikipedia.org/wiki/Medaille_f ... renzdienst (Letzter Zugriff 31.01.2010)
http://www.grenztruppen-der-ddr.de/inde ... story_id=6 (Letzter Zugriff 31.01.2010)
http://www.chronik-der-mauer.de/index.p ... 909/page/0 (Letzter Zugriff 31.01.2010)
http://www.medals.pl/de/ddr.htm (Letzter Zugriff 31.01.2010)
http://www.ddr-hautnah.de/index.htm?/ex ... liste.html (Letzter Zugriff 31.01.2010)



Autor: Freiherr von Woye